WestBam feat. AfterLife 3000 - White Boy

WestBam feat. AfterLife 3000 – Vorwärts in die Vergangenheit

WestBam ist einer der Veteranen der Berliner Technoszene und hat den Berliner Techno weit über Europa hinaus in die Welt getragen. Dabei hat der gebürtige Münsteraner seit jeher Musik gemacht. Sei es als 13-Jähriger in der Münsteraner Punk-Szene, als 14-Jähriger in der Band Anormal Null oder als 16-Jähriger in der Band Kriegsschauplatz. 1983 startete Maximilian Lenz – wie WestBam bürgerlich heißt – seine DJ-Karriere und sollte in Folge für die kommenden 30 Jahre stilprägend und einer der Vorreiter des Berliner Technos werden. Schnell machte seine Art, Musik mit Hilfe von Platten zu mischen und neue Songs entstehen zu lassen, von sich Reden und wurde immer erfolgreicher. Als ersten Höhepunkt, kann man das Jahr 1988 bezeichnen, in dem WestBam vom Goethe Institut als Resident DJ nach Seoul zu den Olympischen Sommerspielen geschickt wurde. Nur ein Jahr später erschien WestBams erstes Album und trieb den kommerziellen Erfolg damit maßgeblich voran. Sein absoluter Höhepunkt sollte die Veröffentlichung des Songs Sonic Empire 1997 werden, bei dem WestBam zusammen mit Klaus Jankuhn das Duo Members Of Mayday bildete. Es folgten so gut wie alle Loveparade Hymnen und damit zwischen 1997 bis 2008 jedes Jahr aufs Neue ein Sommerhit für WestBam. Doch auch abseits der größten Techno-Parade der Welt wurden die Songs Hard Times, BeatBoxRocker, Oldschool Baby, Recognize und Right On zu Kulthits und sind Zeugen einer endlosen scheinenden Partywelt Berlins. Doch nicht nur als Teil von Members Of Mayday machte der Wahlberliner von sich Reden, sondern folgten auch Veröffentlichungen als Westfalia Bambaataa (aus dem sein heutiger Künstlername abgeleitet ist) und Mr. X & Mr. Y (New World Order 1999) Nachdem WestBam 2013 erstmals seit acht Jahren mit Götterstraße wieder ein Album veröffentlichte und bis in die Top-20 stieg, folgte 2019 sein bisher letztes Album The Risky Sets!!!.

WestBam feat. AfterLife 3000 - White Boy (Video)
WestBam feat. AfterLife 3000 – White Boy (Video)

Nun ist WestBam mit dem Song White Boy zurück, bei dem er mit dem finnischen Sänger Nuutti Kataja – alias AfterLife 3000 – zusammengearbeitet hat. Hier haben sie auf dreieinhalb Minuten eine Zeitreise eingeläutet, die von den frühen 90er-Jahre Sounds WestBams, bis zu den großen Hits des Künstlers geprägt sind. Auf White Boy gibt es aber auch großartige Referenzen an Pioniere, wie Karl Hyde und Rick Smith von Underwold, die selbst mit ihrer Musik seit den 80ern stilprägend waren und mit Born Slippy ihren größten Erfolg feiern konnten. WestBam hat mit seinem neuen Song einen rauen Technohit geschaffen, der sich trotz der aggressiven Stimme von AfterLife 3000 wunderbar nostalgisch in der modernen Soundwelt zurechtfindet und damit die Vergangenheit gekonnt mit dem Jetzt verbindet. War die Arbeit zwischen dem Berliner DJ und Produzenten und dem finnischen Indie-Rocker, der zur Zeit in Berlin lebt, so vielversprechend, haben sich beide nun an ein komplettes Album gemacht. Dieses wird, neben dem nun veröffentlichten White Boy, auch die Single Sky Is The Limit enthalten, bei dem WestBam mit Jon Marsh von der Band The Beloved zusammengearbeitet hat. Marsh hatte mit Sweet Harmony 1993 einen internationalen Hit, der selbst heute noch rauf und runter gespielt wird. WestBams zwölftes Album, das Famous Last Songs Vol. 1 heißen und am 21. Mai erscheinen wird, zeigt mit den ersten beiden Songs wie stilsicher und frisch WestBam auch nach über 40 Jahren der musikalischen Laufbahn noch ist.

