Jonah - Ocean Wide

Jonah – Vom sanften Kampf gegen Dämonen

Es ist die Sehnsucht, die uns oftmals dazu bringt, neue Wege einzuschlagen. Gerade jetzt, wo wir uns alle – wie auf einem Pause-Knopf sitzend – vorkommen, als würde unsere Welt an der Stadtgrenze aufhören, sehnen wir uns mehr denn je nach der Ferne. Gleichzeitig setzen sich viele mit den Dämonen in einem selbst auseinander. Wer bin ich, warum handele ich so, was verändert sich, wenn ich mich verändere? Das Duo Jonah hat dazu eine wunderschöne, neue Single veröffentlicht – denn hier begleiten wir den ehemaligen World Tour Surfer Ricky Basnett – wie er seine Dämonen besiegte und nach acht Jahren der Alkoholsucht wieder zurück auf dem Brett ist. Dabei spricht Basnett ganz offen aus, dass der einzige Moment, in dem er Freude empfand, lange Zeit der war, zur nächstbesten Flasche zu greifen. Mit sanften Gitarren und einem behutsamen Einsatz des Klaviers haben die beiden Berliner ein wunderschönes Soundbett produziert, auf das Angelo Mammones sanfte Stimme wie eine Feder zu schweben scheint. Ocean Wide klingt nach dem Ermüdungszustandes, den man nach einem Kampf empfindet. Ausgelaugt, ruhig und auf sich besinnend ist Ocean Wide Momentaufnahme und Batterie für einen neuen Aufbruch zugleich und schafft es, uns auf den verschiedenen Etappen, die wir durchlaufen – um etwaige Dämonen zu vertreiben – den nötigen Halt zu geben. Nach Husk My Love ist Ocean Wide bereits die zweite neue Single und lässt uns zaghaft wieder auf ein neues Album hoffen.

Celeste - Stop This Flame

Celeste – Vom versehentlichen schreiben eines Hits

Celeste Epiphany Waite ist 25 Jahre alt und hat eine musikalische Entwicklung hinter sich, die sich so natürlich, wie sympathisch ließt. Aufgewachsen in der Nähe von Brighton in Südengland entdeckte sie mit zehn Jahren, dass sie für Musik brennt. Mit den Einflüssen aus ihrem Elternhaus, die aus Soulgrößen, wie Aretha Franklin und Ella Fitzgerald bestanden, entdeckte sie schnell die Liebe zu dieser Musik. Schließlich schrieb sie mit 16 Jahren „aus Versehen“ – wie sie sie sagt – den Song Sirens und stellte ihn auf Youtube. Dieser weckte erst die Aufmerksamkeit eines Managers  beim Plattenlabel von Lily Allens und später auch die Michael Kiwanukas. Mittlerweile bei Polydor unter Vertrag, hat sie in den letzten beiden Jahren mit ihren EP’s The Milk & The Honey (2017) und Lately (2018) für ordentlich Furore gesorgt. Dabei mischt die Sängerin Soul und R&B mit einer Prise Blues und sorgt mit ihrer stimmlichen Range für eine Weite im Refrain, der allumfassend klingt und an die ganz Großen im Soul anknüpft. Auf ihrer aktuellen Single Stop This Flame verbindet sie diesen Gesang mit einem treibenden Pianospiel und tanzbaren Beats. Dabei schafft es Celeste den Hörer in eine Art Aufbruch zu versetzen und sich stark zu fühlen. Stop This Flame wird auf ihrem Debütalbum Celeste sein, welches am 4. September 2020 veröffentlicht wird. Nimmt Celeste weiterhin an Fahrt auf, werden die BBC und der NME recht behalten, als die die Sängerin 2019 als eine der Künstlerinnen betitelte, die es 2020 schaffen würden, ihren Durchbruch zu feiern.

