Dotan – Neues Leben, neue Musik und neues Album?

Mit seinem zweiten Album 7 Layers (2014) schaffte der niederländische Singer/Songwriter Dotan seinen großen Durchbruch. Die darauf enthaltene Single Home wurde sogar in Deutschland zum Hit. Nach seinem 2016er Song Shadow Wind, welcher zum niederländischen Soundtrack der Olympischen Spielen wurde, folgte Anfang des Jahres mit Numb die erste neue Single des Sängers. Nun hat Dotan mit Letting Go eine weitere Single veröffentlicht, die vage eine brisante Zeit in seinem Leben thematisiert. Denn die letzten anderthalb Jahre waren – wenn auch eigenverschuldet – recht hart für den Amsterdamer Sänger. Letting Go ist musikalisch dabei eine feste Nummer und zeigt Dotan mit genau diesem Sound, den wir alle seit 7 Layers von ihm lieben. Große Gesten mit epischen Sound und choralem Gesang dominieren die balladeske Kulisse des Songs und zeigen, dass Dotan sich nicht hinter seinen dunklen Schatten der vergangenen Jahre verstecken muss.

Bag Raiders feat. Panama – Australischer Geniestreich

Die Bag Raiders hatten vor genau zehn Jahren ihren absoluten Höhepunkt. Als mit der Vodafone-Werbung ihr Song Way Back Home in Europa und vor allem in Deutschland zum absoluten Hit geworden ist. Mit ihm kamen sie bis in die Top-20 der deutschen Singlecharts und platzierten ihr Album Bag Raiders in den Top-40. Seit dem ist viel Zeit vergangen, in der Jack Glass und Chris Stracey weitere EP’s veröffentlicht haben. Nun haben die beiden allerdings mit Horizons ihr zweites Album veröffentlicht. Darauf einhalten sind einmal mehr wunderbare Dancesongs, die nach vorne gehen. Mit ihrer aktuellen Single How Long haben sie sich Verstärkung geholt und keinen Geringeren, als Jarrah McCleary – alias Panama – dazugeholt. Dieser gibt dem sprudelnden Dancetrack eine wunderbar entspannte Note und sorgt für ein Chill-Out Gefühl. How Long entstand in L.A. und soll die sehnsüchtige Suche nach der Liebe darstellen. Dabei lief die Zusammenarbeit zwischen den Bag Raiders und Panama so fruchtbar ab, dass selbst das Produzenten-Duo von Panama wachgekitzelt wurde und McCleary dem Duo ganz neue Ansätze und Freiräume lieferte. Die Freiräume kann man auf How Long hören und sich dabei im Sound des Songs verlieren.

Christian Reindl & Tessa Rose Jackson - Happy Together

Christian Reindl & Tessa Rose Jackson – 52 Jahre alter Song ganz leise interpretiert

Es war nur eine Frage der Zeit, bis sich der Münchener TV-, Film- und Werbekompnist Christian Reindl mit der niederländischen Sängerin Tessa Rose Jackson über dem Weg laufen würden. Komponiert und produziert Reindl seit einigen Jahren bereits erfolgreich Songs für Marken, wie Coca-Cola, RTL, BMW, Audi oder DreamWorks ist die Sängerin Jackson – nach ihrem Hit Change Time (2012) – vor allem mit ihrem Projekt Someone, welches sie seit 2017 mit so cineastischen Songs und Musikvideos, wie The Deep (Episode 1)Forget Forgive und Pull It Together in Verbindung bringt, aktiv. Hier wird es wohl auch die Schnittstelle gegeben haben, bei der sich Reindl und Jackson begegnet sein müssen. Dabei ist das erste Werk der beiden so überraschend, wie erfreulich. Denn hier haben beide nicht etwa an einem verkopften Bombastsong gearbeitet, sondern sich den 52 Jahre alten Hit Happy Together von The Turtles ausgesucht. Hierbei haben sie eine Version produziert, die sich stark am Original orientiert, dabei aber eine ganz eigene Geschichte von Kälte, Trauer und Ehrfurcht erzählt. Mit dunklen Klangstrukturen und dem hauchenden Gesang Jacksons ist Happy Together eine streichelnde Ballade, die wahlweise für eine schaurige Gänsehaut oder wohlige Geborgenheit sorgt.