Felix Jaehn feat. Cheat Codes & Bow Anderson - I Just Wanna

Felix Jaehn fat. Bow Anderson & Cheat Codes

Mit einem Remix des Songs Cheerleader wurde Felix Jaehn 2014 über Nacht zum Superstar. In über 23 Ländern – darunter, Deutschland, die USA und Großbritannien – schaffte es der Remix bis auf Platz 1 der Singlecharts. Auch seine Folgesingle – eine Coverversion des Chaka Khan Songs Ain’t Nobody – wiederholte den Erfolg des deutschen DJs und Produzenten. Mit seinem 2018er Debütalbum I veröffentlichte er schließlich alle bisher produzierten Songs und kam so auf eine Tracklist von 25 Songs und 100-minütiger Spielzeit. Dabei hat der Hamburger bereits mit Kollaborationspartnern, wie Jasmine Thompson, Lost Frequencies, Herbert Grönemeyer, Adam Lambert, Alma, Calum Scott und VIZE zusammengearbeitet. Auf seiner neuesten Single I Just Wanna vereint Jaehn nun die Newcomerin Bow Anderson und das Produzententrio Cheat Codes und haut einen Song raus, der sich – entgegen der letzten Veröffentlichungen – deutlich melodischer und sympathischer anhört. Während vor allem seine beiden Songs Close Your Eyes und No Therapy zu absoluten Radiohits wurden und letzterer zur Clubhymne der LGBTQ-Community geworden ist, ist I Just Wanna der mittlerweile elfte Song, der darauf wartet auf einem neuen Album veröffentlicht zu werden. Dieses hat Jaehn nun mit der neuesten Single lose für das kommende Jahr angekündigt und lässt wieder einmal auf eine bunte Mischung der verschiedenen House-Elemente hoffen.

Felix Jaehn feat. Cheat Codes & Bow Anderson - I Just Wanna (Video)
Felix Jaehn feat. Cheat Codes & Bow Anderson – I Just Wanna (Video)

Auf I Just Wanna hat sich Jaehn den lockeren Tropical-House gegriffen, der zuletzt auch durch Acts, wie filous zu absoluten Hits in den sozialen Netzwerken wurde und geht damit zu Jaehns Anfängen zurück. Als Kollaborationspartner haben Cheat Codes aus Los Angeles einen erstaunlich ähnlichen Weg in den vergangenen Jahren zurückgelegt. 2014 gegründet, sind sie vor allem durch Remixe und Featuring-Acts, wie Demi Lovato, Nicky Romero, Kiiara, Little Mix oder Wiz Khalifa bekannt geworden. Bow Anderson hingegen steht noch komplett am Anfang ihrer Karriere und hat vor wenigen Monaten erst mit Sweater ihre Debütsingle veröffentlicht. Auffallend dabei ist, dass ihre Stimme auf Sweater kratziger und individueller klingt. Auf I Just Wanna hören wir sie nun deutlich sanfter singen und schmiegt sich ihre Stimme dadurch wunderbar an den Sound Jaehns an. Zusammen haben das Trio von Cheat Codes, Bow Anderson und Felix Jaehn einen sommerlich, luftigen Song mitten im Winter veröffentlicht, der uns das Gefühl geben soll, auch in der dunklen und kalten Jahreszeit jemanden zu haben, an den man sich lehnen kann. Musikalisch schlägt Jaehn dabei einen unbekümmerten Ton an und lässt nur gute Laune zu. Hält sich der Song noch bis in den März, wäre es der perfekte Soundtrack, um den Frühling zu begrüßen.

Indochine & Christine and the Queens - 3SEX

Indochine & Christine And The Queens – Ein Song für sexuelle Vielfalt und Freiheit

