OTR feat. Vancouver Sleep Clinic - Moon

OTR – Hebt uns in neue Sphären

Bereits auf Midnight Sun hatte sich der US-Amerikanische Musiker OTR – alias Ryan Chadwick – durch einen cineastischen Sound ins Gespräch gebracht. Mit seinem – am 24. April erscheinenden – Debütalbum Lost At Midnight hebt uns OTR förmlich in neue Sphären. Denn mit seinem elektronischen Sound, der irgendwo zwischen Rüfüs Du Sol, Bag Raiders und Lane 8 liegt, bringt uns OTR zum innehalten. Auch Moon ist kein Song, den man sich nebenbei anhört. Er hält auf, er unterbricht uns in unserem täglichen Ablauf und bringt uns dazu in uns hineinzuhören. Die schier epische Komposition lässt uns fast schon schweben und zeigt in der Kollaboration mit dem – viel zu wenig beachteten – australischen Musiker Vancouver Sleep Clinic, wie sehr die Musik von tiefen Emotionen getragen wird. Sein Debütalbum wird dann auch nichts Geringeres, als uns begeistert und sprachlos zurück lassen – sind auf Lost At Midnight doch Kollaborationen mit Panama, Shallou und Ukiyo, Au/Ra und WYNNE enthalten, die allesamt in den vergangenen Monaten bis zwei Jahren selbst für ordentliche Hypes sorgten. Bis es in sechs Wochen soweit ist und wir das ganze Album anhören können, heißt es nun erst einmal den Raumanzug überzuziehen und mit OTR in neue Sphären vorzudringen.

Blanks - Sweaters

Blanks – Schärft sein Profil spielerisch

Letztes Jahr hatte der junge Influencer, Instagram- und Youtubestar Blanks mit gleich zwei Songs für ein erstes Aufhorchen gesorgt. Denn sowohl Don’t Stop als auch Let’s Get Lost waren zwei satte Ausrufezeichen in die Richtung des Pop-Olymps. Sein Markenzeichen: verspielte Sounds mit enormen Ohrwurmcharakter. Dabei kommt hinzu, dass Simon de Wit – wie Blanks bürgerlich heißt – eine unglaublich markante Stimme hat und hier und da an die verrückten Songs von Mika erinnert. Während Mika sich momentan mit einem Abflauen seines Erfolges beschäftigen muss, zeigen die Zeichen für Blanks genau in die entgegengesetzte Richtung. Nun hat der Niederländer mit Sweaters einen neuen Song veröffentlicht und tritt dabei in die Fußstapfen so großer Hits wie von den Bag Raiders,  Empire Of The Sun oder vor allem Gipsy & The Cat. Denn mit einem sommerlich leichten Sound und Blanks markant, hoher Stimme wird Sweaters schnell zu einem lockeren Sommerhit, der sich so sehr in den Kopf setzt, dass man ihn mindestens bis zum kommenden Sommer nicht mehr rausbekommt. Dass Blanks auch mit dem dazugehörigen Musikvideo zu überzeugen weiss, liegt an seinem Youtube-Kanal, der mehr als eine Million Follower hat – denn hierfür produzierte der 22-jährige Musiker schon mehr als 70 Videos. Blanks hat alles, was man braucht, um einen Hit zu landen – nun fehlen nur noch die Radiostationen, die Sweaters in ihre Playlists aufnehmen müssen.

