The Big Moon - Your Light

The Big Moon – Renommiert und trotzdem Newcomer

Es ist ein kleiner Widerspruch in sich – hat doch die vierköpfige, Londoner Frauenband The Big Moon 2017 bereits ihr Debütalbum veröffentlicht – wurden sie in dieser Zeit mit ihrem Debüt Love In The 4th Dimension für den renommierten Mercury Prize nominiert und schafften es mit ihren Singles sogar bis in die Shortlist von Annie Mac bei der BBC. Nun sind sie mit der Ankündigung zu ihrem zweiten Album zurück, das den Namen Walking Like We Do trägt und am 10. Januar 2020 veröffentlicht wird. Frontsängerin Juliette Jackson erklärt dabei, dass die Idee zur neuen Single Your Light daher kam, dass sie das Gefühl hatte, dass gerade der schlimmste Moment von allen sei, um auf der Welt zu sein. Dass es gar nicht mehr schlechter gehen könnte. Und dann guckt man zurück und stellt fest, dass anscheinend jede Generation schon einmal an diesem Punkt war, dass sie dachten, sie werden die letzte Generation auf der Erde sein. Der Song soll einen aus diesem Gedanken holen und für einen Moment die Sonne in das Leben lassen und die dunklen Gedanken wegfegen. Mit dieser Erklärung klingt die neue Single Your Light gleich noch einmal deutlich frischer und bringt uns tatsächlich die gute Laune und neuen Schwung in den Alltag. Dabei ist vor allem das Musikvideo zu der Single äußerst sehenswert und lässt den Wunsch wachsen, auch einmal so ein kuscheliges kleines Monster rumzufahren. Mit ihrem kommenden Album im Gepäck stehen Jackson, Soph Nathann, Celia Archer und Fern Ford Anfang des kommenden Jahres, als Support-Act von Bombay Bicycle Club, in Großbritannien auf der Bühne und werden uns mit ihrem frischen Sound begeistern.

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Millie Turner - Swimming Pool

Millie Turner – Im Chaos tanzen

Dass die britische Sängerin Millie Turner gerade an der Schwelle zum Durchbruch steht, dafür stehen die unzähligen Lobeshymnen, welche die gerade einmal 18 jährige Sängerin derzeit erhält. Vom NME über BBC Radio 1 bis hin zu diversen Blogs schwirren der Londoner Sängerin, Songwriterin und Produzentin die Lobhuddeleien nur so um den Kopf. Und das zu Recht – hört man sich ihre aktuelle Single Swimming Pool an. Beginnt der Song mit einem ruhigen Gitarrengezupfe, setzt Turners glasklare Stimme – die an Hannah Reid von London Grammar erinnert – ein und wirkt im ersten Teil des Songs noch nicht ganz griffig. Doch mit erreichen der Sekunde 56 wechselt Swimming Pool plötzlich in einen treibenden Dancesong ab, der sich zurückhaltend und stürmig zu gleich zeigt. Dabei ging es Turner um einen ganz ähnlichen Moment. Denn für den Song stellte sie sich eine Gruppe aus Teenagern vor, die ein altes, heruntergekommenes aber historisches Haus zerstört. So spricht sie vom Niederbrennen und Wände einreißen und einem schlussendlichen Wiederfinden im Swimming Pool des Hauses, welches um sie herum niederbrennt. Mit so viel Potential im Songwriting, Produzieren und Singen wird Millie Turner in den kommenden Monaten sicherlich noch öfter zu hören sein.

Otha - One Of The Girls

Otha – Das dicke Ende kommt noch

Mit Othas Song One Of The Girls hat die norwegische Sängerin und Produzentin im Mai 2018 ein Stück Musik veröffentlicht, welches sich über die vergangenen 13 Monate zu einem stetigen Indiehit gemausert hat. So wurde sie bei BBC weiterlesen

