Billie Eilish – Ein Traum von einem Song

Mit ihren Songs Bored und Lovely war die amerikanische Sängerin Billie Eilish bereits in den ersten beiden Staffeln des Netflix-Hits 13 Reasons Why – Tote Mädchen Lügen Nicht zu hören. Nun ist sie auch fernab des Supports durch Serien mit ihren Songs erfolgreich und ist dabei nicht einmal 18 Jahre alt. Dieser Tage ist es aber vor allem der Song When The Party’s Over der durch das Netz geistert. Ist er doch so fragil und emotional, dass man sich kaum das dazugehörige Musikvideo anschauen möchte. Hier sehen wir nämlich Eilish auf einem Stuhl sitzen und mit sich hadern, bis schließlich schwarze Tränen ihr Gesicht hinablaufen. Stimmlich und auch musikalisch erinnert When The Party’s Over dabei an Songs von Lana Del Rey und lässt ebenso Del Reys Melancholie aufleben. Für 2019 ist Eilishs Debütalbum angekündigt und lässt darauf hoffen, dass es noch weitere dieser Songs auf ihr erstes Album schaffen werden. Mit When The Party’s Over hat sie uns aber schon jetzt vollkommen in ihren Bann gezogen.

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Big Wild – Der musikalische Traum

Maker klingt, wie die klangliche Untermalung eines Traumes. Sanfte Beats, eine hohe Stimme und hypnotisierende Töne lassen Maker zu dem wahr gewordenen Traumsound werden, den der 28-jährige Sänger und Produzent Jackson Stell – alias Big Wild – hier produziert hat. Kommt sein Debütalbum Superdream am 1. Februar 2019 auf dem Plattenlabel Foreign Family Collective des Elektro-Duos ODESZA raus, kann der in Massachusetts, USA geborene Musiker bereits auf eine längere Laufbahn im Musikbusiness zurückblicken. Bereits mit 14 Jahren hatte er begonnen Hip-Hop Beats zu produzieren und veröffentlichte diese unter dem Namen JBeats. Anfang 2017 bekamen wir dann das erste Lebenszeichen des Big Wild Projekts durch die Veröffentlichung der Debüt-EP The Invincible präsentiert. Darauf enthalten waren große elektronische Songs mit Gastsängerinnen wie iDA HAWK und Yuna. Mit seiner nun veröffentlichten Single Maker bekommen wir Stells Stimme selbst zu hören – die so sanft und zart klingt, dass man den Eindruck bekommt, seine eigene innere Stimme zu hören. Bereits über 100 Millionen Mal wurden die Songs von Big Wild gestreamt und lösten somit in den letzten Monaten einen ordentlichen Hype aus. Ob sich dieser Hype auch in Verkaufszahlen widerspiegeln wird, gilt es abzuwarten. Die besten Voraussetzungen dafür hat Steel mit Maker auf jeden Fall!

KIAN – Der geborene Musiker

Wer bereits mit zwei Jahren durch die abgelegenen Gebiete der Aborigines reist und mit seinen Eltern dort Musik spielt, kann völlig zu Recht als geborener Musiker gezählt werden. Denn die Musik wurde dem australischen Sänger Kian Maxwell Bytyci Brownfield, kurz KIAN, bereits durch seine Eltern in die Wiege gelegt. Mit sieben Jahren bekam er seine erste Gitarre und mit 12 folgte dan die E-Gitarre, seitdem geht es mit dem 16-jährigen Sänger steil bergauf und traf er durch Musikprojekte wie einem Aborigine Hip-Hop Projekt Künstler wie Baker Boy, mit dem er zusammen die Single Cloud 9 veröffentlichte. Von seinem Song Waiting überzeugt, reichte KIAN den Track beim australischen Talentwettbewerb Triple J Unearthed – der australischen Radiostation Triple J – ein und wartete auf das Feedback. Dieses folgte Wochen später, indem der Radiosender einen Feueralarm an KIANs Schule simulierte und den jungen Sänger so auf dem Spielfeld der Schule damit überraschen konnte, dass er den Wettbewerb gewonnen habe. Damit ist KIAN nicht nur einer der jüngsten Gewinner dieses Wettbewerbs, sondern hat gleichzeitig auch schon in ausverkauften Konzerthallen als Support-Act gespielt – was äußerst selten für einen Triple J Unearthed Gewinner ist. Waiting zeigt dabei, wie Neo-Soul uns berühren kann – im Alter von 14 Jahren geschrieben und gefühlvoll und mit einem modernen Sound versehen, ist Waiting eine liebevolle Ballade über das Gefühl, sich in jemanden zu verlieben und auf ein Zeichen des anderen zu warten, diese Liebe zu erwidern. Damit konnte der Australier einen Plattenvertrag eingeheimst und sein Debütalbum für die erste Jahreshälfte 2019 ankündigen. KIAN ist damit 2019 einer der ganz großen Anwärter, der sich auf einen internationalen Durchbruch einstellen sollte.

