The Best Of 2019 Vol.: 04

01. Wilkinson feat. Hayla – I Need

02. Shura – BKLYNLDN

03. Sam Fender – Poundshop Kardashian

04. Palace – Martyr

05. Native – The Night Is Still Young

06. JNR Williams – A Prayer

07. Gorgon City – Delicious

08. Ellie Goulding – Flux

09. Nick Murphy – Sanity

10. Puder – Nackt

11. Sam Smith & Normani – Dancing With A Stranger

12. The Japanese House – Maybe You’re The Reason

13. Y.V.E. 48 feat. PHOTØS – Without You

14. Bakermat – Trouble

15. Two Door Cinema Club – Talk

16. Satin Jackets feat. David Harks – Shadow Of You

17. Kettcar – Palo Alto

18. Novaa – Home

19. Roosevelt – Everywhere

20. Buntspecht – Unter den Masken

21. Felix Räuber – Birth

22. Ben Platt – Bad Habit

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Ellie Goulding – Eine Stimme, ein Gefühl

Ihr drittes Studioalbum Delirium liegt mittlerweile dreieinhalb Jahre zurück, doch weg von der Bildfläche war die britische Sängerin Ellie Goulding nie wirklich. War Goulding doch mit der Veröffentlichung von Still Falling For You – dem Titeltrack des Soundtracks zu Bridget Jones – und durch Kollaborationen mit Kygo und Clean Bandit kontinuierlich im Radio und den Charts vertreten. Nachdem Goulding bereits im Oktober 2018 mit Close To Me einen Vorboten ihres für Frühjahr 2019 angekündigten vierten Albums veröffentlichte, hat sie nun mit Flux eine Stripped-Down-Ballade herausgebracht, die Gouldings Stärken und einzigartige Stimme herausragend präsentiert und nur durch ein Klavier und sanfte Violineneinsätze begleitet wird. Gouldings Intention hinter Flux war die schwierige Situation zu beschreiben, die sie selbst erfahren hat, als eine Beziehung zu Ende ging, doch ihr Gefühl, die Zuneigung und das Verlangen nach dieser Person nicht abschalten konnte. Mit den Worten And I’m still in love with the idea of loving you. It’s a state of flux, but it’s not enough. And I’m still in love with the idea of loving you. It’s a state of flux, I just keep holding on trifft sie genau dieses Gefühl der Zerrissenheit und dem Verlangen nach etwas, was unwiderruflich der Vergangenheit angehört. Das kommende Album soll laut Goulding deutlich mehr von ihren persönlichen Erfahrungen und Gefühlen geprägt sein, als es die vorherigen waren. Mit Flux beweist sie bereits jetzt eindrucksvoll, wie das klingen kann.

Elton John – Das ultimative Weihnachtsgefühl

Im Herbst 1970 veröffentlicht, hat Your Song von Elton John nunmehr fast 50 Jahre hinter sich. Dabei stellt er eine Art Evergreen dar, der durch die Popgeschichte wandert und immer wieder einer Neuinterpretation anderer Künstler dient. Als größte Erfolge sind hierbei die Versionen von Rod Stewart (1992), Ellie Goulding (2010) und Lady Gaga (2018) zu nennen, die sich allesamt in den Charts verschiedener Länder platzieren konnten. Dabei übertraf vor allem die Version Ellie Gouldings den Erfolg des Originals um das Doppelte im Heimatland Johns. Dies hatte allerdings nicht allein etwas mit Gouldings fantastischer Interpretation zu tun, sondern lag vor allem daran, dass die britische Warenhauskette John Lewis für seinen jährlichen Weihnachtsclip Gouldings Version auswählte. In dieser Tradition werden immer wieder äußerst bekannte Originale von Künstlern gecovert und als Balladen in der dazugehörigen Weihnachtswerbung des Kaufhauses verwendet. Dieses Jahr bricht die Warenhauskette allerdings mit dieser Regel und lässt – den zum britischen Kulturgut gehörenden – John selbst seinen 48 Jahre alten Song in der Werbung erklingen. Dabei mimt John ebenfalls sich selbst und sehen wir seinen Werdegang und die herausragenden Momente des Songs rückwärts abspielen, bis zu dem Punkt, an dem der vier- oder fünfjährige John Anfang der 50er Jahre zu Weihnachten ein Klavier geschenkt bekommt. Diese Minuten der Retrospektive und der Abfolge von emotionalen Erinnerungen münden in einem so warmen Gesichtsausdruck Johns, der einem in nur zwei Sekunden die Geschichte eines Lebens erzählt. Mit diesem Weihnachtsclip hat die Warenhauskette einmal mehr geschafft, was viele immer wieder zur Weihnachtszeit suchen. Herzlichkeit, Wärme und Zufriedenheit auszustrahlen und das mit einem Song, der diese Gefühle seit fast 50 Jahren ebenso transportiert.