Hier treffen sich zwei Acts, die – jeder Act für sich – ein absolutes Alleinstellungsmerkmal haben. Auf der einen Seite sind es Indochine – die Band, die sich 1981 in Paris gründete und mit ihrem Rock- und New-Wave-Sound über 13 Millionen Platten verkauft haben. Auf der anderen Seite ist es Christine And The Queens, die mit ihrem Art-Pop seit ein paar Jahren ganz Europa in ihren Bann zieht. Während Indochine auf eine 13 Alben, elf Live-Alben, sechs Compilation-Alben und weit über 60 Singles füllende Diskografie blicken können, sind es vor allem die Songs 3e Sexe (1986) und J’ai Demandé À La Lune, sowie Le Grand Secret aus dem 2002er Album Paradize, die als die größten Hits ihrer Karriere gelten und vor 18 Jahren sogar in die deutschen Radio-Playlisten schwappten. Nachdem Indochine am 28. August mit Singles Collection (2001 – 2021) einen ersten Teil ihrer Diskografie als Compilation veröffentlichten und direkt auf Platz 1 der französischen Albumcharts einstiegen, wird nun am 11. Dezember mit Singles Collection (1981 – 2001) der zweite Teil ihrer Diskografie erscheinen. Darauf enthalten ist sowohl die originale Version von 3e Sexe, sowie die neue Version, die Indochine zusammen mit Christine And The Queens aufgenommen hat.

Indochine & Christine and the Queens - 3SEX
Indochine & Christine and the Queens – 3SEX

Hierzu ist vor wenigen Tagen auch das Musikvideo veröffentlicht worden und bringt uns die beiden Ausnahme-Acts auf der neuen Version 3SEX zusammen. Dabei geht es in dem Song, wie schon in seinem Original, um die Freiheit und sexuelle Toleranz. Dass dies zu den beiden Acts, wie zu kaum einen anderen Act in der französischen Musikszene passt, zeigen beide Historien. Héloïse Letissier – die hinter Christine And The Queens steckt, lebt die Freizügigkeit der queeren Antigender-Rollen vollends aus und wechselt immer wieder zwischen ihren Alter-Egos Chris und Christine. Dabei war es für Letissier eine große Ehre, von Indochine-Frontmann Nicola Sirkis gefragt zu werden, ob sie mit ihm für die neue Version zusammenarbeiten würde. So bedankt sich Letissier dann auch über ihre sozialen Kanäle mit den Worten Danke, Nicola, dass du mir die Ehre und das Vertrauen gegeben hast, 3SEX mit dir zu singen, zu einer Zeit, in der das Wort Freiheit wieder all seine Bedeutung und Dringlichkeit annimmt. Echte Revolutionen sterben niemals. Ich küsse dich! War der Song im Original eine New-Wave-Hit, der an den Sound von Depeche Mode oder The Cure erinnert, ist die neue Version 3SEX eine Synthie-Pop-Hymne mit Discoelementen und einem großartigen Vibe. In den Zeiten, in denen es momentan nur äußerst schwer ist, soziale Interaktionen zu haben, lassen Christine And The Queens und Indochine einen Hauch von Freiheit, Euphorie und Empathie auf uns los, der uns, wie ein Impfstoff durch diese Zeiten bringt.

John Summit feat. Guz - Thin Line

John Summit & Guz – Neuer Clubhit wird zum Hit

Mit Deep End hatte der Chicagoer DJ und Produzent John Summit dieses Jahr den erfolgreichsten Dance-Hit 2020 veröffentlicht. Noch heute spielt der Track in den Party-Playlisten eine große Rolle und ist bei Beatport der Song, der sich am längsten auf Nummer 1 in diesem Jahr halten konnte. Während der DJ den Sommer in den USA nutzen konnte und einige wenige Auftritte streamte, arbeitete der Produzent sich durch die vergangenen 40 Jahre der Chicagoer House-Musik. Großgeworden in einer Stadt wie Chicago bedeutet auch, einen regen Austausch mit der hiesigen Elektroszene zu haben. Schließlich kommen aus Chicago House-Acts, wie Felix Da Housecat, Paul Johnson und Green Velvet. Gleichzeitig gibt es Künstler aus anderen Gegenden der USA und Europa, wie Tensnake, Todd Terry, Julio Bashmore oder Inner City, die den Chicago House Sound ins Heute transportieren und so am Leben halten. Mit John Summit kommt nun ein weiterer Act hinzu, der sich alleine durch das derbe Deep End einen Namen machen konnte.

