Honne – Mit Doppel zurück

Als erstes Lebenszeichen, nach knapp zwei Jahren, hat sich das britische Duo Honne gleich ein Doppel ausgesucht. Denn mit den Songs Day 1 und  Sometimes haben sie am Gründonnerstag zwei Songs veröffentlicht und damit auch gleich den Startschuss für das zweite Album gegeben. Mit hohen Erwartungen verknüpft, sind nicht nur Fans auf den britischen Inseln hellauf begeistert, von dem neuen Material. Dabei sind die beiden Songs doch so unterschiedlich. Mit Day 1 liefern Honne genau das ab, was alle von ihnen hofften. Ein rhythmischer Piano-Pop Song, der mit sachlichem Bass und einem, zum dahinschmelzenden, Text brilliert. Ein wenig Retro, ein wenig Jazz und dann noch der R&B-lastige Gesang Andy Clutterbucks lassen Day 1 absolut grooven. Sometimes dagegen, ist ein, anfangs durch Vocoder verzogener Popsong, der antäuscht, groß zu werden, um dann doch in sich zusammenzufallen. Schließlich erhebt sich Sometimes mit vollem Klang und frickeligem Computersound. Dabei greift Sometimes erfolgreiche Merkmale aus den 80ern, den 90ern und dem modernen Elektrosound der Stunde auf und mischt diese so homogen, dass daraus eine Wolke von wohlig, satter Musik entsteht. Mit Day 1 und Sometimes sind Honne wieder auf der Tanzfläche zurück und bereichern uns durch ihren warmen Sound.

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Chris James – Keine Angst vor Pop

Pop hat heute einen recht negativen Beigeschmack. Zu oft gibt es lieblose Produktionen, die von „Stimmgebern“ präsentiert werden. Dass die Festplatten vieler Plattenfirmen voll mit vorproduzierten Songs sind, die nur darauf warten, einem neuen Sänger oder Sängerin übergestülpt zu werden, wird niemanden überraschen, doch ist gerade der Mut zum waschechten Pop oft lohnenswert. Dabei war sich der in Deutschland lebende Amerikaner Chris James lange gar nicht bewusst, was er wollte und reiste von Hilden, in Nordrhein-Westfalen, nach Los Angeles, Nashville, um schließlich – wieder zurück in Deutschland – nach Berlin zu ziehen. All diese Etappen beeinflussten James so sehr, dass er sich zwischen R&B, Songwriter und Pop für letzteres Schwergewicht entschied. Natürlich nicht, ohne auch ein bisschen von den anderen beiden Genres zu übernehmen. Auf seiner aktuellen Single I Know You Can Dance präsentiert James dann auch mit einer gewissen Kindsköpfigkeit seinen Song, der mit einem markanten Sound und dem wunderbar, rhythmischen Refrain direkt ins Ohr geht. Hier wird man an Songs à la Britney Spears‘ … Baby One More Time oder High School Musical erinnert. Mit schmissigen Gitarren und Breakbeats rechnet man jeden Moment damit, dass eine Baseball- und Cheerleadermannschaft um die Ecke kommt und eine Choreografie abliefert. I Know You Kan Dance ist ein Moment fernab von Stress, der einfach nur Spaß macht.

Kimbra – Wenn ein Song in Dich kriecht

Er ist wie ein Parasit. Einmal gehört, kriecht der neue Song der neuseeländischen Künstlerin Kimbra, in unsere Gehörgänge und nistet sich dort ein. Es ist diese Mischung aus afrikanischen Beats, Kinderchor, rhythmischen Beats und Kimbras arhythmischer Gesang, der hier die Faszination ausübt. Top Of The World ist eine künstlerisch gewagte Nummer, die vollends überzeugt und Kimbra auf ein anderes Level der Musik hebt. Experimentell und frisch zeigt Kimbra, wie sehr sie sich ausprobiert. Top Of The World ist dabei bereits die zweite Singleauskopplung ihres, im April erscheinenden, dritten Albums Primal Heart. Vergleichen wir Kimbra, als sie mit Gotye 2011 zu Somebody That I Used To Know sang, mit der Künstlerin in Top Of The World scheinen Welten dazwischen zu liegen. Von der niedlichen Gastsängerin zur Femme Fatale, die ihre Fans mit magisch-dämonischen Zügen verführt, ist Kimbra die perfekte Wandlung gelungen. Top Of The World ist eine Nummer die umhaut, begeistert und süchtig macht. Da dürfen wir gespannt sein, was uns auf Primal Heart erwartet. 

Moby – Das Wunderkind ist zurück

Zugegeben – die Überschrift ist etwas reißerisch. Schaut man sich Moby’s Output in den letzten Jahren an, war er nie produktiver und bringt mittlerweile fast jährlich eine neue Platte raus. Doch sind die Intentionen des New Yorker DJ’s andere. Waren die letzten drei Alben sehr kantig und den Fans der 18 und Play Ära eher schwierig zu erschließen, kommt nun mit der ersten Single Like A Motherless Child Hoffnung auf, dass Richard Melville Hall – alias Moby – wieder ein deutlich moderateres Album veröffentlichen könnte. Hier kommt ein rhythmischer Beat, der sogar etwas an Lift Me Up erinnert, zum Einsatz und singen Raquel Rodriguez und Moby in einer hypnotisierenden Art, dass man gespannt verfolgt, wie der Song weitergeht. Moby hat mit Like A Motherless Child seit langem wieder einen Song veröffentlicht, der sowohl den eingefleischten Elektro-Fans, als auch den Pop-Fans gefallen wird.

Camelphat & Elderbrook – Tanzen vor der Besinnlichkeit

Ein Song wie ein Koma – so würde sich Cola des britischen Elektroduos Camelphat mit Elderbrook am kürzesten beschreiben lassen. Ein tiefer Housebeat mit einem hypnotischen Gesang und stetigem Beat lassen Cola zu einem der Songs des Jahres 2017 werden. Und das, obwohl der Song bereits seit knapp einem halben Jahr durch Clubs, Blogs und Tips unter Freunden umhergeistert aber nie zum Hit wurde. Bereits seit 2008 machen Dave Whelan und Mike Di Scala Musik zusammen, doch erst richtig durchgestartet sind sie, seitdem sie bei Spinnin‘ Records unter Vertrag stehen. Hier haben sie auch seit 2014 eine EP nach der anderen veröffentlicht. Mit dem ebenfalls aus Großbritannien kommenden Sänger Elderbrook, der vor einem Jahr mit einer Coverversionen des Justin Bieber Songs Sorry auf sich aufmerksam machte, wird Cola zum perfekten Begleiter durch die Nacht. Treibend und rhythmisch klingen Camelphat & Elderbrook wie nach einer der legendärsten Nächte, die man haben kann.