Harry Styles - Watermelon Sugar

Harry Styles – Vom Boygroupimage freigegesungen

Es wirkt wie eine Metarmorphose. Die Wandlung, die der britische Sänger Harry Styles in den vergangenen Jahren vollzogen hat. Als Teil der Boygroup OneDirection bestimmte er von 2010 bis 2015 das Musikbusiness maßgeblich und veröffentlichte mit der Band jedes Jahr ein Album, welches sich jeweils 3,5 bis 4,5 Millionen mal verkaufte. Als sich die Band 2016 in eine Bandpause begab, zündete Styles erst richtig durch und begeisterte mit seinem 2017er Debütalbum Harry Styles sowohl Fans als auch Kitiker. Mit einer Mischung aus Britpop und Rock – und vor allem durch die epische Debütsingle Sign Of The Time – vollzog er seine Tansformation vom Boygroupmitglied hin zum britischen Dandy der Popkultur. Nun hat Styles mit Fine Line sein zweites Studioalbum veröffentlicht und klingt deutlich losgelöster, als noch auf seinem Debüt. Dabei geht Styles den Weg des Dandys konsequent weiter und gibt sich keinem Label oder Image hin. Mit Watermelon Sugar zeigt er gleichzeitig, wie  nostalgisch frischer Pop klingen kann. Denn mit einer Mischung aus Gitarren, Soul und Pop ist Watermelon Sugar eine zeitlose Popnummer, die nach einem deutlich älteren Sänger klingt, als Styles‘ es ist. Harry Styles begeistert durch seine Kreativität und einem Wesen, welches es nicht möglich macht, den Sänger in eine Schublade zu stecken.

 

Harry Styles – Auf dem Weg in die Zeitlosigkeit

Harry Styles – Sign Of The Time

Eine Boyband kann ein Segen sein. Man kommt als unbekannter junger Mann zu Ruhm und Aufmerksamkeit, für die man als Solokünstler wohl deutlich mehr Zeit gebraucht hätte. Allerdings kann für Boybands gleiches auch als Fluch gelten. Bekommt man doch zu schnell den Stempel des singenden, klingenden Jünglings aufgesetzt. OneDirection erfüllten alle Voraussetzungen um letzteres zu erfüllen und dennoch ist es ganz anders gekommen. Nachdem sich Zayn Malik im März 2015 als erster aus der Band verabschiedete und damit den Einsturz des Heile-Welt-Images der einleitete, hatten mittlerweile, bis auf Harry Styles, alle Bandmitglieder eigene Singles veröffentlicht. Nun kommt auch Styles hinzu, bei dem die Erwartungen an sein Soloalbum deutlich höher ausfielen, als bei den anderen Mitgliedern OneDiretions. Mit seinem selbst betitelten Debütalbum Harry Styles hat er nun alle Erwartungen eindrucksvoll erfüllt, wenn nicht sogar überboten. Platziertes es sich doch in elf Ländern auf Platz 1 der Albumcharts und kam in weiteren zehn Ländern in die Top-5. Seine dazugehörige Debütsingle Sign Of The Time ist dann auch der eindrucksvolle Beweis dafür, welch kreativer Kopf Styles ist. Haben sich die anderen OneDirection-Mitglieder am modernen Pop mit R&B- und Danceeinflüssen orientiert, steht Sign Of The Time gänzlich allein auf weiter Flur und präsentiert Styles in Gestalt von 70er/80er Jahre Rockbands und deren großen Songs. Sign Of The Time hat alles, was ein Song braucht um zeitlos zu werden. Mit einer Power-Gitarre und einem Klavier steht und fällt die Ballade mit ihren Emotionen – dazu singt Styles mal hoch, mal kräftig, doch immer verletzbar offen. Wer mit Musik klassischer Boybands nichts anfangen kann, sich selbst aber dennoch immer wieder mit Musik herausfordert, wird in Sign Of The Time einen festen Begleiter finden, der auch in Jahren noch nichts an seiner Strahlkraft einbüßen wird.

Adele - 25

Adele – Sagt Hello

Vor genau einer Woche hatte Adele ihre fulminante Rückkehr eingeläutet. Mit dem intensiven Song Hello und einem cineastischen Video dazu sorgte sie in kürzester Zeit dafür das die Musikwelt Kopf stand. In den darauffolgenden sieben Tagen hatte sie es auf Platz eins der iTunes-Charts in 103 Ländern geschafft. Hier sei angemerkt, dass es nicht viel mehr Länder gibt, in denen Apple seinen iTunes-Musik-Store anbietet. Hello verkaufte sich seit dem, in den meisten Ländern, Tag für Tag mehr als viermal so häufig im Vergleich zum jeweils auf Platz zwei rangierenden Act. Die Klickzahlenrekorde von Vevo und YouTube hier mal nur am Rande erwähnt.
Ebenso wurde am 23. Oktober – und damit vier Wochen vor der regulären Veröffentlichung – das Album 25 zur Vorbestellen via iTunes und anderen Diensten freigeschaltet. Seitdem führt es überall die Hitlisten an. Und das eigentlich verrückte hierbei ist, dass Adele mit 25 somit am heutigen Freitag in ebenso vielen Ländern, wie es die Single Hello geschafft hat, auf Platz eins ist – obwohl das Album noch gar nicht veröffentlicht wurde. So darf man gespannt sein, welche Verkaufszahlen sowohl die Single Hello als auch das Album 25 in der ersten und in den Folgewochen erzielen wird. Bei Hello wird dies bereits am heutigen Freitag weltweit bekanntgegeben werden. Die Rede ist von knapp 2 Millionen Verkäufen in den ersten sieben Tagen. Das Album wurde bis jetzt allein in den USA bereits über eine Million mal vorbestellt und könnte, den Prognosen zufolge, auch die zwei Millionen Marke erreichen.

Mit dieser Aussicht und der nahenden Veröffentlichung von 25 haben sich selbst große Stars wie OneDirection und Justin Bieber entschieden, ihre Albumveröffentlichung eine Woche vorzuziehen, um wenigstens eine Woche auf Platz eins stehen zu können, denn ab dem 20. November wird es wohl für längere Zeit keine andere Nummer mehr auf die Spitzenposition schaffen.

An wem die Single Hello bisher vorbeigegangen ist, dem sei empfohlen einmal das Video anzusehen. Hier zeigt sich eine klassisch, wunderschöne Adele Adkins in einer herbstlichen Landschaft, singend über eine vergangene Beziehung. Sicherlich nichts neues von Adele, doch hört man hier deutlich, dass sie gereift ist. Gewachsen an den Erfahrungen ihres neuen Lebens, ihres Kindes und der Einflüsse. Ihre Stimme ist tief, klingt in manchen Momenten fast schon bedrohlich. Doch dann kommt der Refrain und mit einmal wird alles weggewischt. Es bleibt die pure Emotion.
Gut zu hören, das Adele zurück ist.