Ro Bergman – Soundtrack für die kalte Jahreszeit

Bereits mit Clouds hatte Ro Bergman im vergangenen Sommer die Weichen auf die kalte Jahreszeit gestellt. Nicht etwa, weil seine Musik so kühl klingt. Viel mehr war es der warme, knisternde Singer/Songwriter-Sound, der zu einem Moment der Zärtlichkeit, Wärme und Geborgenheit passte. Und diesen Sound genießen wir am häufigsten in der kalten Jahreszeit, mit dem liebsten Menschen zusammen unter einer warmen Decke gekuschelt, dem kalten Wetter von draußen trotzend. Nun hat der Österreicher am 25. Oktober seine EP New Horizon veröffentlicht, die sowohl die leisen Momente, als auch den fordernden Sound bedient und sich mit der aktuellen Single All We Are nochmal ganz leise präsentiert. Ro Bergman hat mit New Horizon eine EP veröffentlicht, der wir uns nicht entbehren können und die uns mit so vielen unterschiedlichen Gefühlen bedient, dass wir uns für die Dauer des Moments vollends in ihr verlieren können.

Migthy Oaks - All Things Go

Mighty Oaks – Sind zurück um loszulassen

Nach der Driftwood Seat EP Anfang des Jahres, haben die Mighty Oaks nun mit All Things Go einen ersten Vorgeschmack auf das kommende, dritte Studioalbum des multiinternationalen Berliner Musiktrios veröffentlicht. Wie so oft beschäftigt sich Frontsänger Ian Hopper gleichwohl mit der Liebe, wie mit dem Tod. Und im Falle von All Things Go hat er sich der Liebesbeziehung seiner Eltern angenommen. So singt er mit den Worten; Back in Mullingar. We spent our days in Canton Caseys bar. We spent our summers there. And we drank up the Irish air. And I can see you smile. Still, today when I close my eyes. And I still feel your hands. Holding mine back von dem Verlust, den sein Vater durch den Krebstot Ians Mutter erleben musste. Und von den Momenten, wie es ist, zurückzublicken, ein sanftes Lächeln ins Gesicht zu bekommen und gleichzeitig eine Träne der Trauer, die Wange runterrollen zu spüren. Einmal mehr zeigen die Mighty Oaks, wie großartig ihre Musik, tiefe Gefühle trägt und Hoppers Gesang die richtigen Worte und Zäsuren findet, so, dass wir bereitwillig dieses Gefühl teilen möchten.

Bear's Den - Only Son Of The Falling Snow

Bear’s Den – Der wunderbare Klang des Winters

Es ist wie ein nach Hause kommen. Bereits mit Berlin hatten Bear’s Den im Winter 2016 einen Song veröffentlicht, der fernab der regulären Alben für ein so vertrautes und warmes Gefühl sorgte und obendrein eine ganz besondere Nacht der Band im kalten Berliner Winter beschrieb. Dabei ist es mit dem neuen Song Only Son Of The Falling Snow genau diese Stimmung, die Andrew Davie und Kevin Jones einzufangen versuchten. So stellten sie sich vor, dass Jemand, nach sehr langer Zeit, das erste Mal wieder in seine Vergangenheit schaut. Hinein, in das Haus mit der ersten Wohnung, auf den Schulhof oder der vertrauten Familienumgebung. Doch zeigt die Zeit auch, wie es weiterging und genau dieses Wandeln entspricht so oft dem Gefühl des Winters. Bear’s Den veröffentlichen damit am 6. Dezember die gleichnamige EP Only Son Of The Falling Snow und bringen uns so, über die Ohren wärmend, durch den Winter.

Låpsley - My Love Was Like The Rain

Låpsley – Singt verletzbar und offen

Ebenso, wie Michael Kiwanuka – den Ihr erst gestern hier finden konntet – hat auch die britische Sängerin Låpsley zu sich selbst gefunden und damit einen Reinigungsprozess gestartet, der die schlechten Kommentare, Gefühle und die große Erwartunshaltung an sie, bei ihr abprallen lassen soll. Während diese Phase noch anhält, die auch als Gradmesser – auf sich selbst zu hören – zu werten ist, veröffentlicht Låpsley mit My Love Was Like The Rain die erste Single aus ihrer kommenden EP These Elements. Diese erscheint am 22. November und wird drei weitere Songs enthalten, welche die letzten vier Jahre der Sängerin widerspiegeln. Dabei hat Holly Lapsley Fletcher, wie die aus Southport kommende Sängerin mit bürgerlichem Namen heißt, die Tracks jeweils bestimmten Gefühlszuständen zugeordneten. Von emotionaler Liebe, über körperliches Verlangen und Depressionen, bis hin zum Selbstwertgefühl hat Låpsley ihre Gefühlswelt verarbeitet und gibt einmal mehr ihre warme Persönlichkeit preis. Mit My Love Was Like The Rain zeigt Låpsley, wie verletzend die Worte in einer zu Ende gehenden Partnerschaft sein können. In sich selbst gekehrt klingt My Love Was Like The Rain nach dem traurigen Moment, nachdem der Partner durch die Tür gegangen ist und man weiß, dass es das letzte Mal sein würde, ihn gesehen zu haben. Intim, völlig offen und dadurch unglaublich verletzlich, zeigt uns Låpsley ihre Gefühle und Gedanken und schafft damit gleichzeitig einen Raum der Wärme und Geborgenheit.