Scouting For Girls - Grown Up

Scouting For Girls – Freunde von Nebenan

Bei manchen Bands ist es schon komisch. Da haben sie absolute Hits im Gepäck, spielen sich die Finger wund und erzeugen mit ihren Songs eine absolut glückliche Atmosphäre – doch so richtig erfolgreich werden sie damit nicht. Bei dem britischen Trio von Scouting For Girls ist das der Fall. Hatten sie vor allem auf ihrem ersten Album Scouting For Girls (2007) so großartige Hits, wie She’s So LovelyElvis Ain’t Dead und Heartbeat platzierten sie auf ihrem zweiten Album 2010 eine Aussage, die sich bin in zehn Jahren absolut überholt hat. Denn der Albumtitel Everybody Wants to Be on TV wird der heutigen Zeit bei weitem nicht mehr gerecht, hat doch das traditionelle Fernsehen gegen die neuen Medien, wie Streamingdiensten und sozialen Plattformen nichts entgegenzusetzen. Während auf diesem Album zumindest für Frontsänger Roy Stride, Bassist Greg Churchouse und Schlagzeuger Dr Peter Ellard der Erfolg in Form eines Nummer-1 Hits entrat, sollte dieser Erfolg von This Ain’t A Love Song einmalig bleiben. Nun sind sie mit ihrem fünften Album The Trouble with Boys zurück und haben dabei eine wunderbare Mischung aus typischen Indiesongs und überraschend ruhigen Balladen veröffentlicht. Mit ihrer aktuellen Single Grown Up hat das Trio eine großartige Up-tempo Nummer veröffentlicht, die mit einer Hookline brilliert, die man nach dem ersten Hören nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Scouting For Girls sind und bleiben eine verlässliche Nummer im Indiepop und zeigen auf ihrem neuesten Album, dass sie nichts von ihrer Energie und ihrem Enthusiasmus der Anfangsjahre verloren haben. Damit wirken sie, wie die Freunde von nebenan und lassen uns Erfolg ganz anders definieren.

DJ Regard – Mit Sample nach ganz oben

Es wird abwechslungsreicher – vor allem bei der elektronischen Musik. Waren hier früher die Briten federführend, sind es nun DJs und Produzenten aus Frankreich, dem Baltikum oder Südosteuropa. Aus letzterer Gegend kommt Dardan Alu, der als DJ Regard gerade mit seinem Songs Ride It durch die Decke geht. Dabei hat sich der Kosovare eines elf Jahre alten R&B-Songs bedient und den Briten Jay Sean damit noch einmal einen zweiten Frühling verschafft. Denn DJ Regards Version hat den 2008er Erfolg mit Platz 11 in den britischen Singlecharts längst eingeholt und befindet sich seit gestern auf Platz 2 in Großbritannien. Dabei geht der Song bereits seit ein paar Wochen durch die Clubs der Welt und wird zunehmend auch in den USA zum Hit, worauf DJ Regard lange gewartet hat. Mixt er doch seit fast zehn Jahren Musik zusammen und legt fast ebenso lange auf – kam der nötige Erfolg erst vor knapp zwei Jahren. Von seinem – größtenteils – Deep House und House ist Ride It überraschend weit weg und zeigt die Bandbreite des Produzenten. Ride It ist ein perfekter Song für die großen Partys mit Freunden, sowie für die Momente alleine zu Hause, an denen wir die Lautsprecher ganz weit aufdrehen und uns zu den chilligen Beats von DJ Regard bewegen.

Purple Disco Machine - Emotion

Purple Disco Machine – Die Disco ist zurück!

