L'aupaire feat. Martin Rott - Bubbles

L’aupaire – Musikalisch neu aufstellen

Mit Rollercoaster Girl gelang dem Gießener Musiker L’aupaire 2014 ein sensationeller Erfolg. Mit einer Mischung aus rauer und gefühlvoller Stimme und treibenden Sounds wurde er schnell vom Geheimtipp zum gefragten Act in Radioshows, auf Festivals und auf der Konzertbühne. Das dazugehörige Album Flowers landete schließlich 2016 auf Platz 51 der deutschen Albumcharts. Mit den darauf enthalten Songs wurde die Nachfrage nach dem – mittlerweile in Berlin lebenden – Musiker schließlich so groß, dass er die Reißleine ziehen musste und sich eine Auszeit nahm. Der Druck und das ständige Touren führten bei Robert Laupert zu einem Überdenken seiner Arbeit. Nach einigen Monaten ohne jegliche Gedanken an die Musik schlossen sich plötzlich Türen und öffneten sich woanders, wie der Musiker dem Gießener Anzeiger in einem Interview erzählte. Dabei kam wieder neuer Elan auf und plötzlich sprudelten die Ideen für neue Songs. Hier schloß sich auch die Tür bei dem Plattenlabel Virgin Records – bei dem L’aupaire noch sein Debütalbum veröffentlichte – und öffnete sich eine andere bei Vertigo Music. Mit Reframing folgte im August 2019 L’aupaires zweites Album für das es auch eine kleine Deutschlandtour geben sollte. Doch nur wenige Wochen nach der Veröffentlichung des neuen Albums teilte L’aupaire über seine sozialen Kanäle mit, dass er auf unbestimmte Zeit keine Konzerte mehr geben kann. Dies zahnt in den Reaktionen seines Körpers, der ihm genug Zeichen gesendet habe, diesen Schritt zu gehen – so der Musiker. Wer die Songs L’aupaires kennt, wird wissen, dass alle gemein einer Intimität und Gefühlswelt entstammen, die nicht auf Hektik, hartem Abliefern und Dauer-Druck-empfinden fußen, sondern durchzogen sind, von weichen, emotionalen Gefühlen und Erlebnissen.

L'aupaire
L’aupaire

Während sich L’aupaire über die vergangenen zwölf Monate somit immer wieder freischwamm und durch Erlebnisse – wie die Geburt seines zweiten Kindes oder die Eindrücke eines Roadtrips mit seiner jungen Familie – neue Kraft fand, entstand daraus auch wieder neue Musik. Die dabei veröffentlichten Songs bilden die Vielfältigkeit des Musikers ab, wie wir es bisher kaum zu hören bekamen. Ob mit dem körperlichen Flamenco, dass von den unzähligen ersten Malen handelt, die man im Leben erlebt, oder dem unglaublich warmen Ocean Girl bei dem wir ganz persönliche Einblicke in L’Aupairs Familienleben bekommen und bei dem er über die Verantwortung für seine kleinen Kinder singt und ebenso darüber, diese Verantwortung auch wieder abgeben zu können, um sie auf ihren eigenen Weg zu schicken. Nun hat L’aupaire mit Bubbles die dritte Singles dieses Jahres veröffentlicht und einen gänzlich neuen Sound eingeschlagen. Gänzlich neu ist dabei, dass die Erstversion der Veröffentlichung ein grooviger Dancesong ist, der mit 80er-Jahre Synthies aufwartet und von Martin Rott – der bereits mit Wallis Bird, Alexa Faser, Max Giesinger und Stephanie Neigel zusammenarbeitete – einen neuen Mix erhielt. Rott hat dabei gerade erst Ende August seine Debüt-EP Circles veröffentlicht und aus L’aupaires Folk- und Blues-Sound eine tanzbare, lebensbejahende Dancepopnummer gemacht. Hierbei kommt ein Retrogefühl auf, welches uns Bilder in den Kopf setzt, wie man in den 80er-Jahren, zusammen mit seinen Freunden, zum nächsten Kiosk gegangen ist, um sich für ein paar Pfennige Süßigkeiten und Kaugummis kaufen zu können. Mit Bubbles gibt uns L’aupaire einen Eindruck von der Vielfalt, die noch in ihm schlummert und macht gleichzeitig Lust auf die kommenden Veröffentlichungen. Alles braucht seine Zeit – auch für Künstler gilt dies, um ganz bei sich selbst zu bleiben.

