Bombay Bicycle Club - Eat, Sleep, Wake (Nothing But You)

Bombay Bicycle Club – Nach halbem Jahrzehnt zurück

Als Band fünf Jahre keine neue Musik zu veröffentlichen, ist im Musikbusiness schon ein gewagter Schritt. Doch bei den Bombay Bicycle Clubs war es bitter nötig. So konnte man es 2014 zumindest lesen, als die Band mit dem Post After 10 years of doing this—and it being the only thing we’ve known since we were 16—we thought it was time for all of us to try something else das letzte Lebenszeichen – vor einer für fünf Jahre andauernden Stille – veröffentlichte. In der Zwischenzeit hatten Ed Nash, unter dem Alias Toothless, und Frontsänger Jack Steadman, unter dem Alias Mr. Jukes, jeweils Soloalben auf den Markt gebracht. Nun hat das Londoner Quartett seine Bandpause beendet und mit der Single Eat, Sleep, Wake (Nothing But You) eine fulminante Comebacksingle veröffentlicht. Darin scheint es so, als würden die Briten den stetigen Wunsch er Fans Tribut zollen und gleichzeitig auch selbst in der Band gespürt haben, dass es Zeit wäre, wieder zusammenzukommen. Mit Eat, Sleep, Wake (Nothing But You) machen die Bombay Bicycle Clubs dort weiter, wo sie 2014 mit ihrem vierten Studioalbum So Long, See You Tomorrow aufhörten. In einem Interview mit Annie Mac beschrieben die Jungs den neuen Song schließlich als eines der besten Gitarrenriffs, die sie jemals geschrieben hatten und wollen damit eine Art Back-To-Basic mit ihrem neuen Material signalisieren. Das fünfte Studioalbum ist für das Frühjahr 2020 angekündigt und so dürfen wir sicher sein, dass uns bis dahin nicht nur die wunderbare Single Eat, Sleep, Wake (Nothing But You) begleiten wird.

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Ed Sheeran feat. Yebba - Best Part Of Me

Ed Sheeran – Er kann es noch – intim und verletzlich

Was seinen Erfolg angeht, kann dem Briten Ed Sheeran aktuell keiner das Wasser reichen. Als momentan erfolgreichster Künstler weltweit wird jede seiner Veröffentlichungen zum Hit. Doch hat sich der Stil des Sängers in den letzten Jahren drastisch verändert. Vom Debütalbum + das aus Folksongs bestand, zum heutigen Elektropop und R&B hat Sheeran fast alle populären Genres einmal durch. Nun  – mit seinem vierten Album No.6 Collaborations Project setzt Sheeran noch einen drauf und arbeitet sich durch die Hip-Hop Szene der USA. Darauf enthalten sind Songs mit Künstlern wie Cardi B, Camila Cabello, Chance The Rapper, Eminem, 50 Cent, Skrillex oder Justin Bieber. Doch ein Song sticht besonders hervor und ist mit der Grammy-Award-Gewinnerin Yebba produziert – die in den letzten 12 Monaten durch ihre Zusammenarbeit mit Rudimental und Mark Ronson bereits ins Rampenlicht trat und bis dahin vorrangig als Songschreiberin tätig war. Nun hat sie zusammen mit Sheeran den Song Best Part Of Me veröffentlicht, der sich an der Musik des Debütalbums + orientiert und mit Folk und Akustik begeistert, wie wir sie seit der Single The A Team nicht mehr von dem Briten hörten. Bei dem unglaublichen Erfolg des Sängers ist es schön zu sehen, dass er nach wie vor mit allen Genres spielt und mit solche wunderbaren Songs wie Best Part Of Me überrascht.

The Asteroids Galaxy Tour - Dynamite

The Asteroids Galaxy Tour – Explosiv, wie Dynamit

Mit Around The Bend hatte das Dänische Psychedelic Popduo The Asteroids Galaxy Tour – alias Sängerin Mette Lindberg und Produzent Lars Iversen – 2008 einen satten Indiehit gelandet. Dabei wurden sie weltweit in den Clubs gespielt und begeisterten mit einem euphorisch, fröhlichen Popsound, der mal schräg war und mal einfach nur Partystimmung verbreitete. Nun, elf Jahre nach Around The Bend, veröffentlichen The Asteroids Galaxy Tour mit Dynamite bereits ihren fünften Song aus einem Album, welches nach fünf Jahren Pause, noch dieses Jahr erscheinen soll. Dabei ist Dynamite eine energiegeladene Pophymne, die mit Trompeten und 70er-Jahre-Funk aufwartet und so einen satten Ohrwurm in The Asteroids Galaxy Tour-Manier kreiert. So kündigten The Asteroids Galaxy Tour den Song letzte Woche dann auch mit dem kurzen Kommentar Die Trompeten sind zurück! an. Wann genau das vierte Album veröffentlicht wird, steht noch nicht fest. Doch nach fünf ausgekoppelten Songs, dürfte es sich nicht mehr all zu lange hinziehen. Wir sind gespannt und bleiben am Ball.