The Best Of 2019 Vol.: 14

The Best Of 2019 Vol.: 14

01. Roberto Surace – Joys (zum Artikel)

02. Fritz Kalkbrenner – Kings & Queens (zum Artikel)

03. Satin Jackets feat. Panama – Electric Blue (zum Artikel)

04. Scouting For Girls – Grown Up (zum Artikel)

05. Hollow Coves – Anew (zum Artikel)

06. Georgia – Never Let You Go (zum Artikel)

07. Sea Girls – Violet (zum Artikel)

08. POLIÇA – Driving (zum Artikel)

09. Fickle Friends – Amateurs (zum Artikel)

10. Gengahr – Everything & More (zum Artikel)

11. Oliver Koletzki feat. Monolink – We Are All Lost (zum Artikel)

12. Jonah – Husk My Love (zum Artikel)

13. Bag Raiders feat. Panama – How Long (zum Artikel)

14. Caribou – Home (zum Artikel)

15. Christian Reindl & Tessa Rose Jackson – Happy Together (zum Artikel)

16. The Big Moon – Your Light (zum Artikel)

17. SYML – Symmetry (zum Artikel)

18. AVEC – Home (zum Artikel)

19. Jarryd James – Let It Go (zum Artikel)

20. OK KID – E05 Im Westen (zum Artikel)

21. Lea Porcelain – Clock Of Time (zum Artikel)

Bag Raiders feat. Panama – Australischer Geniestreich

Die Bag Raiders hatten vor genau zehn Jahren ihren absoluten Höhepunkt. Als mit der Vodafone-Werbung ihr Song Way Back Home in Europa und vor allem in Deutschland zum absoluten Hit geworden ist. Mit ihm kamen sie bis in die Top-20 der deutschen Singlecharts und platzierten ihr Album Bag Raiders in den Top-40. Seit dem ist viel Zeit vergangen, in der Jack Glass und Chris Stracey weitere EP’s veröffentlicht haben. Nun haben die beiden allerdings mit Horizons ihr zweites Album veröffentlicht. Darauf einhalten sind einmal mehr wunderbare Dancesongs, die nach vorne gehen. Mit ihrer aktuellen Single How Long haben sie sich Verstärkung geholt und keinen Geringeren, als Jarrah McCleary – alias Panama – dazugeholt. Dieser gibt dem sprudelnden Dancetrack eine wunderbar entspannte Note und sorgt für ein Chill-Out Gefühl. How Long entstand in L.A. und soll die sehnsüchtige Suche nach der Liebe darstellen. Dabei lief die Zusammenarbeit zwischen den Bag Raiders und Panama so fruchtbar ab, dass selbst das Produzenten-Duo von Panama wachgekitzelt wurde und McCleary dem Duo ganz neue Ansätze und Freiräume lieferte. Die Freiräume kann man auf How Long hören und sich dabei im Sound des Songs verlieren.

Friendly Fires – In das neue Jahr voller Energie

Als erstes wünsche ich Euch allen natürlich ein frohes neues Jahr und viele großartige, musikalische Neuentdeckungen.

Seit acht Jahren hat das britische Indie-Trio Friendly Fires bereits keine neue Musik mehr veröffentlicht. Mit ihrem schnellen Gitarrenspiel und Ed Macfarlanes markanter Stimme wurden sie Ende der 2010er Jahre zu einer festen Größe am Indiehimmel. Legten sie von 2014 bis 2017 eine kreative Pause ein, hielt sich Macfarlane mit Bemerkungen wie; Egal welche Songs wir schreiben, ob psychedelisch, 8-Minuten Tracks oder total abgefahrene Tracks, werden wir sie wenn dann unter dem Namen Friendly Fires veröffentlichen immer eine Rückkehr offen. Diesem kommen sie nun nach und veröffentlichen nach Love Like Waves im April 2018 nun mit Heaven Let Me In einen weiteren Song, der sich deutlich von ihren früheren Produktionen absetzt. Spielen sie doch mit deutlich mehr elektronischen Elementen und kommen damit in die Richtung von den Bag Raiders, Shapeshifters und Dax Riders und damit der Kategorie French-House ziemlich nahe. Die Friendly Fires werden mit ihrem dritten Album eine neue Richtung einschlagen und sind damit aktuell auf dem besten Weg ihr erfolgreichstes Album zu produzieren.

Roosevelt – So frisch als wäre es sein Debüt

Es ging durch die Musikredaktionen, wie ein Lauffeuer. Ob Stereogum, Intro, Tonspion oder auch internationale Blätter wie das niederländische Onlinemagazin Nieuweplaat – alle hatten kurze Zeit nach der Veröffentlichung des Songs ihre Beiträge parat. Denn mit seinem selbstbetitelten 2016er Debütalbum Roosevelt wurde er nicht nur in Deutschland zum gefeierten Act, sondern zog auch im Ausland die Aufmerksamkeit auf sich. Doch ist der Hype um Roosevelt gerechtfertigt!? Hört man sich die frühen Lieder des Wahlberliners an und vergleicht diese mit denen des Debütalbums, ist schon ein Unterschied zu erkennen. Waren Lieder wie Soleil, Montreal und Elliot von hallendem Gesang und fast schon Delirium empfindenden, elektronischen Klangbetten geprägt, fanden sich auf Roosevelt vermehrt klare Klangstrukturen, die einem Muster folgten, welches Marius Lauber sortierter zeigte. Nun ist mit der Ankündigung seines zweiten Albums Young Romance auch die erste Single daraus erschienen und zeigt abermals, wie sich Roosevelt weiterentwickelt hat. Dabei klingt er auf der Single Under The Sun noch ein wenig sauberer hat jedoch wieder deutlich mehr Euphorie im Sound. Auch singt er auf Under The Sun so viel, wie man es von ihm bisher noch nicht gehört hatte. Hier gibt es einen kompletten Songtext und eine Geschichte, die Roosevelt vorher stehts zu Gunsten des Sounds einen Schritt zurückgestellt hatte. Under The Sun klingt nach den frühen Songs von Empire Of The Sun, Gypsy & The Cat oder Bag Raiders. Mehr Pop, größere Gesten und deutlich mehr Songtext lassen Roosevelts Ursprung als Songwriter noch mehr aufblühen. Dabei hat Roosevelt ganz nebenbei einen Sommerhit geschaffen, der bei richtiger Platzierung gar zum Charthit avancieren könnte.

Digitalism feat. Youngblood Hawke - Wolves

Digitalism – Bewegen sich in Richtung Pop

Waren die beiden DJ’s vor ein paar Jahren noch keinem Radiohörer ein Begriff, könnte sich dies nun schnell ändern. Hat doch Vodafone sich dafür entschieden ihre Werbung mit zu meist relativ unbekannten Künstlern musikalisch zu unterlegen. Nun sind Digitalism keine Unbekannten mehr, würde man jetzt sagen, doch sind sie auch hierzulande eher nur einer Minderheit ein Begriff. Der neue Titel Wolves ist eine beatlastige Popnummer die mit der Stimme von Youngblood Hawke erst so richtig Fahrt aufnimmt. The Dandy Warhols, Gipsy & The Cat, Empire Of The Sun, Santigold, Bag Raiders oder Capital Cities hat bis jetzt wohl noch keiner dieser Künstler die Nutzung des Songs in einer kommerziellen Fernsehwerbung bereut.