Wild Youth – Pop, so klebrig süß

Sie haben alles, was Newcomer benötigen, um ganz groß rauszukommen. Gitarren, eine äußerst markante Stimme, sympathische Bandmitglieder und bereits ein paar respektable Hits auf Spotify und im irischen Radio. Damit hat die vierköpfige Band Wild Youth aus Dublin die besten Voraussetzungen um den ganz großen Durchbruch zu feiern. Mit ihrer aktuellen Single Can’t Move On zeigen sie, wie klebrig süße Popsongs klingen müssen. So haben Callum McAdam, Ed Porter, David Whelan und Conor O’Donohoe mit Can’t Move On eine kräftige Indiepopnummer veröffentlicht, die bereits seit dem frühen Sommer durch die Blogs und Radiostationen geistert. Dabei bekamen sie prominente Unterstützung – haben den Song doch die beiden Musiker Mark Sheehan und Danny O’Donoghue von The Script produziert. Bereits im Vorfeld der Singleveröffentlichung konnten sie als Support-Act für Künstler wie Zara Larsson, Niall Horan und eben auch The Script spielen. Dies bracht ihnen im Anschluss zwei ausverkaufte Gigs in Dublin und London ein. Nun stehen sie kurz davor, auch im restlichen Europa groß rauszukommen und begeistern mit der Single Can’t Move On bestimmt schon bald auch hierzulande die Massen.

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Grace Carter – Emotionale Suche nach einer Antwort

Inspiriert von den Sängerinnen Lauryn Hill und Nina Simone hat die heute 21-jährige Sängerin Grace Carter schon früh die Musik für sich entdeckt. Auch oder vielmehr gerade durch ihren Stiefvater motiviert, bekam Carter zu ihrem 13. Geburtstag eine Gitarre geschenkt und wurde von ihm ermutigt, Songs zu schreiben. Acht Jahre später steht sie bei Warner Bros. unter Vertrag und veröffentlichte mit Silence bereits eine respektable Debütsingle. Nun ist sie mit Why Her Not Me zurück und schöpft aus den Vollen ihrer Songwriting-Kunst. Denn Carter zieht die Inspiration für Texte aus ihren ganz persönlichen Erlebnissen, die allesamt von Wut, Frust, Enttäuschungen und Niederschlägen geprägt sind. Hieraus sammelt Carter ihre Energie und schafft es ihren Songs etwas aufbauendes zu geben und sie nicht als das Ende verstanden zu wissen. Auf Why Her Not Me thematisiert sie die Entscheidung ihres gebürtigen Vaters, die Familie zu verlassen um mit einer anderen Frau und Kindern glücklich zu werden, seiner alten Familie aber Schmerz zuzufügen. Dies schafft Carter mit einer so emphatischen Art, dass man meinen würde, sie könnte es nicht selbst erlebt haben. Durch die kräftige Stimme der Britin, ihr dunkles Timbre und einen bombastischen Sound ist Why Her Not Me so, eine Hymne der Stärke und des nicht Aufgebens und ein großes Ausrufezeichen einer noch jungen Sängerin.

Severija – Chanson 100 Jahre später

Er war das Highlight der ersten drei Folgen von Babylon Berlin – der Auftritt der litauischen Sängerin und Schauspielerin Severija Janušauskaitė alias Psycho Nikoros. Mit einem kräftigen Akzent, einer herben Stimme und dem Zusammenspiel aus Chanson und Jazz, gepaart mit einer modernen Beatabfolge hat sich der Song Zu Asche, Zu Staub in die Köpfe der knapp 8 Millionen TV-Zuschauer eingebrannt. Wer diesen Song einmal hört, wird ihm verfallen und nicht mehr aus dem Kopf bekommen. Zu sehr erinnert Zu Asche, Zu Staub an Marlene Dietrich, die goldenen Zwanziger und ist dabei so erhaben und voller Prunk. Heute Abend laufen die nächsten beiden Folgen der Bombast-Serie, die weiter dazu führen werden, dass der – mindestens – im Abspann zu hörende Song, weiter auf Erfolgskurs die Charts bergauf in Richtung Spitze klettern wird.

