Kytes – Indiehit erster Klasse

Wenn schon die Briten aktuell keinen Indie mehr hervorbringen, tut sich in den letzten Jahren so einiges in Deutschland. Mit Razz, den Giant Rooks und Kytes auf der Überholspur, werden auch ihre Songs immer öfter von den Radiostationen gespielt. Dabei kommt letztere Band aus München und stellt nun mit Remedy die neueste Single der im Januar erscheinenden EP Frisbee vor. Hierauf klingen Kytes so unfassbar locker und haben mit dem zugehörigen Musikvideo eine amüsante Indoor-Sommeratmosphäre geschaffen. Mit digitalem Pool, Bildeinstellungen irgendwo zwischen – von amerikanischen Hip-Hop Videos inspirierten – Nahaufnahmen Eis essender Badenixen und weiteren weirden Aktionen begeistern Kytes nicht nur durch das Video, sondern natürlich auch mit einem satten Indieohrwurm. Mit groovigen Gitarrenriffs und einer eingängigen Beatfolge ist Remedy ein absoluter Hit und lässt Michael Spieler, Timothy Lush, Kerim Öke und Thomas Sedlacek – alias Kytes – ins Rampenlicht der deutschen Indieszene treten. Die nächste Indiedisco-Nacht kann also kommen!

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Avril Lavigne – Zurück an die Oberfläche

Mit Songs wie ComplicatedSk8ter Boi, Girlfriend und When You’re Gone war sie eine der erfolgreichsten Sängerinnen der 2000er. Verkauften sich ihre ersten drei Alben Let Go, Under My Skin und The Best Damn Thing insgesamt über 35 Millionen Mal, blieben die letzten beiden Alben Goodbye Lullaby und Avril Lavigne mit knapp 3 Millionen verkauften Einheiten deutlich hinter den Erwartungen zurück und hatten auch mit den dazugehörigen Singles nur noch moderaten Erfolg. Nach endlos langen fünf Jahren und einer zwischenzeitlichen Erkrankung an Borreliose – die so ausgeprägt war, dass das Nervensystem der Kanadierin angegriffen wurde – ist sie nun mit ihrem ersten neuen Song, seit 2013 zurück. Dabei behandelt Lavigne in Head Above Water genau diese Phase ihres Lebens, bei dem sie mehr denn je stark sein musste. Head Above Water ist in der Stilart von I’m With You und When You’re Gone gesungen und wirkt dabei doch deutlich rockiger. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass hier mehr Instrumente – vom Schlagzeug und Gitarren, bis Streichinstrumente – zum Einsatz kommen und Head Above Water dadurch deutlich voluminöser klingt, als die Songs der letzten Alben. Lavigne ist hier mit einem Song zurück, der inhaltlich, sowie vom musikalisch absolut überzeugt und ihre Rückkehr ins Rampenlicht mit Wucht vollzieht.

Tom Odell & Alice Merton – Das warten auf einen ungemütlichen Herbst

Alice Merton hat gerade erst letzte Woche mit ihrer neuen Leadsingle Why So Serious die Vorfreude auf ihr bald erscheinendes, Debütalbum eingeläutet. Nun steht sie mit einem weiteren Song im Rampenlicht. Dieses Mal allerdings mit dem britischen Pop-Sänger Tom Odell. Dieser hat mit Jubilee Road sein drittes Studioalbum angekündigt und zusammen mit Merton die Single Half As Good As You veröffentlicht. Diese, als Promosingle angedachte, Veröffentlichung passt zum aufkommenden Herbst. Auch wenn dieses Jahr die Temperaturen bis weit in den September einfach nicht runtergehen wollen, sind die Nächte bereits frisch bis kalt. Mischt sich hier noch etwas Regen dazu, gibt Half As Good As You den perfekten Soundtrack dazu ab. Mit einem einfachen Klavier leitet der Brite hier zu einer wunderbar warmen Ballade ein und lässt dann durch Mertons klare Stimme ein Gewitter entstehen, bei dem sich beide Künstler fantastisch ergänzen. Half As Good As You passt in die Jahreszeit und bringt einen dazu die Decke bis zum Hals zu ziehen und mit einem Tee im Warmen zu sitzend, das ungemütliche Wetter vor den Fenstern zu genießen.

Hozier – Mit voller Kraft voraus!

Für den irischen Sänger Hozier hatte sich vor fünf Jahren schlagartig alles verändert. Sein damaliger Durchbruch mit dem düsteren Song Take Me To Church hatte gleichermaßen begeistert wie ergriffen. Seitdem ist viel Zeit vergangen. Ein halbes Jahrzehnt bereits und auch wenn Hozier nie wirklich weg war, war er doch eine Zeit lang zumindest nicht mehr im Rampenlicht. Dies hat sich nun geändert, denn der – südlich von Dublin geborene – Sänger hat letzte Woche mit Nina Cried Power nicht nur eine Single, sondern gleich eine ganze EP veröffentlicht. Dabei wurde die gleichnamige Leadsingle von keiner geringeren, als Marvis Staples unterstützt – und damit einer der größten Soullegenden der USA. Dabei klingt Nina Cried Power nach einem Post-Sturm Song. Abermals treibt Hozier seine Stimme zu neuer Höchstform und lässt damit seine ganz eigene Art von Protest-Song entstehen. Denn dieses Gefühl wollte der Sänger auf Nina Cried Power übertragen und hat dabei nichts geringeres, als all seine Energie gebündelt und eine Macht von einen Song veröffentlicht.

