Sault - Let Me Go

Sault – Das Mysterium um eine Band

Es ist diese große soulige Stimme, welche die Band Sault gerade hypen lässt. Doch wer sich hinter diesem Pseudonym versteckt, ist bisher nicht ganz klar. Einige Seiten vermuten, dass der britische Produzent und Songwriter Dean Josiah, der auch unter dem Namen Inflo Remixe macht, ein Teil der Band Sault ist. Dieser hat vor allem Songs für Michael Kiwanuka, The Kooks und Jungle produziert und mit Little Simz, The S.L.P. und Tom Odell zusammengearbeitet. Hinter der Stimme wird die Rapperin Melisa Young – alias Kid Sister – vermutet, die vor allem durch ihre Kollaborationen mit Kanye West bekannt wurde. Doch wäre solch soulig, funkige Musik, wie auf der aktuellen Single Let Me Go eine dermaßen große musikalische Veränderung zu dem bisherigen Sound der aus Chicago kommenden Musikerin, dass man dies fast nicht glauben kann. Für Josiah wiederum klingt das ganze dem des Sounds der britischen Band Jungle schon sehr ähnlich und lässt die Vermutung daher recht plausibel erscheinen. Mit dem Debüt 5 ist bereits im Mai dieses Jahres ein ambitioniertes Album erschienen, welches durch Afrobeats, Soul, Funk und Elektro klingt, wie aus einer Parallelwelt. Sault sind so, gerade auch durch Let Me Go, zu einem regelrechten Phänomen gewachsen, welches es weiterhin gilt, zu entdecken.

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Elderbrook & Rudimental – Tanz dich frei

Beide Acts blicken bereits auf eine ausgiebige Diskografie zurück. Sind Rudimental für ihre Kollaborationen mit Blick auf Diversität, Akzeptanz, Inklusion und Freiheit bekannt und haben in der früheren Vergangenheit mit Acts wie Jess Glynne, Macklemore, Tom Walker und James Arthur zusammengearbeitet, steht das Londoner Kollektiv für tanzbare, elektronische Musik, die auch genreübergreifend funktioniert. Elderbrook – der ebenfalls aus London kommende Singer/Songwriter und Produzent – hat in den vergangenen Jahren vor allem durch seine Zusammenarbeit mit CamelPhat auf Cola von sich hören lassen. Nun haben sich beide Acts für Something About You zusammengetan und einen Song veröffentlicht, der sich sanft aber gleichzeitig euphorisierend anhört. Genau diese Mischung transportiert die Intention hinter dem Song – zeigt das Video doch eine Selbsthilfegruppe von Männern, die sich öffnet und dem vergifteten Maskulinismus – der sich jeder Verletzbarkeit bei Männern verwehrt – zu entziehen versucht. Dabei braust Something About You zwischenzeitlich mit Trompeten auf und bedeutet damit das emotionale Freitanzen der Protagonisten. Einmal mehr haben Elderbrook, sowie Rudimental einen Song veröffentlicht, der radiotauglichen Elektro, clubtaugliche Beats und gesellschaftskritische Themen so wunderbar miteinander verbindet, dass man fast spielerisch an schwere Themen herangeführt wird.