Lui Hill - Creatures

Lui Hill – Was ist passiert?!

Mit I Owe You hatte Lui Hill im Sommer 2019 einen emotionalen Song veröffentlicht, der sich an seine an Demenz erkrankte Mutter richtete. Damit hat er ihr sein persönliches Denkmal gesetzt und einen kleinen Teil von dem, was sie für ihn geleistet hat, zurückgeben wollen. Nach diesem Song wurde es allerdings wieder ruhiger um den musikalischen Tausendsassa. Dass er allerdings keine Eintagsfliege ist, zeigt sich, schaut man sich den Werdegang von Hill einmal an. Bereits vor über zehn Jahren machte Hill – damals noch in Darmstadt lebend – Musik auf allen Ebenen. Ob als Veranstaltungsinitiator, als Songwriter, Produzent oder einfach nur zum Beisteuern eines Instrumentes – Hill bedient alles. Schließlich nahm er 2009 sogar am Bundesvision Song Contest von Stefan Raab teil und war ein Mitglied der Formation Flowin Immo et les Freaqz. Nachdem er auf I Owe You die Geschichte seiner Eltern verarbeitet hat, folgt nun mit dem Song Creatures die Bewältigung seiner ganz eigenen, inneren Kreaturen. Damit ist nicht etwa gemeint, dass wir in uns etwas Böses tragen, sondern sind vielmehr die verschiedenen Charaktere, die ab und zu ausbrechen müssen, besungen.

Lui Hill - Photo by Nicolas Blanchadell
Lui Hill – Photo by Nicolas Blanchadell

Dass dieser, so ungewöhnliche, Song gerade jetzt veröffentlicht wird, liegt an der Pandemie und dem damit verbundenem Auseinandersetzen mit sich selbst. So beschreibt Hill den Moment, an dem er plötzlich aufhören musste, mit seinem Auftritten wie folgt: Ich war auf Tournee, und ganz plötzlich war der Lärm um mich herum weg, das ständige Geräusch, das ich als normal empfand. Diese überwältigende Stille machte Stimmen hörbar. Ich konnte vorher nichts hören. Ich nannte sie Kreaturen. Einige von ihnen sind beunruhigend und beängstigend, andere ermutigend und sanftmütig und hatten eine Menge Weisheiten. Ich versuchte, mich mit allen anzufreunden. Musikalisch bricht Hill dabei völlig mit seinem bisherigen Sound und präsentiert uns einen French-House Song par excellence. Hier treffen wunderbare Housebeats, auf einen hypnotisierenden Refrain, der nur mit den wenigen Worten Calling the creatures I do have inside auskommt. Creatures ist unglaublich groovig und erinnert tatsächlich an die französischen Helden des French-House-Sounds Justice. Lui Hill hat innerhalb eines Jahres zwar nich viele Songs veröffentlicht, dabei aber zwei so bemerkenswerte, dass man sich gespannt fragt, was die, für das Frühjahr 2021 angekündigte, EP noch alles bereithalten wird.

BRONSON feat. Gallant - Know Me (Cassian Remix)

BRONSON feat. Gallant & Cassian – Remix der Superlative

Bereits im Sommer war es der Song DAWN der für viel Aufmerksamkeit sorgte. Dabei war es eine doppelte Aufmerksamkeit. Zum einen war es der Sound selbst, der mit tiefen, dunklen Beats eine neue Soundkulisse erschuf, die sich klar an Housemusik-Clubs orientierte. Zum anderen waren es die Interpreten selbst, die für viel Gesprächsstoff sorgten. Hier war der umtriebige Produzent und Musiker Totally Enormous Extinct Dinosaurs enthalten und wurde durch das Trio von BRONSON perfekt in den sphärischen Sound integriert. BRONSON selbst besteht aus den beiden US-Produzenten von ODESZA – Harrison Mills und Clayton Knight – und dem Australier Thomas George Stell – alias Golden Features. Kam ihr schlicht BRONSON betiteltes Debütalbum Anfang August auf den Markt, arbeiteten sie nun an einer Remix-Version ausgewählter Songs ihres Albums. Darauf enthalten ist auch der Song Know Me, bei dem BRONSON mit dem US-Amerikanischen Sänger Gallant zusammengearbeitet haben. Ist Gallant eher im modernen R&B zu finden, wie auf Bourbon zu hören, hat er dennoch auch mit Künstlern aus dem elektronischen Bereich, wie bei Holding On mit SG Lewis und ZHU zusammengearbeitet. Hier ist es vor allem seine warme und klare Stimme, die auf einem elektronischen Soundbett stark zur Geltung kommt.

