Wild Youth – Pop, so klebrig süß

Sie haben alles, was Newcomer benötigen, um ganz groß rauszukommen. Gitarren, eine äußerst markante Stimme, sympathische Bandmitglieder und bereits ein paar respektable Hits auf Spotify und im irischen Radio. Damit hat die vierköpfige Band Wild Youth aus Dublin die besten Voraussetzungen um den ganz großen Durchbruch zu feiern. Mit ihrer aktuellen Single Can’t Move On zeigen sie, wie klebrig süße Popsongs klingen müssen. So haben Callum McAdam, Ed Porter, David Whelan und Conor O’Donohoe mit Can’t Move On eine kräftige Indiepopnummer veröffentlicht, die bereits seit dem frühen Sommer durch die Blogs und Radiostationen geistert. Dabei bekamen sie prominente Unterstützung – haben den Song doch die beiden Musiker Mark Sheehan und Danny O’Donoghue von The Script produziert. Bereits im Vorfeld der Singleveröffentlichung konnten sie als Support-Act für Künstler wie Zara Larsson, Niall Horan und eben auch The Script spielen. Dies bracht ihnen im Anschluss zwei ausverkaufte Gigs in Dublin und London ein. Nun stehen sie kurz davor, auch im restlichen Europa groß rauszukommen und begeistern mit der Single Can’t Move On bestimmt schon bald auch hierzulande die Massen.

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Pool – Back to the 80’s!

Mit Lorbeeren überschüttet und selbst vom britischen The Guardian gefeiert, ging es in den letzten Jahren für das Hamburger Trio Pool auf und ab. Haben sie 2012 mit dem Song Don’t Call My Name Aufmerksamkeit auf sich gezogen, veröffentlichten sie 2015, nach einigen EP’s, Ihr Debütalbum Snacks & Suppliers. 2016 noch zwei Songs veröffentlicht, wurde es in den letzten beiden Jahren ruhig um die Jungs. Dabei standen Frontsänger Nils Hansen, Daniel Husten und David Stoltzenberg keinesfalls still. So haben sie in der Zeit etliche Songs aufgenommen, die nie das Licht der Welt erblickten. Und dennoch war diese Phase für die Band sehr wichtig, fanden sie doch immer mehr gefallen am Produzieren und veröffentlichen nun mit Moving On ihren ersten selbst geschriebenen, produzierten und gemixten Song, der als funky Indiepop-Song mit klebrigen 80er-Jahre-Synthies aufwartet und uns den Sommer noch bis weit in den Oktober hinein sichert. Und so gibt es das Trio bereits seit bald acht Jahren. So gesellen sich heute Bands wie Parcels zu ihrem Sound dazu und lassen die Hamburger damit zu Vorreitern des Genres werden.

Me & Reas – Handgemachter Indiepop aus Deutschland

Ein Song, wie ein Roadtrip – den hat die Nürnberger Band Me & Reas gerade veröffentlicht. Den Weg in den Plattenladen hat auch das, am vergangenen Freitag veröffentlichte, Debütalbum Past Perfect geschafft. Und das gleicht einem kleinen Wunder. Denn eigentlich stand die Band schon vor der Auflösung. Zu lange hatten sie erst zu zweit Musik gemacht und waren dessen müde geworden – bis schließlich ein Musikvideo gedreht und veröffentlicht wird, dass schon fast als Abschied gesehen werden sollte – und durch die Decke ging. Hier trudelten plötzlich Anfragen für Auftritte und Interviews ein und wurde gar nach einer Release-Show gefragt. So kam es zu dieser einen Show, die als letzte geplant war und die erste werden sollte, für eine Band die vorher keine sein wollte und plötzlich eine war. Diese Release-Show überzeugte schließlich so sehr durch eine lockere, spontane und authentische Art, dass danach weitere Anfragen nur so bei ihnen eingingen. Nun haben sie mit dem Album Past Perfect und der Single 200 Times Musik veröffentlicht, die modern und direkt klingt und dabei die volle Ladung Pop beinhaltet. Me & Reas könnten mit ihrem Sound locker von den britischen Inseln oder aus den USA kommen. Denn wer Bands wie Train mag, wird sich bei Me & Reas durchaus wiederfinden und den frischen Gitarrensound lieben.