Jamie Cullum – Einsatz mit Gefühl

Seit nunmehr 38 Jahren gibt es von der britischen BBC Television die Charityaktion Children In Need – die sich als eine Art Spendenmarathon für Kinder sieht. In diesem wurden über die vergangenen drei Dekaden mehr als 1 Milliarden Pfund gesammelt. Seit 1985 gibt es auch einen jährlichen Spendenmarathon-Song, der von bekannten Künstlern wie Lou Reed, S Club 7, Ellie Goulding oder Katie Melua beigesteuert wurde. Dieses Jahr kommt der Song von dem mittlerweile auch seit fast 20 Jahren singenden Briten Jamie Cullum. Mit Love Is In The Picture beschert uns der Jazz- und Pop-Sänger eine ruhige Pianoballade, bei der Cullum so wunderbar warm singt und gänzlich auf pathetische Momente verzichtet. Dabei klingt Cullum klar und nach Understatement, dass man sich keinen besseren Titelsong für eine Spendenaktion für Kinder vorstellen könnte. Aber auch abseits der Charityveranstaltung funktioniert  Love Is In The Picture zu den kalten und dunklen Tagen vor der Haustür. Damit passt Cullums Song perfekt in die Vorweihnachtszeit und wärmt uns alle mit seinem Sound.

Calvin Harris & Benny Blanco – Unstoppable

Der Output an neuem Material scheint bei dem Megastar Calvin Harris unendlich zu sein. Gibt es seit seinem Debüt 2006 mit 2008 nur ein einziges Jahr, in dem der Schotte keinen Song veröffentlicht hat, nimmt die Schlagzahl an Veröffentlichungen seitdem jedes Jahr eher noch zu. Waren es Ende der 00er Jahre noch zwei bis drei Singles pro Jahr, veröffentlichte er 2017 satte sechs Singles. Hierbei müssen die Songs auch gar nicht mehr zu einem Album gehören und werden mitunter frei von diesem – noch recht statischen – Veröffentlichungsstil rausgebracht. Für das Jahr 2018 hat er nun mit seiner neuesten Single I Found You ebenfalls sechs Singles veröffentlicht und überrascht immer wieder mit satten Sounds und frischen Beats. Gab es eine Zeit, in der Harris mit Rihanna, Florence Welsh und Ellie Goulding die ganz großen Stars mit dabei hatte, orientiert sich der Produzent und Sänger immer mehr auf Newcomer oder Künstler, die gerade erst im Aufbau sind. Auf I Found You hat er sich mit dem amerikanischen Produzenten Benny Blanco zusammengetan und erstmals seit zwei Jahren auch wieder selber die Texte eingesungen. Dabei mischen beide Produzenten ihre Musik – mal mehr nach britischen House, mal mehr nach amerikanischen Dance-Pop klingend und lassen auf I Found You 100% Pop mit tanzbaren Beats von der Leine. Calvin Harris schafft es so, die Teenager, 20 und sogar 30 Somethings anzusprechen und auf die Tanzfläche zu locken.

Calvin Harris – Vom Popdance zum Soul-Futuremix

Eine Wandlung, die der Brite Calvin Harris bereits einige Male vollzogen hat, ist die Ausrichtung seiner Musik. Klang Harris auf seinem Debütalbum I Created Disco nach Funk und Disco, wurde bereits beim zweiten Album Ready For The Weekend ein deutlich modernerer Dancesound gewählt. Schließlich folgte mit den beiden Alben 18 Months und Motion der internationale Durchbruch und der Beginn einer Featuring-Ära. So gaben sich Künstler, wie Florence Welsh, Kelis, Ellie Goulding, Ne-Yo, Example, John Newman, Hurts, Rihanna, Pharell Williams und Katy Perry die Klinke in die Hand und wechselten sich im Tonstudio ab. Nun hat sich Harris abermals musikalisch verändert und den Sound der 80er Jahre aufgegriffen. Dabei greift er nicht nur die populären Elemente auf, sondern arbeitet auch mit Sounds wie Soul, Miami-Bass und Hip-Hop. Auf Harris‘ nun veröffentlichter Single Faking It sind zwar ebenfalls, mit der amerikanischen Sängerin Kehlani und dem Rapper Lil Yachty zwei Gaststimmen zu hören, doch klingt der ganze Song nach schwülwarmen Sommernächten und erotischen Momenten. Vollgepackt mit Synthiebeats ist Faking It für die nächtlichen Momente zu zweit genauso passend, wie für einen Strandausflug – und sei es in Gedanken. Harris zeigt damit, dass er, trotz des enormen Erfolges seiner zwei vorangegangenen Alben, immer noch den Mut hat, seinen Sound zu verändern und neues Terrain zu betreten.

