David Guetta feat. Sia - Let's Love

David Guetta feat. Sia – Wieder an der Spitze der DJ-Charts

Es mag eine komische Zeit sein, die nicht nur wir als Gesellschaft, sondern auch einzelne Personen, wie David Guetta zur Zeit durchmachen müssen. Dabei hat sich bei Guetta vor allem die Diskografie als ein extremer JoJo-Effekt bemerkbar gemacht. Denn bereits 2001 und 2002 hatte der französische DJ mit den Songs Just A Little More Love und Love Don’t Let Me Go – beide mit Chris Willis – für erste hohe Chartnotierungen in Frankreich und den BeNeLux-Statten gesorgt. Sechs Jahre später kam Guetta mit einer erneuten Zusammenarbeit mit Willis auf Love Is Gone wieder in Fahrt und konnte erstmals in weiten Teilen Europas die Charts erreichen. Doch erst mit der Leadsingle When Love Takes Over, des vierten Guetta-Albums One Love, zündete die Rakete so richtig und verschaffte Guetta alle Erfolge, die es im Musikbusiness zu holen gibt. Von Nummer-1 Singles und Alben über Millionen-Verkäufe und Kollaborationen mit Stars, wie Kelly Rowland, Akon, Rihanna, Usher und Nicki Minaj – Guetta war auf seinem Höhepunkt angekommen. Zusammen mit der australischen Sängerin Sia schafften die beiden es sogar, eine ganz eigene Marke – bestehend aus dem Duo im Musikbusiness – aufzubauen und war der Name Sia lange Zeit ausschließlich mit David Guetta verbunden. Mitte der 2010er ebbte der Erfolg dann wieder etwas ab. Nicht so stark, wie zu seinen Anfangszeiten, doch erreichten nun immer weniger Songs die Top-10 in den meisten Ländern. So war zwischenzeitlich sogar ein Verdruss des Guetta-Sounds bei den Radiostationen und auf den Musikplattformen zu vernehmen.

David Guetta & Sia
David Guetta & Sia

Nun hat sich der Meister des EDMs wieder zurückgemeldet und dabei einmal mehr Sia mit ins Boot geholt. Dabei wollte der Franzose gegen die, immer weiter um sich greifende, Melancholie während der Pandemie-Zeit arbeiten und einen Song veröffentlichen, der uns für einen Moment in eine schillernde Zeit versetzen soll. So schrieb er während des ersten Lockdowns kurzerhand Sia an und fragte sie, ob sie bei einem Song dabei wäre, der die Welt mit einem fröhlichen Sound glücklich machen und entgegen des Trends schwimmen sollte – so Guetta. Sia Furler brauchte nicht lange zu überlegen und schickte Guetta prompt ein paar Aufnahmen zurück. Diese packte Guetta in ein, für ihn ungewöhnlich, retrolastiges Soundkostüm und schrieb somit die Geschichte zwischen ihm und Sia neu. Denn weg war der allseits bekannte EDM-Sound. Auf Let’s Love regieren plötzlich knallige Synthies, und großartige Popmomente. Ganz im Zeichen des 80er-Revivals hat sich auch Guetta diesem Trend angeschlossen und dabei einen seiner großartigsten Songs der vergangenen Jahre veröffentlicht. Hier zeigt sich der Produzent endlich wieder innovativ, frisch und begeistert mit einem euphorischen Popmoment, bei dem es ganz egal ist, ob wir ihn mit Discokugel im Bad, der Küche oder der Garage zelebrieren. Da kommt die Mitteilung, dass Guetta vom DJmag nach 2011 ein weiteres mal zum #1 DJ of the World für das Jahr 2020 gewählt wurde. Im Jahr 2020 ist eben alles anders und jede Gelegenheit Recht, um einen Moment der Ekstase zu erleben. Let’s Love passt dazu so gut, wie kaum ein anderer Song.

Bonobo & Totally Enormous Extinct Dinosaurs - Heartbreak

Bonobo feat. Totally Enormous Extinct Dinosaurs – Rufen zum 90s-Rave auf!

