Billie Eilish - No Time To Die

Billie Eilish – Bond-Song ist da!

Es sind große Namen, wie Shirley Bassey, Tom Jones, Nancy Sinatra, Tina Turner, Madonna oder Adele – alle haben in den vergangenen 70 Jahren einen Titelsong zu einem James Bond Film beigesteuert. Bestechen Bond-Titelsongs zumeist durch eine epische Stimmung und ausufernde Arrangement, kam es in der jüngeren Zeit auch immer häufiger vor, dass Titelsongs deutlich poppiger angehaucht waren, als man es gewohnt war. Nachdem es bereits seit gut zwei Monaten Gewissheit gibt, wer den Titelsong für James Bond – Keine Zeit zu sterben singen wird, ist dies nichts Geringeres, als eine Sensation. Denn die gerade einmal 18-jährige US-Amerikanische Sängerin Billie Eilish wird damit zur jüngsten Sängerin eines Bond-Titelsongs. Darüber hinaus hat die Sängerin innerhalb eines Jahres alles geschafft, wofür andere Künstler Jahrzehnte benötigen. Sie hat in diesem Jahr die Grammys in allen vier Hauptkategorien gewonnen, hat das meistverkaufte Album 2019 veröffentlicht und bleibt dabei mit einer Art Anti-Pop, ihrem eigenen Charakter treu. Da stellte sich in den letzten Wochen die Frage, wie kann Eilish das alles mit einem Bond-Titelsong vereinen?! Das Ergebnis hören wir seit heute, denn Eilish hat vor wenigen Stunden auf ihrem Youtube-Kanal den Song No Time To Die für den 25. James Bond Film veröffentlicht. Dieser beinhaltet, neben typischen Elementen eines Bond-Titelsongs, wie den langsamen Beat und klassischen Elementen auch einen Orchester-Part von Hans Zimmer. Aufgenommen in Eilishs Bedroom Studio und produziert von ihrem Bruder Finneas O’Connell ist No Time To Die ein so perfekter Bond-Titelsong, der die Eigenwilligkeit Eilishs und ihres Gesanges mit der Monumentalität der Bond-Titelsongs vereint und einen epischen Sound entstehen lässt. No Time To Die ist ein weiterer Meilenstein in der noch jungen Erfolgsgeschichte der US-Amerikanischen Sängerin.

Hudson Taylor - Loving Everywhere I Go

Hudson Taylor – Mit frischem Sound zum neuen Album

Als sich Hudson Taylor 2014 auf dem Weg zu ihrem Debütalbum befanden und die Singles Battles und Chasing Rubies veröffentlichten, waren es noch zwei irische Jungs, die alles als ganz aufregend und neu empfanden. Ihr Album Singing for Strangers schaffte es schließlich auf Anhieb auf Platz 3 der irischen Albumcharts. Ihr zweites Album Bear Creek to Dame Street, das als Mini-Album veröffentlicht wurde, konnte diesen Erfolg leider nicht wiederholen und platzierte sich nur auf Platz 78. Nun wird das neue Album Loving Everywhere I Go der irischen Brüder für überraschte Gesichter sorgen. Denn mit ihrem neuen Album, das am 28. Februar erscheinen wird haben Alfie und Harry Hudson ein Album mit zwei Seiten aufgenommen. Ist die erste Hälfte gespickt mit poppigen, Gitarrensongs, die deutlich vom Folk des ersten Albums abweichen, wird genau dieser Folk auf dem zweiten Teil des Albums durch ein akustisch, ruhig gehaltenes Soundbett getragen, das Verletzlichkeit und Intimität ausstrahlt und so pur klingt, dass man kaum glauben kann, ein und dieselbe Band auf diesem Album zu hören. Die – im Januar veröffentlichte – Single What Do You Mean zeigt, wie sehr die beiden Musiker Popmusik beherrschen. Nun kommt am Freitag mit Where Did It All Go Wrong? die letzte Single vor dem Albumrelease raus und zeigt eine Tiefe, die dem Song mit einem starken Beat und interessanten Backingvocals eine Dringlichkeit verleiht, wie man sie so von Hudson Taylor noch nicht gehört hat. Dabei berstet der Song fast schon for musikalischen Referenzen und erinnert mit all seiner Vielfalt an so großartige Künstler, wie David Gray oder sogar – durch eine elektronische Bridge – ein wenig an die Pet Shop Boys. Hudson Taylor bleiben dennoch ihrem Folk-Sound treu und klingen authentisch und frisch. Da es momentan noch kein Musikvideo zu Where Did It All Go Wrong? gibt, seht Ihr hier den Clip zur letzten Single What Do You Mean. Das Video zu Where Did It All Go Wrong? wird zu gegebener Zeit hinzugefügt.