Lena – Stärke und Einsamkeit bilden eine Symbiose

Lena – If I Wasn’t Your Daughter

Lena hat sich in den letzten Jahren verändert. Vor unser aller Augen ist aus dem damaligen 19-jährigen Mädchen, dass durch Authentizität und Lebendigkeit überzeugte, eine Frau geworden, die wir alle haben wachsen sehen. Ihr Erfolg kam holprig, steht man in Deutschland, fast schon pauschal, nationalen Künstlern kritisch gegenüber, die international erfolgreich sind. Dass sich Lena nie auf ihrem Erreichten ausruhte, machten Änderungen ihres Sounds und zahlreiche Nebenprojekte deutlich. Zeigte sich diese Lebendigkeit anfangs noch als Erfolgsgarantie, veränderte dieser Erfolg sich innerhalb der Jahre und kam immer häufiger durch die veröffentlichte Musik selbst. Vor allem durch das vierte Album Crystal Sky, welches mit internationalen Produzenten aufgenommen wurde und Lenas Gesang deutlich sauberer klingen ließ, tat sich die Fangemeinde schwer und war dennoch ein absoluter Erfolg. Schließlich ähnelt die Art Lenas Gesanges heute deutlich an die britische Sängerin Ellie Goulding. Allerdings muss man hier ebenfalls wahrnehmen, wie sehr sich Lena in diesem Gesang und ihren Songs wiederzufinden und vielmehr dort angekommen scheint, wo sie immer hin wollte. Nun hat Lena mit If I Wasn’t Your Daughter eine ergreifende Ballade veröffentlicht, die überrascht und vollends überzeugt. Überraschend deshalb, da es durchaus Mut beweist, als erste Single des bevorstehenden, fünften Albums eine Ballade zu veröffentlichen – noch dazu zur Sommerzeit. Überzeugend deshalb, weil Lena auf If I Wasn’t Your Daughter durch einen reduzierten Sound, der fast ausschließlich durch ein Klavier begleitet wird, eine unglaublich starke Ballade abliefert. Hinzu kommt Lenas kräftige, markante und hier und da auch brechende Stimme. If I Wasn’t Your Daughter ist eine ehrliche, nackte und verletzliche Aufarbeitung eines Menschen, der seit über 20 Jahren vergeblich die Liebe des Vaters sucht – doch bisher nicht erhielt. Dass Lena hier so deutlich von ihrem eigenen Erlebten singt ist zutiefst sympathisch und lässt Empathie empfinden. Auch heute – sieben Jahre nach ihrem Durchbruch – spalten sich die Geschmäcker der Deutschen an ihr. Allerdings wird If I Wasn’t Your Daughter, durch seine Ehrlichkeit für einen deutlichen Zuspruch sorgen.

