Birdy - Loneliness

Birdy – Ist die Einsamkeit Freud oder Leid?

Dieser Frage geht die britische Sängerin Birdy auf ihrer neuen Single Loneliness nach. Dabei besingt sie den Moment, aus einer Beziehung zu kommen und zwischen tiefem Trennungsschmerz und wiedergewonnener Freiräume zu pendeln. Es sind diese Momente, bei denen wir uns nicht festlegen können, ob wir uns der tiefen Trauer hingeben wollen und damit den gesamten Seelenschmerz voller schöner Erinnerungen an eine Zeit, in der man mit inniger Liebe die Zärtlichkeiten des Partners oder der Partnerin genossen hat, aufarbeiten möchten. Oder an diese Momente, in denen ein fast schon rivalisierender Kampf in der Partnerschaft das Zusammenleben vergiften konnte. Dabei ist Loneliness kein klarer Trennungssong. Vielmehr möchte die Britin, dass wir ihn als Liebessong an die Einsamkeit verstehen. Hierbei fungiert das von Musikvideo-Regisseurin und Grammy-Gewinnerin Sophie Muller gedrehte Video so wunderbar mystisch und passend, dass sich die Atmosphäre des Songs multipliziert. Für Muller – die über 300 Musikvideos gedreht und mit Acts, wie Eurythmics, No Doubt, Beyoncé, Kylie Minogue, London Grammar oder Kings Of Leon zusammengeabeitet hat – ist Loneliness bereits die zweite Zusammenarbeit mit Birdy – hat sie doch auch bei Surrender Regie geführt.

Birdy - Loneliness (Video)
Birdy – Loneliness (Video)

Birdy schafft es mit ihrer klaren und fragilen Stimme abermals, Gefühlen einen Sound zu geben, die uns dadurch direkt erreichen. Hier braucht es keine Erklärung, keine Anleitung, sondern einzig die Stimme der 24-jährigen Jasmine Lucilla Elizabeth Jennifer van den Bogaerde. Mit Loneliness veröffentlicht Birdy auch neue Informationen um ihr kommendes Studioalbum Young Heart. Dieses wird satte 16 Songs enthalten und sich um den Schmerz des Vermissens einer geliebten Person drehen. Dabei bleibt offen, ob dies eine Beziehungsperson oder eine Person aus dem persönlichen Umfeld der Sängerin ist. Hierbei ist es allerdings nebensächlich, um wen es in den Songs geht, schafft es Birdy doch mit ihrer Musik diverse Situation zu untermalen und uns damit einen Halt in schweren Momenten zu geben. Gleichzeitig hören wir auf Loneliness auch eine Art von Aufbruch heraus, der den Weg an hellere Orte leitet. Birdy zeigt sich auf ihrer zweiten Singleauskopplung verletzlich und stark zugleich und lässt uns in weiten Teilen an ihren Emotionen teilhaben.

Sia - Hey Boy

Sia – Kehrt zu ihren Ursprüngen zurück

Zusammen mit dem französischen Star-DJ David Guetta hatte die australische Sängerin Sia Anfang der 2010er Jahre ihren internationalen Durchbruch gefeiert. Mit Songs, wie Titanium, She Wolf (Falling In Pieces), Wild One Two, Bang My Head oder Flames schaffte es die eigenwillige Sängerin an die Spitze der Charts weltweit. Dabei geht fast unter, dass die Singer/Songwriterin auch mit Acts, wie Kendrick Lamar, Sean Paul, The Weeknd, Flo Rida, Giorgio Moroder oder Zayn zusammengearbeitet hat. Zumeist eint alle Songs ein elektropoppiger Beat, der durch seine Eingängigkeit direkt ins Ohr geht. Dass dieser Weg eine lange Vorgeschichte hat, zeigt sich erst, wenn man sich die Diskografie der Sängerin anschaut. Denn bereits vor 23 Jahren veröffentlichte Sia Kate Isobelle Furler – wie Sia vollständig heißt – mit OnlySee (1997) – ihr Debütalbum. Nach einem 2-Step orientierten zweiten Album Healing Is Difficult (2001) folgte mit Colour The Small One (2004) nicht nur das dritte Album, sondern auch ein Wechsel der Musikrichtung – hin zu Folk und Jazz, gepaart mit elektronischen Elementen. Auf diesem Album war auch die Single Breathe Me zu finden, die als musikalische Untermalung des Serienfinales der erfolgreichen HBO-Serie Six Feet Under für einen enormen Bekanntheitsschub sorgte und der Sängerin weltweite Chartplatzierungen einbrachte.