Anfang des vergangenen Jahres erst hatte der britische Soundtüftler Bonobo mit seinem DJ Mixtape fabric presents Bonobo neues Material veröffentlicht. Darauf enthalten war mit Ibrik der erste neue Song seit 2017. Doch bereits im Juli 2019 sollte mit Linked eine Singleveröffentlichung erfolgen, die bisher noch auf keiner Platte zu finden ist. Nun hat Bonobo – alias Simon Green – mit Heartbreak eine weitere neue Single veröffentlicht und nährt Gerüchte um ein baldiges, siebtes Studioalbum. Dabei zeigt sich der Musiker auf Heartbreak hörbar vom 90er-Jahre Rave inspiriert und sorgt mit zappelden Housebeats und feiernden Loop-Vocals für eine satte Clubatmosphäre. Mit dabei ist mit Totally Enormous Extinct Dinosaurs (kurz TEED) ein weiterer britischer Soundtüftler, der mittlerweile in Los Angeles lebt. Dabei zeigt sich TEED in den vergangenen Jahren äußerst umtriebig und kollaborierte bereits mit SG Lewis – auf Again – und mit Amtrac – auf Radical. Doch auch solo brachte Orlando Tobias Edward Higginbottom mit Leave A Light On wieder neues und ungewohnt ruhiges Material raus.

Bonobo & Totally Enormous Extinct Dinosaurs
Bonobo & Totally Enormous Extinct Dinosaurs

Nun haben sich Bonobo und TEED – die bereits seit längerem befreundet sind – auf Heartbreak dem Club zugewandt und, passend zum Strobolicht, die schnellen Beats ihrer Musikstile zusammengefügt. Ganz im Stile des Loveparade-Raves klingt Heartbreak nach großer Ekstase, nach Hedonismus und ausufernden Nächten. Mit diesem ungewöhnlich, nach vorne gehenden Song läutet Bonobo nun auch eine neue Zeit ein und veröffentlicht Heartbreak nicht nur als Einzeltrack, sondern gleichzeitig als Leadsingle seiner Doppelvinyl, die am 13. November erscheinen wird. Als zweiten Track wird die Vinyl den Song 6.000 ft enthalten und erstmals auf Bonobos eigenem Label OUTLIER veröffentlicht. Wem die Vocals auf Heartbreak bekannt vorkommen, dürfte sich im 70er und 80er Jahre Discosound bewegt haben. Sind die Lyrics doch ein Sample des ’78er Discoklassikers Weekend vom New Yorker Musikprojekt Class Action. Zusammengefügt mit TEEDS Produktion haben die beiden Produzenten einen waren Clubbanger veröffentlicht, der sich ideal zu langen Nächten in den angesagtesten Clubs der Welt eignet. Auch wenn diese Clubs aktuell alle geschlossen sind, entfaltet Heartbreak seine treibende Kraft und sorgt auch zu Hause für einen perfekten Moment der Ekstase.

Foals - The Runner (Rüfüs Du Sol Remix)

Foals – Neue Genres erobern

Sie verbinden Indie, Alternative, Dance, Rock und Punk und sind in diesem Jahr so umtriebig, wie selten zuvor. Allein in diesem Jahr haben die Briten von Foals satte acht Singles veröffentlicht, die allesamt von ihren beiden – ebenfalls 2019 veröffentlichten – Alben Everything Not Saved Will Be Lost – Part 1 und Everything Not Saved Will Be Lost – Part 2 stammen. Nun – in Anbetracht eines hektischen Jahres, das zu Ende geht – haben Foals sich noch einmal etwas ganz besonders ausgedacht und ihren Song The Runner von der Australischen Band Rüfüs Du Sol remixen lassen. Dabei sind Rüfüs Du Sol, die aus Australien kommen, wahre Meister der elektronischen Musik und haben mit ihrem letzten Album Solace (2018) gerade erst zwei Grammy Nominierungen als Best Dance/Electronic Album und  Best Dance Recording erhalten. Nicht ohne Grund, denn hört man sich den Remix des Foals Songs an, erkennt man sofort die Handschrift des Elektro-Trios. Auf endlos scheinenden neuneinhalb Minuten haben Rüfüs Du Sol The Runner gestreckt und klingen dabei keine einzige Sekunde überflüssig. Mit euphorischen Beats und Drops lassen uns Rüfüs Du Sol in eine Nacht der Ekstase entgleiten und fügen Foals damit ein weiteres Genre des Clubsounds hinzu. Foals und Rüfüs Du Sol beweisen mit The Runner wie großartig Indierock und Alternative Dance fusioniert klingen und bereiten damit dem Sound der Zukunft einen Grundstein.

