Giant Rooks - What I Know Is All Quicksand

Giant Rooks – Ein finaler Durchbruch mit Verzögerungen

Alles deutete auf den ganz großen Durchbruch hin. Mit ihren drei EPs The Times Are Bursting the Lines (2015), New Estate (2017) und Wild Stare (2019) hatte die Nordrhein-Westfälische Band Giant Rooks einen äußerst langen Anlauf zu ihrem Debütalbum genommen. Gibt es die Band bereits seit 2014 war ihr Output an neuer Musik bis zuletzt kontinuierlich hoch. Mit ihrer groß angelegten Headlinertour Rookery sollte es im April und Mai durch 15 europäische Länder gehen, darunter Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien. Ebenso groß war die Tour von Milky Chance in den USA für März und April geplant gewesen, bei dem die Jungs von Giant Rooks bei zwölf Konzert als Support mit dabei gewesen wären. Schaut man sich darüber hinaus an, dass die aus Hamm kommende Band es in Berlin geschafft hat, die Columbiahalle auszuverkaufen und sogar ein Zusatzkonzert am Folgetag einplanten, wird klar, die Band steht kurz davor, einen grandiosen Durchbruch zu feiern. Doch dann kam die Pandemie und stellte alles auf Eis. Nun haben die Giant Rooks mit What I Know Is All Quicksand eine neue Single veröffentlicht und beglücken uns dazu mit der Ankündigung ihres Debütalbums Rookery, das sie am 28. August veröffentlichen werden. Es sollte sich richtig anfühlen und einen Sound haben, bei dem wir sagen, jetzt ist es Zeit, für ein Debütalbum – beantwortet die Band die Frage, warum es sechs Jahre dauern musste, ehe wir ein erstes Album in den Händen halten können. Dabei bleibt ein wenig offen, welcher Sound genau der Richtige ist – denn mit ihrer neuesten Single What I Know Is All Quicksand arbeiten sich die fünf Jungs durch den bekannten Indie-Rock und zeigt dennoch, dass der große Stadionrock machbar ist. What I Know Is All Quicksand behält sich zurückhaltende Klaviermomente genauso vor, wie die schnellen Gitarren und einen – zum absoluten ausrasten – animierend frischen Vibe. Nach dem hymnenhaften Watershed gehen Giant Rooks mit What I Know Is All Quicksand den Weg zum Epos und lassen auf ein abwechslungsreiches erstes Album der jungen Indie-Rocker hoffen.

Armand van Helden feat. Lorne - Give Me Your Loving

Armand van Helden feat. Lorne – Die Disco kommt zurück!

Kürzlich konntet Ihr hier die neue Single Captain Duck des US-Amerikanischen Duos Duck Sauce hören, bei der A-Trak und Armand van Helden zusammen das Produzentenduo bilden. Nun ist auch van Helden wieder zurück mit einer neuen Single, die sich nahtlos an die ganz großen Songs der 90er und frühen 2000er Jahre anschließt. Bereits 1994 konnte van Helden mit seiner Single Witch Doktor die britischen Charts entern und erwies sich seitdem als fester Bestandteil der Charts weltweit. Mit seinem Hit You Don’t Know Me erreichte van Helden 1999 den Höhepunkt seines kommerziellen Erfolgs, kletterte auf Platz 1 der britischen Singlecharts und konnte sich in weiteren 13 Ländern in den Charts positionieren. Aber auch mit dem All-Time-Favorite The Funk Phenomena steht ein großartiger Klassiker in seiner Diskografie. Seitdem folgten mit Hear My Name, My My MyInto Your Eyes und I Want Your Soul große Clubhits, die in den jeweiligen Jahren die Clubjahrescharts anführten. Seit Beginn der 2010er ist es jedoch ruhiger um den Bostoner Produzenten geworden. Zwar ist der Output des mittlerweile 50-Jährigen nicht weniger geworden, tauchte van Helden aber immer häufiger mit Alias-Namen wie die eingangs erwähnten Duck Sauce, Sultans of Swing oder Wizzards of Wax auf. Nun ist er unter seinem eigenen Namen mit dem Song Give Me Your Loving zurück und nutzt den – sehr an die Jackson 5 erinnernden – Gesang des Sängers Lorne, um einen neuen Clubbanger zu landen. Mit funkigen Housebeats und einem großartigen Discosound lädt Give Me Your Loving zum Clubbesuch und tanzen ein, als gäbe es keinen Morgen mehr. Armand van Helden ist seit mehr als 25 Jahren ein Garant dafür, die Disco und den Club leben zu lassen und bringt mit Give Me Your Loving das Ibiza-Partygefühl direkt zu uns nach Hause.