Sia
Sia

Mit dem Song Clap Your Hands – aus dem fünften Album We Are Born – kam schließlich eine unerwartet poppige Dance-Rock-Nummer raus, die nach vorne ging und für guter Laune sorgte. Nun knüpft Sia genau an diesen Sound an und hat mit Hey Boy einen Song veröffentlicht, der quietschiger und fröhlicher nicht klingen könnte. Mit gerade einmal zweieinhalb Minuten ist Hey Boy die dritte Singleauskopplung aus dem Soundtrack, des Films Music, der höchstwahrscheinlich Mitte Februar 2021 veröffentlicht wird. Hierbei ist Sia Furler nicht nur die Sängerin des Original Soundtracks, sondern gleichzeitig auch die Autorin und Regisseurin des kommenden Films mit Kate Hudson und Maddie Ziegler. Letztere hatte bereits durch die Tanzperformances in Sias Musikvideos zu Chandelier und Elastic Heart für Staunen gesorgt. Hey Boy ist eine großartige Popnummer, die mit Schalk und Spaß überzeugt und Sia nach langer Zeit nun erstmals wieder zurück zum catchigen Pop bringt, der sie einst einen Schritt weiter in Richtung Erfolg gebracht hat.

Julia Stone - Dance

Julia Stone – Mystisch vertraut und verträumt

Es klingt, wie eine cineastische Version einer morbiden Geschichte. Da tauchen hauchende Gesänge, erzählerische Elemente und Kirchenglocken auf, wo man sie nun wahrlich nicht erwartet hätte – im neuen Song Dance von Julia Stone. Dazu kommen hypnotische Thereminklänge, welche die Atmosphäre zusätzlich verzaubern. Wie schon bei Break zeichnet sich auch auf Stones neuester Single wieder die US-Amerikanische Musikerin St. Vincent für die Produktion verantwortlich. Stone sagt über den Song, dass Dance geschrieben wurde, als ich über diese seltenen aber besonderen Momente nachdachte, wenn Menschen ohne Worte miteinander kommunizieren. Ich wollte diesen Moment teilen, an dem zwei Menschen feststellen, dass Worte überflüssig sind und die Verbindung zwischen den beiden so stark und tief ist, dass es nichts weiter zu sprechen bedarf. Und so kamen mir die Zeilen „So why don’t we dance….“ in den Kopf.

Julia Stone Credit Brooke Ashley-Barone
Julia Stone Credit Brooke Ashley-Barone

Es ist ein Song, der wie gemacht für die aktuelle Situation erscheint, in der wir größtenteils separiert voneinander sind und so sehr die Nähe zu anderen suchen aber diesem Wunsch nicht nachkommen können. In einem großartigen Musikvideo hat Stone die beiden Hollywood-Legenden Susan Sarandon und Danny Glover dazu bekommen, sich für das Video in einem Moment zu zeigen, der in Zeiten der Isolation andeutet, dass sich die beiden für ein Date fertigmachen. Dabei strahlen Sarandon und Glover so viel Liebe aus, das man ihnen fasziniert beim auf der Straße tanzen zusieht. Es ist ein Moment, der innigsten Zufriedenheit und dem Vertrauen an die Liebe den Regisseurin Jessie Hill hier abbildet und lässt damit die Song von Stone so weich, warm und ausgeglichen klingen. Mit der Veröffentlichung von Dance als dritte Single, hat Stone nun auch bekanntgegeben, dass am 19. Februar 2021 ihr drittes Studioalbum Sixty Summers erscheinen wird, was gleichzeitig das erste Album seit neun Jahren für die australische Sängerin bedeutet. Dance ist darauf eine verträumte Version von Stones tanzbaren Song Break und wird nicht zuletzt durch das Musikvideo zu einer Seelenkur.