Holt Eure Tanzschuhe raus, der heutige Song wird Euch von den Stühlen reißen. Denn bei Purple Disco Machine ist der Name Programm. Vor zehn Jahren zum Leben erweckt, hat der in Dresden als Tino Piontek geborene Produzent in den vergangenen Jahren eine beispiellose Karriere hingelegt und ist dabei dennoch im Mainstream ein mehr oder weniger unbeschriebenes Blatt. Mit seinem 2013er Song My House katapultierte sich der Produzent bis auf Platz 3 der Beatport-Charts und wurde über die nachfolgenden Monate zur Nummer 2 der meistverkauften Songs aller Zeiten auf Beatport. Was folgte, waren House-Hits am Stück und so zeichnete sich der Dresdener in diesem Jahr auch für den – zum Klassiker avancierenden – Clubtrack Body Funk verantwortlich. Nun ist mit Emotion ein weiterer Song veröffentlicht worden, der den Liebhaber des Discosounds einmal mehr an die Spitze der Beatport-Chart bringen wird. Mit typischen 70er Jahre Grooves und einer ordentlichen Portion Housemusik baut sich Purple Disco Machine einen wahren Schatz an hervorragenden Clubtracks auf und lässt uns keine andere Wahl, als alle Energie, zu Emotions, aus dem Körper zu tanzen.

Amason - Marry Me Just For Fun

Amason – Eine Supergroup ganz verträumt

Sie besteht aus der Crème de la Crème der schwedischen Musiklandschaft – die Supergroup Amason. Steckt hinter der Band doch die Sängerin Amanda Bergman – die seit Jahren unter verschiedenen Pseudonymen Musik macht und mit The Tallest Man On Earth-Kristian Matsson verheiratet war, der Keyboarder Gustav Ejstes – der mit seiner Band Dungen in den vergangenen 20 Jahren bereits neun Alben veröffentlicht hat, der Produzent Pontus Winnberg – der als Teil des Produzenten-Duos Bloodshy & Avant Songs unter anderem für David Guetta, Maroon5 und Britney Spears produziert hat und gleichzeitig Teil der Band Miike Snow ist, der Produzent Petter Winnberg – der vor allem als Produzent für Film- und Serienmusik für Netflix, HBO, H&M und Vogue in Erscheinung tritt und der Schlagzeuger Nils Törnqvist, der ebenfalls mit der Band Little Majonettes erfolgreich ist. Hat sich die Band 2012 gegründet, veröffentlichte sie 2015 mit Sky City ihr Debütalbum. Nun ist mit Galaxy I ihr langersehntes Nachfolgealbum rausgekommen und besitzt mit der aktuellen Single Marry Me Just For Fun eine wunderbar, nostalgische Popballade, die mit 80er Jahre Synthies und melancholischer Grundstimmung eine Art Ode auf den Moment darstellen soll. Amason haben damit gleichzeitig den ersten Teil ihres Doppelalbums Galaxy I veröffentlicht, welches aus fünf Songs besteht und Anfang 2020 mit dem zweiten Teil komplettiert wird. Mit der wunderbar hohen und brüchigen Stimme Bergmans, dem poplastigen Sound und dem grandiosen Songwriting kommt einem bei Amason momentan die Frage auf, warum die Band eigentlich nicht ähnlich schnell durch die Decke geht, wie es sonst bei den einzelnen Bands und Projekten der Musiker passiert ist. Mit Marry Me Just For Fun haben sie auf alle Fälle einen veritablen Hit im Angebot, der mit Sicherheit die Fanbase der Band vergrößern wird.

Duke Dumont feat. Zak Abel - The Power

Duke Dumont feat. Zak Abel – Voller Energie auf die Tanzfläche

Duke Dumont ist mittlerweile ein Garant für euphorische Clubsounds. Mit Songs wie Won’t Look Back oder The Giver (Reprise) hat sich der Brite in den letzten Jahren eine sehr ansehnliche Fangemeinde erspielt. Auf seinem neuesten Track The Power hat Dumont den Shootingstar Zak Abel mit dabei. Dieser macht zwar schon seit einigen Jahren Musik, doch so richtig gezündet hat es für den marokkanisch-stämmigen Musiker bisher noch nicht. Und das, obwohl er in den vergangenen Jahren vor allem durch Kollaborationen mit erfolgreichen Acts, wie Avicii, Jonas Blue, Gorgon City und Tom Misch zusammengearbeitet hatte. Nun ist er auf Duke Dumonts Song The Power zu hören und bedienen beide Acts hier ihre Paraderollen. Duke Dumont mit seinem Deep-House Sound, lässt uns auf der Tanzfläche garantiert nicht stehen. Mit euphorischen Synthies und dumpfen Bässen zeigt der DJ und Produzent, wie mit Highs und Lows gespielt werden kann. Abel hingegen setzt mit seinem Gesang auf volle Emotionen. Dabei wird seine Stimme mal hallend, mal vibrierend in Szene gesetzt und bleibt immer präsent. Als ob das nicht schon reichen würde, um einen Hit zu landen, hat sich das Liverpooler Duo CamelPhat des Songs angenommen und ist sowohl für die Produktion, als auch für das Songwriting verantwortlich. Bei dieser Kombination aus Talenten und gestandenen Größen der britischen Houseszene kann am Ende nur ein Hit herauskommen.

