Haiku Hands feat. Sofi Tukker - Fashion Model Art

Haiku Hands feat. Sofi Tukker – Tanzen, bis wir wieder vereint sind

Vor knapp zwei Jahren hatten Haiku Hands mit Squat einen so massiven Dancesong veröffentlicht, dass man sich gewünscht hatte, dieses Trio schnellstmöglich auf den großen Bühnen weltweit zu erleben. Doch schien die Zeit noch nicht gekommen und so spielten sich die Schwestern Claire und Mie Nakazawa sowie Beatrice Lewis die Finger wund, um ihre Fanbase aufzubauen. Als Support-Act von Bands wie Sofi Tukker fanden sie schließlich ein passendes Publikum – sind die Sounds und Songs des US-Amerikanischen Duos doch ähnlich aufgebaut und begeistern mit einem ähnlich treibenden Beat. Mit ihrer neuesten Single Fashion Model Art besiegeln sie nun den Hype und bringen zusammen mit Sofi Tukker einen Song in Umlauf, der sich demnächst auf wohl so einigen Catwalks oder Vernissagen wiederfinden wird. Und das, obwohl der Song gerade diese Events so ironisch aufs Korn nimmt. So besuchte die Band vor einiger Zeit die Sydney Biennale – ein internationales Festival für Contemporary Art – und machte sich über das Getue auf Veranstaltungen wie dieser lustig.

Haiku Hands

Haiku Hands

So entstand im Zug – auf dem Weg nach Hause – der Singsang Fashion Fashion, Model Model, Art Art Art, den sie den Rest der Fahrt immer wieder laut durch den Zug riefen. Mit der passenden Attitüde angereichert ist Fashion Model Art ein pumpender Dancetrack, der sich mit Hilfe von Sofi Tukker ganz genau dort platziert, wo sich die Mädels selbst sehen – auf den Tanzflächen dieser Welt. Mit simplen Beats und aufmüpfigen Texten stehen Haiku Hands nun auch kurz davor, ihr Debütalbum Haiku Hands zu veröffentlichen – welches am 11. September in die Plattenläden kommt. Auch hier hat die Pandemie und der Lockdown dafür gesorgt, dass sich einiges in der Planung geändert hat. So veröffentlichen Haiku Hands ihr erstes Album nun ohne dieses mit Liveperformances promoten zu können. Sind die ersten neuen Konzerte für Januar 2021 angesetzt, versucht das Trio gerade alles, um die Fans zu erreichen und veröffentlicht Livestream-Konzerte. Mit Fashion Model Art haben Haiku Hands einen enormen Ohrwurm veröffentlicht, der sich mit Sicherheit auf kommenden Fashion-Shows wiederfinden wird.

Giant Rooks - What I Know Is All Quicksand

Giant Rooks – Ein finaler Durchbruch mit Verzögerungen

Alles deutete auf den ganz großen Durchbruch hin. Mit ihren drei EPs The Times Are Bursting the Lines (2015), New Estate (2017) und Wild Stare (2019) hatte die Nordrhein-Westfälische Band Giant Rooks einen äußerst langen Anlauf zu ihrem Debütalbum genommen. Gibt es die Band bereits seit 2014 war ihr Output an neuer Musik bis zuletzt kontinuierlich hoch. Mit ihrer groß angelegten Headlinertour Rookery sollte es im April und Mai durch 15 europäische Länder gehen, darunter Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien. Ebenso groß war die Tour von Milky Chance in den USA für März und April geplant gewesen, bei dem die Jungs von Giant Rooks bei zwölf Konzert als Support mit dabei gewesen wären. Schaut man sich darüber hinaus an, dass die aus Hamm kommende Band es in Berlin geschafft hat, die Columbiahalle auszuverkaufen und sogar ein Zusatzkonzert am Folgetag einplanten, wird klar, die Band steht kurz davor, einen grandiosen Durchbruch zu feiern. Doch dann kam die Pandemie und stellte alles auf Eis. Nun haben die Giant Rooks mit What I Know Is All Quicksand eine neue Single veröffentlicht und beglücken uns dazu mit der Ankündigung ihres Debütalbums Rookery, das sie am 28. August veröffentlichen werden. Es sollte sich richtig anfühlen und einen Sound haben, bei dem wir sagen, jetzt ist es Zeit, für ein Debütalbum – beantwortet die Band die Frage, warum es sechs Jahre dauern musste, ehe wir ein erstes Album in den Händen halten können. Dabei bleibt ein wenig offen, welcher Sound genau der Richtige ist – denn mit ihrer neuesten Single What I Know Is All Quicksand arbeiten sich die fünf Jungs durch den bekannten Indie-Rock und zeigt dennoch, dass der große Stadionrock machbar ist. What I Know Is All Quicksand behält sich zurückhaltende Klaviermomente genauso vor, wie die schnellen Gitarren und einen – zum absoluten ausrasten – animierend frischen Vibe. Nach dem hymnenhaften Watershed gehen Giant Rooks mit What I Know Is All Quicksand den Weg zum Epos und lassen auf ein abwechslungsreiches erstes Album der jungen Indie-Rocker hoffen.

