Lana Del Rey - Doin' Time

Lana Del Rey – Sommerlich heißes Cover

Das Original ist 84 Jahre und irgendwie auch erst zwölf Jahre alt. Lana Del Rey hat mit ihrer Version des 2007er Sublime Songs Doin‘ Time/Summertime am vergangenen Donnerstag für einen wahren Freudentanz gesorgt. Dabei haben sich Sublime selbst, beim schreiben des Songs, bei George Gershwins Summertime aus der Oper Porgy And Bess bedient. Denn gleich zu Beginn nutzen Sublime die Textzeilen Summertime, and the livin‘ is easy und gehen in einem Trip-Hop- und Reggaelastigen Beat auf, der uns den Sommer bis in die Wohnung transportiert. Auch Lana Del Rey hat ihrer Version ganz viel sommerliche Vibes hinzugefügt und daraus einen poppig und klebrig-süßen aber typischen Del Rey Song produziert. Hinzu kommt ihre schmachtend schöne Soundästhetik und ein kleiner Hauch von Desinteresse, der auch Doin‘ Time wieder zu einem unverwechselbaren Del Rey Song macht. Ob Doin‘ Time auf ihrem, für Sommer 2019
angekündigten, sechsten Studioalbum Norman Fucking Rockwell enthalten sein wird, ist bisher noch offen. Doch auch als einzelner Ausflug ist Doin‘ Time ein wahrlich gelungener Sommersong.

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SebastiAn feat. Gallant - Run For Me

SebastiAn – Acht lange Jahre des Wartens sind vorbei

Mit seinem 2011er Debütalbum Total preschte der französische House-DJ Sebastian Akchoté-Bozović alias SebastiAn regelrecht in die Szene und wurde schnell zum Kritikerliebling. Mit einem Soundmix, der irgendwo zwischen Justice, Daft Punk und Kavinsky liegt sprengte der Franzose die gängigen Soundmuster der bekannten Bands und ging progressiv mit seiner Musik um. Nun – nachdem SebastiAn schon fast wieder als abgeschrieben galt – kommt er dieses Jahr mit seinem zweiten Album zurück und veröffentlichte mit Run For Me vorgestern die erste Singleauskopplung daraus. Hierbei zeigt sich der DJ deutlich verändert und spielt nun auf dem internationalen Parkett mit. Denn mit einem eingängigen – zuweilen fragilen aber auch brachialen – Soundgerüst und dem feinen Gesang des US-Amerikanischen Sängers Gallant wird Run For Me zu einem abwechslungsreichen Housetrack, der mit einer poppigen Stärke überzeugt und damit deutlich mehr Menschen ansprechen wird. Dabei steht nicht fest, ob sich SebastiAns Soundveränderung durch das komplette neue Album ziehen wird. Dies herauszufinden wird jedoch auf alle Fälle spannend.

Gorgon City feat. Kaskade & Roméo - Go Slow

Gorgon City feat. Kaskade & Roméo – Zwischen Radio und Club

Mit ihren Singles steht das britische Duo Gorgon City immer wieder ganz oben auf dem Treppchen der heißesten Housetracks in den Clubs weltweit. Dabei schaffen es Kye Gibbon und Matt Robson-Scott immer wieder sowohl im Radio, als auch auf den Tanzflächen der Clubs gespielt zu werden. Obendrein gehören sie, wie Disclosure und Rudimental zu den Bands bzw. Produzenten, die kontinuierlich neue Künstler supporten und damit eine Plattform bieten, die unterstützender kaum sein könnte. Auf ihrer brandneuen Single Go Slow haben sie dann auch mit dem Singer/Songwriter Roméo aus Los Angeles einen Künstler dabei, der bereits Songtexte für Rudimental geschrieben hat und seine eigene Musik gerade erst anfängt, zu produzieren. Mit Kaskade wiederum haben sich Gorgon City einen Act geangelt, der sieben mal mehr Fans hat, als das Produzenten-Duo selbst. Interessant hierbei ist, dass Kaskade in den USA als einer der größten Dance-DJs gehandelt wird,  doch auf dem europäischen Markt, bei Radiosendern eher unbekannt ist. Dies wird sich mit Go Slow nun ändern – verbindet der Song doch die sommerliche Weite der US-Amerikanischen Westküstenstaaten mit dem dunklen House-Sound der britischen Insel und wirkt durch Roméos Gesang darüber hinaus melodisch und immer auch poppig. Damit haben Gorgon City einen Song produziert, der auf dem Weg ist, der nächste große Hit des Duos zu werden.