Oliver Koletzki - We Are All Lost

Oliver Koletzki – Im stetigen Fluss

Oliver Koletzki ist über die Jahre zu einem der verlässlichsten Produzenten elektronischer Musik geworden, die Berlin und Deutschland vorzuweisen hat. Mit seinem eigenen Label Stil vor Talent fördert er junge Künstler und bringt hier auch selbst Musik heraus. So hat der Berliner nun angekündigt, dass am 15. November Fire In The Jungle als neues Album veröffentlicht wird. Darauf enthalten ist der Song We Are All Lost, den Koletzki zusammen mit Steffen Linck – alias Monolink – produziert hat. Monolink ist bekannt für seine sphärischen Elektrosounds, die durch Gesang und einen hohen Ambientanteil geprägt sind. Als würde der 15. November noch deutlich zu weit weg liegen, hat Koletzki nun mit der EP We Are All Lost einen kleinen Vorgeschmack geliefert und als 4-Track-EP veröffentlicht. Hierbei sind mit Tiny Sparks, Fire In The Jungle und The Arctic Voice gleich drei weitere neue Songs veröffentlicht, die das kommende Album mehr als gerecht anteasern. We Are All Lost wiederum ist eine treibend, forsche Elektronummer, die im Aufbau dunkel und mystisch klingt. ganz der Berliner Szene entsprechend, stellt man sich einen Club in einem verwaisten Abwassertunnel vor, bei dem es von der Decke tropft und der Beat durch die Röhren hallt. Koletzki beherrscht es wunderbar seichte Elektropopsongs zu produzieren, gleichzeitig aber auch immer wieder große Clubanthems zu veröffentlichen. We Are All Lost gehört dabei zu der letzteren Kategorie und dürfte dem Berliner Nachtleben wieder einmal neuen Schwung verleihen.

Moonlight Breakfast - Dance Moves

Moonlight Breakfast – Den Beat im Blut

Ihr drittes Album Affection ist ein reinster Erfolg. Mit den darauf enthaltenen Songs – wie Summer oder Look Up – hat das rumänische Trio Moonlight Breakfast innerhalb der letzten 12 Monate weltweit die Herzen der Indiefans erobert. Durch verspielte Beats, mystische Arrangements und einem Gesang der Frontsängerin Christie, der mal hauchend, mal mit Kopfstimme und dann wieder ganz geerdet klingt, haben sich Moonlight Breakfast diesen Erfolg auch redlich verdient. Nun haben sie mit Dance Moves eine weitere Single aus Affection veröffentlicht und folgen damit dem aktuellen Trend der James-Bond Erzählweise. Im 80er Jahre Stil mit Bauhaus-Optik und ganz viel Farbe spielt sich die Band durch die Geschehnisse bei einer Sommerparty. Dabei erinnert der Grundbeat von Dance Moves an Michael Jacksons Thriller und klingt gleichzeitig verboten süß. Zeitgleich erscheint mit der Veröffentlichung des Songs eine gleichnamige EP mit weiteren Remixen von Bazooka über Adam Stacks, bis hin zu Happy Gutenberg. Moonlight Breakfast hat den Sound, den wir alle gerade so dringend brauchen. Den Sommer noch in den Knochen fühlend bereiten wir uns auf die kalte Jahreszeit vor und blicken wehmütig auf die Zeit unter freiem Himmel und bei lauschigen Temperaturen zurück.

Flume - Rushing Back

Flume – Und es sprudelt weiter

Es scheint irgendwo in Australien eine nicht versiegen wollende Quelle an Beats und Soundfolgen zu geben. Und genau an dieser Quelle sitzt das einstiege Wunderkind Flume, das mittlerweile 27 Jahre alt ist oder ist diese Quelle gar selbst. Denn aktuell scheint der Australier wieder einmal einen Höhepunkt seiner kreativen Arbeit zu haben. Veröffentlichte er im April sein Mixtape Hi This Is Flume, folgte im August die EP Quits in Zusammenarbeit mit dem Rapper Reo Cragun. Darüber hinaus veröffentlichte Flume im Juni die Single Let You Know, die mit London Grammar einen ebenso würdigen Kollaborations-Act beinhaltete. Nun hat Flume eine weitere Single veröffentlicht und nährt so den Boden für Gerüchte, dass ein baldiges, drittes Album zu erwarten sei. Bleibt es hierbei bislang nur bei Gerüchten, ist Rushing Back ganz real und hat mit Vera Blue eine Stimme dabei, die auf einem ganz ähnlichen Niveau wie Flume spielt. Dabei klingt Rushing Back deutlich poppiger – ohne die quer reinpreschenden Beats des typischen Flume-Sounds zu verlieren. Viel Bass, viele Synthies und der nach Hand gemachter Musik klingende Elektrosound Flumes begeistert immer wieder und liess ihn seit 2011 – als er seinen Durchbruch feierte – zu einem der Soundgenies unserer Zeit avancieren. Auf Rushing Back zeigt der Produzent nun einmal mehr, dass seine Quelle an einzigartigen Soundarangements gerade so richtig gefüllt zu sein scheint.