John Summit
John Summit

Nun ist mit Thin Line ein neuer Song veröffentlicht worden, der Summit in ein noch strahlenderes Licht rückt. Denn Thin Line ist deutlich frischer, als das dunkle Deep End und versprüht den positiven Vibe der großen Chicago-House Klassiker. Zusammen mit dem niederländischen DJ und Produzenten Guz, der – wie Summit – gerade noch am Anfang seiner Karriere steht, hat sich der US-Amerikaner den britischen Klassiker People Hold On von Coldcut und Lisa Stansfield vorgenommen, der vor über 31 Jahren veröffentlicht wurde. Herausgekommen sind etwas mehr als 3 Minuten voller Discofieber. Hier erklingen Stansfields Textzeilen: Give a little light, give a little love. Maybe there’s enough for everyone. Give a little hope and a little drugs. Maybe thеre’s enough for evеryone. We’re all dancing on a, dancing on a thin line, so schillernd und in bester Chicago House Manier, dass wir uns an die Hochzeit der Szene in den 80er Jahren erinnert fühlen. John Summit hat mit Thin Line einen weiteren Überhit produziert, der die kommenden Monate wohl nicht mehr von der Spitze der Beatport-Charts wegzudenken sein wird.

James Vincent McMorrow - I Should Go

James Vincent McMorrow – Groovig zur Erkenntnis

James Vincent McMorrow hat in den vergangenen Jahren eine erstaunliche Wendung seines Sounds vollzogen. War der Beginn seiner Karriere vom ruhigen Folk durchzogen und lieferte uns so großartige Songs, wie Higher Love, entwickelte der irische Sänger seinen Sound kontinuierlich weiter und war Mitte der 2010er durch moderne R&B-Songs, wie Rising Water oder One Thousand Time präsent. Um diese Zeit veröffentlichte McMorrow auch sein zweites, und drittes Studioalbum Post Tropical (2014) und We Move (2016) mit denen er bis auf Platz 1 der irischen und in die Top-20 der US-Amerikanischen Albumcharts gelangte. Nachdem sein viertes Studioalbum True Care (2017) hinter den Erwartungen zurückblieb, kündigt McMorrow nun nicht nur die neue Single I Should Go an, sondern auch, dass er zusammen mit dem US-Amerikanischen Produzenten Kenny Beats an seinem fünften Studioalbum arbeite. Beats, der unter anderem mit BENEE, Dominic Fike, Slowthai, FKA Twigs und Ed Sheeran zusammengearbeitet hat, ist federführend, für den beatlastigen Sound auf McMorrows neuer Single.

James Vincent McMorrow
James Vincent McMorrow

Auf I Should Go arbeitet McMorrow mit der Erkenntnis, in seinem Leben vieles Essentielle als gegeben anzusehen und Unnützes als Gabe zu empfinden. Diese Falschausrichtung seines inneren Kompasses hat den Sänger dazu bewogen, sich viel Zeit für sich selbst zu nehmen und einmal in sich reinzuhören. So sagt er zur Veröffentlichung des Songs; Es geht nicht darum, was wir wollen, sondern darum, was wir brauchen. Oftmals denke ich, dass wir keinen Unterschied zwischen diesen beiden Tatsachen machen. Doch dazwischen liegen Welten. Ich brauche gar nicht so viele Sachen, wie ich es mir immer eingeredet habe. Gleichzeitig sind dort andere Dinge, die ich als unwichtig erachtete, sie aber das Fundament auf dem ich stehe darstellen. Noch steht weder ein Veröffentlichungsdatum oder ein Name des neuen Albums fest, doch hat McMorrow bereits verkündet, dass er im Frühjahr 2021 auf Europatour gehen möchte und dabei für vier Konzerte nach Deutschland kommen wird. Hier können wir ihn in Hamburg, Köln, Frankfurt am Main und Berlin sehen und hoffen darauf, dass bis dahin wieder eine Normalisierung für Konzerte eingesetzt hat. Mit dem dazugehörigen Musikvideo von I Should Go bietet McMorrow derweil eine unterhaltsame Sicht auf das ewige Hinterherrennen von Träumen, die mehr Energie ziehen, als sie uns geben. I Should Go ist eine erfrischende R&B/Pop-Nummer, die McMorrow zeigt, wie er weiter an seinem Sound arbeitet und wenig davon hält, sich auf Diesem lange auszuruhen.