MJ Cole feat. Freya Ridings – Die Geschichte einer großen Stimme

Freya Ridings gilt als eine der heißesten Anwärterin, 2019 ganz groß durchzustarten. Mit ihrer Single Lost Without You schaffte sie es 2017 bis in die britischen Top-10 der Singlecharts. Nun gibt es auch einen Veröffentlichungstermin für ihr Debütalbum Freya Ridings, welches am 31. Mai 2019 erscheinen wird. Ihre ausufernde Stimme und der warme Klang lassen Ridings sofort auf einer Stufe mit Hannah Reid von London Grammar steigen – ist doch die übertragende Emotion so reich und voll, dass man eine Symphonie zu erleben scheint. Zusammen mit dem britischen Produzenten und Musiker Matthew James Firth Coleman alias MJ Cole, der bereits Musik für Mary J. Blige, Dizzee Rascal, Example oder Sam Smith produzierte und Remixe für Jess Glynne, Amy Winehouse, Alicia Keys oder Mariah Carey veröffentlichte, hat sie nun mit Waking Up eine mystische Pianoballade veröffentlicht, die voluminös und gewaltig klingt. Dieser Song wird auf MJ Coles nächster Platte zu finden sein und ebenfalls gute Chancen haben, es auch auf Ridings Debüt zu schaffen. Waking Up ist der perfekte Begleiter durch die kommenden Wintermonate, bis bei den Textzeilen I’m waking up… der Frühling erwacht.

Fil Bo Riva – Wenn der Lebenslauf den Ton angibt

Es ist eine spannende Biografie. Als Kind einer Deutschen und eines Italieners in Rom geboren und aufgewachsen trieb es Filippo Bonamici – alias Fil Bo Riva – quer durch Europa. So stehen Länder wie Irland, Spanien und Deutschland auf seine Liste. Nach Berlin kam er schließlich durch eine erfolgreich bestandene Aufnahmeprüfung an der UDK für den Studiengang Produktdesign. Vom Freigeist der Stadt inspiriert versuchte sich der Musiker, der bereits mit zehn anfing Gitarre zu spielen, daran, selbst professionell Musik zu machen. Dies gelang ihm so gut, dass er binnen kürzester Zeit durch Europa tourte und als Support von Matt Corby oder den Milky Chance gebucht wurde. Mit dem Produzenten der Mighty Oaks – Robert Stephenson – arbeitete Riva schließlich an seiner Musik. Diese vereint die unterschiedlichsten Einflüsse Europas und zeigt dies besonders auf der ersten Single Go Rilla. Hier zeugt die Stimmung von den Weiten einer italienischen Küstenstraße, die es mit offenem Verdeck zu befahren gilt. Hinzu kommen Klänge von Indie und Folk und besticht der Song gesanglich durch eine soulige Klangfarbe. Riva selbst beschreibt seine Musik als europäischen Folk und Indie-Pop und trifft damit genau ins Schwarze. Go Rilla ist eine Ode an die Unbeschwertheit und dem Lebensgefühl des Vogelfrei im Sinne des ungebunden seins. Am 22. März 2019 erscheint mit Beautiful Sadness Rivas Debütalbum und wird von einer Tour durch die DACH-Region begleitet. Mit Go Rilla öffnen sich allerdings mit Sicherheit auch noch mehr Türen – weit über den deutschsprachigen Raum hinaus

Hayden James – Dunkler House mit heller Stimme

Es wird Zeit – mittlerweile gibt es im Netz über ein dutzend Songs des australischen Produzenten und Sängers Hayden James zu hören. Doch ein Album lässt nach wie vor auf sich warten. Nun wurde für Mitte 2019 endlich sein Debütalbum angekündigt und damit auch die neue Single Better Together. Diesen Song hat der in Sydney lebende James zusammen mit dem ebenfalls aus Australien kommenden Produzenten Running Touch aufgenommen. Mit seinem melodischen House und seiner prägnanten Stimme, sowie markanten Kollaborationen hatte James bereits mit den Songs Something About You und der Zusammenarbeit mit Boy Matthews auf Just Friends alle Aufmerksamkeit auf sich gezogen. So konnte er Something About You sogar in die deutschen Charts bringen und wurde für Dieser und Just A Lover sogar jeweils für einen ARIA Music Award als Best Dance Release nominiert. Auf Better Together klingt James dunkler und scheint die Atmosphäre der Nacht für sich entdeckt zu haben. Als Symbiose aus zwei Menschen, die sich so viel geben, dass sie fast unschlagbar stark erscheinen, versteht James Better Together und hat damit den Soundtrack es Winters abgeliefert.