Das Moped – Chaostheorie als Genre

Im Mai 2019 hatten Das Moped mit der Single Wenn Du Ehrlich Bist eine wahre Perle veröffentlicht. Der Sound, der so sehnsüchtig klang und eine pure Reminiszenz an unsere Jugendhelden von ECHT war, schaffte es auf direktem Weg in unser Herz. Nun haben Das Moped mit Niemand Sonst eine neue Single und gleichnamige EP veröffentlicht und kündigen für Sommer 2020 sogar ein Debütalbum an. Zuvor gehen sie aber bereits ab dieser Woche auf eine ausgedehnte Tour und supporten Wanda auf ihren Deutschlandkonzerten. Mit der Single Niemand Sonst haben Martin Brunner (Gesang und Synthies), Augustin Zimmer (Gesang und Gitarre) und Ali Baltz (Bass) – die Das Moped verkörpern – eine so offensichtlich popverliebte Hymne über den Try-and-Fail Moment geschrieben, dass man sich sofort auf einem Abschlussball in die Turnhalle unter die Diskokugel stellen möchte und davon träumt, Derjenige zu sein, der all die coolen Tanzmoves beherrscht und damit den Schwarm der ganzen Schule begeistern kann. Niemand Sonst ist Retropop, der den Vibe der 80er-Jahre vor sich hertreibt und dabei so ansteckend ist, wie der Ohrwurm von Joachim Witts Goldener Reiter. Mit der Kopfstimme Augustins, und dem unglaublich sympathisch, schrägen und chaotischen Musikvideo ist Niemand Sonst ein wahre Perle des Pops und begeistert uns mit seinem leichten, luftigen Sound.

Khruangbin feat. Leon Bridges - Texas Sun

Khruangbin feat. Leon Bridges – Thai-Funk oder Südstaaten-Rock?

Es ist eine interessante Mischung, die das US-Amerikanische Trio Khruangbin in seiner Musik vereint. Kommen die Songs zumeist instrumental daher, verbinden Laura Lee, Mark Speer und Donald Johnson hauptsächlich Funk, Soul und Rock und hören sich dabei auch immer authentisch nach Südstaaten-Rock an. Erstaunlich ist hier wiederum, dass die Band, bis auf wenige Ausnahmen wie Leon Bridges, durchweg als Support von elektronischen Künstlern, wie Bonobo, Massive Attack oder Tycho gebucht wird und damit ein weitaus größeres und moderneres Publikum anspricht, als es ihr eher traditioneller Sound vermuten lässt. Nach ihrem dritten Album Hasta el cielo dass im Sommer 2019 erschien, haben sie nun für diesen Freitag die neue EP Texas Sun angekündigt. Diese ist eine Kollaboration mit dem US-Amerikanischen Soulsänger Leon Bridges, den sie 2018 auf seiner Tour supporten dürften. Dabei wird deutlich, wie sehr ihr instrumentaler Rock nach einer Stimme zu greifen scheint, denn auf der Single Texas Sun zeigt sich, wie sich Bridges‘ Gesang an die Harmonien anschmiegt und die feinen Nuancen von Schlagzeug und Gitarren deutlich werden. Die Kollaboration von Khruangbin und Leon Bridges ist eine der unerwartetsten aber gleichzeitig auch spannendsten und zeigt, dass sich unterschiedliche Musikstile wunderbar zu einem großartigen Sound zusammenfinden können.