Amy MacDonald - The Hudson

Amy MacDonald – Neues Album, neue Energie

Amy MacDonald ist zurück! Mehr denn je, möchte man sagen. Denn seit die schottische Sängerin 2007 ihren Durchbruch feierte und mit dem Debütalbum und Millionenseller This Is The Life ganz Europa im Sturm erobert hat, sind nicht nur 13 Jahre vergangenen, sondern mit A Curious Thing (2010), Life In A Beautiful Light (2012) und Under Stars (2017) drei weitere Alben veröffentlicht worden, deren Erfolg sich im weiteren Verlauf ihrer Karriere allerdings immer durchwachsener präsentierte. Dennoch bleibt MacDonald, die aus der Umgebung Glasgows kommt, mit über 6 Millionen verkauften Alben eine der aktuell erfolgreichsten Musikerinnen Europas. Vor allem in Deutschland hat sie eine treue Fangemeinde und wird ihr größter Hit This Is The Life auch heute noch vergleichsweise oft im Radio gespielt. Nun veröffentlicht MacDonald mit The Hudson eine kräftige Rockpop-Single, die von den Geschichten ihres Vaters inspiriert wurde. Hier erzählte er der jungen MacDonald oft von den Erlebnissen, die er mit ihrer Mutter zusammen in New York der 70er Jahre erlebt hatte.

Amy MacDonald - The Human Demand
Amy MacDonald – The Human Demand

Energiereich und treibend klingt MacDonald auf The Hudson deutlich stärker nach sich selbst und stärkt damit ihre eh schon hohe Authentizität noch einmal. Galt ihr Debütalbum bisher als das stärkste Album ihrer Laufbahn, lässt MacDonald im Zusammenhang mit der Veröffentlichung ihrer neuen Single verlauten, dass ihr fünftes Studioalbum The Human Demands eine Brücke zum Sound des Debütalbums schlagen wird. So vergleicht MacDonald die neue Single The Hudson mit ihrem früheren Hit Mr Rock & Roll und fügt hinzu, dass sie körperlich spüren kann, wie viel stärker ihre Stimme seitdem geworden ist. The Hudson erzählt von Liebe, Aufopferung, dem Wunsch, das Leben zu genießen und auszureißen. Verknüpft mit dem tatsächlich erlebten Geschichten des Vaters, teilt MacDonald auf der Single eine äußerst persönliche Erinnerung mit ihren Fans. Mit ihrer prägnanten Stimme, den Gitarren und das Klavier hat MacDonald einen Song veröffentlicht, der die Sängerin von ihrer stärksten Seite zeigt und Vorfreude auf das kommende Album macht.

Amy MacDonald – The Hudson
GASHI feat. Sting - Mama

GASHI feat. Sting – Das Schicksal selbst bestimmen

Die bewegendsten Geschichten gibt es oftmals von den unscheinbarsten Menschen. Dabei ist der in New York lebende Musiker GASHI optisch alles andere als unscheinbar. Mit seiner kräftigen Statur und seinem modernen Sound lässt GASHI aktuell immer öfter von sich hören. War es im Frühjahr der Song Sicko von Felix Jaehn, bei dem GASHI als Featuring-Act beteiligt war, arbeitete der Musiker, Rapper und Songwriter in der Vergangenheit bereits mit Musikern, wie Travis Scott und Chris Brown zusammen. Nun kam vor wenigen Tagen sein neuestes Album 1984 raus. Dabei hat der Musiker nicht nur eine lebhafte Diskografie vorzuweisen – so hat er seit Beginn seiner Karriere bereits drei weitere Alben, sechs EPs und drei Mixtapes veröffentlicht. Doch auch sein eigenes Leben schreibt eine lebendige Geschichte. Geboren in Tripoli, Libyen ist er das Kind albanischer Eltern aus dem Kosovo, die in den 90er Jahren als Flüchtlinge in mehreren Flüchtlingsunterkünften in ganz Europa lebten. Schließlich führte ihr Weg sie nach Brooklyn in New York, von wo aus Labinot Gashi – so sein bürgerlicher Name – seit 2008 Musik macht.