Sam Fender – Kraftvoll und wagemutig

Mit 21 Jahren steht man nicht gerade für politische Orientierung. Der junge Sänger Sam Fender aus Newcastle in Großbritannien hat mit seiner im November veröffentlichten Single Start Again allerdings gezeigt, dass es sehr wohl politisch Interessierte gibt, die deutlich unter 3o Jahre alt sind. Dabei trifft der Sänger genau den Nerv, der gerade bei den Briten immer noch für eine Spaltung sorgt. Start Again ist eine kraftvolle Rocknummer, die durch wunderbaren Gitarrensound und das stets präsente Schlagzeug fast schon brachial wirken. Hier verbindet der Sänger klassische 90er-Jahre Elemente der Rockmusik mit modernem Gesang, der mal wohlig, mal erzählerisch klingt. Noch vor einem Jahr keinen Plattenvertrag besitzend, wurde er Ende 2017 zu einem der Acts gewählt, die in der BBC Radio One Liste BBC Music Sound Of 2018 aufgelistet wurden. Jetzt ist er mit einem dazugehörigen Musikvideo zurück und pusht den ohnehin schon starken Song damit nochmal zusätzlich.

 

Ary – Baut uns ihre Welt in 2:46 Minuten

Ary – Already There

Es ist einer dieser Songs, der ganz nüchtern beginnt und einen dann plötzlich mit dem Refrain völlig wegfegt. Already There von der norwegischen Sängerin Ary ist so ein Song. Man hört hier förmlich, wie sie ihre utopische Welt aus Glas, Hightech und Robotern aufbaut. Der perfekte Soundtrack für Ex Machina, Das fünfte Element oder Interstellar. Hier klingt alles hyper modern und riesengroß. Dabei ist Already There ein Pop/House-Hybrid der eigentlich weiterlesen

Tom Grennan – Wenn der Ball zur Nebensache wird

Tom Grennan – Praying

So hatte es sich der Brite Tom Grennan sicherlich nicht vorgestellt. Noch als Teenager hatte er sich dem Profifussball verschrieben und spielte bereits in einigen namenhaften Vereinen. Es war allerdings der Weg nach London, der Grennan zur Musik bringen sollte. Diese Entscheidung fiel, als er das Angebot bekam, für den Fussball in den Vereinigten Statten zu gehen. Schließlich zog es Grennan wegen eines Studiums nach London, wo seine musikalische Reise beginnen sollte. Hatte er bereits von einigen Menschen aus seinem Umfeld gehört, dass seine Stimme geradezu dafür gemacht ist, eine Gesangskarriere zu starten, griff er zur Akustikgitarre und spielte in London, wo er nur konnte. Schnell wurde er durch seine soulige Reibeisenstimme immer bekannter, bis schließlich das Londoner Produzenten-Duo Chase & Status auf ihn aufmerksam wurde und ihn für den Song All Goes Wrong ins Boot holte. Grennans tiefe, soulige Stimme ist darauf das perfekte Gegenspiel zum schnellen Drum’n’Bass-Sound der Londoner. Mit seiner Single Praying zeigt sich Grennan nun auch als Solokünstler äußerst positiv. Praying besticht durch Pop und Soul und zeigt Grennan mit seinen 20 Jahren und dass tiefer Soul nicht erst mit dem Alter kommt. Mit seiner ersten offiziellen Single bestätigt Grennan, warum er vom BBC Radio 1 zu einem der Künstler gewählt wurde, auf die man sich 2017 gefasst machen sollte.

Blossoms – Als wären die 80er nie weg gewesen

Blossoms - Blown Rose

Blossoms – Blown Rose

Nachdem die Blossoms mit ihrem Song Charlemagne einen Überraschungshit in Großbritannien landeten, folgten Singleveröffentlichungen, die ein Album fast schon als absurd darstellten. Haben die fünf Jungs aus Stockport – Greater Manchester doch sage und schreibe acht ihres zwölf Songs umfassenden Debütalbums Blossoms als Single veröffentlicht. Der Erfolg sollte ihnen recht geben. Zwar schaffte es als Single nur Charlemagne in die britischen Charts, ihr Debütalbum Blossoms landete dafür allerdings direkt auf Platz 1 der britischen Album-Charts. Nun wird die Single Blown Rose promotet und läuft auf BBC Radio 1 rauf und runter. Zu Recht, hört man sich den Song einmal in Ruhe an. Da ist alles dabei, was ein typischer 80er-Jahre-Song haben muss. Synthies, ein eingängiger Text und simple Beats. Doch das alles spielt so wunderbar zusammen, dass man sich an La Boum und Harry und Sally erinnert fühlt und sich in diese Welt hinein träumt. So ist Blown Rose der perfekte Filmsoundtrack zu einem 80er-Jahre-Liebesabenteuer.

