LPX – MS von MR machts solo

Hinter der kryptischen Abkürzung LPX und MS MR wird für den ein oder anderen Musikfan schnell die Lösung auf der Hand gelegen haben. Für alle Anderen ist LPX das Alter Ego der amerikanischen Musikerin Lizzy Plapinger, die seit 2011 Teil der – aktuell in einer Pause befindlichen – Band MS MR ist und mit dem Song Hurricane auch in Deutschland einen Hit notieren konnte. Darüber hinaus fungiert sie auch als Mitbegründerin des Plattenlabels Neon Gold Records, welches sie 2008 ins Leben gerufen hat. Nun kommt ein drittes Standbein hinzu, denn macht Plapinger seit 2018 auch vermehrt mit Soloveröffentlichungen unter eben der Abkürzung LPX von sich reden. Mit der nun veröffentlichten Single Give Up The Ghost zeigt sie uns eindrucksvoll, wie der Sound ihrer Band MS MR ohne den deutlichen Anteil an elektronischer Musik klingt und holt gleichzeitig alle Fans von großartigen Indiehymnen ab. Plapinger selbst beschreibt dabei Give Up The Ghost mit den Worten, dass es um die Aktion, Bestätigung und Reflexion des Loslassens und des Vorwärtskommens geht. Denn etwas Frisches beginnt aus einem verbrannten Ende. Dabei steht sie vor der Zielgeraden ihrer zweiten EP Junk of the Heart welche im März erscheinen wird. Hier klingt sie mit den ersten beiden veröffentlichten Songs Might Not Make it Home und Give Up the Ghost wieder deutlich größer und legt damit den kratzigen Rockgörensound der Debüt-EP Bolt in the Blue ab. Mit Give Up The Ghost vereint Lizzy Plapinger/LPX die Musik von MS MR und ihrer eigenen Debüt-LP und formt daraus spannende neue Musik die frisch und nach einem Statement klingt.

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Giant Rooks – Groß, Größer, Riesig

Ihr Output an neuer Musik ist atemberaubend. 2014 gegründet, veröffentlichte die Nordrhein-Westfälische Band Giant Rooks bereits ein Jahr später mit The Times Are Bursting the Lines EP die erste Musik. Wiederum nur knapp 13 Monate später folgte mit der New Estate EP der Durchbruch. Songs wie New EstateBright Lies und Mia & Keira (Days To Come) wurden über 2017 bis ins Jahr 2018 zu Publikums- und Kritikerlieblingen. Ist doch der kompromisslose Indie, den die Band um Frontsänger Frederik Rabe präsentiert, ein regelrechter Aufschrei nach guter und international klingender Musik dieses Genres. Stand das ablaufende Jahr 2018 ganz im Zeichen der großen Konzerte, mit einer ausverkauften Headlinertour durch die DACH-Region und Großbritannien, haben es die Jungs nicht ohne neue Musik zu veröffentlichen ausgehalten. Und so kommt kurz vor Torschluss 2018 mit Wild Stare tatsächlich die Überraschung. Ist die Single nicht nur abermals ein großartiges Ausrufezeichen, präsentieren sie uns für 2019 die nächste Tournee mit 22 Konzerten in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Belgien, den Niederlanden und Großbritannien. Steht das Quintett beim Berliner Musiklabel IRRSINN Tonträger – bei dem auch AnnenMayKantereit, Faber und die Leoniden beheimatet sind – unter Vertrag, dürfte es wohl nicht mehr lange dauern, bis wir das Debütalbum angekündigt bekommen. Mit Wild Stare haben Giant Rooks eine große Indie-Nummer produziert, die durch Rabes kratzig, markante Stimme und griffigen Gitarrenriffs so gut funktioniert, dass man sich nach dem nächsten Indie-Club umsehen und sofort auf die Tanzfläche springen möchte.

Shout Out Louds – Verträumt in eine neue Zukunft

Diese Band hat so einige Höhen und Tiefen durchlaufen. Waren ihre ersten beiden Alben Howl Howl Gaff Gaff und Our Ill Wills volle Erfolge in Schweden, schaffte es das dritte und vierte Album Work und Optica sogar international in die Charts. Doch mit dem fünften und aktuellsten Album Ease My Mind folgte ein herber Dämpfer. Landete dieses Album doch in keinen Charts weltweit. Dabei klingen die fünf Stockholmer hierbei deutlich offener und bleiben ihrem euphorischen Sound treu. Mit der nun veröffentlichten Single Up The Hill schließen sie – nach eigenen Aussagen – die Ära des Albums Ease My Mind ab. Somit schließt sich die neue Single wohl der Produktionszeit des fünften Albums an und überbrückt die Zeit bis zum sechsten Langspieler, welches die Band bereits vorbereitet. Up The Hill ist eine Liebeserklärung an die Liebe selbst. Mit viel Autotune und großen Gesten verabschieden sich die Stockholmer in eine Phase des Songwritings. Up The Hill ist eine verträumt, perfekte Indiehymne, die uns fühlen lässt, wie sehr die Band mit den Fans verbunden ist.

Highasakite – Rauheit so sanft verpackt

Die norwegische Band Highasakite ist bekannt für große Indie-Hymnen wie Since Last Wednesday, Darth Vader oder Golden Ticket. Doch nun kommen sie für ihr viertes Studioalbum, welches mit viel Glück noch dieses Jahr erscheinen könnte, deutlich ruhiger daher. Dabei beginnt ihre neue Single I Call Bullshit mit einem Klavier und sanften Tönen, zu denen Frontsängerin Helene Håvik ebenfalls sanft die rauen Zeilen wie I call bullshit the night is youngMy drug of choice and I sure ain’t done singt. Bereits 2014 geschrieben, sollte I Call Bullshit eigentlich deutlich lauter werden. Die, dem Umfeld geschuldete Zurückhaltung – Håviks Freund schlief nebenan, weshalb sie den Song nicht laut einsingen konnte – brachte die Wirkung des Songs allerdings in eine komplett neue Richtung, die der Band so sehr gefiel, dass sie es beibehalten. Dabei fungiert auch I Call Bullshit als astreine Hymne für den Moment, wenn man die Nacht durchgefeirt hat, die Freunde nach Hause ziehen, man selbst aber noch nicht aufhören möchte.

Highasakite – Für den ganz großen Moment

Sie bestehen erst seit fünf Jahren, haben aber schon ihr drittes Album in der Pipeline. Die Norweger von Highasakite lassen nichts anbrennen und entzünden dabei selbst das Feuer. Ihr Durchbruch kam mit ihrem 2014 veröffentlichten, zweiten Album Silent Treatment, mit dem sie den ersten Platz der Norwegischen Albumcharts erreichten. Im selben Jahr wurde ihr Song Since Last Wednesday zum Titelsong des Berlin Festivals gekürt und schaffte somit auch den Sprung über die Landesgrenze und in den Mainstream. Es folgten Anfragen aus ganz Europa und Australien. Mit ihrem Ende Mai erscheinenden dritten Album Camp Echo legen sie sogar noch eins drauf und hauen regelrecht mit großen epischen Indiehymnen um sich. Ein Vorgeschmack liefert die Single Golden Ticket, die mit einem modernen Bassgerüst startet und sich im Laufe der knapp vier Minuten zu einer großen, exzessiven Hymne entwickelt. Golden Ticket ist ein Song für die ganz großen Momente und die ganz großen Gefühle.