Alex The Astronaut - Lost

Alex The Astronaut – Es ist soweit!

Nach einer gefühlten Ewigkeit, in der wir uns Song um Song nach einem Debütalbum von der australischen Singer/Songwriterin Alex The Astronaut gesehnt haben, ist nun endlich die Ankündigung erfolgt, dass mit The Theory Of Absolutely Nothing am 21. August das Debütalbum der sympathischen Sängerin erscheinen wird. In der Vergangenheit hatte sie bereits mit den beiden EPs See You Soon und To Whom It May Concern (beide 2017) und dem 2019er Livealbum The Space Tour Live (At Your Place) für einen ordentlichen Output gesorgt. Auf ihrem Konzert im Berliner Lido gab es dann auch eine wunderbare Performance, die so sehr zeigte, wie viel Herzblut die Sängerin in ihre Musik legt. So sind die Songs kompromisslos direkt und klingen fast, als würde die 25-Jährige einem gegenüber stehen. The Theory Of Absolutely Nothing wird dabei nicht nur neue Songs beinhalten, sondern auch als Wiedersehen alter Bekannter dienen. Denn hier werden die Songs Happy SongI Like To DanceSplit The Sky und I Think You’re Great enthalten sein und somit die Vorfreude auf eine gesammelte Kollektion dieser Tracks steigern. Mit Lost ist dabei nun die erste offizielle Leadsingle des Albums veröffentlicht worden und zeigt wieder einmal, was wir alle so sehr an Alexandra Lynn lieben. Mit ihren direkten Texten zeigt sie bei Lost, was sie umtreibt. Denn hier singt Alex The Astronaut davon, einen Weg zu finden, um all die Probleme zu lösen, die man sieht und dabei feststellen muss, dass es schlicht nicht möglich ist, alles zum Guten zu wenden. Es geht darum, auch mal einen Schritt ins Ungewisse zu wagen, um sich selbst herauszufordern und den Drang nach Sicherheit auch einmal abzulegen. Dabei klingt Alex The Astronaut mit ihrer Gitarre und den eingängigen Drums nach einem Teenage-Song der 90er Jahre. Bis zum 21. August sind es noch mehr als drei Monate, in denen wir uns darauf vorbereiten können, womöglich sogar noch eine weitere Auskopplung zu hören, bevor wir alle final den ersten Longplayer des sympathischen Ausnahmetalents in den Händen halten können.

Breakbot – Darum lieben alle French-House

Der Song Be Mine Tonight ist ein Paradebeispiel für den leichten und unglaublich groovigen Sound, den French-House in den vergangenen dreißig Jahren zu einem der beliebtesten Sounds werden ließ. Zum einen sind da die großen Vorreiter, wie Daft Punk und das Sideproject Stardust, Modjo, The Supermen Lovers, Étienne de Crécy oder Mr. Oizo, die Ende der 90er und Anfang der 2000er mit Songs, wie Around The WorldStarlightLady (Hear Me Tonight)Am I Wrong oder Flat Beat ganz Europa am tanzen hielten. Zum anderen Bands, wie Justice, Kavinsky, The Blaze und Breakbot, die dafür sorgen, dass es auch weiterhin einen kontinuierlichen Output an French-House-Songs gibt. Letzterer Künstler steht seit gut elf Jahren bei Ed Bangers Records unter Vertrag und ist nicht zuletzt durch großartige Remixe von Songs der Bands und Künstler, wie Air, Metronomy, Parcels, Lizzo, Röyksopp, Kavinsky, Justice oder Phoenix bekannt. Mit By Your Side (2012) und Still Waters (2016) hat Breakbot bereits zwei erfolgreiche Alben veröffentlicht – hinzu kommen sechs EP’s. Nun hat Breakbot – hinter dem sich der Franzose Thibaut Jean-Marie Michel Berland verbirgt – mit Be Mine Tonight einen neuen Song veröffentlicht, auf dem der 38-Jährige zum einen wieder mit der Sängerin Delafleur zusammenarbeitet und zum anderen einen absoluten Retrohammer veröffentlicht. Dabei knüpft Be Mine Tonight an die ganz großen French-House Klassiker von The Superman Lovers‘ Starlight und und Étienne de Crécy Am I Wrong an und zeigt, wie sehr der Sound den Körper anregt. Gleich zu Beginn fangen die Beine mit dem funkigen Synthesizern an zu zucken und hören erst nach fast drei Minuten wieder auf. Für Breakbot ist es nach Don’t Stop The Dance bereits die zweite Zusammenarbeit mit Delafleur und steigert die neue Single gleichzeitig die Hoffnung auf eine baldige neue EP oder gar ein neues Album.