CamelPhat feat. Jem Cooke – Heizen wieder ein

Es scheint fast egal zu sein, was das Britische Produzentenduo CamelPhat anzufassen mag – es wird zum absoluten Dancefloorhit. Hatten Dave Whelan und Mike Di Scala dieses Jahr mit Breathe und Be Someone bereits zwei großartige Dancetrack veröffentlicht, folgt nun mit Rabbit Hole eine weitere Veröffentlichung. Dabei holten sie sich – wie auch schon bei Breathe – die Sängerin Jem Cooke dazu, die erneut für die passende Stimmung im Song sorgt. Rabbit Hole hat dabei einen Beat, der uns ein wenig an Deleriums Silence erinnert aber wieder mit einem typischen CamelPhat-Drop bei Minute 2:45 zum Ausrasten animiert. CamelPhat schaffen es ein ums andere Mal, dass wir uns auf der Tanzfläche in absolute Ekstase tanzen und dabei alles um uns herum vergessen.

Fever Ray - I'm Not Done (Still Not Done Mix)

Fever Ray – Bekanntes neu arrangiert

Fever Ray ist die Außerirdische unter den schwedischen Künstlern. Mit ihrem experimentellen Elektropop und den bahnbrechend, verstörenden Liveauftritten entwickelte sich schnell ein Kult um die Musikerin. Dabei ist Karin Dreijer – wie Fever Ray bürgerlich heisst – noch weitaus stärker mit der schwedischen Musikszene verflochten, als es auf den ersten Blick scheint. Denn als Teil von The Knife hatte sich Dreijer bereits Mitte der 2000er für die Überhits Pass This On und Heartbeats verantwortlich gezeichnet. Diese sind musikgeschichtliche Meilensteine geworden und haben viele Künstler inspiriert, Musik zu machen. Darüberhinaus hat Dreijer den Gesangspart auf einem ebenso bedeutenden Song der früheren Popkultur übernommen und an What Else Is There? vom norwegischen Elektro-Duo Röyksopp mitgewirkt. Nun hat Dreijer als Fever Ray einen Song, der vormals auf ihrem Debütalbum Fever Ray war, neu veröffentlicht, jedoch in eine andere Richtung arrangiert. Denn bereits 2009 enthielt das Album den Song I’m Not Done welcher in den Folgejahren fast untergegangen wäre, hätte ihn Fever Ray für die 2018er Shows nicht neu arrangiert. Seitdem begeistert der Song die Menge bei jedem Auftritt und arbeitet Fever Ray kontinuierlich an dem Elektrobeat und treibenden Sounds des Stückes. Nun hat die Schwedin diese Version als I’m Not Done (Still Not Done Mix) veröffentlicht und damit den Wunsch der Fans erhört. Herausgekommen ist ein Song, der mit Bass, Synthies und einem hedonistischen Vibe eine völlig neue Energie versprüht und zu Recht bei den Auftritten für absolute Ekstase sorgt.

Mokoa feat. Dirty Radio- French House hat einen neuen Namen

Für Dirty Radio ist es eine Selbstverständlichkeit aktuell als einen der großen House-Acts gehandelt zu werden. Für den Franzosen Mokoa ist diese Erfahrung auf sich bezogen aber immer wieder aufs Neue überraschend. Nun haben sich die beiden Acts zusammengetan und mit Magic eine Nummer veröffentlicht, die an all das erinnert, wofür French-House steht. Mit einer gewaltigen Prise 90er-Jahre-Feeling und den – wie ein Bienenschwarm – umherfliegenden Lyrics haben die Kanadier von Dirty Radio mit dem Franzosen einen Song produziert, der sofort in die Beine geht und den Vibe der absoluten Ekstase von Songs die den großen Nummern von Modjo und Dax Riders ähnelt, gleichkommt. Damit hat sich Mokoa in den letzten Jahren auf immer größeren Bühnen wiedergefunden und stand bereits neben Acts wie Ofenbach, Kungs, Synapson oder Kavinsky auf der Bühne. Mit seinem Mix aus Disco, Funk und House bringt Mokoa uns die Hochzeit des French-House zurück und lässt uns auf dem 2:49 Minuten – die Magic lang ist – keine Atempause.

