Zala Kralj & Gašper Šantl - Sebi

Zala Kralj & Gašper Šantl – Wir hängen an ihren Lippen

Es sind diese Momente, wie bei solch großen Veranstaltungen, wie dem Eurovision Song Contest, die es immer wieder sehenswert machen, diese Shows zu verfolgen. Fernab der aufgeregten Performances der anderen Länder hat sich Slowenien für einen Song entschieden, der sich von allen anderen abhob. Mit dem Duo Zala Kralj & Gašper Šantl hatte das südosteuropäische Land am vergangenen Samstag nämlich ein junges Duo auf die Bühne Tel Avivs geschickt, welches noch nicht einmal zwei Jahre zusammen Musik macht. Hatte Šantl vorher bereits Musik produziert, suchte er für einige Songs noch eine weibliche Stimme, die er bei Kralj fand. Allerdings entwickelte sich ihre Zusammenarbeit so gut, dass sie entschieden, als Band weiterzumachen. Mitte Februar veröffentlichten sie mit Štiri ihre Debüt-EP, auf der auch der Eurovision-Song Sebi enthalten ist. Dieser zeigt mit seiner klaren Songstruktur und einem Mix aus Minimal und Indiepop, dass moderne elektronische Musik nicht immer nur aus Ländern, wie Großbritannien oder Schweden kommen muss. Zala Kralj & Gašper Šantl erinnern mit Sebi stark an die britische Band The XX und haben mit dieser den mystisch, melancholischen Sound gemein, der beide Bands dadurch unglaublich interessant werden lässt. Dass ihre Performance auf dem Eurovision so eintönig erschien, liegt wohl an dem Fakt, dass die beiden sich mit ihrer Musik zwar wohl fühlen, allerdings nie damit gerechnet hätten, einmal vor 200 Millionen Menschen zu spielen. Mit Sebi brauchen sich Kralj und Šantl überhaupt keine Gedanken machen, denn ihr Publikum haben sie damit längst gefunden.

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Barrie - Darjeeling

Barrie – Supernova Dreampop

Sie sind tatsächlich ein neuer Stern am Indiepophimmel und haben mit ihrem am 3. Mai veröffentlichten Debütalbum Happy To Be Here eine Menge Material herausgebracht, welches zu einem Abend unter der Discokugel passt. Sie selbst kommen aus Brooklyn, New York und haben sich über die verschiedensten Wege kennengelernt. Einer dieser Wege ist das Zusammenkommen von Sabine Holler und der Band. War die Deutsche Sängerin doch gerade aus Berlin nach New York gezogen und nutzte Tinder, um neue Menschen kennenzulernen, hatte die Band genau auf diesem Portal ein Profil erstellt, mit dem sie noch eine Bassistin suchten. Gesucht, gefunden beschreibt Namensgeberin und Frontsängerin Barrie die Band in Interviews dann auch gerne mit den Worten Ein Teil dessen, was die Band so großartig macht ist der Fakt, dass hier ein Haufen Freaks zusammengekommen sind, die super zugängliche und fantastische Musik zusammen machen. Da ist eine Art natürliche Experimentierfreudigkeit, die die Band antreibt. Auf ihrer aktuellen Single Darjeeling zeigen sie dann auch, wie diese Experimentierfreudigkeit klingt. Mit 80er Jahren Synthies – die eine Erinnerung auslösen, bei der man sich nicht sicher ist, ob man überhaupt dabei war – und Dreampop singt Barrie sanft zu den Beats und klingt dabei unaufgeregt aufregend. Darjeeling ist damit der perfekte Opener, um die Band einem breiten Publikum vorzustellen und ihre Musik in die Welt zu tragen.

Moonlight Breakfast - Summer

Moonlight Breakfast – Die volle Ladung Leben

Am 17. Mai ist es endlich soweit und das dritte Album Affection, der rumänischen Band Moonlight Breakfast kommt auf den Markt. Bereits im Januar konntet Ihr hier auf SOML die Single Look Up entdecken. Denn in den luftig, leichten Elektropop des Trios musste man sich einfach verlieben. Nun steht zur Veröffentlichung des Albums mit Summer noch eine neue Single in den Startlöchern und erinnert dabei an Songs, wie Lykke Lis Little Bit und begeistert mit einem catchy Indiepopbeat, der durch seinen eingängigen Sound zu einem großartigen Sommersong avanciert. Dabei haben sich Moonlight Breakfast an die Erlebnisse der letzten Jahre gewagt und nicht nur das Lebensgefühl des Erlebten in dem Song verarbeitet, sondern auch einzelne Filmsequenzen, die in den vergangenen drei Jahren überall auf der Welt aufgezeichnet wurden, zu einem Musikvideo zusammengeschnitten. Herausgekommen ist ein Song, der das Leben zelebriert und für gute Laune sorgt.