Jax Jones feat. Years & Years – Deep House und Pop auf vom Fließband

Dass Years & Years auf eine erfolgreiche Bandgeschichte zurückblicken können, liegt nicht nur an den unglaublich guten und mitreißenden Popsongs, sondern vor allem an Frontsänger Olly Alexander – aus dem die Ideen nur so rauszusprudeln scheinen. Gleichzeitig ist Olly Alexander eine schillernd, quierlige Persönlichkeit, die kein Blatt vor den Mund nimmt. Dass sie dort stehen, wo sie jetzt sind, haben sie allerdings auch Produzenten wie The Magician zu verdanken, der die Band in einem frühen Stadium gefördert und bekannt gemacht hat. Dies geben Years & Years nun zurück und arbeiten auf der Single Play mit dem Londoner Produzenten Jax Jones zusammen. Steht Jones zwar nicht mehr vor dem Problem, erfolgreich werden zu müssen – immerhin hat er mit You Don’t Know Me und Breathe selbst zweimal die britischen Top-10 geknackt – beschränkt sich seine Bekanntheit mehr oder weniger ausschließlich auf die britischen Inseln. Dies könnte sich nun mit der poppigen Housenummer Play ändern, die mit eingängigen Beats und Olly Alexanders unverkennbarer Stimme zu einer ekstatischen Club-Hymne wird. So haben der Produzent und die Band einen Song produziert, der sich aufmacht, die Charts weltweit zu erklimmen.

Max Jury – Klingt anders, ist anders

In Iowa, USA geboren, lebt der 26-jährige Sänger Max Jury mittlerweile in London um Musik zu machen. Mit einem Mix, irgendwo zwischen Singer/Songwriter, Folk, Country und Pop, ist es Jurys Stimme, die uns Staunen lässt. Denn kann man nicht immer ganz ausmachen ob Diese von einem Mann oder einer Frau stammt. Nun ist gerade diese so sanfte, weiche Stimme mit einem hauchend, falsettartigem Klang auf Jurys neuester Single Sweet Lie besonders stark zu hören. Dabei ist Sweet Lie nicht nur der Vorbote Jurys zweiten Albums Modern World – welches am 31. Mai 2019 erscheinen wird – sondern auch eine ungewohnt poppige Nummer, die so von Jury anfangs nicht geplant war. Doch hatte Robin Hannibal, der den Song produzierte, mehr in der Nummer gesehen und das Tempo etwas erhöht. Herausgekommen ist eine wunderbare Popballade, die tanzbar aber auch einfühlsam ist und Jurys wunderschöne Stimme perfekt präsentiert.

The 1975 – Ein Liebeslied an das Böse

Es sind die Zeilen And all I do is sit and think about you
If I knew what you’d do
 die uns Glauben schenken, dass uns The 1975 eines der besten Liebeslieder der vergangenen Monate schenken. Mit einem fesselnden Synthiebeat und Matty Healys sanft, poppigem Gesang klingt It’s Not Living (If It’s Not With You) so sehr nach einem 80er-Jahre Power-Lovesong, dass wir uns schon freuen, die heimliche Liebe Healys kennenlernen zu dürfen. Doch hört man den Lyrics weiter zu, wird klar, dass Healy hier von einem deutlich ernsteren Thema singt. Denn die Zuneigung, die er hier beschreibt, galt für einige Zeit den Drogen wie Heroin. Dies behandelt Healy in It’s Not Living (If It’s Not With You) so pur in direkt, dass man ihm nur gratulieren kann, wieder clean zu sein. Das dieser Weg schwer sein musste, zeigt die Band nun auch in dem dazugehörigen Musikvideo, indem Healy mit den Nebenwirkungen der Drogen – in Form von Panikattacken und Ängsten – zu kämpfen hatte und selbst auf der Bühne nicht davon verschont blieb. The 1975 stehen mit ihrem, gerade veröffentlichten, dritten Album A Brief Inquiry into Online Relationships gerade davor, weltweit zu einer der größten Rockbands unserer Zeit aufzusteigen. Da kommt die neu entfachte, drogenfreie Energie von Frontmann Healy genau richtig. Mit rotzigen Kommentaren, großen Songs und bereits einem vierten Album für Mai 2019, das Notes on a Conditional Form heißen wird, in der Pipeline, greifen The 1975 nun frontal an und sind auf dem besten Weg ihren Platz im Olymp einzunehmen.

White Lies – Nummer 5 strahlt in Überlänge

Sie sind wieder da! Das britische Trio White Lies, um Frontsänger Harry McVeigh hat vor 24 Stunden seine Leadsingle zum bevorstehenden, fünften Studioalbum veröffentlicht. Kommt das Album – schlicht Five benannt – erst am 1. Februar 2019 raus, haben sie mit dem Song Time To Give gleich eine siebeneinhalb minütigen Single veröffentlicht, die es in sich hat. Beginnt der Song noch recht melodisch mit Synthies und McVeighs großartiger Stimme, sammeln sich immer mehr Instrumente an und bilden ein wahres Bauwerk aus Synthies, Gitarren, hallendem Gesang, bis hin zu fast schon psychedelischen Einlagen. Time To Give klingt dabei wie eine Reminiszenz der eigenen vier Vorgängeralben. So kommt die Dunkelheit von To Lose My Life… zum Vorschein, wie auch die Größe von Rituals und Weite Big TVs bis hin zu den poppigeren Synthiesounds von Friends. Wenn man sich diese Mischung anguckt, verwundert es nicht, dass Time To Give siebeneinhalb Minuten lang ist und überrascht dennoch als ein Stück Musik, welches die Herzen der White Lies-Liebhaber in Wallung bringen wird und mit wunderbarem Gitarrensound überzeugt.