GASHI - 1984

GASHI – 1984

Auf seinem neuesten Album 1984 – dessen Name an das Hochzeitsjahr seiner Eltern angelehnt ist – gibt sich GASHI vollends dem Sound der 80er Jahre hin. Seine neueste Single Mama zeigt nun eindrucksvoll, wie zeitlos die Musik der 80er Jahre sein kann. Denn zusammen mit der britischen Rocklegende Sting hat sich GASHI einen Traum erfüllt und eine Kollaboration mit seinem Idol aufgenommen. Mama lehnt sich dabei mit seinen großartigen Synthies und Drums an den aktuell aufkommenden Hype um den Sound der 80er Jahre an. Mit einem Mix aus Dance- und Hip-Hop-Elementen ist Mama nicht mehr länger nur eine Single von einem – vornehmlich im Rap agierenden – Musikers, sondern reiht sich in den aktuellen Trend der großartigen 80er-Jahre-Soundwelle ein, mit der The Weeknd mit seinem Blinding Lights so richtig durchgestartet ist. Mama hat mit Stings Stimme, GASHIS Gesang einem eingängigen Refrain und einer clubtauglichen Produktion alles, was ein guter Song braucht und könnte sich so in den kommenden Wochen durchaus zu einem Hit mausern.

Faithless feat. Suli Breaks & Nathan Ball - This Feeling

Faithless feat. Suli Breaks & Nathan Ball – Ein Sommer, wie 2004

Sie gelten als Pioniere der elektronischen Szene Großbritanniens. Mit ihrem Mix aus Dance, House und Trip-Hop beherrschten Faithless die Clubs der 1990er und frühen 2000er. Neben ihren größten Erfolgen mit Insomnia (1995) und God Is A DJ (1998) waren es in den 2000ern vor allem die sommerlichen Sounds, wie One Step To Far (zusammen mit Dido), Mass Destruction und I Want More, die jeweils auf dem Thron aller Playlisten saßen. 2011 setzte die Band schließlich eine Pause ein und konzentrierte sich darauf, privaten Plänen nachzugehen. Während Sister Bliss und Maxi Jazz vereinzelt auf Kollaborationen zu hören waren, gab es für Rolle Armstrong – dem älteren Bruder von Sängerin Dido – unterdessen einiges zu tun. So hat sich der Produzent von Faithless unter anderem um die Produktionen der zwei letzten Alben von Dido gekümmert und unter dem Alias R+ 2019 sogar mit seiner Schwester zusammen ein komplettes Album rausgebracht. Nun sind Faithless, nachdem sie Anfang Juni – nur für wenige Stunden – einen neuen Track mit dem Namen Let The Music Decide veröffentlichten, mit einer weiteren neuen Single zurück und beenden damit ihre zehnjährige Schaffenspause.

This Feeling (Musikvideo)

This Feeling (Musikvideo)

Dabei haben sich die drei Musiker mit Nathan Ball und Suli Breaks zwei äußerst interessante und vielversprechende Künstler mit ins Boot geholt und begeistern mit einem enormen Sommersong, der wie gemacht, für die aktuelle Hitzewelle ist. Über die Zusammenarbeit mit Nathan Ball freue ich mich persönlich am meisten, begleitet SOML den Südengländer doch bereits von Beginn seiner Karriere an und interviewte den Singer/Songwriter noch in seiner Anfangszeit. Suli Breaks wiederum ist ein Spoken Words Poet, der bereits erste Erfahrungen im Musikbusiness gesammelt hat. Zusammen haben sie nun mit This Feeling einen Song veröffentlicht, der durch tropische Beats, eingängige Basslines und der leichten, markanten Stimme Nathan Balls begeistert. Faithless beschreiben den Song schließlich mit den Worten: Es ist ein Song, der in unseren Augen textlich und musikalisch die Erinnerungen an die großartigen, hinter uns liegenden Sommer transportiert. Mit den beiden ersten neuen Songs, innerhalb von zehn Jahren haben Faithless genau das Gefühl eingefangen, das wir alle diesen Sommer so sehr vermisst haben – mit Freunden an schweisstreibenden Tagen zum See zu fahren oder die tropischen Nächte der Großstadt unsicher zu machen. Die Hoffnungen, auf ein baldiges, neues Album dürften mit der neuesten Veröffentlichung gar nicht mehr so unrealistisch sein – wird doch in der britischen Presse bereits mit einer Veröffentlichung, noch in diesem Jahr gerechnet. This Feeling ist ein Song für den Moment und klingt dabei so zeitlos, dass wir ihn auch noch in den kommenden Sommern auflegen werden.