Låpsley - Womxn

Låpsley – Von der Stille zum Popsong

Sie wirkt, wie ausgetauscht. Hatte Låpsley Ende November letzten Jahres mit ihrer EP These Elements noch die ganz intime und verletzliche Seite gezeigt und ließ uns Teil haben – an den vergangenen drei Jahren, in denen die 23-jährige Sängerin so einige persönliche Höhen und Tiefen durchlaufen hatte – zeigte sie bereits auf ihrer Clubtour Ende Januar, dass sie gestärkt aus dieser Situation herausgegangen ist. Mit ihrer nun veröffentlichten Single Womxn, die Låpsley erstmals auf ihrem Berliner Konzert am 27. Januar spielte, präsentiert sie ihre neugefundenen Weiblichkeit. Dabei beschrieb Låpsley auf dem Konzert ihren Werdegang dorthin als schwer aber ausflussreich. Daraus hervorgegangen ist sie als gewachsene Frau, die mit Niederschlägen gelernt hat umzugehen und eine alte Liebe davongejagt hat. Musikalisch würde man fast behaupten, sie betrete Neuland, wenn da nicht der alles überragende Discohit Operator gewesen wäre. Mit Womxn hat sich Låpsley dennoch für eine unglaublich eingängige und poppige Note entschieden und wirkt losgelöst und glücklich. Mit der Veröffentlichung von Womxn kam schließlich auch die Mitteilung, dass Låpsleys zweites Album Through Water am 20. März erscheinen und zehn Tracks umfassen wird. Womxn ist locker und stimmt uns wunderbar auf den nahenden Frühling ein und mit Låpsleys neuem Album dürfen wir gespannt sein, in welche Richtung das Album gehen wird.

Chela - Delivery

Chela – Musik, als wäre es der Abschlussball 1987

Chela ist momentan eine der flirrendsten Newcomerinnen Australiens. Mit ihrer – im Herbst 2019 veröffentlichten – EP Delivery hat die philippinisch-australisch-stämmige Musikerin Chelsea Wheatley – wie Chela bürgerlich heißt –  eine Platte veröffentlicht, die so schimmernd und lebensbejahend klingt, dass man sich einfach in sie verlieben muss. Mit der aktuellen Single Delivery überzeugt sie schließlich auch genau in diesem Feld und veröffentlicht eine Retro-Hymne, die nicht passender klinge könnte. Mit 80er-Jahre Beats, hitzigen Synthesizern und ihrer hohen Stimme, hat Chela mit Delivery, eine Partyhymne produziert, die so direkt vom Abschlussball 1987 kommen könnte. Einen dieser Abende, den man in der Aula oder der Turnhalle der Schule mit unzähligen Luftballons, Diskokugel und lauter Menschen, die scheu, aufgeregten und unsicher sind, verbringt. In Chelas Vorstellung war es allerdings weniger der Abschlussball, als vielmehr eine Welt, die dem Science-Fiction aus Filmen wie Das 5. Element oder Blade Runner entstammt. So spielt das Musikvideo zu Delivery in einem futuristischen Club, bei dem sich Chelo als Hologramm auf die Bühne projiziert und mit zwei Tänzerinnen den Song präsentiert. Delivery ist eine mitreissende, poppige Nummer, die keinen kalt lässt und mindestens ein dutzend Momente bereithält, um dazu zu tanzen, als würde man auf seinem Abschlussball selbst gerade den Moment feiern.

