Querbeat – Große Beats und laute Trompeten

Mehr Freaks braucht das Land! So tönt es aus allen Lautsprechern des Rheinlandes. Auch wenn es noch nicht ganz so ist, könnte die 13-köpfige Band Querbeat aus Bonn bald so etwas wie ein lokaler Hitgarant werden, der es auch fernab des Rheinlandes zur ganz großen Nummer schafft. Denn mit ihrer nun veröffentlichten Single Freaks, die aus dem gerade veröffentlichten dritten Album Randale Und Hurra stammt, reißt die Band förmlich die Decke ein. Die auf Brasspop festgelegte Band hat dabei so viele Einflüsse, wie es Brasspop nur haben kann. Mit elektronischen Beats, Trompeten, Pop-Gesängen und Hip-Hop-Rhymes mischen sie alles zu einer hoch explosiven Soundmischungen zusammen, die in jeder Sekunde zum Ausrasten anregt. Brasspop ist dabei in den letzten Jahren einer angesagtesten Musikrichtungen geworden. Bands wie Querbeat, LaBrassBanda und MEUTE tragen dazu bei, dass Brasspop an die Oberfläche und im Mainstream angekommen ist. Mit der Interpretation des Flume Remixes von Disclosures You & Me hatten gerade die Hamburger von MEUTE einen viralen Hit gelandet. Querbeat hingegen schreiben ihre eigenen Songs und haben dadurch deutlich größeren Einfluss an Soundgerüst ihrer Songs. Querbeat liegt irgendwo zwischen Seeed und Fettes Brot und hat mir Freak einen satten Hit abgeliefert, der keinen stillstehen lässt.

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KLAN – Zwei Brüder, eine Entscheidung

KLAN gibt es bereits seit Ende der 80er Jahre. Und doch haben sie erst jetzt, am 12. Oktober, ihr Debütalbum Wann Hast Du Zeit veröffentlicht. Ihr fragt Euch, was eine Band bitte von 1988 bis 2018 an Zeit benötigt, um ihr Debütalbum fertigzustellen?! Das Aufwachsen! Denn KLAN besteht aus den beiden Leipziger Brüdern Michael und Stefan Heinrich. Nach Jahren des brüderlichen Zusammenlebens im Elternhaus folgte der Weg in bürgerliche Jobs. Blieb Stefan in Leipzig um Medienpädagogik zu studieren, zog es Michael nach Berlin für ein Medizinstudium. Doch damit nicht glücklich werdend, folgte Stefan seinem Bruder einige Zeit später nach Berlin und beide entschlossen, ihre Berufe vorerst ruhen zu lassen, um sich der Musik zu widmen. Denn die hatten sie bereits seit der Jugend für sich entdeckt. Somit stand im Jahr 2016 der Eintrag in das Grundbuch deutscher Bandfindungen an und KLAN kam zur Welt. Nun haben sie mit der aktuellen Single Mama das Thema der Findung und Abnabelung behandelt und, wie sie mit den Erwartungshaltungen der Familie umgegangen sind. Dabei klingen sie so angenehm ruhig besonnen und singen reflektieren die Befürchtungen der Eltern, vom Weg abzukommen, sollten sie ihre Jobs für die Musik an den Nagel hängen. KLAN klingen frisch und doch irgendwie nach einem gewohnten Begleiter. Auf alle Fälle sind sie damit eine der heißesten Anwärter auf einen nächsten, großen Hit.

Kytes – Indiehit erster Klasse

Wenn schon die Briten aktuell keinen Indie mehr hervorbringen, tut sich in den letzten Jahren so einiges in Deutschland. Mit Razz, den Giant Rooks und Kytes auf der Überholspur, werden auch ihre Songs immer öfter von den Radiostationen gespielt. Dabei kommt letztere Band aus München und stellt nun mit Remedy die neueste Single der im Januar erscheinenden EP Frisbee vor. Hierauf klingen Kytes so unfassbar locker und haben mit dem zugehörigen Musikvideo eine amüsante Indoor-Sommeratmosphäre geschaffen. Mit digitalem Pool, Bildeinstellungen irgendwo zwischen – von amerikanischen Hip-Hop Videos inspirierten – Nahaufnahmen Eis essender Badenixen und weiteren weirden Aktionen begeistern Kytes nicht nur durch das Video, sondern natürlich auch mit einem satten Indieohrwurm. Mit groovigen Gitarrenriffs und einer eingängigen Beatfolge ist Remedy ein absoluter Hit und lässt Michael Spieler, Timothy Lush, Kerim Öke und Thomas Sedlacek – alias Kytes – ins Rampenlicht der deutschen Indieszene treten. Die nächste Indiedisco-Nacht kann also kommen!