Gengahr - Icarus

Gengahr – Der große Wurf

Das britische Quartett Gengahr hat in ihrer bisherigen Bandlaufbahn vorrangig mit Psychedelic Rock begeistert, Obendrein beinhaltete ihre Musik auch immer Indie. Nach den Singles Everything & More und Heavenly Maybe haben die Londoner nun mit Icarus eine weitere Single veröffentlicht und feiern heute zusätzlich die Veröffentlichung ihres dritten Studioalbums Sanctuary. Was sich in den ersten beiden Singleauskopplungen bereits andeutete, wird mit Icarus nun nochmals bestätigt – der Sound der Band hat sich verändert. Durch Synthies und aufwändige Gesangsebenen ist Icarus nicht mehr nur Indierock sondern hat auch deutlich mehr elektronische Elemente zu bieten. Diese kommen nicht von ungefähr, zeichnet sich doch für die Produktion des gesamten Albums der Bombay Bicycle Club Frontmann Jack Steadman verantwortlich. Darum wundert es auch nicht, dass die vier Jungs von Gengahr letztes Jahr bereits als Support-Act auf den Konzerten von Bombay Bicycle Club spielten. Nun sind sie für vier Termine in Deutschland zurück und können Ende Febraur live in Köln, Berlin, München und Hamburg erlebt werden. Mit so vielen neuen Einflüssen ist das neue Album eine Entdeckung wert und zeigt, dass Gengahr mit der Veränderung ihrer Musik überzeugen können.

The Big Moon - Your Light

The Big Moon – Renommiert und trotzdem Newcomer

Es ist ein kleiner Widerspruch in sich – hat doch die vierköpfige, Londoner Frauenband The Big Moon 2017 bereits ihr Debütalbum veröffentlicht – wurden sie in dieser Zeit mit ihrem Debüt Love In The 4th Dimension für den renommierten Mercury Prize nominiert und schafften es mit ihren Singles sogar bis in die Shortlist von Annie Mac bei der BBC. Nun sind sie mit der Ankündigung zu ihrem zweiten Album zurück, das den Namen Walking Like We Do trägt und am 10. Januar 2020 veröffentlicht wird. Frontsängerin Juliette Jackson erklärt dabei, dass die Idee zur neuen Single Your Light daher kam, dass sie das Gefühl hatte, dass gerade der schlimmste Moment von allen sei, um auf der Welt zu sein. Dass es gar nicht mehr schlechter gehen könnte. Und dann guckt man zurück und stellt fest, dass anscheinend jede Generation schon einmal an diesem Punkt war, dass sie dachten, sie werden die letzte Generation auf der Erde sein. Der Song soll einen aus diesem Gedanken holen und für einen Moment die Sonne in das Leben lassen und die dunklen Gedanken wegfegen. Mit dieser Erklärung klingt die neue Single Your Light gleich noch einmal deutlich frischer und bringt uns tatsächlich die gute Laune und neuen Schwung in den Alltag. Dabei ist vor allem das Musikvideo zu der Single äußerst sehenswert und lässt den Wunsch wachsen, auch einmal so ein kuscheliges kleines Monster rumzufahren. Mit ihrem kommenden Album im Gepäck stehen Jackson, Soph Nathann, Celia Archer und Fern Ford Anfang des kommenden Jahres, als Support-Act von Bombay Bicycle Club, in Großbritannien auf der Bühne und werden uns mit ihrem frischen Sound begeistern.

Badger - You Move

Badger – Wenn sich Songwriting und Elektro treffen

Zugegeben… es ist schon etwas länger her, dass Max Wiegand neue Musik veröffentlicht hat. Dabei liesst sich sein musikalischer Lebenslauf wie eine Bewerbung um den Musikolymp. Bereits Anfang der 2000er war er als Sänger von Pilefunk und nach Auflösung dieser ab 2009 mit der Band This Could Be Yours im Musikbusiness unterwegs. Mit der letzteren Band vollzog er sogar den Schritt, aus seiner Heimatstadt Bremerhaven nach Berlin zu ziehen. Dort angekommen, wuchsen langsam aber stetig die Wünsche der einzelnen Bandmitglieder sich auszuprobieren, bei denen am Ende die Auflösung stand. Für Badger – wie sich Max Wiegand seitdem nennt – stand damals die Entscheidung, auszuprobieren und sich mehr dem Elektro zuzuwenden, im Vordergrund. Dies schaffte er so gut, dass seine Debüt-EP Untiteled EP für Aufmerksamkeit sorgte und in der hiesigen Presse viel Lob fand. Nun ist Badger am letzten Freitag als Support von Felix Räuber im Berliner Frannz Club aufgetreten und lässt hoffen, dass wir in Kürze mit neuem Material rechnen können. Bis dahin empfehle ich die im Jahr 2017 veröffentlichten Singles You Move und Mirrors, die einen dunklen Elektrobeat haben und mit 80er-Synthies für eine fast schon gespenstische Stimmung sorgen. Dabei kreiert Badger seinen ganz eigenen Sound und weisst Ähnlichkeiten zu James Blake, Thomas Azier oder Chet Faker auf. Denn alle haben gemein, dass ihre Musik unkonventionell, experimentell und definitiv keine Mainstream Musik waren – sich aber dennoch dort durch- und festsetzte. Badger spielt so spannend, wie er klingt und hat genau diesen Sound zu einem Markenzeichen seiner musikalischen Karriere gemacht.