Kraak & Smaak feat. Izo FitzRoy & Yuksek – Die Clubsaison beginnt

Sweet Time ist das Resultat aus der Zusammenarbeit von drei der angesagtesten Musikacts momentan. Hat sich das niederländische Trio Kraak & Smaak – das aus Wim Plug, Oscar de Jong und Mark Kneppers besteht – für seine aktuelle Single Sweet Time die Londoner Soulstimme Izo FitzRoy geschnappt, steht die Sängerin dem Produzenten-Trio in Sachen Erfolg in nichts nach. Bereits ihr 2017er Debütalbum Skyline hatte mit der BBC und dem kalifornischen KCRW zwei der einflussreichsten TV- und Radiostationen von sich überzeugen können und 2018 mit der EP Say Something nachgelegt. Als Dritter Act im Bunde tritt Pierre-Alexandre Busson – besser bekannt als Yuksek – in Erscheinung und gibt dem ganzen Song mit seinem Remix eine Note von durchfeiernden Nächten und heißen Tagen am Meer. Yuksek tritt seit 18 Jahren als Produzent und Remixer in Erscheinung und hat bereits mehr als 100 Songs, von Künstlern wie Lana Del Rey, Blur, C2C, Empire Of The Sun oder Moby geremixed. Sweet Time ist ein absoluter Monsterhit, der einzig und allein dafür geschaffen wurde, uns auf der Tanzfläche zum ausrasten zu bringen. Manchmal braucht es dafür nur 4 Minuten und 22 Sekunden, um das hinzubekommen.

Bad - Sweat

BAD – Sie lassen dich schwitzen

Zwei Freunde, welche die gleiche Liebe zur Musik teilen, machen seit acht Jahren zusammen Musik und entscheiden sich doch erst vor knapp einem Jahr dafür, daraus auch eine Band zu formen. Dass sich die beiden so wunderbar ergänzen, zeigt ihr aktueller Song Sweat, der Funk, mit zuckersüßem Pop und Soul verbindet und einen satten Ohrwurm auf uns los lassen. Mit einem kopfverdrehenden Trompetensound und flirrend blubbernden Funkbeats ist Sweat soulig sowie er Elemente des Swings mit bedient. Mit ihrer, im März veröffentlichten, EP Good haben Julia Brex und Jackson Hoffman eine großartige Variante des Big Sounds und der 70er-Jahre-Disco produziert, die mit Humor und einer gewissen Sexyness auch gut einen Abend als Alleinunterhalter und Cabarettshow laufen könnte. Bei dem New Yorker Duo Bad realisiert man erst wieder wie unbeschwert, klebrig süße Popmusik klingen kann und man sich um nichts anderes mehr Gedanken machen muss.

High Contrast - Going Up

High Contrast – Musik der Kontraste

Er ist ein Künstler der Kontraste. High Contrast – wie sich der Brite Lincoln Barrett als Künstler nennt – bedient mit seinem Musikgenre Drum and Bass nicht nur die Kontraste, sondern hat auch bei seiner wichtigsten Entscheidung die Kontraste an einander gemessen. Mit 17 Jahren hatte der, in der Nähe von Cardiff aufgewachsene, DJ noch die Vision irgendetwas mit Filmen zu machen. Wenig später beeinflusste Barretts Nebenjob ihn so sehr, dass er sich in die elektronischen Musik und im Speziellen dem Drum And Bass verliebte. Daraus ist schließlich eine Produzenten- und DJ-Laufbahn entstanden, die mitlerweile knapp 20 Jahre andauert. Bis heute bringt es Barrett als High Contrast auf sechs Alben, mehrere EPs und Compilations und unzählige Singles, von denen einige es bis in die Top-50 der britischen Singlecharts schafften. Mit seiner neuesten Singleauskopplung Going Up hat der Waliser eine euphorische Jungle- und Drum And Bass Hymne produziert, die energiegeladen und verträumt zugleich klingt. Mit seinen ausbremsenden Klavierparts und den daraufhin einsetzenden schnellen Beats ist Going Up ein wunderbarer Sound zum darin verlieren und auf der Tanzfläche den Moment des Abends zu erleben. Darüber hinaus wird Going Up wohl die Single werden, die das größte Potential hat, eine. großen Charterfolg zu feiern.