Blanks - Let's Get Lost

Blanks – Er macht, was er am Besten kann…

.. und das ist – gute Laune verbreiten. Mit Don’t Stop hatte der niederländische Instagram-Star und Musiker Blanks Anfang des Jahres bereits für einen ordentlichen Hype gesorgt. Ein paar Monate später, veröffentlichte er dann mit Wave seine zweite Single. Diese ist gleichzeitig, mit 200.000 Instagram-Followern entstanden. Vor einer Woche folgte nun mit Let’s Get Lost seine dritte Single, die deutlich professioneller geworden ist, als die ersten beiden Singles. So sieht man bereits im Musikvideo, dass es einen Regisseur gegeben haben muss – oder viel mehr eine Regisseurin. Denn Simon de Witt (wie Blanks bürgerlich heißt) hat sich mit Natalia Boorsma ebenfalls eine junge Regisseurin geschnappt, die noch relativ unbekannt ist. Let’s Get Lost ist dabei eine waschechte Feel-Good Popnummer, die etwas glatter daher kommt, als es bei Don’t Stop und Wave der Fall war, doch nicht minder eingängig ins Ohr geht. Dabei bleibt Blanks als Charmbolzen unglaublich sympathisch und frisch und wird damit seinen Instagram-Fame sicherlich um ein vielfaches ausbauen können.

Cloves – Das ganz große Gefühl

Was macht man, wenn man aus einer Beziehung kommt, die friedvoll und gelassen warnt man selbst genau das Gegenteil ist?! Das weiß die australische Sängerin Cloves – alias Kaity Dunstan. Die in Melbourne lebende Sängerin hat ein aufregendes Jahr vor sich. Vor neun Jahren begann die heute 22 Jährige in Bars zu spielen, 2016 veröffentlichte sie schließlich ihre erste EP XIII. Nun hat Cloves mit Bringing The House Down einen Song veröffentlicht und dabei gleichzeitig angekündigt, dass 2018 wohl mit ihrem Debütalbum zu rechnen ist. Mit Bringing The House Down liefert Cloves dann auch die perfekte Werbung für ein kommendes Album ab. Liegt Cloves Stimme irgendwo zwischen The Noisettes und Gabriella Cilmi, klingt der Sound nach großen Momenten. Zart und direkt singt Cloves darüber, wie es war, in einer Beziehung zu leben, die einfach nur nett und ruhig war. So frustrierte sie, dass es keine Ups und Downs gab – kein Ausbrechen und verrückte Dinge machen. Produziert wurde Bringing The House Down dabei vom amerikanischen Produzenten Ariel Rechtshaid, der bereits für Madonna, Beyonce, Kylie Minogue, U2 oder auch Justin Bieber Songs produzierte. Ebenso wie bei der Produktion, wurde für das Musikvideo keine geringere als die britische Regisseurin Sophie Muller ins Boot geholt. Muller produziert seit 35 Jahren Musikvideos und hat Künstlern wie Eurythmics, Sade, Kings Of Leon, London Grammar und Coldplay fantastische Videos beschert. Somit zeigt Cloves, dass sie nichts dem Zufall überlässt und hört man sich ihre Single erst einmal an, weiß man, dass sich die Australierin mit Bringen The House Down auch keine Sorgen machen braucht.