Haiku Hands – Let the party started!

Mit ganz viel Bass zerlegen gerade drei Australierinnen die Tanzflächen weltweit. Das australische Frauen-Trio Haiku Hands – um die Schwestern Claire und Mie Nakazawa und Beatrice Lewis – haben in den letzten Monaten mit pumpenden Dancefloor Hits wie Not About You und Jupiter die Clubs aufgemischt. Ihr ansteckend fröhlicher Sound liegt irgendwo zwischen The Ting Ting It’s Not My Name und Hits Me Like A Rock der Brasilianerinnen von CSS. Dabei mischen sie Indie, Hip-Hop und leicht orientalisch klingenden Sounds mit einem hochexplosiven Dancebeat. Dies können wir ab sofort auch auf ihrer neuesten Single Squat hören, die zusammen mit dem Produzentenkollektiv True Vibenation – das sich für den deutlich afrikanisch angehauchten Sound des Songs verantwortlich zeichnet – aufgenommen wurde und dabei Rap und Hip-Hop Elemente mit derben Dancebeats verbindet. Squat hat damit das Zeug dazu, der nächste große Hit für die kommende Clubsaison zu werden.

NEØV – Sphärischer Indierock

Vor zehn Jahren gegründet, hat das finnische Trio NEØV bereits einige Turbulenzen durchlaufen – stehen bereits drei Bandmitglieder-Abgänge auf ihrem Lebenslauf und auch der ein oder andere Wechsel der Plattenfirma. Dass sie allerdings eine Idee verfolgen, kann man nicht zuletzt dadurch sehen, dass die Band in Finnland mit Gramofon Fest ihr eigenes Festival organisiert. Dieses ist geprägt von Musik der einzelnen Jahrzehnte und umspannt Songs aus den 60ern bis in die 90er. Im Juni dieses Jahres zum Hamburger Label Clouds Hill gewechselt, veröffentlichen die drei nun mit Elysion eine sphärische Indienummer, die mit Dreampop-Elementen und einem choralen Refrain überzeugt und einen satten Fußabdruck in der hiesigen Indielandschaft hinterläßt. Zeit wird es für die Jungs, den großen Durchbruch zu feiern – haben sie für 2019 ihr drittes Album Volant angekündigt und werden seit ihrem Debütalbum Orange Morning aus dem Jahr 2012 von Magazinen, wie dem Q-Magazine oder dem Rolling Stone hochgelobt und als das nächste, große Ding aus Finnland betitelt. Mit Elysion kommen sie diesem Ziel einen großen Schritt näher.

Alice Merton – Warum eigentlich immer so ernst?

Ich könnte jetzt vom großen Erfolg der Debütsingle No Roots sprechen. Davon, dass sie weltweite Erfolge damit gefeiert hat. Doch das würde Alice Merton nur auf diesen Song reduzieren. Sie selbst hat nun die beste Antwort auf die Frage geliefert; was ihr nächster großer Hit wird: Why So Serious? So heißt ihre neue Single, die gleichzeitig die Ankündigung ihres Debütalbums MINT für Mitte Januar 2019 im Gepäck hat. Dabei ist Why So Serious eine wunderbare Popnummer, die sich im Video für allerlei alberner Momente hergibt. Alice Merton lässt hierbei gar keinen Zweifel daran, dass auch diese Single ein Erfolg wird. Doch allen Fragen, über die Erwartungshaltung an sie, zum Trotz, macht Merton einfach das, was sie selbst für gut befindet und genießt einfach ihre Zeit als erfolgreiche Sängerin. Und mit einer Nummer wie Why So Serious wird dieser noch eine ganze Weile andauern.

Half•Alive – Indie mit Wow-Video

Josh Taylor kommt uns ungewohnt bekannt vor. Vielleicht liegt es am Gesicht. Oder vielleicht an der Stimme. Aber vielleicht ist er auch einfach in seiner Gesamtheit diese Art von Künstler, den wir uns insgeheim vorstellen – der sympathische junge Mann von nebenan, frisch, tolle Stimme und mit einem Hit im Gepäck. Und das mit dem Hit im doppelten Sinne – denn Josh Taylor ist der Sänger des kalifornischen Elektro-Indie-Trios Half•Alice, welches gerade mit dem Song Still Feel für einen Wow-Moment sorgt. Denn nicht nur der Song ist eingängig und hat das Potential zum Hit, sondern auch das Video hat es in sich. Wurde das Video doch im sogenannten One-Take-Modus gedreht. Was bedeutet, dass der Dreh genauso lange gedauert hat, wie das Musikvideo dauert und kein Schnitt existiert. Einmal angesehen, finden wir dann allerdings doch recht schnell Schnitte – jedoch bleibt die Sprache des Videos die eines One-Take-Videos gleich und überzeugt mit einem regelrechten Augenschmaus. Dabei ist Still Feel auch musikalisch großartig und schlägt in die Kerbe von Foster The People, nur deutlich elektronischer. Half•Alive haben 2017 ihre Debüt-EP 3 veröffentlicht und gehen nun mit der Single Still Feel den nächsten Schritt auf ihrem Weg zum Debütalbum.

