Florence + The Machine – Voller Energie

Es ist gerade einmal sieben Monate her, da hat die britische Band Florence + The Machine mit High As Hope ihr viertes Studioalbum veröffentlicht und sind damit in über 16 Ländern in die Top-5 eingestiegen. Nun haben Florence + The Machine auf einem Konzert im australischen Perth mit einem neuen Song alle Fans vor Ort überrascht. Gestern überraschten Sie dann auch die Welt mit der Veröffentlichung von gleich zwei Songs. Mit dabei ist der in Perth vorgestellte Song Moderation, der in gewohnter Manier eine große Popnummer mit viel Dramatik und großen Momenten ist. So erinnert Moderation an Songs der ersten beiden Alben Lungs und Ceremonials. Die zweite Single Haunted House ist eine großartige Popballade, bei der Florence Welchs einzigartige Stimme nur durch ein Klavier begleitet wird. Chorsgesang unterstützt dabei hier und da sie sanften aber energischen Zeilen wie I’m not free at all. Nach diesen beiden Veröffentlichungen, können wir nur hoffen, dass eine neue Platte – und wenn es nur eine EP ist – das Jahr 2019 mit so fantastischer Musik füllen wird. Bis dahin nehmen wir Moderation und Haunted House als zwei starke Songs in Dauerrotation auf und freuen uns über den Ausflug zu den Anfängen der Band.

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Max Jury – Klingt anders, ist anders

In Iowa, USA geboren, lebt der 26-jährige Sänger Max Jury mittlerweile in London um Musik zu machen. Mit einem Mix, irgendwo zwischen Singer/Songwriter, Folk, Country und Pop, ist es Jurys Stimme, die uns Staunen lässt. Denn kann man nicht immer ganz ausmachen ob Diese von einem Mann oder einer Frau stammt. Nun ist gerade diese so sanfte, weiche Stimme mit einem hauchend, falsettartigem Klang auf Jurys neuester Single Sweet Lie besonders stark zu hören. Dabei ist Sweet Lie nicht nur der Vorbote Jurys zweiten Albums Modern World – welches am 31. Mai 2019 erscheinen wird – sondern auch eine ungewohnt poppige Nummer, die so von Jury anfangs nicht geplant war. Doch hatte Robin Hannibal, der den Song produzierte, mehr in der Nummer gesehen und das Tempo etwas erhöht. Herausgekommen ist eine wunderbare Popballade, die tanzbar aber auch einfühlsam ist und Jurys wunderschöne Stimme perfekt präsentiert.

Nathan Ball – Mit Call It Love auf dem Weg zum Debütalbum?

Mittlerweile hat Nathan Ball bereits einige Songs veröffentlicht, die Ihr auch hier auf SOML finden könnt. Neben Echo und Right Place kommen noch die EP’s – wie Beispielsweise die Acoustic EP – eine Zusammenstellung aus vier Songs, die Ball in einem Akustik-Set eingespielt hat – hinzu. Auch konnte man Ball letztes Jahr auf der Flux FM Bühne zur Fête de la Musique in Neukölln live sehen. Doch fehlt immer noch ein Album mit all seinen Songs. Einem kleinen Stück näher kommt er diesem mit der neuen Single Call It Love, die er vor zwei Tagen veröffentlichte. Dabei klingt Ball gewohnt tief und dunkel, hat allerdings auch einen größeren Sound für die neue Single gewählt. Überlässt Ball seinen Fans gerne die Interpretation seiner Songs, gab er zum Entstehungsprozess bisher nur an, dass er den Song zusammen mit seinem Gitarristen und Produzenten Max in seinem Schlafzimmer geschrieben und aufgenommen habe. Er sei seinen Fans langsam allerdings ein Album schuldig fügt er nun gerne hinzu. Ball klingt auf Call It Love größer, ohne einen großen Sound zu kreieren. Mit sanften Gitarren und Balls schwebender Stimme ist Call It Love erneut ein imposantes Zeichen für Balls konsequenten Weg, das Tempo seiner Musik zu bestimmen.