Gerry Read – DJ Koze legt Hand an

DJ Koze hat mit seinem letztjährig veröffentlichten Album Knock Knock ein wahres Meisterwerk herausgebracht. Dabei ist die Zusammenstellung aus House, Deep-House und Disco eines der ganz großen Markenzeichen des Flensburger DJs. Auf dem Album bündelt er instrumentale Songs mit denen, die von Größen wie Róisín Murphy gesungen werden und schaffte es erstmals, mit einem Album in die Top-10 der deutschen Albumcharts zu gelangen. Gleichzeitig tauchte Knock Knock auf allen wichtigen Jahreslisten auf und überzeugte die Kritiker von NME, Rolling Stone, Billboard, Resident Advisor und Pitchfork. Nun hat sich Stefan Kozalla – wie Koze mit vollständigem Namen heißt – wieder an das Remixen gemacht und dabei einen Song des britischen Produzenten Gerry Read – der bei Kozes Plattenlabel Pampa Records unter Vertrag steht – geremixt. Dabei hat sich Koze auf den Refrain des Originals beschränkt und mit It’ll All Be Over einen Song produziert, der nahtlos and sein letztes Album anknüpft. Mit wilden Trommeln, treibenden Beats, dem typischen Koze Disco-House und einem leichten Schall ist It’ll All Be Over ein satter Sommertrack, zu dem es sich ekstatisch tanzen lässt und bei dem man selbst in Endlosschleife nicht genug bekommen kann.

Moon Willis & Etta Bond - I Like The Way

Moon Willis & Etta Bond – Das Wochenende kann kommen!

Für Moon Willis scheint 2019 zu seinem Jahr zu werden. Denn der Londoner Produzent hat in den letzten Monaten mit ein paar wirklich starken Songs spürbare Aufmerksamkeit erhalten. Mit Gone, On Me und Trouble hat sich Moon Willis gerade einen festen Platz in den Clubs weltweit gesichert. So wird er mittlerweile auch von Größen wie Duke Dumont und den Disciples nach einen Remix gefragt. Nun hat sich Moon Willis mit Etta Bond eine der heißesten Newcomer Londons gegriffen und mit ihr zusammen den Song I Like The Way produziert. Mit einem euphorischen Rhythmus, der unwiderstehlichen Stimme Bonds und einem treibenden Bass passt I Like The Way perfekt zur Hitzewoche in Europa und dem Einstieg in das Wochenende. Hinzu kommt, dass das dazugehörige Musikvideo von seiner Machart an All-Time-Favorites wie Sweet Like Chocolate von Shanks & Bigfoot, Starlight von The Superman Lovers oder One More Time von Daft Punk erinnert. Wenn Ihr bis jetzt noch keinen Sommerhit hattet, wäre I Like The Way ein würdiger Anwärter.

Bonobo - Linked

Bonobo – Der Wille sich treiben zu lassen

Simon Green – alias Bonobo – ist ein wahres Genie der elektronischen Musik. Mit seinen treibenden Dancebeats, dem Mix aus Instrumenten und Synthesizern und dem stets wohl bedachten Einsatz von Stimmen hat es Bonobo vor allem mit seinem fünften (The North Borders) und sechsten Album (Migration) geschafft eine derartige Popularität zu erlangen, dass man ihn getrost als einen der einflussreichsten elektronischen Künstler aus Großbritannien bezeichnen kann. Dabei ist seine Musik oftmals weder groß gedacht, noch für die breite Masse produziert und erreicht genau damit gerade so viele Menschen. Nun hat der britische Produzent, der seit einigen Jahren in Los Angeles lebt mit der neuen Single Linked für eine wahre Begeisterungswelle gesorgt. Dabei orientiert sich Linked wieder stärker am Clubsound und ist ein euphorisierender Track, der sich anschickt, uns in andere Sphären zu transportieren. Mit hallenden Gesängen und einem verspielt, energiereichen Beat ist Linked der Bereiter des Sommers und zeigt sich so facettenreich, wie frisch. Noch ist nicht sicher, ob Linked als Teil einer weiteren Compilation erscheinen wird, oder gar Vorbote eines neuen Albums sein wird. Fest steht bisher nur, dass uns Bonobo dieses Jahr auf dem MELT Festival mit einem Auftritt umhauen wird – dieses findet vom 19. bis 21. Juli in Gräfenhainichen statt.