Lana Del Rey - Doin' Time

Lana Del Rey – Sommerlich heißes Cover

Das Original ist 84 Jahre und irgendwie auch erst zwölf Jahre alt. Lana Del Rey hat mit ihrer Version des 2007er Sublime Songs Doin‘ Time/Summertime am vergangenen Donnerstag für einen wahren Freudentanz gesorgt. Dabei haben sich Sublime selbst, beim schreiben des Songs, bei George Gershwins Summertime aus der Oper Porgy And Bess bedient. Denn gleich zu Beginn nutzen Sublime die Textzeilen Summertime, and the livin‘ is easy und gehen in einem Trip-Hop- und Reggaelastigen Beat auf, der uns den Sommer bis in die Wohnung transportiert. Auch Lana Del Rey hat ihrer Version ganz viel sommerliche Vibes hinzugefügt und daraus einen poppig und klebrig-süßen aber typischen Del Rey Song produziert. Hinzu kommt ihre schmachtend schöne Soundästhetik und ein kleiner Hauch von Desinteresse, der auch Doin‘ Time wieder zu einem unverwechselbaren Del Rey Song macht. Ob Doin‘ Time auf ihrem, für Sommer 2019
angekündigten, sechsten Studioalbum Norman Fucking Rockwell enthalten sein wird, ist bisher noch offen. Doch auch als einzelner Ausflug ist Doin‘ Time ein wahrlich gelungener Sommersong.

SebastiAn feat. Gallant - Run For Me

SebastiAn – Acht lange Jahre des Wartens sind vorbei

Mit seinem 2011er Debütalbum Total preschte der französische House-DJ Sebastian Akchoté-Bozović alias SebastiAn regelrecht in die Szene und wurde schnell zum Kritikerliebling. Mit einem Soundmix, der irgendwo zwischen Justice, Daft Punk und Kavinsky liegt sprengte der Franzose die gängigen Soundmuster der bekannten Bands und ging progressiv mit seiner Musik um. Nun – nachdem SebastiAn schon fast wieder als abgeschrieben galt – kommt er dieses Jahr mit seinem zweiten Album zurück und veröffentlichte mit Run For Me vorgestern die erste Singleauskopplung daraus. Hierbei zeigt sich der DJ deutlich verändert und spielt nun auf dem internationalen Parkett mit. Denn mit einem eingängigen – zuweilen fragilen aber auch brachialen – Soundgerüst und dem feinen Gesang des US-Amerikanischen Sängers Gallant wird Run For Me zu einem abwechslungsreichen Housetrack, der mit einer poppigen Stärke überzeugt und damit deutlich mehr Menschen ansprechen wird. Dabei steht nicht fest, ob sich SebastiAns Soundveränderung durch das komplette neue Album ziehen wird. Dies herauszufinden wird jedoch auf alle Fälle spannend.

Gorgon City feat. Kaskade & Roméo - Go Slow

Gorgon City feat. Kaskade & Roméo – Zwischen Radio und Club

Mit ihren Singles steht das britische Duo Gorgon City immer wieder ganz oben auf dem Treppchen der heißesten Housetracks in den Clubs weltweit. Dabei schaffen es Kye Gibbon und Matt Robson-Scott immer wieder sowohl im Radio, als auch auf den Tanzflächen der Clubs gespielt zu werden. Obendrein gehören sie, wie Disclosure und Rudimental zu den Bands bzw. Produzenten, die kontinuierlich neue Künstler supporten und damit eine Plattform bieten, die unterstützender kaum sein könnte. Auf ihrer brandneuen Single Go Slow haben sie dann auch mit dem Singer/Songwriter Roméo aus Los Angeles einen Künstler dabei, der bereits Songtexte für Rudimental geschrieben hat und seine eigene Musik gerade erst anfängt, zu produzieren. Mit Kaskade wiederum haben sich Gorgon City einen Act geangelt, der sieben mal mehr Fans hat, als das Produzenten-Duo selbst. Interessant hierbei ist, dass Kaskade in den USA als einer der größten Dance-DJs gehandelt wird,  doch auf dem europäischen Markt, bei Radiosendern eher unbekannt ist. Dies wird sich mit Go Slow nun ändern – verbindet der Song doch die sommerliche Weite der US-Amerikanischen Westküstenstaaten mit dem dunklen House-Sound der britischen Insel und wirkt durch Roméos Gesang darüber hinaus melodisch und immer auch poppig. Damit haben Gorgon City einen Song produziert, der auf dem Weg ist, der nächste große Hit des Duos zu werden.