Filous – Mit einem Trick sommerlich in den Winter

Er ist so bekannt wie unbekannt. Der österreichische Produzent Filous – alias Matthias Oldofredi – ist in Elektrokreisen weltweit eine Hausnummer. Dabei hat er bereits den ein oder anderen Hit auch in den Mainstream gebracht. Denken wir nur an die Zusammenarbeit mit James Hersey auf How Hard I Try. Doch ebenfalls hat Filous bereits Remixe zu Song von Kodaline, Selina Gomez, Troye Sivan oder James Bay produziert und ist in den letzten Jahren dadurch immer bekannter geworden. Nun hat Filous mit der ebenfalls aus Österreich kommenden klei den Song Bicycle und damit einen wunderbar, verzaubernden Dance-Song veröffentlicht. Mit chilligen Gitarren, kleis zarter Stimme und einem sanft einsetzenden Housebeat wird Bicycle von Sekunde zu Sekunde größer und mündet schließlich in einem satten Dancetrack, zu dem man sich an einem See auf einer hoch bewachsenen Wiese liegen sieht und um einen die Bienen und anderes Getier schwelgerisch wahrnimmt. Bicycle ist eine satte Popnummer, die mit den Elementen aus House, Akustik und Indie einen sehr gelungen Song für den Winter schafft. Und so trickst uns Filous damit aus und lässt uns noch einmal eine sommerlich warme Brise auf der Haut spüren.

Sarah P. – Das geheimnisvolle Hauchen

Sarah P. ist umtriebig. Absolvierte die griechische Sängerin bis 2010 in Athen ein Schauspielstudium, traf sie im selben Jahr den Produzenten RΠЯ, der mit ihr und zwei weiteren Mitgliedern die Band Keep Shelly In Athens gründete. Vier Jahre tourten sie um die Welt und spielten unter anderem auf dem Coachella und The Great Escape Festival. Dabei veröffentlichte die Band 2011 mit Late Night Later Night CS eine sogenannte Split EP, auf der sich drei Songs der Athener wiederfanden und drei Songs eines, bis dato, noch recht unbekannten Produzentenduos – Disclosure. Wo die britischen Brüder heute stehen, wissen wir alle. Schließlich 2014 von der Band losgesagt, zog es Sarah P. nach Berlin. Von hier aus arbeitete sie konsequent an neuer Musik und  veröffentlichte mit der Free EP 2015 erstmals als Solokünstlerin Musik. Ihr Debütalbum Who I Am folgte 2017. Nun steht mit Maenads eine weitere EP an, die am kommenden Freitag erscheint. Darauf enthalten ist die Dream-Pop Single Mneme, die verträumt, geheimnisvoll und sogar etwas verrucht klingt. Sarah P. selbst beschreibt den Song als ein Schlaflied, inspiriert von unbeschwerten Zeiten und einem gebrochenen Herzen, das an die Vergangenheit erinnert und die Dinge in die richtige Perspektive bringt. Genau dieses Gefühl transportiert Mneme angenehm und entspannt und klingt dabei stark in einer sanften Umgebung.

The 1975 – Ein Liebeslied an das Böse

Es sind die Zeilen And all I do is sit and think about you
If I knew what you’d do
 die uns Glauben schenken, dass uns The 1975 eines der besten Liebeslieder der vergangenen Monate schenken. Mit einem fesselnden Synthiebeat und Matty Healys sanft, poppigem Gesang klingt It’s Not Living (If It’s Not With You) so sehr nach einem 80er-Jahre Power-Lovesong, dass wir uns schon freuen, die heimliche Liebe Healys kennenlernen zu dürfen. Doch hört man den Lyrics weiter zu, wird klar, dass Healy hier von einem deutlich ernsteren Thema singt. Denn die Zuneigung, die er hier beschreibt, galt für einige Zeit den Drogen wie Heroin. Dies behandelt Healy in It’s Not Living (If It’s Not With You) so pur in direkt, dass man ihm nur gratulieren kann, wieder clean zu sein. Das dieser Weg schwer sein musste, zeigt die Band nun auch in dem dazugehörigen Musikvideo, indem Healy mit den Nebenwirkungen der Drogen – in Form von Panikattacken und Ängsten – zu kämpfen hatte und selbst auf der Bühne nicht davon verschont blieb. The 1975 stehen mit ihrem, gerade veröffentlichten, dritten Album A Brief Inquiry into Online Relationships gerade davor, weltweit zu einer der größten Rockbands unserer Zeit aufzusteigen. Da kommt die neu entfachte, drogenfreie Energie von Frontmann Healy genau richtig. Mit rotzigen Kommentaren, großen Songs und bereits einem vierten Album für Mai 2019, das Notes on a Conditional Form heißen wird, in der Pipeline, greifen The 1975 nun frontal an und sind auf dem besten Weg ihren Platz im Olymp einzunehmen.

