Elderbrook - Why Do We Shake In The Cold?

Elderbrook – Fünf Jahre Warten haben ein Ende

Kaum ein anderer britischer Künstler hat in den vergangenen fünf Jahren im Melancholic-Electronic-Bereich für so viel Aufmerksamkeit gesorgt, wie der Londoner Alexander Kotz. Unter seinem Künstlernamen Elderbrook hat er 2015 zusammen mit Andhim auf How Many Times zusammengearbeitet. 2017 folgte eine Kollaboration auf der Durchbruchs-Single Cola vom britischen Produzenten-Duo CamelPhat und letztes Jahr schließlich mit dem Song Something About You eine Zusammenarbeit mit Rudimental. Daneben hat Elderbrook allerdings auch immer wieder eigene Songs veröffentlicht, die sich durch tiefgründige Texte, melancholische Sounds und tiefe elektronische Beats auszeichneten. Nun hat der Brite sein Debütalbum Why Do We Shake in the Cold? fertig und veröffentlicht dieses am 18. September. Darauf enthalten sind neben der Kollaboration mit Rudimental auch die bereits veröffentlichten Songs My House und der das äußerst starke Numb. Vor wenigen Tagen hat Elderbrook mit Why Do We Shake in the Cold? eine weitere Single ausgekoppelt und überzeugt abermals mit großen elektronischen Beats.

Why Do We Shake In The Cold?

Why Do We Shake In The Cold?

Hier treffen tiefe House-Bässe auf den fragilen Gesang Elderbrooks und werden durch ein sphärisches Soundgerüst eingerahmt. Dabei passt Why Do We Shake in the Cold? so wunderbar in den Kontext eines Open Air Festivals, dass wir uns vor dem inneren Auge vor der Bühne tanzen sehen, den Sand zwischen den Zehen spüren und kurz vor dem Drop die Hände in die Höhe recken. Diese Gefühle sind ganz bewusst vom Briten gewollte. So soll sein Debütalbum die Menschen zusammenbringen und ihnen Geborgenheit vermitteln. In einem Statement von Warner Music sagt der Produzent dann auch über seine Musik, dass das gesamte Konzept von Why Wo We Shake In The Cold ist, darüber nachzudenken, wie Menschen miteinander interagieren. Rein wissenschaftlich betrachtet zittern wir in der Kälte natürlich, um durch die Reibung unseren Körper aufzuwärmen. Was ich mir jedoch vorstelle ist, dass Menschen vielleicht deshalb zittern, um anderen zu zeigen, dass sie sie brauchen. Diese mächtige Sehnsucht nach Nähe zieht sich durch das gesamte Album und zeigt die Tiefe des Künstlers und seiner Gefühle. Why Wo We Shake In The Cold kommt am Feitag in einer Woche raus und zeigt jetzt schon mit seiner Leadsingle, dass hier kaum etwas schief gehen kann.

Michael Kiwanuka – Den Soul der 70er Jahre entdecken

Nach den beiden erfolgreichen Alben Home Again (2012) und Love & Hate (2016) ist der britische Soulsänger Michael Kiwanuka nun mit einem neuen Album zurück. Dieses erschien am 25. Oktober und heißt einfach Kiwanuka. Darauf enthalten ist – neben der Vorabsingle You Ain’t The Problem auch der nun ausgekoppelte Song Hero, bei dem sich Kiwanuka auf die Helden und einflussreichsten Menschen der letzten Jahrzehnte bezieht. Mit darunter Marvin Gaye, Tupac, Martin Luther King und John Lennon. Gleichzeitig geht es aber auch darum, zu sich selbst zu finden und mit sich selbst glücklich zu sein. Warum jemand Anderes sein wollen, wenn ich doch mit mir selbst glücklich bin. Dieser Ansatz beflügelt gerade viele und zeigt, dass Kiwanuka einen Nerv trifft. Mit Hero setzt er dies ästhetisch so wunderbar um, dass man sich von seinem Musikvideo gar nicht satt sehen kann. Mit viel Soul, einer ordentlichen Portion Vintage-Sound der 70r Jahre und dem Konzept der Freiheit hat Michael Kiwanuka nicht nur ein neue Album geschrieben, sondern gleichzeitig auch die eigene Seele befriedet. Diese neue Haltung strahlen die Songs von Kiwanukas dritten Album aus und begeistern uns einmal mehr mit einem wanderbar, souligen Sound.

Friendly Fires - Silhouettes

Friendly Fires – Nun ist es raus!