Caravan Palace - Plume

Caravan Palace – Gewohnt vielseitig

Caravan Palace haben diesen ganz bestimmten Stil – mit Electroswing, Jazz und Pop, Musik zu erzeugen, die ins Ohr geht und darüber hinaus stets frisch und locker klingt. Mit Miracle konnten wir uns dieses Frühjahr bereits vom ersten Vorboten des kommenden, vierten Albums Chronologic, überzeugen und verliebten uns sofort. Nun sind Caravan Palace, um Frontsängerin Zoé Colotis, mit einer weiteren Singleauskopplung zurück, ehe am 30. August Chronologic in den Läden steht. Plume ist dabei eine Verschmelzung aus Spiritualität – hört man auf den Songtext, wird dies schnell klar – und tanzbaren Klängen. Herausgekommen ist ein hüpfender Beat, der durch Colotis‘ verträumten Gesang zu einer Art Gegenpol anschwillt. Hierbei wird man als Hörer zwischen der Tanzfläche und einem verträumten-auf-dem-Sofa-liegen-Moment hin- und hergerissen, doch entscheidet sich am Ende immer wieder für das, wofür Caravan Palace stehen – einen unglaublich tanzbaren und Freude-weckenden Sound zu kreieren.

Balthazar – Vom Fieber der Zukunft

Maarten Devoldere hat musikalisch schon einiges durchgemacht. Gründete er mit vier Freunden 2004 die Band, folgte ein Aufstieg, der verheißungsvoll war. Mit den ersten beiden Alben Applause (2010) und Rats (2012) erarbeitete sich das Quintett eine Hörerschaft, welche die Band schließlich bis nach Südafrika und in die USA brachte. Doch hatte dieser enorme Erfolg auch seine dunklen Seiten. Denn bereits 3 Jahre zuvor verabschiedeten sich zwei der fünf Gründungsmitglieder von der Band und wurden durch andere ersetzt. 2015 konntet Ihr bereits hier auf SOML über die Single Bunker lesen, doch 2018 folgte – nach 14 Jahren Bandzugehörigkeit – mit Patricia Vanneste die weibliche Stimme der Band. Bereits in den beiden Jahren zuvor, hatte sich Balthazar in eine kreative Pause verabschiedet, in der drei der fünf Bandmitglieder Soloplatten veröffentlichten. Nun ist die neu erstarkten Band mit frischem Material zurück und veröffentlicht am 25. Januar mit Fever ihr viertes Studioalbum. Die gleichnamige Single ist dabei eine starke, treibende Nummer, die zwischen Indie und Alternative changiert und in einem fast schon hypnotisierenden Soundgerüst aufgeht. Dabei klingt Devolderes Stimme entspannt aber auch immer etwas bedrängend. Fever ist außergewöhnlich – in vielerlei Hinsicht – und bedeutet eine Zäsur in der bisherigen Bandgeschichte der Belgier. Denn das, was mit dem neuen Album kommen mag, scheint deutlich größer zu werden, als das bisher Bekannte.

The Ting Tings – Im Wandel befindend

The Tings Tings hatten ihre großen Jahre während des ersten (We Started Nothing) und zweiten (Sounds from Nowheresville) Albums. Waren sie mit den Überhits That’s Not My NameShut Up And Let Me Go und Hands Stammgäste im Radio und bescherten uns so einige Ohrwürmer. Ihr drittes Album Super Critical notierte mit Belgien, Japan und Großbritannien nur drei Charteintritte und alle samt in den Rängen ferner der Top 100. Nun haben sie The Black Light und damit ihr viertes Studioalbum für den 26. Oktober angekündigt und mit der Single Estranged einen Song veröffentlicht, der zeigt, wie sehr sich die Band mittlerweile von ihren Popnummern der ersten Alben gelöst hat. Dabei begeistern sie zunehmend auch die Musikkritiker und heben ihre Arbeit auf ein höheres Niveau, das jedoch weiterhin Popaffin bleibt. Estranged beginnt hierbei ausschließlich mit einer Gitarre und Katie Whietes – fast schon gesprochenen – Gesang. Dabei ergibt sich eine Tiefe, die roh, ehrlich und berührend klingt. Im weiteren Verlauf der 5:14 Minuten steigert sich White – hört man gar eine Vocoder verzerrte Stimme heraus – und kommen Bass und Schlagzeug dazu. So klingt Estranged am Ende fast chaotisch – nur, um rabiat und mit clever eingesetzten Synthies schließlich zum Höhepunkt zu kommen. The Ting Tings haben damit einen hoch ambitionierten Song veröffentlicht, der die Messlatte, für das vierte Album deutlich höher ansetzt, als man es von den Vorgängern gewohnt war.