Seeb & Zak Abel - Sad In Scandinavia

Seeb & Zak Abel – Das melancholische Tanzen

Es war ein sogenannter Game-Changer, der das Norwegische Produzenten-Duo Seeb 2015 plötzlich durch die Decke gehen ließ. Ein Paradigmenwechsel für die Osloer DJs und für den US-Amerikanischen Singer/Songwriter und Rapper Mike Posner. Denn gleich mit ihrem ersten Remix des Mike Posner Songs I Took a Pill in Ibiza gelang den Norwegern der Eintritt in die Top-10 in 27 Ländern. Gleichzeitig wurde der Song durch den Remix zum – bis dato – erfolgreichsten Mike Posner Song seiner Karriere. Mit über 6,5 Millionen verkauften Einheiten zählt I Took a Pill in Ibiza zu den erfolgreichsten Songs des Jahres 2015. In Folge des großartigen Erfolges kamen Bands, wie Coldplay, Bastille, Highasakite oder Acts, wie Shawn Mendes, Taylor Swift und Dagny auf die Jungs zu, um Songs geremixt zu bekommen. Aber auch eigene Songs finden immer größeren Anklang. So wurde mit Breathe (2016) einer ihrer ersten eigenen Tracks zum vollen Erfolg und verkaufte sich in Deutschland mehr als 200.000 Mal. Nun sind Seeb mit Sad in Scandinavia zurück und kündigen damit ihr gleichnamiges Debütalbum an, welches noch dieses Jahr erscheinen wird. Auf Sad in Scandinavia eint Seeb – die hier mit Zak Abel zusammenarbeiteten – der tiefe melancholische Elektrosound, den bereits Acts, wie Robyn, Sigrid, Highasakite, Skott oder Ingrid Witt so wunderschön präsentieren. Mit den großen Gegensätzen, im Winter tagelang fast keine Sonne zu sehen und den ebenso endlos langen und hellen Sommertagen, speist sich diese Melancholie aus der Nacht und diesen euphorisch langen Tagen des Sommers. Dabei haben Seeb aber auch eine weitere emotionale Ebene im Song verarbeitet. In Sad in Scandinavia dreht sich das Gefühl um eine beendete Beziehung, bei der man um die Welt reist und hofft, darüber hinwegzukommen, doch feststellt, dass man so weit weg reisen kann, wie man möchte – das Gefühl reist immer mit. Mit Zak Abels wunderbar sanftem Gesang und den großen, ins Stadion passenden, Höhepunkten des Songs, entwickelt sich so eine ganz neue Stimmung, die zum in sich kehren einlädt und gleichzeitig zum ausflippen anregt. Sad in Scandinavia ist der perfekte Sommersong, der an verregnet, warmen Sommertagen genauso funktioniert, wie an heißen Open Air Abenden.

Clueso - Sag Mir Was Du Willst

Clueso – Neue Nummer, neuer Groove

Mit seinen mittlerweile acht Alben hat Clueso fast alles erreicht. So konnten sich die letzten drei Alben Stadtrandlichter (2014), Neuanfang (2016) und Handgepäck I (2018) allesamt auf Platz 1 der deutschen Albumcharts platzieren. Dabei hatte sich Clueso immer öfter auch ausprobiert und mit verschiedenen Sounds experimentiert. 2018 sagte der Thüringer Sänger – im Zuge der Veröffentlichung von Handgepäck I – noch, dass dieses Album als Teil gesehen werden muss, für das es bald auch eine Fortsetzung geben wird. Nun hat der Erfurter mit Sag Mir Was Du Willst eine neue Single veröffentlicht und stellt sich dabei die Frage, was er selbst bisher erreicht hat. Diese Frage, die jedem unweigerlich ab einem bestimmten Alter heimsucht und nicht selten auch in Selbstzweifel stürzt. Clueso hingegen geht weiter und stellt sich im Song mit Sag mir, was du willst, sag mir, was du willst, sag mir, was du wirklich willst. […] Blick in’n Spiegel, was hat sich verändert? Außer noch mehr Termine im Kalender? Suche nach ’nem tieferen Nenner, heut Juli, morgen schon Dezember die Frage, wofür sich sein Schaffen lohnt. Dabei gibt Clueso keine Antworten, sondern stellt nur die Fragen. Musikalisch hingegen, probiert sich Clueso auf Sag Mir Was Du Willst aus und geht wieder etwas mehr zurück zu seinen Wurzeln, als seine Musik noch deutlich mehr Rap beinhaltete. So schlägt der 39-jährige Sänger eine Brücke von seinem Karrierestart bis zur heutigen Laufbahn und wird der Song hoffentlich noch lange kein Ende bedeuten.