Icarus feat. Nathan Ball - Meet Me There

Icarus – Mit großer Ankündigung ins neue Jahr

Jetzt scheint es Schlag auf Schlag bei den britischen Brüder Ian und Tom Griffiths – alias Icarus – zu gehen. Hatten sie vor ein paar Wochen bereits mit Rae Morris die Single Dreams Of You veröffentlicht, folgt nun mit Meet Me There die nächste großartige House-Nummer. Dieses Mal als Sänger dabei ist der mittlerweile zum Wahllondoner gewordene Sänger Nathan Ball, den SOML seit einigen Jahren begleitet und bereits zum Interview hatte. Herausgekommen ist ein weiterer treibender House-Track, der mit Balls sehnsuchtsvollem Gesang perfekt die Mischung der Brüder verkörpert. Mit langen Bridges und deutlich größerem Gesangsanteil läuten Icarus eine Zeit ein, die vom Aufbruch und Beenden erzählt. Denn in den letzten Jahren haben die Brüder vieles erlebt und durchlebt, haben Bekanntschaften geschlossen und andere beendet, die ihre Persönlichkeit maßgeblich prägten. Diese Songs, aufgenommen mit ausgewählten Künstlern, zeugen von dieser Phase und lassen die Jungs gerade enorm wachsen. Bereits jetzt steht fest, dass Icarus im kommenden Jahr auf Clubtour gehen und mit UNFOLD ein Projekt veröffentlichen wird, welches noch viele weitere spannende Künstler parat halten wird.

 

Christian Löffler - Versailles (Hold)

Christian Löffler – Vom Abschied und Aufbruch

Mit Like Water hatte der Rostocker Produzent Christian Löffler diesen Mai für einen so wunderschönen Elektrosong gesorgt, dass man gar nicht wusste, wohin mit den daraus erwachenden Gefühlen. Gleichzeitig veröffentlichte Löffler mit Graal (Prologue) sein drittes Album. Doch nach dem Album ist vor dem Album und so hat Löffler mit Lys bereits das vierte Album für März 2020 angekündigt und mit Versailles (Hold) gleich noch eine neue Single drangehängt. Darauf geht der Produzent wieder mehr nach vorne und lässt durch seinen rauschend, treibenden Housebeat ein Klangbett der Geborgenheit entstehen. In Verbindung mit einem verträumten Gesang und frickelig kalten Phasen erzählt der Song die Geschichte vom Abschied nehmen von Gedanken und Erinnerungen, die unwiderruflich gegangen sind. Aber auch vom Aufbruch und dem Finden von Mut und Stärke. Löffler hat damit einmal mehr gezeigt, wie sehr seine Musik durch Gefühle und Gedanken geprägt ist und holt uns genau dort ein ums andere Mal wieder ab.

Declan J Donovan - Homesick

Declan J Donovan – Wann zündet die Rakete?

Vor fast genau zwei Jahren konntet Ihr hier auf SOML eine Songreview über den britischen Newcomer Declan J Donovan und seine Single Better lesen. In der Zwischenzeit ist mit Pieces ein veritabler Radiohit hinzugekommen. Doch so richtig zünden wollte die Rakete mit Donovan bisher noch nicht. Dabei macht der junge Sänger aus Essex immer noch die ersten Schritte. Mit gerade einmal 3.500 likes auf Facebook bekommt man eine Ahnung davon, was da alles noch kommen mag. Bei der nun veröffentlichten Single Homesick taucht Donovan in eine Welt der Vielfalt ein und springt zwischen leisem Akustikfolk und euphorischem Chorgesang und klingt so, nach Aufbruch und Stärke. Mit Donovans zarter Stimme – die oftmals im Kontrast zu seiner amüsanten Art sich auf Facebook zu präsentieren steht – und einem Video, welches der Brite in seiner Heimatstadt gedreht hat, rundet Donovan das Gefühl eines Sehnsuchts-Songs ab und lässt den Homesick einfach laufen. Nun ist es nur eine Frage der Zeit, bis Homesick auch von unseren Radiosendern entdeckt wird und wir den sympathischen Briten öfter hören werden.