Janet Jackson – Wie einst zu Together Again

Ihre Hochzeiten schienen längst vorbei – Janet Jackson hatte von Mitte der 80er Jahre bis 2001 einen Nummer-1 Hit nach dem anderen. So gehen in dieser Zeit 10 Pole-Positions und weitere 12 Top-5 Hits auf ihr Konto. Doch seit 2002 schaffte es die US-Amerikanische Sängerin kein einziges Mal mehr in die Top-10. Sicherlich auch ein Zeichen ihrer Kehrtwende, hin zu mehr Ambivalenz und dem nachlassen ihrer eigenen Note. Nun allerdings, hat sich die 52 jährige Sängerin mit dem Raggaeton-Superstar Daddy Yankee zusammengetan und mit der Single Made For Now einen Sommerhit veröffentlicht, den man so von Jackson nicht erwartet hätte. Mit sommerlichen Vibes, einer sanft singenden Jackson und dem Gedanken, einen Song über Liebe und Verbundenheit zu schreiben, kamen Jackson und der britische Produzent Harmony Samuels – der bereits für Ariana Grande, Maroon 5 oder Janelle Monáe Songs produzierte – zusammen. Bereits im Produktionsprozess orientierten sich beide an lateinamerikanischer Musik, mit einem Hauch von Afro-Kultur – so beschreiben es Samuels und Jackson. Hört man sich den gesamten Song an, bekommt man diese Absicht in jeder Sekunde zu spüren und lenkt diese ein wenig davon ab, dass Jackson selbst eher wenig Text zu singen hat. Am Ende ist Made For Now allerdings seit Together Again einer von Jacksons stärksten Songs, hebt sich deutlich von dem aktuellen Sound-Einheitsbrei – der in den USA herrscht – ab und ist darüberhinaus eine satter Sommerhit.

Kungs – Der Sommer kann kommen

Mit Tropical House an die Spitze – das galt vor zwei Jahren für den jungen französischen DJ Kungs. Waren doch seine Songs This GirlDon’t You Know und I Feel So Bad Sommerhits par excellence und landeten in ganz Europa auf den vordersten Charträngen. Nun hat sich Kungs in den letzten zwei Jahren an die Arbeit für neue Songs gemacht und präsentiert uns mit Be Right Here seinen neuesten Hit, der in den kommenden Wochen wohl auch in Deutschland einschlagen wird. Gewohnt sommerlich und mit ganz viel frischen Elektrobeats hat sich Kungs mit dem norwegischen Produzentenduo Stargate und dem Sänger GOLDN zusammengetan und den Überhit Be Right Here produziert. Mit Trompeten, Percussions und einer Geschwindigkeit, die für die Tanzfläche gemacht ist, erobert Be Right Here, gerade die Franzosen. Da wird es nicht mehr lange dauern, bis auch wir überall dazu tanzen und uns zur warmen Sommerluft bewegen.

Portugal. The Man – Lebe den Moment

Da ist dieser neue Song, von der Newcomer Band aus dem letzten Jahr… STOP. Auch wenn man das Gefühl hat, dass Portugal. The Man mit dem 2017er-Hit Feel It Still erst richtig als neue Band groß rausgekommen waren, gibt es die sie bereits seit 14 Jahren. Ihr aktuelles Album Woodstock ist dabei bereits ihr achtes Album und die Single Live In The Moment bereits Ende 2017 veröffentlicht. Doch irgendwas hat den Song über ein halbes Jahr lang auf Pause gesetzt. Denn erst jetzt scheint die Stadionnummer so richtig zu zünden und die Aufmerksamkeit zu bekommen, die der Song verdient. Mit eingängigem Refrain und großen Rockgesten lässt sich Live In The Moment wunderbar zum stärken verwenden. Ob es Kraft tanken, nach einem harten Arbeitstag ist oder die fiesen Mitschüler aus der Paralellklasse einen gemobbt haben – Live In the Moment passt wunderbar, um wieder aufzubauen und Stärke zu empfinden. Dabei zeigen Portugal. The Man, wie abwechslungsreich sie sind und auch nach 14 Jahren Bandgeschichte immer noch unglaublich frisch klingen können.