Chain Wallet – Wandeln zwischen den Welten

Bergen ist eine Stadt mit vielen Gesichtern. Die einen sind bekannter, die anderen nicht und speziell in der Musik hat sich Bergen zu einem verlässlichen Lieferanten von moderner Popmusik gemausert. So betiteln die Norweger selbst diesen Output an Musik als The Bergen Wave. Durch Künstler wie Röyksopp, Kings Of Convenience, Erlend Øye oder Kakkmaddafakka hat sich dieser Titel über die Jahre immer weiter gefestigt und bringt mit Chain Wallet nun eine weitere Band an die Oberfläche. Das norwegische Trio, bestehend aus Stian Iversen, Christian Line und Frode Boris und bringt Anfang 2019 mit No Ritual ihr zweites Studioalbum auf den Markt, das mit euphorischen Dreampop der Extraklasse aufwartet. Ihre gleichnamige erste Single ist dafür das beste Beispiel und zeugt von einer gehörigen Portion 80er-Jahre-Vibe mit ganz viel Pathos und einem schwelgerischen Sounds. So wandeln sie zwischen Pop und Indie und schaffen damit ihre ganz eigen Welt. Ob der Veröffentlichungstermin – der 15. Februar 2019 – mit Absicht um den Valentinstag gelegt wurde, wissen wir nicht, doch lassen Chain Wallets bisher veröffentlichte Songs den Glauben daran durchaus plausibel erscheinen.

Giant Rooks – Groß, Größer, Riesig

Ihr Output an neuer Musik ist atemberaubend. 2014 gegründet, veröffentlichte die Nordrhein-Westfälische Band Giant Rooks bereits ein Jahr später mit The Times Are Bursting the Lines EP die erste Musik. Wiederum nur knapp 13 Monate später folgte mit der New Estate EP der Durchbruch. Songs wie New EstateBright Lies und Mia & Keira (Days To Come) wurden über 2017 bis ins Jahr 2018 zu Publikums- und Kritikerlieblingen. Ist doch der kompromisslose Indie, den die Band um Frontsänger Frederik Rabe präsentiert, ein regelrechter Aufschrei nach guter und international klingender Musik dieses Genres. Stand das ablaufende Jahr 2018 ganz im Zeichen der großen Konzerte, mit einer ausverkauften Headlinertour durch die DACH-Region und Großbritannien, haben es die Jungs nicht ohne neue Musik zu veröffentlichen ausgehalten. Und so kommt kurz vor Torschluss 2018 mit Wild Stare tatsächlich die Überraschung. Ist die Single nicht nur abermals ein großartiges Ausrufezeichen, präsentieren sie uns für 2019 die nächste Tournee mit 22 Konzerten in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Belgien, den Niederlanden und Großbritannien. Steht das Quintett beim Berliner Musiklabel IRRSINN Tonträger – bei dem auch AnnenMayKantereit, Faber und die Leoniden beheimatet sind – unter Vertrag, dürfte es wohl nicht mehr lange dauern, bis wir das Debütalbum angekündigt bekommen. Mit Wild Stare haben Giant Rooks eine große Indie-Nummer produziert, die durch Rabes kratzig, markante Stimme und griffigen Gitarrenriffs so gut funktioniert, dass man sich nach dem nächsten Indie-Club umsehen und sofort auf die Tanzfläche springen möchte.

Calvin Harris & Benny Blanco – Unstoppable

Der Output an neuem Material scheint bei dem Megastar Calvin Harris unendlich zu sein. Gibt es seit seinem Debüt 2006 mit 2008 nur ein einziges Jahr, in dem der Schotte keinen Song veröffentlicht hat, nimmt die Schlagzahl an Veröffentlichungen seitdem jedes Jahr eher noch zu. Waren es Ende der 00er Jahre noch zwei bis drei Singles pro Jahr, veröffentlichte er 2017 satte sechs Singles. Hierbei müssen die Songs auch gar nicht mehr zu einem Album gehören und werden mitunter frei von diesem – noch recht statischen – Veröffentlichungsstil rausgebracht. Für das Jahr 2018 hat er nun mit seiner neuesten Single I Found You ebenfalls sechs Singles veröffentlicht und überrascht immer wieder mit satten Sounds und frischen Beats. Gab es eine Zeit, in der Harris mit Rihanna, Florence Welsh und Ellie Goulding die ganz großen Stars mit dabei hatte, orientiert sich der Produzent und Sänger immer mehr auf Newcomer oder Künstler, die gerade erst im Aufbau sind. Auf I Found You hat er sich mit dem amerikanischen Produzenten Benny Blanco zusammengetan und erstmals seit zwei Jahren auch wieder selber die Texte eingesungen. Dabei mischen beide Produzenten ihre Musik – mal mehr nach britischen House, mal mehr nach amerikanischen Dance-Pop klingend und lassen auf I Found You 100% Pop mit tanzbaren Beats von der Leine. Calvin Harris schafft es so, die Teenager, 20 und sogar 30 Somethings anzusprechen und auf die Tanzfläche zu locken.