BRONSON - BRONSON Remixes N°.1
BRONSON – BRONSON Remixes N°.1

Auf Know Me verschwimmen die Beats dabei so organisch mit den Vocals von Gallant, dass wir uns in eine Art Trance versetzt fühlen. Nun haben BRONSON für das, am 16. Oktober veröffentlichte Remixalbum BRONSON Remixes N°.1 den australischen Produzenten Cassian mit ins Boot geholt, der dem Song Know Me nochmals einen deutlich tieferen und voluminöseren Sound verpasst hat. Dabei hört man Cassians Sound fast schon als Signature-Sound deutlich heraus – kennt man diesen doch bereits vom RÜFÜS DU SOL-Debütalbum Atlas, an dem er mitproduziert hat. Mittlerweile lebt Cassian Stewart-Kasimba in Los Angeles und ist eines der ersten Signings auf RÜFÜS DU SOLs eigenem Plattenlabel Rose Avenue. Auf Know Me vereinen sich die Produzenten von ODESZA mit Golden Feature, holen sich als Gastsänger Gallant dazu und lassen das ganze nochmals von Cassian remixen. Eine höhere Dichte an renommierten DJs, Produzenten und Musiker bekommt man nur sehr selten zu sehen und so beflügelt es auch den Song, der mit seinen dunklen und tiefen Housebeats vollends überzeugt.

HÆLOS - Hold On

HAELOS – Die Dunkelheit des Dancefloors

Es wird poppiger im Hause des britischen Trip-Hop Quartetts HÆLOS. Mit ihren ersten beiden Alben hatte die Band um Frontsängerin Lotti Benardout eine Weiterentwicklung vollzogen, die von dunklen Trip-Hip-Sounds zu einem noch dunkleren aber flirrenden Indie-Sound mutierte. Ob Singles, wie Separate Lives von ihrem Debütalbum Full Circle oder den herausragenden Singles Kyoto und End Of World Party ihres fulminanten Zweitlings Any Random Kindness – alle eint ein schneller Sound, der gleichzeitig durch Synthieelemente eine irritierende Art von Slow-Motion-Gefühl auslösten. Nun haben HÆLOS in den vergangenen drei Monaten gleich drei neue Songs veröffentlicht, die eine Entwicklung vollziehen, die sich als eine Öffnung zum Hörer erweist. Dabei sind vor allem Unknown Melody und Perfectly Broken zu nennen. Hier haben sich HÆLOS in eine Zwischenwelt aus ihrem introvertierten Elektrosound und der poppigen Welt ausserhalb ihres Kosmos gewagt und mit wunderbaren Melodien eine Heimat des sicheren Sounds gewählt. Dieser sichere Sound bedeutet nicht etwa Stillstand, sondern ist vielmehr wagemutig, frisch und bleibt dennoch immer HÆLOS-typisch.

HÆLOS (Credit: Jeff Hahn)
HÆLOS (Credit: Jeff Hahn)

Jetzt ist mit Hold On die dritte neue Single veröffentlicht worden und bildet dabei eine andere Richtung ab, als es die beiden Vorgängersingles taten. Denn hier geben sich die Briten wieder dem düster, dystopischen Soundmuster ihrer vorangegangenen Alben hin, werden sphärisch und lassen ihren Sound fliessen. Hier überlappen die Sounds von tiefen Bässen, über trompetenartigen Synthies, bis hin zu ruhigeren Momenten, die an ein Orgelspiel erinnern. Ehe man fast schon an ein Zusammenspiel aus Violinen und vertrackteten Soundelementen zum Endspurt ansetzt und dabei ein Outro erzeugt, dass sich in einer Liveperformance bis ins unendlich, ekstatische verlängern lässt. HÆLOS haben alle drei Songs über ihr selbstgegründetes Plattenlabel Æ imprint veröffentlicht und halten das extrem hohen Niveau von Kreativität, die in der Musik nochmals eine eigene Kunstform entwickelt. Bereits für 2021 angekündigt, ist das dritte – noch unbetitelte – Studioalbum der Londoner, die in den letzten Monaten so einiges an neuem Material geschrieben haben. Wir dürfen daher auf ein weiteres, herausragendes Album hoffen, das sich durch die introvertierte Art des Sounds fragil und stark zugleich präsentiert.