NEØV – Konzertkritik

Im Herbst letzten Jahres hatte es mir die Single Elysion der finnischen Band NEØV besonders angetan. Der Mix aus Alternative, Indie und Dreampop übte dabei die Faszination dieser Band aus. Dass auf ihrem neuesten Album Volant dabei einige Songs an The XX erinnern, ist zwar eine schöne Seitenerwähnung, wird der Band aber nur zu einem geringen Teil gerecht. Denn NEØV haben in den letzten Jahren so einiges auf die Beine gestellt. Neben ihrem Musik-Festival Gramofon Fest haben sie mittlerweile drei Alben veröffentlicht und vor allem mit Volant eine ganz große Platte eingespielt. Kam diese am 1. Februar dieses Jahres raus, galt es nun, die Songs auch live vorzustellen. Und so machten sie am vergangenen Montag im Berliner Monarch Club halt und gaben ein Konzert, welches mit den Reizen spielte.

Introvertiert und doch so stark

Als Vorband gab es mit Sea Change gleich eine angenehm positive Überraschung. Hatte die Norwegerin Ellen A. W. Sunde doch mit ihrer Loop-Station und der Unterstützung am Pad-Controller eine kleine Klangwelt kreiert, die voller Bass, mystischen Soundwolken und Sundes fragil und verträumt klingender Stimme zu einer vollkommenen Mischung verschmolz. Mit, zum Teil, harten Beats und verspielten Elementen kratzte Sundes immer wieder an der Schwere ihrer Songs und brach sie hier und da schließlich auf. Damit hat die, mittlerweile in Berlin lebende Künstlerin, eine wunderschöne Art gefunden, ihre Musik zu präsentieren und begeisterte das Publikum gleichermaßen.

Sea Change @ Monarch Berlin
http://www.soundtrack-of-my-life.com

Von The XX bis Timbaland

Nach kurzer Umbaupause traten schließlich NEØV auf die kleine Bühne am Ende der Tanzfläche im Monarchen und startete direkt mit einem der stärksten Songs des neuen Albums in den Abend. Lost In Time macht dabei die Anfangs vorherrschende Ruhe so stark und baut sich über die 4:16 Minuten zu einer großartigen Indiehymne auf, die mit den, eingangs angesprochenen, The XX Elementen über die Gitarre spielt. Gleichzeitig bekam man den Eindruck, dass durch ein simples Yeah – welches so eingesungen wurde, dass man meinen könnte Timbaland persönlich hatte seine Produzentenhände an diesen Song gelegt – die Musik von NEØV einem großartig, internationalen Sound angelehnt ist.

Auch wenig Worte zählen

Von der Vorabsingle Elysion ging es im anschließenden Brothers um eine Beziehung zwischen zwei Brüdern, die sich zwischen dem nahestehen und auseinanderleben immer wieder aufs Neue kennenlernen und reiben – so Frontsänger Anssi Neuvonen. Hier sollte sich der erste Eindruck – dass die Jungs all ihre Stärken in der Präsentation ihrer Songs stecken, anstatt viel mit dem Publikum zu interagieren, dabei allerdings nie ihre wachen Augen von Diesem lassen – immer weiter festigen.

Musikalischen Zyklus durchbrechen

Mit dem anschließenden Dominique I fügten die Jungs dem Konzert dann auch Songs des zweiten Albums Dominique hinzu. Diese gingen von Laketown – bei dem Neuvonen simple konstatierte, dass der Song deshalb existiere, weil die Jungs aus einer Stadt kommen, welche an einem See liegt – über The Rain People bis hin zu dem Zugabesong Woolen Pumpkin Shirt. So lockerten sie sich vom Sound immer wieder auf und spielten zwischen den Volant Songs The Golden FrontThe Half HorizonBirds Are Late und Person I Used To Be auch immer wieder deutlich rauere und gitarrenlastigere Songs.