James Hersey – Locker, gefühlvoll, rockig

Im ersten Moment klingt der Name James Hersey nicht gerade, als würde derjenige aus Österreich kommen. Und dennoch passt es zum Sänger, wie seine komplette Geschichte. Denn hat er nicht nur amerikanische Wurzeln, ist auch seine Musik ein Crossover aus immer wieder wechselnden Genres. So ist Hersey mal mit dem österreichischen Produzenten Filous auf How Hard I Try zu hören, oder singt als Gastsänger auf der Single Coming Over von Dillon Francis und Kygo. Dabei mischt er Pop mit House, typischen Singer/Songwriter Elementen und spielt – wie auf seiner neuesten Single Real For You – auch auf der Gitarre. Real For You besticht durch einen poppigen Gitarrensound, der mit Herseys markantem Gesangsstil überzeugt. Dabei ist der Song unaufgeregt und hat dennoch Ohrwurmqualität. Hersey, der mittlerweile in Berlin lebt, zeigt, dass er dieses Crossover konsequent fortsetzt und steht aktuell mit Künstlern wie den Milky Chance, Sigrid und HONNE auf der Bühne. Wer ihn also erleben möchte, sollte sich schnellstens ein Konzertticket besorgen.

Bosse – Euphorisch und Sentimental

Wenn Bosse etwas ganz sicher beherrscht, dann ist es euphorische Popsongs mit Sentimentalität zu verbinden. Ob bei 3 Millionen, Yipi, Dein Hurra oder Frankfurt/Oder – mit dem Bosse, durch die Coverversionen Zoutelande der Niederländischen Band Bløf übrigens Chartrekorde in den Niederlanden und Belgien gebrochen hat – überall schwebt dieses Gefühl von Trauer, begleitet von Freude, mit. Nun hat Bosse sein siebtes Album Alles Ist Jetzt angekündigt und die gleichnamige Single daraus veröffentlicht. Darauf klingt Bosse poppiger, schneller und energiegeladen. Mit Textzeilen Was du träumst das musst du machen. All die besten super Sachen. Einfach machen, einfach machen hat er uns sofort und löst ein Gefühl der Sehnsucht nach genau diesem Gefühl aus. Und genau das ist es, was Bosse immer und immer wieder schafft und damit auch eine Schar an musikalischen Freunden um sich vereint. Da ist es nicht verwunderlich, dass im dazugehörigen Video unter anderem Romano, Anna Maria Mühe, die Mighty Oaks oder Madsen mitmachen wollten. Ein Hoch auf Aki. Ein Hoch auf Bosse!

Ben Khan – Das Ziel und 2000 Angels vor Augen

Der britische Produzent und Musiker Ben Khan ist eine Art Geist in der britischen Musiklandschaft. Denn seit geraumer Zeit geistern Songs wie SavageEdenDrive (Part I) und Youth durch das Internet und erzeugen eine natürliche Neugier, wer hinter diesen geheimnisvoll, poppigen Elektroklängen steckt. Sind diese Songs bereits mehr als drei Jahre alt, flaute diese Interesse nur sehr langsam ab. Nun ist Ben Khan mit der neuen Single 2000 Angels zurück und kündigt damit endlich sein lang erwartetes Debütalbum an. Noch hat es keinen Namen, soll aber diesen Sommer rauskommen und zeigen, dass Khan anders ist, als die Musiker, die 0815-Songs schreiben. Sein selbst gestecktes Ziel ist, die Menschen zu erreichen, die eher als Passivhörer neben dem Radio sitzen. Denn hier ergibt sich für den Londoner Musiker eine ganz eigene Motivation. In früheren Interviews einmal auf die Hitschmieden der großen Plattenlabel angesprochen, kommentierte er, dass er nur einen Hit anhören und ihn in seine Einzelteile zerlegen müsse, um daraus einen neuen Hit produzieren zu können. Was sich anhört, wie die eigene Überschätzung, zeigt in seinen Songs, dass diese nur gerechtfertigt ist. Denn Khans neue Single 2000 Angels klingt nach einem Science-Fiction-Soundtrack, der in Filmen wie Lucy und Ghost In The Shell zum Einsatz kommen könnte. Wabernde Synthies treffen auf hypnotisierenden R&B und einen mystischen Vibe. Dabei erinnert der Song entfernt an den Sound von Miike Snow, die ebenfalls mit diesem Zusammenspiel ausnahmslos positive Kritiken erhalten. Auf 2000 Angels setzt Khan die eigene Messlatte nochmals ein Stück höher und hat damit den perfekten Teaser für das bevorstehende Album veröffentlicht.