LCAW feat. Sophie Ellis-Bextor – Als wäre es das Jahr 2000

Dies könnte der ganz große Coup sein, den sich der Münchner Produzent LCAW hier geangelt hat. Denn nach seinem ersten Charterfolg mit Painted Sky vor anderthalb Jahren verleiht nun keine geringere als die unglaublich charmante Discokönigin Sophie Ellis-Bextor LCAWs neuer Single Hummingbird das gewisse Etwas. Hier fühlt man sich an das Jahr 2000 erinnert, in dem Ellis-Bextor mit Groovejet (If This Ain’t Love) von Spiller ihren Durchbruch feierte. Mit dem funkigen Sound von Hummingbird tänzelt LCAWs Produktion förmlich um Ellis-Bextors Stimme herum und lässt sie regelrecht aufblühen. Mit einer ordentlichen Portion Dancebeats klingt Hummingbird nach einem Moment der vollen Ekstase, um nur kurz darauf mit dem Sound im Refrain zu brechen. Hier fügen sich zwei Songs zu einem Hybriden aus Pop, Disco und House zusammen und lassen fantastische und sehr tanzbaren 2:50 Minuten zurück. Hummingbird ist dabei die Leadsingle aus LCAWs Debüt-EP Meet In The Middle, die am 23. März erscheint.

MELT! Festival 2016

MELT! 2016 – Alles neu in Ferropolis – Tag 3

Tag drei auf dem MELT! Festival war von einem abgerockten Körper geprägt. Hatten die beiden Auftritte von Deichkind und Two Door Cinema Club doch ihre Spuren hinterlassen. Doch wie es sich für einen MELT!-Sonntag gehört, war dieser Tag eh etwas entspannter und sollte sich eher langsam steigern, als sofort in die Vollen zu gehen.

Kolumbianischer Wahnsinn

Erst um 19:30 ging es mit Bomba Estéreo auf der MELT! Stage los. Und was einem da unverhofft geboten wurde, war der perfekte Einstieg in den Abend. Hatte doch das kolumbianische Trio mit seinem – wie sie selbst beschreiben – Electro Tropical eine pumpende Beatshow abgeliefert. Hier animierte jeder einzelne Song zum tanzen und machte Lust auf die fernen, wilden Partys. Denn genau das bedeutet Bomba Estéreo im lateinamerikanischen Raum – Stereo Bombe. Damit werden in Kolumbien Partys betitelt, die so abgefahren sind, dass sie fast schon zu heftig sind. Wer einmal Songs wie Fuego, Pure Love, Solo tú, El Alma y el Cuerpo oder Somos Dos gehört hat, wird sich in die Band verlieben. Mischen Bomba Estéreo doch elektronische Elemente mit lateinamerikanischen Beats und Klängen. Liliana Saumets singt dabei mit einem verzückend, kantigen Akzent ihre spanischen Songs und erinnert stimmlich an die französiche Sängerin Soko. Am Ende blieb ein Eindruck von einer unglaublich stampfenden und von fern gekommenen Band, die mit überbordernder Energie durch ihre Konzert ging.

Mainstream vs. Underdogs

So könnte man die beiden nächsten Künstler beschreiben. Während Chvrches auf der MELT! Stage auftraten, machten sich nur 15 Minuten später die beiden Frankfurter von Lea Porcelain auf, anzufangen. Graben sich Chvrches heute mehr und mehr in die Kerbe des Nervpops, klingt Laura Mayberry immer öfter nach einer gepitschten Mickey Mouse Stimme. Für Fans des ersten Albums The Bones of What You Believe wird es so immer schwieriger etwas Gutes an der Band zu finden. So zog man enttäuscht von der MELT! Stage los, in die Orangerie und sah das Duo von Lea Porcelain und wie es sich gerade auf den Auftritt vorbereitete. Nebel – mehr brauchte es nicht um eine Atmosphäre zu erzeugen, die mystisch, eng und bedrückend wirkte. Standen doch im Nebel nur Frontsänger Markus Nikolaus und Produzent Julien Bracht, kamen aus dem Publikum immer wieder Bemerkungen von einer jungen Dame, mal die Gitarre ein wenig auszusteuern, mal den Ton etwas runterzudrehen. Doch ihrem Auftreten nach zu urteilen handelte es sich eher um die Managerin der Band als eine Tontechnikerin. Mit Songs wie Snowstorm aber vor allem Out Is In zeigte die noch junge Band, dass solche Musik auch aus Deutschland kommen kann. Erinnert der Sound doch eher an Joy Devision und ist vor allem Out Is In verstörend massiv und dunkel. Und genau so war auch ihre Show. Vibrierten die Fenster der Orangerie doch bei jedem zupfen der Gitarrensaiten. Das Farbspiel und die perfekt ausgeleuchteten Scheinwerfer trugen nicht minder dazu bei, dass sich der Auftritt von Lea Porcelain zu einem ganz besonderen Moment des MELT! Festivals entwickelte. Definitiv eine Band, bei der man wachsam sein sollte.