Blanks - Don't Stop

Blanks – Große Fußstapfen einfach wegpusten

Mit 22 Jahren gilt Simon de Wit schon nicht mehr als Youtube-Youngster. Doch unter seinem Künstlernamen Blanks hat der Niederländer es geschafft, innerhalb der letzten  sechs Jahre eine Fangemeinde von 500.000 Followern aufzubauen. Seit 2013 vloggend – veröffentlicht Blanks seit 2016 auch eigene Songs. Dabei handelte es sich Anfangs noch zumeist um Coverversionen bekannter Hits wie von Taylor Swift, Imagine Dragons, Ed Sheeran oder Harry Styles, die Blanks in ein 80er Jahre Gewand steckte. Nun hat er mit Don’t Stop einen fantastischen Indiesong produziert, der zu 100 Prozent von ihm stammt. Hierbei bedient sich Blanks an eingängigen Gitarrenriffs und einer ordentlichen Synthesizer-Portion und lässt Don’t Stop damit zu einem perfekten Teenagersoundtrack werden, der einen an unbeschwerte Momente und bekloppte Aktionen mit seinen Freunden denken lässt.

Ten Tonnes - Lucy

Ten Tonnes – Musik der Generationen

Was haben George Ezra und Dan Auerbach von den Black Keys gemein?! Ten Tonnes! Denn hinter Ten Tonnes steckt der britische Musiker Ethan Barnett, der sich laut Radio Fritz anhört, wie der jüngere Bruder von George Ezra und bereits mit Dan Auerbach zusammen an Musik gearbeitet hat. Dass ist aber noch längst nicht alles, denn die Lobeshymnen eilen Ten Tonnes nur so voraus. Überschlagen sich in Großbritannien die Lobhudeleien bezüglich des aus Hertford kommenden Musikers, hat der 22-jährige Sänger auch einiges auf dem Kasten. Erscheint am 3. Mai sein Debütalbum Ten Tonnes veröffentlicht er nun mit Lucy einen Song, der für den Musiker vieles bedeutet. Denn begleitet den Briten Lucy bereits seit seiner Studienzeit – in der er mit dem Song auch auftrat und frenetischen Applaus erhielt – hat er ihn nun für das Album nochmal neu aufgenommen. Dabei klingt Lucy wie ein Hybrid aus Musik den 80ern, 2000ern und der britischen Indiepop-Musik, die heute auf der Insel vorrangig herrscht. Hier kommen Synthies, Gitarren, eine fantastische Hookline zusammen und erinnern irgendwie an The Kooks. So greift Ten Tonnes alle Register der Genrekunst und lässt Lucy zu einem satten Indieaufschrei werden. Wenn es auch nur einen Hauch einer Gefährdung eines fantastischen Indiesommers geben könnte, sollte man auf jeden Fall Ten Tonnes auflegen!

Wild Youth – Pop, so klebrig süß

Sie haben alles, was Newcomer benötigen, um ganz groß rauszukommen. Gitarren, eine äußerst markante Stimme, sympathische Bandmitglieder und bereits ein paar respektable Hits auf Spotify und im irischen Radio. Damit hat die vierköpfige Band Wild Youth aus Dublin die besten Voraussetzungen um den ganz großen Durchbruch zu feiern. Mit ihrer aktuellen Single Can’t Move On zeigen sie, wie klebrig süße Popsongs klingen müssen. So haben Callum McAdam, Ed Porter, David Whelan und Conor O’Donohoe mit Can’t Move On eine kräftige Indiepopnummer veröffentlicht, die bereits seit dem frühen Sommer durch die Blogs und Radiostationen geistert. Dabei bekamen sie prominente Unterstützung – haben den Song doch die beiden Musiker Mark Sheehan und Danny O’Donoghue von The Script produziert. Bereits im Vorfeld der Singleveröffentlichung konnten sie als Support-Act für Künstler wie Zara Larsson, Niall Horan und eben auch The Script spielen. Dies bracht ihnen im Anschluss zwei ausverkaufte Gigs in Dublin und London ein. Nun stehen sie kurz davor, auch im restlichen Europa groß rauszukommen und begeistern mit der Single Can’t Move On bestimmt schon bald auch hierzulande die Massen.

Pool – Back to the 80’s!

Mit Lorbeeren überschüttet und selbst vom britischen The Guardian gefeiert, ging es in den letzten Jahren für das Hamburger Trio Pool auf und ab. Haben sie 2012 mit dem Song Don’t Call My Name Aufmerksamkeit auf sich gezogen, veröffentlichten sie 2015, nach einigen EP’s, Ihr Debütalbum Snacks & Suppliers. 2016 noch zwei Songs veröffentlicht, wurde es in den letzten beiden Jahren ruhig um die Jungs. Dabei standen Frontsänger Nils Hansen, Daniel Husten und David Stoltzenberg keinesfalls still. So haben sie in der Zeit etliche Songs aufgenommen, die nie das Licht der Welt erblickten. Und dennoch war diese Phase für die Band sehr wichtig, fanden sie doch immer mehr gefallen am Produzieren und veröffentlichen nun mit Moving On ihren ersten selbst geschriebenen, produzierten und gemixten Song, der als funky Indiepop-Song mit klebrigen 80er-Jahre-Synthies aufwartet und uns den Sommer noch bis weit in den Oktober hinein sichert. Und so gibt es das Trio bereits seit bald acht Jahren. So gesellen sich heute Bands wie Parcels zu ihrem Sound dazu und lassen die Hamburger damit zu Vorreitern des Genres werden.