Snakehips & MØ – Gefallen am R&B

Snakehips & MØ - Don't Leave

Snakehips & MØ – Don’t Leave

MØ kommt eigentlich aus der Indie-Szene Europas. Hatte die dänische Sängerin doch seit 2013 bereits vier Songs in die Charts bringen können. Dass diese Erfolge aber nur kleine Brötchen waren, zeigte der Song Lean On (2015) mit Major Lazer was möglich ist. So schaffte sie es über Nacht weltweit berühmt zu werden – schließlich verkaufte sich der Song weit über 13 Millionen mal. Was folgte, war ein enormer Push ihrer eigenen Songs und mit Cold Water, abermals einer Kollaboration mit Major Lazer und ein weiterer Hit der in 17 Ländern bis an die Spitze der Charts stieg. Mit dem nun veröffentlichten Don’t Leave, den MØ zusammen mit Joe Janiak geschrieben hat, formt sich immer mehr der Eindruck, dass sich MØ im Fahrwasser des amerikanischen R&B/Dance-Sounds wiederfindet. Bleibt ihre Stimme zwar deutlich alternativer, ist der Sound klar in Richtung US-R&B ausgerichtet. Dabei hat das britische Duo Snakehips den Song produziert und liegt genau dazwischen. Produzieren sie doch sowohl Elektro- als auch R&B-Songs. Eben erwähnter Joe Janiak hatte auch bereits Songs für Ellie Goulding, Britney Spears und Tove-Lo geschrieben. Somit hat MØ eine illustre Riege an erfolgreichen Künstlern um sich herum gescharrt und mit Don’t Leave eine Elektroballade veröffentlicht, die sympathisch wie authentisch klingt. Sieht man MØ im dazugehörigen Video doch durch Berlin ziehen und feiern, zeigt sich schnell, warum Don’t Leave seinen Titel trägt. Unterstützt wird das ganze durch einen aus Bass und wiederholenden Chorgesangssequenzen geprägten Refrain. So schafft es Don’t Leave, groß, emotional, tanzbar, oder intim zu sein – ja nach eigener Gefühlslage und damit die beste Grundlage so viele Menschen, wie möglich anzusprechen.

Lena – Und sie überrascht immer wieder

Lena - Beat To My Melody (Madizin Remix)

Lena – Beat To My Melody (Madizin Remix)

Sie schafft es immer wieder. Lena Meyer-Landrut oder kurz Lena hat seit ihrem Sieg bei Stefan Raab’s Show ‚Unser Star Für Oslo‘ immer wieder auf’s Neue überrascht. War es zuallererst der wahnsinnige Erfolg mit ‚Satellite‘ und der Sieg beim Eurovision Song Contest 2010, kehrte sie im Folgejahr auf eben diese Bühne zurück und präsentierte einen komplett anderen Song und Sound, der nicht ferne von einem kleinen niedlichen Mädchen hätte sein können. Mit ‚Taken By A Stranger‘ schaffte sie es dann immerhin bis auf Platz 10 beim Eurovision 2011.
Was folgte waren, nach dem Nummer-Eins-Debüt von 2010, zwei weitere Alben die auf ebenso auf Platz eins und zwei landeten.
Dann wurde es, für Lena’s Verhältnisse, lange ruhig um sie. Bis sie 2015, drei Jahre nach ihrem letzten Album, mit der vierten LP ‚Crystal Sky‘ zurückkam. Hier hört sich Lena deutlich internationaler, bzw. auf dem gleichen Niveau der großen Popstars aus Großbritannien, an. Allen voran kommen Assoziationen zu Ellie Goulding auf. Schaut man einmal in die Produzentenliste, weiß man, dass das nicht von ungefähr kommt. Mit auf der Platte haben ebenso national wie international gefeierte Künstler mitgeschrieben, wie Sarah Connor und die Norwegerin Aurora.
Über ihren nun durchs Netz geisternden Song ‚Beat To My Melody‘ gibt es ebenso interessantes zu erzählen. Hat es doch der Song in seiner jetzigen Version durch den Remix des Hamburger Produzententeams Madizin in die Radios des Landes geschafft. Madizin ist ein Team, das bereits Songs für Far East Movement, Tokio Hotel und Blind Guardian geschrieben oder produziert haben. Nun kommen sie auch vermehrt in den öffentlichen Fokus, durch Remixe wie von ‚Beat To My Melody‘.
Dieser Lena Track ist so catchy und dunkel wie erstaunlich weit weg von der typischen deutschen Popmusik. Lena klingt reif, international und vernachlässigt dabei nie die Popfans. ‚Beat To My Melody‘ ist ein wunderbarer Hybrid aus Pop, Dance und Lena’s Gesang.

The Best Of 2016 Vol.: 03

The Best Of 2016 Vol. 03

The Best Of 2016 Vol. 03

01. Lukas Graham – 7 Years

02. Mount & Nicolas Haelg – Something Good

03. Beau – Gold

04. Icarus feat. Aurora – Home

05. RY X – Only

06. All Saints – One Strike

07. Williams Fitzsimmons – Hear Your Heart

08. Louis The Child feat. K.Flay – It’s Strange

09. Bat For Lashes – In God’s House

10. Jain – Come

11. Flume feat. Kai – Never Be Like You

12. M83 – Do It, Try It

13. Gypsy & The Cat – Inside Your Mind

14. Jack Garratt – Worry

15. Feder feat. Emmi – Blind

16. Ellie Goulding – Army

17. Enter Shikari – Redshift

18. Nicole Millar – Tremble

19. Danny L Harle – Broken Flowers

20. Jake Bugg – Gimme The Love