Folly Rae – Smoother Sound aus Großbritannien

Folly Rae - U

Folly Rae – U

In Hemel Hampstead, nordwestlich von England aufgewachsen, hatte Rachel Virtue alias Folly Rae als professionelle Tänzerin begonnen, ehe sie zur Musik kam. Nachdem bereits 2014 einige ihrer Songs die Aufmerksamkeit von BBC Radio 1-Verantwortlichen geweckt hatten, nahm sie an der BBC-Reihe BBC-Introducing und dem SXSW teil, welches als Showcase Festival für die kommende Festivalsaison dient. Nach verschiedenen Kollaborationen wie mit Koven (London), Ambassadeurs (Brighton) und Tom Swoon (Polen) war Folly Rae bisher hauptsächlich im Elektro unterwegs. Als Featuring-Act von diversen Dance und Drum & Bass Tracks hat sich die Britin nun für einen modernen R&B-Sound entschieden. Mit ihrer aktuellen Single U zeigt Folly Rae mit einem dumpfen Beat, düsteren Klängen und einer männlicher Stimme, die ihr wie ein Schatten durch den Refrein folgt, dass ihre Stimme nicht nur zu elektronischer Musik passt. U ist hypnotisierend, schwer und legt die Messlatte gleich mit einem ihrer ersten Songs sehr hoch an.

Brolin – Bringt eine Maske den Erfolg?

Brolin - Swim Deep

Brolin – Swim Deep

Er ist ein Produzent aus Großbritannien und beschreibt sich selber als Schlafzimmer-Musiker, der vom Produzieren über das Schreiben bis hin zum Abmischen überall seine Hände mit im Spiel hat und so viel wie möglich alleine auf die Beine stellt. Doch viel mehr, kann man über ihn dann schon gar nicht mehr sagen, da sich Brolin stets hinter einer Maske versteckt und nur selten Interviews gibt. Beachtlich ist allerdings, dass er bereits 2013 vom BBC Radio zum BBC Sound of 2013 gewählt wurde.
Mit dem Song ‚Swim Deep‘ hat sich Brolin dann auch schon gleich zu Beginn seiner Karriere eine Referenz geschaffen, die ihn bei weitem genügt um seinen Sound zu beschreiben. Wabern doch schwere Beats zu einer sensiblen Stimme mit einfühlsamen Lyrics, werden im dazugehörigen Musikclip drei Paare gezeigt, die jeweils den Moment das Aufwachens erleben. So intim und voller Zuneigung werden bewegte Bilder selten mit einem Sound in Einklang gebracht. Und so ist ‚Swim Deep‘ der perfekte Song um in den eigenen Tag zu starten und sich einen Moment fernab von allem zu fühlen. Immer wieder und stets aufs Neue.

Danny L Harle – Die 90er bleiben im Gedächtnis

Danny L Harle - Broken Flowers

Danny L Harle – Broken Flowers

Für den Briten Danny L Harle hat es etwas gedauert, ehe einer seine Songs den Weg ins Radio fand. Bereits 2013 veröffentlichte Harle den Song ‚Broken Flowers‘, der sich als langsamer steigender Hit erweisen sollte. Waren seine Songs zwischen 2012 und 2016 eher einem kleinen Publikum zuteil geworden, gelang Harle mit Remixen für Years & Years, Panda Bear oder Spector der Durchbruch. Vor allem der Remix für ‚Shine‘ – von Years & Years sollte Harle im Mainstream Fuß fassen lassen.
Nun also eine Nummer, die knapp drei Jahre alt ist und nur durch das Introducing der BBC Radiostationen bekannt wurde. So hat das vielbeachtete Radio 1 der BBC, ‚Broken Flowers‘ kurzerhand in das Programm genommen und ihm somit eine Plattform angeboten.
‚Broken Flower‘ klingt so nach den 90er Jahren, dass man meinen müsste, sich sofort zu verstecken. Doch klingt ‚Broken Flowers‘ frisch und innovativ auch wenn oder gerade weil Danny L Harle sich an den 90er Jahren orientiert hat.