Mark Ronson feat. Lykke Li - Late Night Feelings

Mark Ronson feat. Lykke Li – Eine verkannte Partynacht

Independent trifft Mainstream. So in etwa könnte man die Kollaboration von Lykke Li mit Mark Ronson beschreiben. Hatte Lykke Li 2011 einen weltweiten Hit mit I Follow Rivers, entsprang dieser aber dem The Magician Remix, der sich auch in Deutschland an die Spitze der Charts setzte. Alle sonstigen Veröffentlichungen Lykke Lis sind vielmehr größtenteils nur ihrer Fangemeinde bekannt oder in den Playlisten von Independent-Radiostationen zu finden. Mark Ronson wiederum ist in den Chart zu Hause und tritt seit 1998 als Produzent von Künstlern wie Nikka Costa, Macy Gray, Christina Aguilera, Amy Winehouse, Robbie Williams oder den Kaiser Chiefs auf. Darüber hinaus ist Ronson selbst seit 2003 als Künstler mit eigener Musik in den Charts vertreten und arbeitete mit Künstlern, wie Lily Allen, Amy Winehouse, Bruno Mars, Miley Cyrus und nun eben auch Lykke Li zusammen. Auf ihrem gemeinsamen Song Late Night Feelings treffen sich die beiden dann auch zum Katergefühl, nach einer aufregenden Nacht. Dabei klingt Late Night Feelings nach einer wabernden Retrospektive einer Nacht, die von Auf und Abs geprägt ist. So gibt die Grundstimmung einen ruhigen Sound vor, der vor allem beim Refrain ins verspielte rutscht, nur, um zum Ende hin in einen Traumzustand zu gleiten. Ronson hat hier für sein kommendes, fünftes Studioalbum Late Night Feelings, nach Nothing Breaks Like A Heart bereits den zweiten Song veröffentlicht, der sich an das Model des melancholischen Sounds der 80er Jahre anlehnt und diesen wunderbar in die Neuzeit transportiert. Dabei verfolgte Ronson, wie er selbst sagt, das Ziel traurige Hits zu schreiben, da diese eine größere emotionale Resonanz beim Hörer auslösen. Dies hat er auf Last Night Feelings wunderbar geschafft und nebenbei abermals die Hitmaschine angeworfen.

Dawncall & Subsets feat. Ayelle – Entspannt durch den Sonntag

Er passt so sehr in den heutigen, verregneten und windigen Sonntag – der Song Ghost, des israelische Produzent Dawnhall. Dazu gesellen sich der britische Produzent Subsets und die Londoner Sängerin Ayelle. Viel gibt es über die jeweiligen Produzenten allerdings nicht zu berichten, finden sich im Netz doch nur spärlich Informationen. Dabei gibt ihre Musik so viel her, worüber wir berichten könnten. Bei Ayelle sieht es bereits etwas besser aus. So hat die in London lebende Sängerin mit iranisch-schwedischen Wurzeln in den letzten Wochen so einige Songs veröffentlicht. Mal mit dem niederländischen Produzenten Mitchell Yard auf Mary Jane, mal als Solokünstlerin mit Obvious. Dabei beschreibt sie ihren Musikstil als Future R&B und liegt damit verdammt nahe an ihren Songs. Auf Ghost schafft sie es zusammen mit den beiden Produzenten einen verträumt, schweren Housetrack zu veröffentlichen, der nicht besser zu einem kalten Wintertag passen könnte. Die treibenden Elemente und Beats werden durch den Einsatz von Klavier und Gitarre, in ihrer Schnelligkeit extrahiert und setzt damit eine Entschleunigung ein, die dem Song eine ganz besondere Note verleiht. Ayelles Stimme ist hierbei allgegenwärtig und lässt an so einflussreiche Nummern, wie Deleriums Silence erinnern. Momentan haben alle drei Künstler noch deutliches Potential ihre Bekanntheit zu erhöhen, weisen ihre Facebookprofile doch nicht mehr als 2.500 Follower auf. Dabei wird Ghost in den kommenden Wochen sicherlich für einen Aufschwung sorgen.