RY X – Vom Wind der Wüste

Stetig und warm – wie der Wind in der Wüste, so klingt RY X‘ neue Single YaYaYa. Mit sanfter Gitarre, eine dunklen und sphärischen Piano im Hintergrund und der warmen, brechenden Stimme RY X‘ klingt die mittlerweile dritte Singleauskopplung, aus dem am 15. Februar 2019 erscheinenden neuen, zweiten Album unfurl, sanft und schwer zugleich. Nach seinem 2016er Debütalbum Dawn umspannt RY X nun auf unfurl einen voluminöseren Sound, der eine Art aufblühen zu neuen Richtungen beinhaltet, ohne dabei die Herkunft seiner Musik zu vergessen. Nach den Singles Untold und Bound zeigt sich auch auf YaYaYa, dass die musikalische Intimität durch die Verletzbarkeit des Sängers entsteht und uns zeigt, wie reich und emotional Musik sein kann. Damit macht sich RY X nun auch auf Welttournee und spielt unter anderem in den USA, Australien und Europa in – wohl schnell – ausverkauften Locations.

No King. No Crown. – Die Blätter fallen hören

Sie sind so leise und intim, dass man meinen könnte, die Blätter eines rot strahlenden Laubbaumes fallen zu hören. Die gleichzeitig damit assoziierte Wärme wird nicht nur durch die Vorstellung des farbintensiven Herbstes getragen, sondern auch von der neuen Single des Dresdener Quartetts No King. No Crown.. Liegt ihrer Soundästhetik zwischen Folk, Indie, Kammerpop und Singer/Songwriter, hat die Band um Sänger René Ahlig eine Atmosphäre geschaffen, die von Ausgeglichenheit, Reife, Zurückhaltung und Nähe zeugt. Ahlig war hierbei federführend und hat No King. No Crown. bereits 2010 als Soloprojekt gegründet. Nach seinem ersten Album Heart To Escape (2012) und der EP Without Yesterday (2016) ist das Projekt nun, für das zweite Album Smoke Signals – welches am 01. Februar 2019 erscheinen wird – zu einer Band angewachsen. Dabei zehrt Ahlig von seinen Reisen und beschäftigt ihn auf der neuen Platte die verschwenderische Art und Weise der Menschen mit der Natur umzugehen. Strände voller Plastik, Wolken voller Abgase. Betonmauern statt Berge, Straßenlichter statt Sterne. Gleich zu Beginn der gleichnamigen ersten Singleauskopplung Smoke Signals stellt Ahlig die Frage Who we gonna blame, who we blame for. I feel badly ashamed, I feel badly ashamed for. Um im Refrain schließlich die Frage zu stellen Don’t you think we go to far. Dabei wirkt Smoke Signals nicht nach einer Anklage und Aktivismus  – wie den von Grund auf zwar sehr wichtigen Umweltorganisation, die aber leider oftmals mit zu radikalen Taten verschrecken – sondern, schleicht sich eher behutsam in das Bewusstsein. Durch die sanften aber konstant präsenten Banjoklänge, Ahligs warme Stimme und dem behutsamen Einsatz von elektronischen Beats wird man durch Smoke Signals dazu animiert seine eigene Lebensweise in Verbindung mit der Umwelt zu reflektieren und überdenken. Darüber hinaus funktioniert Smoke Signals auch in der kalten Jahreszeit wunderbar und klingt warm und authentisch. Somit gelingt No King. No Crown. ein starker Neustart als Band und wird in den kommenden Monaten sicherlich sein Publikum finden und das Publikum sie.