Das britische Trio Friendly Fires hat es endlich getan und heute ihr drittes Studioalbum veröffentlicht. Das Album hört auf den Namen Inflorescent und ist seit heute überall verfügbar. Mit den bereits veröffentlichten Singles Love Like Waves und Heaven Let Me In – letzterer Song wurde zusammen mit Disclosure produziert – haben die Jungs aus St. Albans in Südengland nun mit Silhouettes eine weitere Single veröffentlicht, die sich nahtlos an den frischen Indie-Dance Sound der vorangegangenen Singles orientiert. Im Vorfeld hatten Friendly Fires bereits einige Gigs in kleineren Clubs in England gespielt und ganz bewusst das Konzept des Clubs gesucht – wollten sie doch eine Partystimmung erzeugen und weg vom normalen Konzertauftritt. Mit viel Energie und Spaß entschieden sie schließlich, sich auch auf dem Album deutlich stärker an der Clubzeit Ende der 1990er und frühen 2000er zu orientieren. Herausgekommen sind unglaublich tanzbare Songs, die einem regelrecht mit Tanzwut fluten und zum Bewegen animieren.

Monkey Safari - Hi

Monkey Safari – Sagen schlicht Hi!

Mit Cranes hatten die Brüder Lars und Sven Rühlemann im Sommer 2015 einen so untypischen Housetrack veröffentlicht, dass man sich fragen musste, wer hinter Cranes steckt. Nun, vier Jahre später hat sich für Monkey Safari, wie sich die Brüder nennen, nur eines geändert, die Liste der Auftritte ist extrem angestiegen. Mit ihrem gerade veröffentlichten Album Hi brechen sie nun zu neuen Ufern auf und entfernen sich von ihren DJ-Sounds. Doch wer jetzt an ein ganz anderes Genre denkt, liegt falsch. Monkey Safari haben auf Hi das Konzept Album wiederbelebt. So standen sie vor der Aufgabe, ihre entspannte Housemusik auf ein Album zu reduzieren, was den Jungs wunderbar gelungen ist. Mit der nun veröffentlichten, gleichnamigen Single Hi bilden sie daher auch das Konzept eines Singwritings nach. Hier fließt der  Sound förmlich durch die Adern und setzen die Loops von Hi den Körper ganz von selbst in Bewegung. Am 6. Juli haben wir auf dem Wasteless 4 OpenAir in Berlin die Möglichkeit, die neuen Songs einmal live zu hören und können Euch gleichzeitig das erste Free Organic Open Air nur wärmstens empfehlen!

Sticky Fingers - Kick On

Sticky Fingers – Die, die den Schweiß auflecken

Wenn sich eine Band mit den Worten wenn The Clash, Pink Floyd und die Arctic Monkey drei Schweißperlen sind, die deinen Rücken hinablaufen, so sind es die Sticky Fingers, die sie auflecken vorstellt, kreiert das erst einmal ein recht schräges Bild von einer Band. Bei den aus Sydney kommenden Jungs von Sticky Fingers ist das zwar passend, allerdings nur ein Teil der Wahrheit. Denn mit ihrem Indie-Rock voller Energie schaffen die Sticky Fingers einen kleinen Kosmos um sich herum. Die aktuelle Single Sunsick Moon ist dabei das beste Beispiel. Hier zeigen sich die Jungs um Frontsänger Dylan Frost verträumt aber trotzdem laut. Damit haben sie einen Song produziert, der wunderbar in das Konzept ihres aktuellen Albums Yours To Keep passt, welches an einen 2016 verstorbenen Produzenten ihrer Alben erinnern soll. Erinnerung ist dabei ein ganz zentrales Thema, da die Australier sich auf ihrem aktuellen Album reflektieren und sowohl in Erinnerungen schwelgen – was unter anderem im Song Sunsick Moon stark zu hören ist – als auch eine Art Aufbruchstimmung transportieren. Waren die Sticky Fingers erst am vergangenen Wochenende in Berlin und konnte sie der ein oder andere nicht live sehen, können wir uns auf dem Album Yours To Keep von diesem wunderbaren Indiesound überzeugen lassen.

Dennis Lloyd – Sommerschwere

Hört man den Song Nevermind, wird man an einen britischen oder amerikanischen Soundtüftler denken. Hört man den Namen Dennis Lloyd, wird man sich auch noch bestätigt fühlen. Doch hinter dem, so amerikanischen klingenden, Namen verbirgt sich der israelische Sänger Nir Tibor. Auf seinen Künstlernamen angesprochen, erklärt er, dass er einen Namen haben wollte, der sich vertraut anfühlt. Als hätte man ihn schon Mal gehört. Nevermind – seine aktuellste Single – passt damit ebenfalls wunderbar in dieses Konzept. Dabei ist Nevermind genaugenommen gar nicht so neu – hat Lloyd diese doch bereits 2017 als Nevermind (Alright) veröffentlicht und klang diese damals noch deutlich ruhiger. Nun also selbst nochmal überarbeitet, hat Lloyd mit Nevermind eine moderne Pop-Nummer veröffentlicht, die mit tiefen Beats und einen souligen Gesang aufwartet. Wunderbar, um in den Samstag zu starten und sich Pläne für ein grandioses Wochenende zu machen.