Svavar Knutur – Imposanter Schmerz

Dieser Song bricht förmlich heraus. Beginnt The Hurting vom isländischen Singer/Songwriter Svavar Knutur mit einem einfachen Gitarrenspiel und Knuturs roher Stimme – die irgendwo zwischen brechender Höhe und dunkler Tiefe liegt – erwächst aus dieser Ruhe von Sekunde zu Sekunde ein sattes Rockbrett, dass sich schließlich im Refrain entlädt und herausbricht – nur, um anschließend wieder mit der Stille von vorne zu beginnen und schließlich auszubrechen. The Hurting ist ein imposantes Stück Singer/Songwriter/Rock, welches sich durch das Gefühl, das in Knuturs Stimme liegt und ständig aufflammt, erst vollends entfaltet. Nach mehreren Produktionen zusammen mit der tschechischen Sängerin Markéta Irglová ist der Isländer nun mit der kräftigen Single The Hurting zurück und gibt eine brachiale Sensibilität preis, die uns lange beschäftigen wird.

Snow Patrol – Single Nr. 2 überwältigt

Erst vor vier Wochen haben die nordirischen Jungs um Frontsänger Gary Lightbody mit der Single Don’t Give In eine reduzierte Ballade veröffentlicht, die zeigte, dass Snow Patrol mit ihrem neuen Album eine andere Richtung einschlagen würden. Nun haben sie mit Life On Earth einen weiteren Song vorgestellt und damit einen Satz – zurück in die Anfangsjahre der 2000er – gemacht. Denn mit ihrem 2003er Album Final Straw veränderten sie damals den Rock der irischen Insel. Moderner als U2 aber nicht minder groß wurden Songs wie Run, Chocolate und Spitting Games zu Hymnen im ganzen Land, die auch heute noch, wenn sie im Radio gespielt werden, eine Nation zum singen im Supermarkt, bekommen. Seitdem ist viel passiert. Mit ihrem 2005 Song Chasing Cars wurden sie über Nacht zu weltweiten Stars. Damit veränderte sich auch der Sound – moderner, elektronischer und größer. Jetzt geht es mit Life On Earth einen gewaltigen Schritt zurück – denn klingt der Song so sehr nach dem 2003er Album Final Straw. Ohne elektronische Unterstützung sind Snow Patrol wieder komplett im akustischen Sound angekommen. Dabei singt Lightbody eindringlich, kräftig und lässt eine gewisse Opulenz dennoch nicht aus. Life On Earth ist eine stille Hymne, die sich entwickelt und sich aufbläst – bis sie schließlich zündet und sich vollends entfaltet. Genau dann sind wir bei der nordirischen Rockband, die einst mit so vertraut klingenden Songs unsere Herzen erobert hat.

Tom Walker – Kraft, Soul, Indie und Herz

Er ist spannend, vielfältig und hat ganz viel Herz – Tom Walker hat eine Stimme, die drängt und berührt. Mit Songs, wie Fly Away With Me oder Sun Goes Down hat Walker, mit seiner rauen Stimme, einem zurückhaltenden Sound und einer kräftigen Portion Soul, die Herzen der Briten im Sturm erobert. Auf seiner neuen Single Leave A Light On ist davon nicht mehr viel übriggebliebene. Sein Stimme ist zwar weiterhin unglaublich kräftig und präsent, doch wird das, noch zurückhaltende, Klavierintro kurze Zeit später von einem, an Avicii erinnernden, Beat getoppt und macht aus Leave A Light On einen Hybriden aus, Folk, Indie, Singer/Songwriter und Pop. Jedoch nicht einen Moment zu kurz kommt das Gefühl der unglaublichen Stärke, die Tom Walker in seine Song steckt. Seine Stimme ist stark, klingt pressend, anklagend und wirkt! Ebenso empfehlenswert ist hier die Live Session-Version des Songs.