Melanie C - In And Out Of Love

Melanie C – Bleibt auf der Tanzfläche

Mit modernen Beats und einem Hauch Nostalgie haben wir vor einigen Wochen die Single Blame It On Me von Melanie C kennengelernt. Dabei leitet sich die Nostalgie aus der Stimme Melanie Cs ab. Denn nicht nur als Spice Girl, sondern vor allem auch durch ihre frühen Solosongs zeigt uns Melanie Chrisholm seit nunmehr 21 Jahren heute einmal mehr, dass sie sich längst als eigenständige Musikerin abseits des Spice Girl Ruhmes etablieren konnte. Nun steht ihr neues – und mittlerweile achtes – Studioalbum Melanie C kurz vor der Veröffentlichung und wird am 2. Oktober über Melanie Cs eigenes Plattenlabel Red Girl Records vertrieben. Mit der dritten Singleauskopplung In And Out Of Love zeigt sich Melanie C nach Who I Am und Blame It On Me weniger nachdenklich und möchte das Positive zelebrieren. Erst kürzlich kommentierte die britische Sängerin die neue Single mit den Worten In And Out Of Love ist ein absoluter Knaller und ich liebe ihn! Es ist so brillant, einen reinen Pop-, Up-Beat- und positiven Song zu veröffentlichen. Ich glaube, es ist genau das, was die Welt jetzt braucht!

Melanie C - Melanie C

Melanie C – Melanie C

Sicherlich nicht die bescheidenste Art, den eigenen Song anzuteasern, doch kann sich Melanie C nach mehr als 20 Millionen verkauften Platten als Solokünstlerin und nochmals 85 Millionen weiteren Platten mit den Spice Girls durchaus erlauben, so aus dem Häuschen zu sein. In And Out Of Love hat dabei alle Elemente, die ein aktueller Dancesong braucht. Von in der Ferne hallenden Gesängen, über moderne und reduzierte Beats, bis hin zu den verspielten Perkussion-Elementen und verzerrten Backgroundgesängen hat der Song einen äußerst frischen Sound, der sich an moderne Indie-Dancesongs anlehnt und dabei die großen Popsequenzen nicht vergisst. Wer aktuelle Feel-Good-Musik sucht, wird bei Melanie Cs neuer Single einen hervorragenden Song finden. Trotz der fehlenden Chartplatzierungen der ersten drei Singleveröffentlichungen deutet alles darauf hin, dass Melanie C dieses Mal wieder höher in die Charts einsteigen wird, als es noch ihr Vorgängeralbum Version Of Me 2016 mit Platz 25 in Großbritannien und Platz 34 in Deutschland tat. Wir dürfen also gespannt sein, welche Songs uns auf dem kommenden Album noch zum Tanzen animieren wollen – In And Out Of Love bietet sich derweil schon jetzt bestens dafür an.