Pieces

Hollow Coves - Anew

Hollow Coves – Ein Feuerwerk an Veröffentlichung

Jetzt starten die Hollow Coves noch einmal das finale Feuerwerk, bevor in der nächsten Woche am Freitag ihr Debütalbum Moments veröffentlicht wird. Hatten die Brisbaner im August When We Were Young veröffentlicht, folgte im September mit Borderlines die nächste Single. Nun ist kurz vor ihrem großen Wurf ein weiterer Song von Ryan Henderson und Matt Carins veröffentlicht worden. Dabei haben sie sich bei der heutigen Singleauskopplung für den epischen Song Anew entschieden, der in immer größerer Ähnlichkeit zu Coldplays Anfangsjahren und dessen Sound steht. Mit akustischem Intro geht es über einen euphorischen Refrain in ein fast schon ekstatisches Finale. Dabei hören wir hallende und emotionale Gesänge und einen treibenden Sound, der uns wahlweise traurig werden lässt oder ein Lächeln in unser Gesicht zaubert und wir zu jeder neuen Tat bereit sind. Anew klingt dabei, wie ein Abschied von Etwas und ist gleichzeitig Aufbruch in eine neue Welt. So steht der Song sinnbildlich für den Werdegang der australischen Band und lässt uns einmal mehr vor Begeisterung jubeln.

Seeed - Lass Sie Gehn

Seeed – Lässig durch den Sommer

Nachdem Ticket bereits das erste Anzeichen, für eine Rückkehr der Berliner Band Seeed war, haben die Jungs um Peter Fox und Dellé nun mit Lass Sie Gehn eine zweite Single veröffentlicht, die wieder zurück, zu den Wurzeln der Band findet. Dass Seeed dabei dieses Jahr wieder auf der Tanzfläche erschienen sind, ist so erfreulich, wie stark. Nachdem im Mai 2018 mit Demba Nabé eines der Gründungs- und wichtigsten Mitglieder verstorben und das letzte Album Seeed 2012 erschienen war, wurde bei vielen Fans die Hoffnung geschmälert, jemals wieder neue Musik der Band zu hören. Doch mit dem Song Ticket zollte das Berliner Kollektiv einmal mehr Tribut und bedankte sich damit bei Demba Nabé. In ihrem nun veröffentlichten Song Lass Sie Gehn klingen Seeed dann plötzlich wieder wie Anfang der 2000er, als alles mit der Band so richtig ins Rollen kam. Dass jedoch zwischen den Zeilen des Songs auch eine bevorstehende Veränderung gelesen werden kann, lässt Raum für viel Spekulationen. Denn klingen sie auf Lass Sie Gehn auffällig stark nach ihrer Anfangszeit, vermittelt der Text und auch das Musikvideo eine Atmosphäre des Aufbruchs in neue Zeiten. Da werden Altlasten abgestreift und ein öder Planet verlassen. Wie sich Seeed hierbei und auf ihrem kommenden, fünften Studioalbum, welches sie für Ende 2019 angekündigt haben, entwickeln werden, bleibt somit eine Überraschung. Dass wir uns allerdings sicher sein können, wieder vollkommen von den Music Monks abgeholt zu werden, ist sicher.

Paul Kalkbrenner - No Goodbye

Paul Kalkbrenner – Treibend, klassisch, euphorisch

Paul Kalkbrenner produziert diesen Sound, der genauso nach Wehmut klingt, wie nach Aufbruch. Gleichfalls gehört Kalkbrenner mit seinen Alben zum festen Bestandteil der internationalen DJ-Szene und schafft es immer wieder, durch seine Tracks an die Oberfläche das Mainstreams zu gelangen, ohne sich selbst zu verkaufen. So kommt es dann auch, dass Kalkbrenner am vergangenen Freitag mit No Goodbye einen neuen Song veröffentlichte und dieser im Handumdrehen von so großen Seiten, wie Billboard.com gefeatured wurde. Denn auf No Goodbye besticht Kalkbrenner abermals mit einem analog gemischten Sound, einem eu­pho­ri­sie­rend stampfenden Beat und dem seltenen Einsatz von Gesang, der hier gleichzeitig auch noch im A cappella Stil überzeugt. Ob wir mit No Goodbye – bereits ein Jahr nach Parts Of Life – mit einem neuen Album rechnen können, ist zwar fraglich, allerdings in Kalkbrenner 20. DJ-Jubiläum nicht gänzlich ausgeschlossen.