Mansionair – Jenseits aller Genres

Im Sommer 2017 konnten wir erstmals Musik der drei jungen Australier von Mansionair hören. Damals als Featuring-Act auf dem ODESZA Song Line Of Sight hatten Mansionair einen ersten Schritt ins Rampenlicht gewagt. Nun sind sie mit der Single Astronaut (Something About Your Love) zurück und haben endlich auch ein passendes Musikvideo abgedreht. Dabei klingen Mansionair nach modernem und frischem Elektro-Pop. Mit eingängigen Beats und einem verträumten Gesang kriechen Mansionair mit Astronaut Something About Your Love) regelrecht an die Oberfläche und in unsere Köpfe. Unaufgeregt und doch spannend sind Mansionair drauf und dran, die Welt im Sturm zu erobern. Mit gezielt platzierten Einsätzen und einer guten Vermarktung dürfte dem Trio da nicht mehr viel im Weg stehen. Der Sound stimmt auf jeden Fall.

MGMT – Die Kurve bekommen

Mit ihrem Debütalbum Oracular Spectacular hatte das amerikanische Duo MGMT 2007 für einen absoluten Hype gesorgt. Noch heute werden die Songs Kids, Time To Pretend  und  Electric Feel auf jeder Party gespielt – und das selbst bei Musikhörern fernab des Indies. Ausverkaufte Konzerte und Einsätze in Werbeclips führten zu einem Run auf die Band, dass sich Andrew VanWyngarden und Benjamin Goldwasser erst einmal eine Auszeit verabreichten und mit Album zwei alles anders machen wollten. Congratulations wurde dann allerdings so derart anders, dass sich die Fans nicht mehr in der treibenden und tanzbaren Musik wiederfanden, die sie einst von dem Duo kennen- und lieben lernten. Album Nummer drei sollte schließlich beide Sounds zusammenführen und war eine Zäsur der musikalischen Arbeit, die sich auch im Albumtitel widerspiegeln sollte – schlicht MGMT. Nun sind sie mit der ersten Single Little Dark Age aus dem gleichnamigen, vierten Album Little Dark Age zurück und zeigen abermals, dass Stillstand für sie nicht in Frage kommt. Mit einem satten 80er-Jahre Sound und dunklen Synthies spielen sich MGMT zum perfekten Soundtrack einer Retro-Krimiserie. Mit einer Haarpracht wie einst Robert Smith von The Cure und extra Lidschatten haben sich MGMT so selbst zurück ins Rampenlicht katapultiert und überzeugen mit einem Song, der nicht besser den aktuellen Sound mit Retro verbinden könnte. Die Freude steigt – auch wenn das Album erst für 2018 angekündigt wird – und wir sind gespannt, ob sich dieser Sound durch das komplette Album ziehen wird.

 

Hayden James – Eng miteinander verschmolzen

Wer denkt mittlerweile noch daran, dass ein Singer/Songwriter nicht auch elektronische Musik produzieren kann?! Nach Chet Faker und James Blake ist diese Kombination mehr als nur für tauglich befunden worden. Hayden James aus Australien ist nun ein weiteres Beispiel für diese Kombination der verschiedenen Stile. Ist er bei dem selben Label unter Vertrag wie Chet Faker und Flume macht der in Sydney lebende James zur Zeit wohl alles richtig. So zeigen seine, auf Soundcloud veröffentlichten, Songs fast durchgehend mehr als 250.000 Plays an. Einige von seinen Song haben sogar schon die Millionengrenze überschritten und ‚Something About You‘ liegt aktuell bei 3,2 Millionen Plays. Mehr als eine Million Plays sind bei Soundcloud für neue Künstler immer ein Indikator dafür, dass in den kommenden Wochen wohl der Durchbruch blüht. Und so steht Hayden James nun, nach der kommerziellen Veröffentlichung des Songs ‚Something About You‘ im Rampenlicht und hat es sogar in die Charts von Australien, Deutschland, Italien und Frankreich geschafft. Für einen, bis dato, gänzlich unbekannten Künstler aus Down Under schon eine bemerkenswerte Entwicklung.
‚Something About You‘ ist ein wunderbar entspannter Housetrack der so cool rüberkommt, dass man sich ihm nicht entziehen kann. Hierbei ist der Gesang James‘ so frech wie die Instrumente rund um die Orgel und Synthesizer ungewöhnlich klingen. Damit hat James einen Song geschaffen der auffällt und so viel Potential zum Hit vorweist.