Giant Rooks – Groß, Größer, Riesig

Ihr Output an neuer Musik ist atemberaubend. 2014 gegründet, veröffentlichte die Nordrhein-Westfälische Band Giant Rooks bereits ein Jahr später mit The Times Are Bursting the Lines EP die erste Musik. Wiederum nur knapp 13 Monate später folgte mit der New Estate EP der Durchbruch. Songs wie New EstateBright Lies und Mia & Keira (Days To Come) wurden über 2017 bis ins Jahr 2018 zu Publikums- und Kritikerlieblingen. Ist doch der kompromisslose Indie, den die Band um Frontsänger Frederik Rabe präsentiert, ein regelrechter Aufschrei nach guter und international klingender Musik dieses Genres. Stand das ablaufende Jahr 2018 ganz im Zeichen der großen Konzerte, mit einer ausverkauften Headlinertour durch die DACH-Region und Großbritannien, haben es die Jungs nicht ohne neue Musik zu veröffentlichen ausgehalten. Und so kommt kurz vor Torschluss 2018 mit Wild Stare tatsächlich die Überraschung. Ist die Single nicht nur abermals ein großartiges Ausrufezeichen, präsentieren sie uns für 2019 die nächste Tournee mit 22 Konzerten in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Belgien, den Niederlanden und Großbritannien. Steht das Quintett beim Berliner Musiklabel IRRSINN Tonträger – bei dem auch AnnenMayKantereit, Faber und die Leoniden beheimatet sind – unter Vertrag, dürfte es wohl nicht mehr lange dauern, bis wir das Debütalbum angekündigt bekommen. Mit Wild Stare haben Giant Rooks eine große Indie-Nummer produziert, die durch Rabes kratzig, markante Stimme und griffigen Gitarrenriffs so gut funktioniert, dass man sich nach dem nächsten Indie-Club umsehen und sofort auf die Tanzfläche springen möchte.

Grace Carter – Emotionale Suche nach einer Antwort

Inspiriert von den Sängerinnen Lauryn Hill und Nina Simone hat die heute 21-jährige Sängerin Grace Carter schon früh die Musik für sich entdeckt. Auch oder vielmehr gerade durch ihren Stiefvater motiviert, bekam Carter zu ihrem 13. Geburtstag eine Gitarre geschenkt und wurde von ihm ermutigt, Songs zu schreiben. Acht Jahre später steht sie bei Warner Bros. unter Vertrag und veröffentlichte mit Silence bereits eine respektable Debütsingle. Nun ist sie mit Why Her Not Me zurück und schöpft aus den Vollen ihrer Songwriting-Kunst. Denn Carter zieht die Inspiration für Texte aus ihren ganz persönlichen Erlebnissen, die allesamt von Wut, Frust, Enttäuschungen und Niederschlägen geprägt sind. Hieraus sammelt Carter ihre Energie und schafft es ihren Songs etwas aufbauendes zu geben und sie nicht als das Ende verstanden zu wissen. Auf Why Her Not Me thematisiert sie die Entscheidung ihres gebürtigen Vaters, die Familie zu verlassen um mit einer anderen Frau und Kindern glücklich zu werden, seiner alten Familie aber Schmerz zuzufügen. Dies schafft Carter mit einer so emphatischen Art, dass man meinen würde, sie könnte es nicht selbst erlebt haben. Durch die kräftige Stimme der Britin, ihr dunkles Timbre und einen bombastischen Sound ist Why Her Not Me so, eine Hymne der Stärke und des nicht Aufgebens und ein großes Ausrufezeichen einer noch jungen Sängerin.