Jax Jones feat. Years & Years – Deep House und Pop auf vom Fließband

Dass Years & Years auf eine erfolgreiche Bandgeschichte zurückblicken können, liegt nicht nur an den unglaublich guten und mitreißenden Popsongs, sondern vor allem an Frontsänger Olly Alexander – aus dem die Ideen nur so rauszusprudeln scheinen. Gleichzeitig ist Olly Alexander eine schillernd, quierlige Persönlichkeit, die kein Blatt vor den Mund nimmt. Dass sie dort stehen, wo sie jetzt sind, haben sie allerdings auch Produzenten wie The Magician zu verdanken, der die Band in einem frühen Stadium gefördert und bekannt gemacht hat. Dies geben Years & Years nun zurück und arbeiten auf der Single Play mit dem Londoner Produzenten Jax Jones zusammen. Steht Jones zwar nicht mehr vor dem Problem, erfolgreich werden zu müssen – immerhin hat er mit You Don’t Know Me und Breathe selbst zweimal die britischen Top-10 geknackt – beschränkt sich seine Bekanntheit mehr oder weniger ausschließlich auf die britischen Inseln. Dies könnte sich nun mit der poppigen Housenummer Play ändern, die mit eingängigen Beats und Olly Alexanders unverkennbarer Stimme zu einer ekstatischen Club-Hymne wird. So haben der Produzent und die Band einen Song produziert, der sich aufmacht, die Charts weltweit zu erklimmen.

Max Jury – Klingt anders, ist anders

In Iowa, USA geboren, lebt der 26-jährige Sänger Max Jury mittlerweile in London um Musik zu machen. Mit einem Mix, irgendwo zwischen Singer/Songwriter, Folk, Country und Pop, ist es Jurys Stimme, die uns Staunen lässt. Denn kann man nicht immer ganz ausmachen ob Diese von einem Mann oder einer Frau stammt. Nun ist gerade diese so sanfte, weiche Stimme mit einem hauchend, falsettartigem Klang auf Jurys neuester Single Sweet Lie besonders stark zu hören. Dabei ist Sweet Lie nicht nur der Vorbote Jurys zweiten Albums Modern World – welches am 31. Mai 2019 erscheinen wird – sondern auch eine ungewohnt poppige Nummer, die so von Jury anfangs nicht geplant war. Doch hatte Robin Hannibal, der den Song produzierte, mehr in der Nummer gesehen und das Tempo etwas erhöht. Herausgekommen ist eine wunderbare Popballade, die tanzbar aber auch einfühlsam ist und Jurys wunderschöne Stimme perfekt präsentiert.

The 1975 – Ein Liebeslied an das Böse

Es sind die Zeilen And all I do is sit and think about you
If I knew what you’d do
 die uns Glauben schenken, dass uns The 1975 eines der besten Liebeslieder der vergangenen Monate schenken. Mit einem fesselnden Synthiebeat und Matty Healys sanft, poppigem Gesang klingt It’s Not Living (If It’s Not With You) so sehr nach einem 80er-Jahre Power-Lovesong, dass wir uns schon freuen, die heimliche Liebe Healys kennenlernen zu dürfen. Doch hört man den Lyrics weiter zu, wird klar, dass Healy hier von einem deutlich ernsteren Thema singt. Denn die Zuneigung, die er hier beschreibt, galt für einige Zeit den Drogen wie Heroin. Dies behandelt Healy in It’s Not Living (If It’s Not With You) so pur in direkt, dass man ihm nur gratulieren kann, wieder clean zu sein. Das dieser Weg schwer sein musste, zeigt die Band nun auch in dem dazugehörigen Musikvideo, indem Healy mit den Nebenwirkungen der Drogen – in Form von Panikattacken und Ängsten – zu kämpfen hatte und selbst auf der Bühne nicht davon verschont blieb. The 1975 stehen mit ihrem, gerade veröffentlichten, dritten Album A Brief Inquiry into Online Relationships gerade davor, weltweit zu einer der größten Rockbands unserer Zeit aufzusteigen. Da kommt die neu entfachte, drogenfreie Energie von Frontmann Healy genau richtig. Mit rotzigen Kommentaren, großen Songs und bereits einem vierten Album für Mai 2019, das Notes on a Conditional Form heißen wird, in der Pipeline, greifen The 1975 nun frontal an und sind auf dem besten Weg ihren Platz im Olymp einzunehmen.