Live überzeugen könnt Ihr Euch im kommenden Frühjahr an folgenden Orten:

15.02.19 – Dresden – Scheune Dresden
16.02.19 – Zittau – EMIL
17.02.19 – Berlin – PRIVATCLUB Berlin
18.02.19 – Chemnitz – INSPIRE Chemnitz
19.02.19 – Bayreuth – Wohnzimmermucke_Bayreuth
21.02.19 – Hamburg – Astra Stube Musikkultur e.V.
22.02.19 – Köln – die wohngemeinschaft
24.02.19 – Pforzheim – Horch
25.02.19 – Mainz – Klein Aber Schick
26.02.19 – Wuppertal – Viertelbar Wuppertal
27.02.19 – Münster – Teilchen & Beschleuniger
28.02.19 – Leipzig – Noch Besser Leben
Sichert Euch die Tickets hier: https://goo.gl/o2jQgF

Dido – Sanfte Rückkehr nach fünf Jahren der Stille

Die Stimme Englands ist zurück! Was Adele für unsere aktuelle Dekade ist, ist Dido für die 2000er. Eine so einfühlsame Stimme mit sensiblen Texten und noch fragileren Sounds – das ist Dido Armstrong. Mit ihren ersten beiden Alben No Angel und Life For Rent verkaufte sie zusammen mehr als 34 Millionen Einheiten. Mit den beiden Nachfolgealben Safe Trip Home und Girl Who Got Away konnte sie jedoch den Erfolg nicht wiederholen und verkaufte je nur rund 500.000 Einheiten. Als Grund hierfür zählt sicherlich auch, dass Dido sich auf diesen beiden Alben eher dunkleren Sounds zugewandt hatte und daher eine Massentauglichkeit nicht mehr unbedingt gegeben war. Darüber hinaus veröffentlicht Dido in einem ungefähren Fünfjahres-Rhythmus ihre Alben, was in der heute, sehr schnelllebigen Musikwelt, fast schon wie eine ganze Generation zählt. Und dennoch hat uns Dido auf ihrer gestern veröffentlichten Single Hurricanes von der ersten Sekunde und dem ersten Ertönen ihrer Stimme sofort zurück. Ist es doch diese warme, sanfte, fast schon hauchende Stimme, die uns ein Gefühl der Geborgenheit gibt und uns vorkommt, als würden wir einen alten Freund wiedersehen. Dabei verbindet Dido zwei großartige Elemente – anfangs noch an den Sound ihres zweiten Albums Life For Rent erinnert, wandelt sich Hurricanes zur Mitte hin, zu einer sanft, elektronischen Wolke, in der die Sängerin mit einem großartigen Hall zu verschwinden droht. Bis sich ihre Stimme schließlich zum Höhepunkt am Ende des Songs auflöst, um nach Sekunden der Stille wiederzukommen und sich klar und warm zu verabschieden. Auf Hurricanes kann man den Wunsch nach Veränderung der britischen Sängerin durchleben und hört dabei deutlich die Zusammenarbeit mit ihrem Bruder Rollo heraus. Erstmals, seit 15 Jahren, wird Dido zur Veröffentlichung ihres fünften Studioalbums Still On My Mind, am 8. März 2019, auch wieder auf Tour gehen. Bis dahin wird uns Hurricanes durch den Winter begleiten.

Maribou State – Locker und sommerlich zum Ohrwurm

Gerade erst ihr zweites Studioalbum Kingdoms in Colour veröffentlicht, heizt uns das britische Duo Maribou States um Chris Davids und Liam Ivory aktuell mit ihrem Track Nervous Tics ordentlich den Oktober ein. Passend zu den sommerlichen Temperaturen vor der Tür haben Maribou States damit einen Soundtrack für den nicht enden wollenden Sommer 2018 beigesteuert. Dabei bedienten sie sich an einem Instrument aus China, welches bereits vor über 2000 Jahre (!!!) in China zur Erzeugung von Musik genutzt wurde. Das Guzheng ist eine Zither, die durch ihr Wölbbrett und die veränderbaren Stege, immer wieder andere Töne erzeugen kann. Hinzu kommt die sanfte Stimme der Londoner Sängerin Holly Walker, mit der das Produzenten-Duo bereits in der Vergangenheit zusammenarbeitete. Auf Nervous Tics geht es um den aktuellen Zeitgeist und der Flut an Informationen durch die Medien und unsere Smartphones, die zu nervösen Ticks führen und uns das Gefühl geben, etwas verpassen zu können. Dabei haben Maribou State einen so leichten Song produziert, der hier und da eine sehnsuchtsvolle Melancholie ausdrückt aber immer noch so chillig ist, dass er zu den letzten warmen Sonnenstunden dieses Jahres passt.