Kara Marni – 90er R&B

Mit ihrer wunderbar, trägen Single Curve hatte die britische Sängerin Kara Marni Mitte April ein sattes Ausrufezeichen gesetzt. War sie damals bereit für einen heißen Sommer, sollte sich nun – am Ende der warmen Jahreszeit – zeigen, dass Marni keine Gelegenheit ausgelassen hat, ihre Musik unter die Leute zu bringen. So war ein Stop auf ihrer Tour, das Hamburger Reeperbahn-Festival Mitte September. Hier präsentierte sie neben Curve auch einige neue Songs sowie unter anderem ihre nun veröffentlichte Single Move. Dabei orientiert sich die Sängerin am R&B, Soul und Hip-Hop der 90er-Jahre und hat uns mit ihrem tanzbaren und eingängigen Beat sofort in ihrem Bann gezogen. Dadurch erinnert Kara Marni an Lauryn Hills – mit Grammys überhäuften – Album The Miseducation of Lauryn Hill. Hier werden Sounds von, auf der Straße spielenden, Kindern mit basslastigen Beats gemischt und singt Marni dazu wie einst Lauryn Hill es tat. Mit seiner – fast schon spielerischen – Melodie, ist Move eine perfekte Nummer für moderne Modenschauen. Und so verwundert es auch nicht, dass Marni bei Magazinen wie VOGUE, HUNGER und NYLON ganz oben auf der Liste steht, wenn es um Auftritte während der Schauen geht. Move ist ein klebrig, grooviger Neo-Soul Song, der die Brücke zwischen 90er-Jahre Soul und heutiger elektronisch unterstützter R&B-Produktionen spannt. Für 2019 wurde damit zaghaft auch Marnis Debütalbum angekündigt und lässt durch Move auf ein spannendes Paket hoffen.

Alex The Astronaut – Konzertkritik

Ein Konzert, wie eine Show á la Alleinunterhalter. Am letzten Freitag war die australische Newcomerin Alex The Astronaut im Berliner Lido zu sehen. Damit unterstützte sie den gebürtigen Kanadier, doch mittlerweile zum Wahlberliner gewordenen Sänger, Sam Vance-Law. Dass Alexandra Lynn – wie Alex The Astronaut bürgerlich heißt – schon so einige Shows absolviert hat, konnte man in jeder Sekunde ihrer Bühnenperformance erkennen. Noch dazu, mit einer bemerkenswerten Gelassenheit und ur-sympathischen Art. Denn während Alex ihre Lieder sang, trumpfte sie immer wieder auch mit kleinen Anekdoten und Erinnerungen auf, die dem Publikum den jeweiligen Song näher brachte. Mit insgesamt neun Songs begeisterte sie dann auch alle und kam ihr Support so eines eigenständigen Konzertes gleich.

Mit dabei waren neben ihren Singles Waste Of Time und Not Worth Hiding auch Songs, wie What Sydney Looks Like in JuneCaught und Already Home. Bei Rockstar City ließ sie uns dann von der Erfahrung teilhaben, wie es war, jahrelang nur im kleinen Kreise zu spielen und plötzlich diesen Gig im ältesten Rock Club New Yorks – dem The Bitter End – zu haben. So war sie unglaublich beeindruckt auf der Bühne zu stehen, auf der auch schon Bob Dylan, Chuck Berry, Janis Joplin, Nina Simone oder Patti Smith spielten. Ihr persönlicher Funfact dabei war, dass nur rund 15 Leute anwesend waren und dies auch noch über kostenlose Tickets geschah, da ein Großteil hiervon zu Alex‘ Freunden zählten. Ist die Australierin doch eher bescheiden, wird der Club wahrscheinlich deutlich voller gewesen sein, als sie es zu präsentieren vermochte.

Mit Happy Song trumpfte Alex schließlich auf und sorgte für einen Unterhaltungsfaktor, der einer abendlichen Entertainmentshow gleich kam. Hatte sie doch das Publikum in zwei Lager geteilt und der linken und rechten Hälfte jeweils die markanten Refrain-Verse zugeordnet, um diese schließlich über viereinhalb Minuten vollends auszuspielen. Hierbei machte das Publikum so wunderbar mit, dass man sich kurzzeitig als Gemeinschaft an eine Klassenaufführung erinnert fühlte.

Alex The Astronaut @Lido Berlin http://www.soundtrack-of-my-life.com

An diesem Abend konnte man eindrucksvoll sehen, was für eine Bühnenpräsenz Alex hat und die so wunderbar frisch und neugierig ist, dass man ihrem Konzert nur verfallen konnte. Jetzt dürfen wir uns aber sicher sein, dass – wenn sie das nächste Mal in Berlin spielt – ein Debütalbum im Gepäck sein wird.