Petit Biscuit feat. Panama – Innovation hoch 2

Mit dem gerade einmal 18 jährigen, französischen Produzenten Petit Biscuit und Panama haben sich auf dem heutigen Song zwei Künstler gefunden, die für innovativen und modernen Elektrosound stehen und dennoch einem großen Publikum bisher verwehrt geblieben sind. Mit Sunset Lover hatte Petit Biscuit 2015 einen ersten, internationalen Achtungserfolg feiern können und erreichte in seinem Heimatland sogar Platz 6 der Singlecharts. Sein Debütalbum Presence kam im November 2017 auf den Markt und beinhaltet die nun veröffentlichte Single Waterfall, auf dieser der Australier Panama dabei ist. Panama selbst ist gerade mit seinem Song The Highs in Europa auf dem Vormarsch und überzeugt mit seinem euphorischen Sound die Kritiker. Was beide Künstler gemein haben, ist der treibende Sound, der sich mal im Tropical-House, mal im Indie-Pop oder auch Elektro wiederfindet. Auf Waterfall vermischen sie nun ihre Einflüsse zu einem verspielt, modernen Sound, der sich gekonnt im Pop aufhält und dennoch tanzbar und clubtauglich ist. Ebenso passend zu einem anbrechenden Frühlingstag im Freien, wie zu einem sommerlichen Open-Air, ist Waterfall ein starker House-Track, der den Weg in den Sommer 2018 finden könnte.

Someone – Eine ganz neue musikalische Welt

Im Sommer überraschte uns die Niederländerin Tessa Rose Jacksons mit ihrem neuen Musikprojekt Someone. War sie bis dahin im Indiepop, vor allem mit dem Song Change Time, der für einen IKEA-Werbespot verwendet wurde, aufgefallen. Mit einer frechen und unterhaltsame Art sorgte sie so 2012 für ein erstes Aufhorchen. Allerdings konnte sich Jackson auf Dauer nicht mit diesem Sound identifizieren und suchte andere Wege, sich musikalisch auszudrücken. Der im Sommer veröffentlichte Song The Deep war der Beginn dazu. Mit verschwimmenden Klängen, einem elektronischeren Sound und eine Referenz an Portishead krempelte sie ihre musikalische Ausrichtung einmal völlig um. Auf ihrer neuen Single Forget Forgive führt sie diesen Sound konsequent weiter, wird dabei allerdings noch ruhiger und schwimmt auf einem Klangbett aus tiefen Gitarrenriffs. Jackson klingt hierbei ruhig und entspannt. Mit dem dazugehörigen Musikvideo, welches 6:16 Minuten lang ist und einen Kampf der Geschlechter zeigt, fügt sie dem Song einen Clip hinzu, der widersprüchlicher kaum auf ihre Musik wirken könnte. Nach The Deep hat Tessa Rose Jackson, alias Someone, mit Forget Forgive eine starke zweite Single veröffentlicht, die Lust auf ein ganzes Album macht.

Alex The Astronaut – Ein Underdog plötzlich ganz groß

Ein Multitalent par excellence. Sie ist nicht nur haarscharf an einer Profi-Fussballkarierre vorbeigeschrammt, sondern studiert auch noch Mathematik und Physik in New York. Dabei kommt Alex Lynn eigentlich aus Australien und ist vor einer kleinen Ewigkeit mit ihrer Familie nach Großbritannien gezogen. Hier inspirierte sie der Britpop-Sound und die vielen Gitarren in Songs so sehr, dass sie selbst anfing, Songs zu schreiben. Schon früh griff sie zur Gitarre und ließ ihren Folk-Pop entstehen. Doch Musik ist aktuell gar nicht mal im Vordergrund – obwohl sie zur Zeit deutlich mehr im Kopf behalten muss. Allerdings kann sich Alex unter ihrem Pseudonym Alex The Astronaut durchaus vorstellen, in einigen Monaten eine EP und nächstes Jahr ein Album zu veröffentlichen. In der Zwischenzeit tanzen wir zu ihrem Indie-Hit Not Worth Hiding. Dieser ist vor einigen Wochen zum absoluten Hit in Australien geworden. Konnten die Australier damals über die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare entscheiden, wurde Not Worth Hiding zur Hymne dieser Wahl. Gleichzeitig sang Alex The Astronaut in die Welt hinaus, wie viel mehr es wert ist, sich selbst zu vertrauen, sich zu trauen zu seinen Gefühlen zu stehen und keine Angst davor zu haben, sich als homosexuell zu outen. Dass dies als Künstlerin nicht einfach ist, ist verständlich, hat doch speziell die Stimme eines Künstlers immer auch eine höhere Gewichtung und kann so schnell missverstanden werden. Im Falle von Alex The Astronaut ging allerdings alles gut und ihre Single startete voll durch. Dies ist abgesehen vom Thema auch der sympathischen Art zuzuschreiben, wie Alex The Astronaut singt. Es ist vielmehr ein frecher Sprechgesang, der an die ganz frühen Songs der französischen Sängerin SoKo oder Kate Nash erinnert. Folk trifft auf Pop und lässt die Gitarren klingen. Wir wollen schleunigst mehr davon!