Deutsche Elektropioniere

Rüber auf die Medusa Stage, setzen Digitalism ein Ausrufezeichen. Konnten sie doch von Anfang an, die überfüllte Bühne in Stimmung bringen und mit Songs wie Pogo, Zdarlight, Circles, Wolves oder 2 Hearts die Masse in Ekstase versetzen. Denn hier wurde ausgelassen gefeiert. Da standen die Fans auf den Betonstüzen der Medusa-Überdachung, trugen sich Huckepack oder hoben bunt, leuchtende Regenschirme in die Höhe. Mit jedem Songhöhepunkt setzte auch ein Aufschrei der Menge ein und so schaukelte sich die Stimmung von einem zum anderen Song in eine Höhe, die so ausgelassen war, dass man Zeit, und die Absicht andere Bands zu sehen, völlig aus dem Auge verlor.

Englische Elektropioniere

Bevor es zum Endspurt des MELT! Festivals 2016 ging folgte tatsächlich noch eine Enttäuschung. Sollten doch die Briten von Circa Waves in der Orangerie um 23 Uhr auftreten, standen die Fans bis 23:25 Uhr vor verschlossenen Eingangstüren der Orangerie. Da um 23:30 Uhr allerdings als Abschluss die Brüder von Disclosure auf der MELT! Stage auftraten, musste man unverrichteter Dinge die Orangerie hinter sich lassen, wollte man Disclosure sehen. Und so ging es dann auch zu Disclosure in die erste Reihe mit ganz viel Farbe und Bewegung. Hatten Howard und Guy Lawrence doch zwei DJ-Inseln aufgebaut und standen sich stets gegenüber. Diese Position der Turn-Tables schien ihnen ein Gefühl des Wettkampfes zu geben. Battelten sie sich doch zwischendurch immer wieder. Hier wurde schnell klar, dass die Gebrüder Lawrence ganz genau wusste, wie sie das Publikum begeistern können. Da wurde mit White Noise ein wahres Hit-Feuerwerk eingeleitet, bei dem Songs wie Omen, You & Me, Bang That und Holding On zu einem wahren Clubgiggefühl avancierten. Als When A Fire Starts To Burn einsetzte, bekam man dann auch gezeigt, wie sich die beiden, als Spaß, gegenseitig die Textzeilen zuriefen. Zum Abschluss folgte mit Latch der Schlüsselsong bzw. größte Hit ihrer bisherigen Karriere. Das hier auf allen Rängen getanzt wurde, ist selbstredend. Und so vergingen anderthalb Stunden wie im Fluge und ließen keine Wünsche offen. Wurde doch auch für die Augen viel geboten. So war die Bühne während des gesamten Auftrittes bunt illuminiert und hielt immer wieder neue Farb- und Leuchtelemente parat. Disclousre legten hier einen wirklich perfekten Auftritt hin. Da war dann auch schnell wieder die Enttäuschung der Orangerie vergessen.

… Baby One More Time!

So näherte sich das MELT! Festival 2016 dem Ende und hatte nur noch, bis kurz nach zwei auf der Desperados Play It Loud! Area, 90er Jahre Musik zu bieten. Da vier der Bühnen zu diesem Zeitpunkt bereits geschlossen waren, stürmten die MELT! Besucher zu dem Stand um noch einen Moment der Party zu erhaschen und die Nacht zu verlängern. Doch als dann Securities gegen zehn nach zwei Uhr vorbeikamen, musste die Musik gänzlich ausgeschaltet werden. So hatte sich das MELT! Festival 2016 generalüberholt und wartete mit ganz vielen Neuerungen auf die Fans. Vom wirklich gelungenen Forest über die Block-Party bis hin zu den komplett neuen Bühnen war das Festivalfeeling 2016 noch entspannter als es eh schon war.

MELT! Festival 2016
MELT! Festival 2016

Wenn im nächsten Jahr der 20. Geburtstag des MELT! Festivals ansteht, darf man allerdings eine deutlich höhere Dichte an großen und bekannten Bands erwarten. So ist nach dem MELT! vor dem MELT! und alles wird auf null gestellt.