Regard & RAYE - Secrets

Regard & RAYE – Hymnischer Sommerhit

Sie haben etwas ganz großes und einzigartiges geschaffen – mit diesen Worten haben DJ Regard und die britische Singer/Songwriterin Rachel Agatha Keen – alias RAYE – ihre Zusammenarbeit auf der neuen Veröffentlichung Secret kommentiert. Dabei ist Regard in den Charts mit seinem Hit Ride It weiterhin äußerst erfolgreich und hat in 24 Ländern eine Platzierung in den Top-10 der Singlecharts erreicht. Dass dieses Sample des 2008er Jay-Sean-Hits für den Kosovaren Dardan Aliu – der sich hinter Regard verbirgt – zum Erfolg wurde, hat der DJ einer kontinuierlichen Steigerung seiner Musik zu verdanken – denn immerhin veröffentlicht Regard bereits seit 2008 Songs. Zusammen mit der Sängerin RAYE hat er nun einen Song der Britin neu produziert und eine ganz eigene Version veröffentlicht, die ursprünglich als langsame R&B-Songs gedacht war. Dabei spielt RAYEs Background eine große Rolle. Denn besuchte die Londonerin die BRIT School of Music – und damit die selbe Schule, von der auch Adele, Amy Winehouse, Ella Eyre, FKA Twigs, Freya Ridings, Imogen Heap, Katie Melua oder Leona Lewis abgingen – brach sie das Studium ab, weil es sie – trotz der vielen erlernten Dinge – zu sehr einengte. 2014 veröffentlicht RAYE mit Welcome to the Winter schließlich ihre Debüt-EP und machte damit Years & Years-Frontsänger Olly Alexander auf sich aufmerksam, der sie bei dem Plattenlabel – bei der Alexanders Band unter Vertrag steht – empfahl. Seitdem ist sie bei Polydor unter Vertrag und hat einen immensen Einfluss auf die Musik der vergangenen vier Jahre genommen. Denn obwohl die Sängerin mit eigenen Veröffentlichungen, wie Decline (2017), Love Me Again (feat. Jess Glynne, 2019) oder Tequila (mit Jax Jones und Martin Solveig, 2020) oder durch Kollaborationen mit Jonas Blue (By Your Side, 2016), Jax Jones (You Don’t Know Me, 2016) und David Guetta (Stay (Don’t Go Away), 2019) immer erfolgreicher wurde, sind es vor allem Songs –  die sie in ihrer Funktion als Songwriterin geschrieben hat – für die sie bekannt ist. Denn neben den selbst veröffentlichten Songs, hat sie Songs für alle großen Stars, wie Blonde, Matoma, SG Lewis, Charli XCX, Jax Jones, Little Mix, Rita Ora, John Legend, Major Lazer, Ellie Goulding, David Guetta oder Beyoncé, geschrieben. Da ist es nicht verwunderlich, dass DJ Regard dann auch über das Multitalent schreibt, dass jeder einmal mit ihr zusammengearbeitet haben sollte. Auf Secrets hat Regard einen ganz ähnlichen Aufbau genutzt, wie es sein Hit Ride It schon besaß und überzeugt mit House, der sich durch melancholisch, hymnische Gesangparts zu einem großartigen hochsommerlichen Hit entwickelt. Mit 80er Jahre Synthies und einem klassischen Drop, funktioniert Secrets darüberhinaus auch im Club und könnte zu einem der ersten Hits werden, zu dem wir – bei der Rückkehr der Parties in die europäischen Clubs – tanzen werden.

Celeste - Stop This Flame

Celeste – Vom versehentlichen schreiben eines Hits

Celeste Epiphany Waite ist 25 Jahre alt und hat eine musikalische Entwicklung hinter sich, die sich so natürlich, wie sympathisch ließt. Aufgewachsen in der Nähe von Brighton in Südengland entdeckte sie mit zehn Jahren, dass sie für Musik brennt. Mit den Einflüssen aus ihrem Elternhaus, die aus Soulgrößen, wie Aretha Franklin und Ella Fitzgerald bestanden, entdeckte sie schnell die Liebe zu dieser Musik. Schließlich schrieb sie mit 16 Jahren „aus Versehen“ – wie sie sie sagt – den Song Sirens und stellte ihn auf Youtube. Dieser weckte erst die Aufmerksamkeit eines Managers  beim Plattenlabel von Lily Allens und später auch die Michael Kiwanukas. Mittlerweile bei Polydor unter Vertrag, hat sie in den letzten beiden Jahren mit ihren EP’s The Milk & The Honey (2017) und Lately (2018) für ordentlich Furore gesorgt. Dabei mischt die Sängerin Soul und R&B mit einer Prise Blues und sorgt mit ihrer stimmlichen Range für eine Weite im Refrain, der allumfassend klingt und an die ganz Großen im Soul anknüpft. Auf ihrer aktuellen Single Stop This Flame verbindet sie diesen Gesang mit einem treibenden Pianospiel und tanzbaren Beats. Dabei schafft es Celeste den Hörer in eine Art Aufbruch zu versetzen und sich stark zu fühlen. Stop This Flame wird auf ihrem Debütalbum Celeste sein, welches am 4. September 2020 veröffentlicht wird. Nimmt Celeste weiterhin an Fahrt auf, werden die BBC und der NME recht behalten, als die die Sängerin 2019 als eine der Künstlerinnen betitelte, die es 2020 schaffen würden, ihren Durchbruch zu feiern.