Gengahr – Halten die Indie-Fahne hoch

Was würden wir nur ohne sie tun?! In den 2000ern wurde Indiemusik zum Pop – heute ist davon nicht mehr viel übrig geblieben und unlängst wurde Rock und Indie als tot erklärt. Doch immer wieder gibt es diese Bands, die leise und unbemerkt Alben rausbringen und ihr eigenes Publikum heranzüchten. Ein Beispiel hierfür ist die britische Band Gengahr, die bereits 2015 mit ihrem Debütalbum A Dream Outside ein kollektives Stirnrunzeln verursachten, um nur wenig später dieses Stirnrunzeln zum Freudentanz mutieren zu lassen. So beschrieb damals ein Journalist des Guardian über das Debütalbum: Das ist Psychopop mit einer starken Betonung zum Pop. Dies soll sich auch 2018 nicht ändern. Denn am 9. März 2018 veröffentlichen Gengahr ihr zweites Album Where Wildness Grows. Nach der ersten Single Carrion veröffentlichen Gengahr nun mit Mallory ihre zweite Single, die irgendwo zwischen alt-j und den Stereophonics liegt. Erinnert die Weite der Gitarren an die Waliser von Stereophonics hat die Stimme des Frontsängers Felix Bushe etwas von die des alt-j-Frontsängers Joe Newmans. Zusammen ergibt dies ein Gemisch aus morbiden Indierock und liefern Gengahr dabei erstaunlich konstant, gute Musik ab die immer auch eine kleine Portion Extravaganz besitzt.

Cosby – bleiben dem Indie-Pop treu

Cosby – Get Up

Fulminant gestartet waren die Münchner von Cosby bereits 2014/15, als sie mit Singles wie Boone & Bane und Yeah! mit frischem Indiesound die Radios beschallten. Kam 2015 das Debütalbum des Quartetts raus, konnte man sie anschließend zwei Jahre lang live von Flensburg bis München sehen. Nun hat die Band um Frontsängerin Marie Kobylka mit Get Up eine neue Single und den Vorboten für ihr zweites Album veröffentlicht. Hierbei bestimmen klare Synthie-Beats und Fanfaren das Bild und klingt Kobylka fast schon hysterisch euphorisch. Mit voller Energie und noch mehr Spaß geht Get Up direkt nach vorne und animiert nicht nur zu tanzen, sondern lässt gar nichts anderes zu. Darum heißt es auch auf Cosby’s Facebookseite „.. also get up everyone und feiert mit uns…“ – dem schließen wir uns gerne an!

Childhood – Die Metamorphose

Childhood – Californian Light

Was ist da mit den Briten von Childhood passiert?! 2010 gegründet, hatten sie 2014 ihr Debütalbum Lacuna veröffentlicht, das mit Indiepop begeisterte. Nun kommen sie mit Album zwei – Universal High – um die Ecke und präsentieren einen verdammt souligen 70er Jahre Sound. Auf ihrer ersten Single Californian Light singt Frontsänger Ben Romans-Hopcraft mal mit Kopfstimme und erinnert an Pharell Williams, um dann im nächsten Moment sogar an Alex Turner von den Arctic Monkeys zu erinnern. Die Veränderung des Sounds, weg vom Indie – hin zum Soul, erklärt Romans-Hopcraft damit, dass er im Umfeld von Soul-, Pop- und Groove-Songs aufgewachsen sei und dieser Schritt als einzig logischer erschien. Californian Light passt perfekt zum Spaziergang am Strand oder um unbedarft durch Londons Häuserschluchten zu ziehen. Wir können somit also gespannt sein, wie sich das zweite Album, das am 21. Juli erscheinen wird, in voller Länge anhört.

Highasakite – Die Hymne des Berlin Festivals

Was gab es nicht in den letzten Jahren alles für frische Newcomer die das Berlin Festival als Hymnen-Geber auserkoren hatten. Neben I Heart Sharks Neuzeit für das 2012er Festival waren 2013 die Hamburger von Pool mit Harm dran. Nun kommt für die 2014er Hymne mal ein Act aus Norwegen zum Zuge. Highasakite ist eine fünfköpfige Band die eine Version des Indie Pops für sich entdeckt hat, der leichter nicht klingen könnte. Fängt der Song Since Last Wednesday doch mit leisen Klängen an, singt Helene Håvik glockenklar bis zum Einsetzen des Schlagzeuges. Die damit einhergehende Steigung hin zu einem opulenten Indie-Rockbrett macht den Song immer wieder auf’s Neue zu einem Highlight. Dies wird der Band wohl im Berliner Umfeld so einige neue Fans bescheren. Zu Recht, wäre es doch viel zu schade Highasakite zu verpassen.