Lupid - Happy End

Lupid – Was treibt Dich an

Was treibt einen an, wenn der Lebensmittelpunkt einen verlassen hat? Wenn die große Liebe für immer auf Wiedersehen gesagt hat? Es treibt uns zumeist in den Zwiespalt, den Lupid auf ihrer neuen Single Happy End beschreiben. Die Textzeile Das ist kein schlechter Film, wo man das Ende kennt, sind Stolz und Vorurteil, ohne Happy End. Das ist kein Hollywood, verdammt, das sind wir umschreibt wunderbar lyrisch, das Gefühl, welches wir alle bereits kennen. Den Moment, an dem die Beziehung endet und man all diese Lovestory-Filme sieht, in denen sich am Ende immer alles zum Guten wendet. Dieses daraus entstehende Gefühl der Stärke in einem Moment, in dem man sich am schwächsten fühlt haben Lupid auf Happy End wunderbar herausgearbeitet. Hier ist eine Geschichte entstanden, die sich im Kopf sofort in Bilder umsetzt und dabei nicht etwa mit den Gefühlen der Band verknüpft, sondern – und das ist das eigentlich spannende – mit unseren eigenen Erinnerungen gefüllt werden. Damit schaffen Lupid, was nur sehr selten bei Songs zu erleben ist, eine direkte Spiegelung von uns selbst. Nach Lieb Mich Jetzt ist Happy End bereits die zweite Single, aus dem für Ende 2019 angekündigten, zweiten – noch namenlosen – Studioalbum und stellt gleichzeitig den zweiten Teil, der ganz persönlichen Geschichte des Frontsängers Tobias Hundt, dar. Musikalisch so wunderbar zwischen Zusammenbruch, Hoffnung und Aufbruch wandelnd, ist Happy End mit einer Dramaturgie versehen, die sich Hundts Stimme zu Nutzen macht und am Ende doch in einem Film endet – in einem, der in unserem Kopf stattfindet.

Krezip - How Would You Feel

Krezip – Wenn sie uns rufen

Krezip sind zurück! Diese Nachricht schlug Ende Januar ein wie eine Bombe – eine der erfolgreichsten niederländischen Bands veröffentlichte, nach 10 Jahren Trennung, mit Lost Without You wieder eine Single. Hierbei galt die Single nicht nur als Comeback, sondern gleichzeitig auch als großes Dankeschön an die jahrelange Treue der Fans. Immerhin war die Band nun genauso lange getrennt, wie es sie als Band gab. Schließlich folgte Ende April die Auszeichnung mit einer Goldenen Schallplatte und bestätigte damit die Nachfrage der Fans. Nach der Ankündigung nicht nur auf dem Pinkpop Festival zu spielen, sondern am 25. Oktober 2019 gleich noch ein Konzert im Amsterdamer Ziggo Dome zu spielen, gingen die Karten innerhalb von weniger Stunden komplett weg. So, dass die Band mit dem 24. und 26. Oktober zwei Zusatzkonzerte ankündigte. Ist der 26. Oktober mittlerweile ebenfalls ausverkauft, gibt es für den 24. Oktober noch Karten zu kaufen. Doch auch diese werden in den kommenden Wochen äußerst nachgefragt sein, denn heute haben Krezip – als weitere Überraschung – eine zweite – komplett neue – Single veröffentlicht. Mit How Would You Feel haben Krezip einen Song veröffentlicht, der das Gefühl der Band nicht besser vermitteln könnte. Hier trifft Wärme auf eine euphorische Stimmung, die nach Aufbruch klingt. Dabei singt sich Jacqueline Govaert durch Textzeilen, wie Ooh ooh ooh There’s so much going on. And everything is always moving on. How would you feel. If I come home now. Cause I need you now love. Oh I need you now. And on and on I miss you. Und klingt zufriedener denn je. Die Band – selbst überwältigt von all dem Zuspruch – fügte der Veröffentlichung dann auch die Worte Liebe Leute, zwischen all den schönen neuen Abenteuern, die wir gemeinsam erleben dürfen, gab es plötzlich Inspiration für ein weiteres neues Lied! Damit zeigen sie ganz direkt, wie sehr sie mit den Fans verflochten sind und die äußeren Eindrücke auf sie wirken. Nun, nach der zweiten neuen Single, werden die Vermutungen, dass es doch in absehbarer Zeit ein neues Album geben könnte, nochmals verstärkt. Mit How Would You Feel zeigen Krezip einmal mehr, warum sie uns allen so gefehlt haben.