Turin Brakes – Ein Song wie aus einem Film

Mit Don’t Know Much hat die britische Folkband Turin Brakes einen Song veröffentlicht, der wie aus dem Brokeback Mountain Soundtrack stammen könnte. Mit einem leichten Gitarrenspiel und Lagerfeuerstimmung singen sich Olly Knights und Gale Paridjanian warm und sorgen für ein wohliges Gefühl. Mit knisterndem Country bleibt Don’t Know Much zurückhaltend und überzeugt unaufgeregt. Dabei promoten Turin Brakes gleich auch ihr achtes Studioalbum Invisible Storm, das am 25. Januar veröffentlicht wurde. Turin Brakes Output ist dabei bemerkenswert und umfasst in der 19-jährigen Bandgeschichte ganze 8 Alben und damit im Schnitt alle 2,5 Jahre ein neues Album. Doch auch die vorab veröffentlichten Singles Would You Be Mine und Wait sind überzeugen mit einer deutlich schnelleren Variante ihres Sounds. Klingt Wait treibend euphorisch, ist Would You Be Mine an epischen Momenten und einer enormen Weite kaum zu überbieten. Turin Brakes begeistern so erneut mit höchster Qualität und sind dabei keinem Hitdruck verfallen.

Karen O – die Stimme der 2000er ist zurück

Mit ihrer Band Yeah Yeah Yeahs hatte Karen O die 2000er mit ihrem aggressiven, Indie-Rock geprägt. Neben Gossip, Fall Out Boys und anderen, waren die Yeah Yeah Yeahs die lautesten und zogen eine ganz neue Bewegung – die der Indie-Rocker – hinter sich her. 2013 kam das bisher letzte Album Mosquito der Band raus, ein Jahr später folgte mit Crush Songs O’s Solo-Debüt. Nun kommt O mit einem Song für den Soundtrack eines KENZO Werbekurzfilms zurück und hat sich dafür den Briten Michael Kiwanuka dazugeholt. Dass Soundtracks nicht Neues für sie sind, zeigte O bereits 2009, als sie die Filmmusik des Fantasy-Dramas Where The Wild Things Are machte. Nun hat sie mit Kiwanuka ein romantisches aber auch melodramatisches Stück gemacht, dass – laut O’s eigener Aussage – an asiatische Melodramen erinnern soll. Und tatsächlich, wirkt diese Vorstellung sehr realistisch, betrachtet man den Kampagnenfilm KENZOs. Hier kommt es zu quietschbunten Szenen, bei denen Karen O brachial und laut ist, um nur kurze Momente später in einem lethargischen Traumzustand zu versinken. Yo! My Saint ist diese kunstvolle amerikanische Sängerin, die vor allem durch einen hohen Output an musikalischer Vielfalt stets überzeugt. Dabei klingt Kiwanuka, wie aus einem 70er Jahre Krimifilm, der in den Straßen New Yorks spielt und ganz viel Trenchcoat mit Stehkragen beinhaltet. Karen O lässt mit Yo! My Saint nach längerem wieder etwas von sich hören und wir liegen ihr zu Füßen.

Moby – Das Wunderkind ist zurück

Zugegeben – die Überschrift ist etwas reißerisch. Schaut man sich Moby’s Output in den letzten Jahren an, war er nie produktiver und bringt mittlerweile fast jährlich eine neue Platte raus. Doch sind die Intentionen des New Yorker DJ’s andere. Waren die letzten drei Alben sehr kantig und den Fans der 18 und Play Ära eher schwierig zu erschließen, kommt nun mit der ersten Single Like A Motherless Child Hoffnung auf, dass Richard Melville Hall – alias Moby – wieder ein deutlich moderateres Album veröffentlichen könnte. Hier kommt ein rhythmischer Beat, der sogar etwas an Lift Me Up erinnert, zum Einsatz und singen Raquel Rodriguez und Moby in einer hypnotisierenden Art, dass man gespannt verfolgt, wie der Song weitergeht. Moby hat mit Like A Motherless Child seit langem wieder einen Song veröffentlicht, der sowohl den eingefleischten Elektro-Fans, als auch den Pop-Fans gefallen wird.