Zwischen U-Bahn und Blaulicht

Mit einer angenehm vertrauten Selbstsicherheit bewegte sich die Band ohne viel Aufregung durch eine Songpalette, die für deutlich größere Bühnen, als die des Monarchen geschrieben scheint. Doch in einem so urbanen Raum zu spielen, bei dem draußen die U-Bahnen über die Hochtrassen rattern, unten der Kiez immer wieder mit vorbeirasenden Blaulichtern auf sich aufmerksam macht und einem erfrischend durchmischten Publikum – welches sich fast schon hypnotisiert zu den Songs bewegt -b ist für diese Band kaum passender gewählt. Nun dürfen aber so langsam ruhig auch die größeren Bühnen  kommen, denn auf Dauer ist der Sound von NEØV nicht auf kleinen Bühnen zu bändigen.

Girl In Red – Indie-Schlafzimmer-Sound

So direkt und offen, wie die norwegische Sängerin Marie Ulven alias Girl In Red ist, ist wohl selten eine Künstlerin gewesen. Denn trifft man auf die junge Musikerin, wird man regelrecht weggefegt – hat sie doch eine Ausstrahlung, die so stark ist, dass man sich fasziniert irgendwo festhalten möchte, um nicht weggeblasen zu werden. Sie schreibt und produziert fast ausschließlich in ihrem Schlafzimmer und hatte – bei nur 10 Live-Auftritten überhaupt – einen Gig in Frankreich als Support der amerikanischen Sängerin Clairo. Dabei so fasziniert von der Sängerin spricht Ulven in Interviews wie ein Fan von dem Erlebnis, welches sie vollkommen überwältigte – sei sie doch selbst ein riesiger Fan Clairos. Dabei ist die bisher veröffentlichte Musik der 19 Jahre jungen Sängerin so intim, euphorisch und mitreissen und besingt Themen, die Ulven selbst beschäftigen. Sie selbst hat in den letzten Jahren zu sich gefunden und besingt diesen Werdegang in einzelnen Kapiteln auf ihren Liedern. Mit der EP Chapter 1 hatte Ulven bereits zu Beginn des Jahres 2018 ihre erste Veröffentlichung notieren können. Nun arbeitet sie an einer zweiten EP und veröffentlicht mit We Fell In Love In October eine herzzerreißende Indie-Dreampopnummer, auf der sie über die Erlebnisse ihrer ersten Liebe zum selben Geschlecht singt. Einnehmend mit den Textzeilen My girl, my girl, my girl. You will be my girl. ist We Fell In Love In October ein absoluter Ohrwurm, der sich nicht hinter großen Stars verstecken muss. Dass Girl in Red zum Erfolg werden könnte, liegt nicht nur an den fantastischen Songs, sondern auch an der Eigensinnigkeit der Sängerin und, wie sie all dies präsentiert.

KIAN – Der geborene Musiker

Wer bereits mit zwei Jahren durch die abgelegenen Gebiete der Aborigines reist und mit seinen Eltern dort Musik spielt, kann völlig zu Recht als geborener Musiker gezählt werden. Denn die Musik wurde dem australischen Sänger Kian Maxwell Bytyci Brownfield, kurz KIAN, bereits durch seine Eltern in die Wiege gelegt. Mit sieben Jahren bekam er seine erste Gitarre und mit 12 folgte dan die E-Gitarre, seitdem geht es mit dem 16-jährigen Sänger steil bergauf und traf er durch Musikprojekte wie einem Aborigine Hip-Hop Projekt Künstler wie Baker Boy, mit dem er zusammen die Single Cloud 9 veröffentlichte. Von seinem Song Waiting überzeugt, reichte KIAN den Track beim australischen Talentwettbewerb Triple J Unearthed – der australischen Radiostation Triple J – ein und wartete auf das Feedback. Dieses folgte Wochen später, indem der Radiosender einen Feueralarm an KIANs Schule simulierte und den jungen Sänger so auf dem Spielfeld der Schule damit überraschen konnte, dass er den Wettbewerb gewonnen habe. Damit ist KIAN nicht nur einer der jüngsten Gewinner dieses Wettbewerbs, sondern hat gleichzeitig auch schon in ausverkauften Konzerthallen als Support-Act gespielt – was äußerst selten für einen Triple J Unearthed Gewinner ist. Waiting zeigt dabei, wie Neo-Soul uns berühren kann – im Alter von 14 Jahren geschrieben und gefühlvoll und mit einem modernen Sound versehen, ist Waiting eine liebevolle Ballade über das Gefühl, sich in jemanden zu verlieben und auf ein Zeichen des anderen zu warten, diese Liebe zu erwidern. Damit konnte der Australier einen Plattenvertrag eingeheimst und sein Debütalbum für die erste Jahreshälfte 2019 ankündigen. KIAN ist damit 2019 einer der ganz großen Anwärter, der sich auf einen internationalen Durchbruch einstellen sollte.