Sea Girls - Violet

Sea Girls – Sie greifen nach der Krone

Die Kaiser Chiefs waren dort, ebenso, wie die Arctic Monkeys oder The Kooks. Sie alle waren einmal ganz oben auf dem Brit-Rock-Olymp ehe sie die Normalität des Rockbusinesses erreicht hat. Den Sea Girls steht dies alles noch bevor und mit dem Plattendeal bei Polydor/Universal Music könnten ihre Vermarktungschancen nicht besser stehen. Mit einem so großen Plattenlabel im Rücken, kommt einer Band mit starken Rocksound, deutlich schneller an den Punkt, gehypt zu werden. So stehen dann auch bereits die ersten Konzerttermine im Oktober in Großbritannien, in Hallen die um die 2.000 Besucher fassen, fest und sind restlos ausverkauft. Mit ihrer neuesten Single Violet bringen sie dabei einen weiteren verheißungsvollen Teaser raus, der vollends positiv gemeint ist. Son beschreibt Frontsänger und Gitarrist Henry Camamile den Song mit den Worten Wenn andere Songs der Schatten sind, dann ist Violet definitiv das Licht. […] Halt dein Gesicht in ein Waschbecken voller eiskaltem Wasser und dann weißt du, wie der Song sich für mich anfühlt. So treffend diese Beschreibung ist, so großartig klingt Violet auch nach Brit-Rock mit typischen Indie-Elementen. Sea Girls haben alles, was es benötigt, um auf den Brit-Rock-Olymp zu kommen, nun muss das ganz große Feuerwerk nur noch zünden.

Thees Uhlmann - Avicii

Thees Uhlmann – Stampfendes Tribut

In knapp zwei Wochen ist es soweit und das dritte Album Junkies und Scientologen des Hamburgers Thees Uhlmann kommt in die Läden. Bereits mit seiner ersten Singleauskopplung Fünf Jahre Nicht Gesungen vor gut vier Wochen zeigte uns Uhlmann, warum er so wichtig für die Deutsche Musiklandschaft ist. Mit seinen Songtexten, die immer direkt beim Hörer landen und seinen cleveren Wortkonstellationen ist Uhlmann bereits seit Tomte-Zeiten ein hoch angesehener Musiker. Auf seiner nun veröffentlichten, neuen Single Avicii besingt der Label-Mitbegründer des Grand Hotel van Cleef Plattenlabels, die Liebe zu dem schwedischen Musikproduzenten Avicii, der im April letzten Jahres so plötzlich verstarb. Dabei lässt uns Uhlmann textlich etwas im Dunkeln. Stehen sich doch Zeilen wie Du wartest auf die Liebe und ich auf das nächste Bier. Der Platz am Tresen neben mir bleibt heute leider leer. Eine gute letzte Reise, zum Abschied leise winken. Elektronische Musik kann man sich so selten schöntrinken. gegenüber, als könnten sie gar nicht zusammengehören. Mit der Musik jedoch, hat sich Uhlmann wieder an dem tanzbaren Indierock seiner Stammband Tomte orientiert. Thees Uhlmann ist ein wichtiger Bestandteil der deutschen Musikwelt und zeigt, was Songwriting und der richtige Sound mit Themen machen kann, die unbequem sind.

Gerry Read – DJ Koze legt Hand an

DJ Koze hat mit seinem letztjährig veröffentlichten Album Knock Knock ein wahres Meisterwerk herausgebracht. Dabei ist die Zusammenstellung aus House, Deep-House und Disco eines der ganz großen Markenzeichen des Flensburger DJs. Auf dem Album bündelt er instrumentale Songs mit denen, die von Größen wie Róisín Murphy gesungen werden und schaffte es erstmals, mit einem Album in die Top-10 der deutschen Albumcharts zu gelangen. Gleichzeitig tauchte Knock Knock auf allen wichtigen Jahreslisten auf und überzeugte die Kritiker von NME, Rolling Stone, Billboard, Resident Advisor und Pitchfork. Nun hat sich Stefan Kozalla – wie Koze mit vollständigem Namen heißt – wieder an das Remixen gemacht und dabei einen Song des britischen Produzenten Gerry Read – der bei Kozes Plattenlabel Pampa Records unter Vertrag steht – geremixt. Dabei hat sich Koze auf den Refrain des Originals beschränkt und mit It’ll All Be Over einen Song produziert, der nahtlos and sein letztes Album anknüpft. Mit wilden Trommeln, treibenden Beats, dem typischen Koze Disco-House und einem leichten Schall ist It’ll All Be Over ein satter Sommertrack, zu dem es sich ekstatisch tanzen lässt und bei dem man selbst in Endlosschleife nicht genug bekommen kann.