Helgi Jonsson feat. Emilíana Torini - Crossroads

Helgi Jonsson feat. Emilíana Torrini – Isländische Leichtigkeit

Mit Emilíana Torrini besitzt Island, neben seiner Vielzahl an herausragenden Künstlern der schweren Musik, eine Sängerin, die durch ihre Musik das Leben so leicht wirken lässt, dass man sich nicht dagegen wehren kann, bei jedem Song der Sängerin ein Lächeln ins Gesicht zu bekommen. Während hierzulande Torrini vor allem durch ihren Nummer 1 Hit Jungle Drum bekannt ist, wird einem der Name Helgi Jonsson wohl gänzlich unbekannt sein. Müsste er aber nicht, denn Jonsson steht für Musik hinter Bands und Künstlern wie Boy, Philipp Poisel, Sigur Rós, Damien Rice oder Tina Dico – mit der er seit Jahren verheiratet ist. Mal als Pianist auf Sigur Rós und Boy Songs, mal als Songwriter für Tina Dico, ist Jonsson in den letzten Jahren unbekannter Weise recht erfolgreich gewesen. Dabei steht sein Klavier im Vordergrund seiner Musik und wird durch elektronische Elemente bereichert. Auf der nun veröffentlichten Version von Crossroads – das im Original als Solosong auf seinem aktuellen Album Intelligentle zu finden ist – hat sich der isländische Sänger die wunderbare Emilíana Torrini dazu geholt und so daraus ein Duett gemacht, welches so sympathisch und locker klingt, dass man sich vorkommt, als würde man neben den beiden auf der Veranda sitzen, ehe alle in einen Pick-Up steigen und raus auf die kargen Felder des Südens fahren. Dabei weht die Luft bei offenen Fenstern in den Fahrerraum und lässt die Wärme des Spätsommers herein. Crossroads ist hierbei eine gar nicht so leichte Kost, schaut man sich den Songtext einmal genauer an. Denn hier beschäftigte sich Jonsson mit den geschichtsträchtigen Wahlen von Donald Trump und dem Brexit. Wie man herausfordernde Themen mit einer Leichtigkeit von Sound verpacken kann, zeigen Helgi Jonsson und Emilíana Torrini mit Crossroads wunderbar.

Milky Chance feat. Tash Sultana - Daydreaming

Milky Chance & Tash Sultana – Schräg und überraschend

Mit dieser Kombi hätte wohl niemand gerechnet. Hatte Tash Sultana gerade erst mit Talk It Out und Matt Corby die erste Kollaboration veröffentlicht, steht nun mit Daydreaming die nächste Veröffentlichung an, die Tash mit dem deutschen Duo Milky Chance aufgenommen hat. Milky Chance wiederum stehen nicht zuletzt durch ihren weltweiten Hit Stolen Dance auch international hoch im Kurs und gehen mit Tash Sultana eine Zusammenarbeit ein, die zwei ungewöhnliche Musikacts zusammenbringt. Dabei ist Daydreaming von einem Reggaesound durchzogen, der es schafft so locker und entspannt zu klingen und gleichzeitig mit Tash Sultanas Part sommerlich verträumt zu wirken. Das dazugehörige Musikvideo sollte darüber hinaus nicht verpasst werden – erzählt es doch in schräger Art und Weise vom Finden eines Schatzes, zurückerlangendem Augenlicht sowie eines Sultans in Form von Tash Sultana auf einem Fliegenpilz sitzend. Das ganze wird gekrönt von einem Flug über die Alpen und Alpentäler. Daydreaming ist eine wilde Zusammenarbeit aus zwei der derzeit ambitioniertesten Acts und begeistert mit einem verqueren Musikvideo und kündigt gleichzeitig Milky Chance‘ drittes Studioalbum Mind The Moon an, das am 15. Oktober scheinen wird.