Me & Reas – Handgemachter Indiepop aus Deutschland

Ein Song, wie ein Roadtrip – den hat die Nürnberger Band Me & Reas gerade veröffentlicht. Den Weg in den Plattenladen hat auch das, am vergangenen Freitag veröffentlichte, Debütalbum Past Perfect geschafft. Und das gleicht einem kleinen Wunder. Denn eigentlich stand die Band schon vor der Auflösung. Zu lange hatten sie erst zu zweit Musik gemacht und waren dessen müde geworden – bis schließlich ein Musikvideo gedreht und veröffentlicht wird, dass schon fast als Abschied gesehen werden sollte – und durch die Decke ging. Hier trudelten plötzlich Anfragen für Auftritte und Interviews ein und wurde gar nach einer Release-Show gefragt. So kam es zu dieser einen Show, die als letzte geplant war und die erste werden sollte, für eine Band die vorher keine sein wollte und plötzlich eine war. Diese Release-Show überzeugte schließlich so sehr durch eine lockere, spontane und authentische Art, dass danach weitere Anfragen nur so bei ihnen eingingen. Nun haben sie mit dem Album Past Perfect und der Single 200 Times Musik veröffentlicht, die modern und direkt klingt und dabei die volle Ladung Pop beinhaltet. Me & Reas könnten mit ihrem Sound locker von den britischen Inseln oder aus den USA kommen. Denn wer Bands wie Train mag, wird sich bei Me & Reas durchaus wiederfinden und den frischen Gitarrensound lieben.

Petit Biscuit feat. Panama – Innovation hoch 2

Mit dem gerade einmal 18 jährigen, französischen Produzenten Petit Biscuit und Panama haben sich auf dem heutigen Song zwei Künstler gefunden, die für innovativen und modernen Elektrosound stehen und dennoch einem großen Publikum bisher verwehrt geblieben sind. Mit Sunset Lover hatte Petit Biscuit 2015 einen ersten, internationalen Achtungserfolg feiern können und erreichte in seinem Heimatland sogar Platz 6 der Singlecharts. Sein Debütalbum Presence kam im November 2017 auf den Markt und beinhaltet die nun veröffentlichte Single Waterfall, auf dieser der Australier Panama dabei ist. Panama selbst ist gerade mit seinem Song The Highs in Europa auf dem Vormarsch und überzeugt mit seinem euphorischen Sound die Kritiker. Was beide Künstler gemein haben, ist der treibende Sound, der sich mal im Tropical-House, mal im Indie-Pop oder auch Elektro wiederfindet. Auf Waterfall vermischen sie nun ihre Einflüsse zu einem verspielt, modernen Sound, der sich gekonnt im Pop aufhält und dennoch tanzbar und clubtauglich ist. Ebenso passend zu einem anbrechenden Frühlingstag im Freien, wie zu einem sommerlichen Open-Air, ist Waterfall ein starker House-Track, der den Weg in den Sommer 2018 finden könnte.

Someone – Eine ganz neue musikalische Welt

Im Sommer überraschte uns die Niederländerin Tessa Rose Jacksons mit ihrem neuen Musikprojekt Someone. War sie bis dahin im Indiepop, vor allem mit dem Song Change Time, der für einen IKEA-Werbespot verwendet wurde, aufgefallen. Mit einer frechen und unterhaltsame Art sorgte sie so 2012 für ein erstes Aufhorchen. Allerdings konnte sich Jackson auf Dauer nicht mit diesem Sound identifizieren und suchte andere Wege, sich musikalisch auszudrücken. Der im Sommer veröffentlichte Song The Deep war der Beginn dazu. Mit verschwimmenden Klängen, einem elektronischeren Sound und eine Referenz an Portishead krempelte sie ihre musikalische Ausrichtung einmal völlig um. Auf ihrer neuen Single Forget Forgive führt sie diesen Sound konsequent weiter, wird dabei allerdings noch ruhiger und schwimmt auf einem Klangbett aus tiefen Gitarrenriffs. Jackson klingt hierbei ruhig und entspannt. Mit dem dazugehörigen Musikvideo, welches 6:16 Minuten lang ist und einen Kampf der Geschlechter zeigt, fügt sie dem Song einen Clip hinzu, der widersprüchlicher kaum auf ihre Musik wirken könnte. Nach The Deep hat Tessa Rose Jackson, alias Someone, mit Forget Forgive eine starke zweite Single veröffentlicht, die Lust auf ein ganzes Album macht.