Excort – Zurück in die 70er!

Zugegeben – wenn man bei Google die Schlagwörter Escort und Josephine eingibt, bekommt man alles – sogar unmoralische Angebote – nur sehr schwer etwas über die Single des New Yorker Trios Eugene Cho, JKriv, und Adeline angezeigt. Dabei hat die 2006 gegründete Band mit Josephine einen ganz hervorragenden Discotrack veröffentlicht. Ganz im Zeichen der großen Josephine Baker haben sich die Partygaranten an einen satten 70er Jahre Sound gewagt, der selbst für Escort noch einen oben drauf setzt. Mit Adeline als Sängerin steht auch die Stimme ganz im Zeichen der großen Studio-54-Hymnen. Heute spielt sich die elektronische Musik vornehmlich in dunklen Clubs ab – fernab der Masse. Das wollten Escort bewusst mit ihrer Musik ändern und haben sich deshalb am populären Sound der Disco orientiert. Sind Escorts bisher veröffentlichten Alben Escort (2011) und Animal Nature (2015) bereits ein paar Jahre draußen, gibt es nun seit Ende letzten Jahres mit Slide und eben Josephine ein neues Lebenszeichen. Mit Josephine haben Escort der großen Josephine Baker ein Denkmal gesetzt, um das selbst Baker noch herumtanzen würde, wenn sie könnte.

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KIAN – Der geborene Musiker

Wer bereits mit zwei Jahren durch die abgelegenen Gebiete der Aborigines reist und mit seinen Eltern dort Musik spielt, kann völlig zu Recht als geborener Musiker gezählt werden. Denn die Musik wurde dem australischen Sänger Kian Maxwell Bytyci Brownfield, kurz KIAN, bereits durch seine Eltern in die Wiege gelegt. Mit sieben Jahren bekam er seine erste Gitarre und mit 12 folgte dan die E-Gitarre, seitdem geht es mit dem 16-jährigen Sänger steil bergauf und traf er durch Musikprojekte wie einem Aborigine Hip-Hop Projekt Künstler wie Baker Boy, mit dem er zusammen die Single Cloud 9 veröffentlichte. Von seinem Song Waiting überzeugt, reichte KIAN den Track beim australischen Talentwettbewerb Triple J Unearthed – der australischen Radiostation Triple J – ein und wartete auf das Feedback. Dieses folgte Wochen später, indem der Radiosender einen Feueralarm an KIANs Schule simulierte und den jungen Sänger so auf dem Spielfeld der Schule damit überraschen konnte, dass er den Wettbewerb gewonnen habe. Damit ist KIAN nicht nur einer der jüngsten Gewinner dieses Wettbewerbs, sondern hat gleichzeitig auch schon in ausverkauften Konzerthallen als Support-Act gespielt – was äußerst selten für einen Triple J Unearthed Gewinner ist. Waiting zeigt dabei, wie Neo-Soul uns berühren kann – im Alter von 14 Jahren geschrieben und gefühlvoll und mit einem modernen Sound versehen, ist Waiting eine liebevolle Ballade über das Gefühl, sich in jemanden zu verlieben und auf ein Zeichen des anderen zu warten, diese Liebe zu erwidern. Damit konnte der Australier einen Plattenvertrag eingeheimst und sein Debütalbum für die erste Jahreshälfte 2019 ankündigen. KIAN ist damit 2019 einer der ganz großen Anwärter, der sich auf einen internationalen Durchbruch einstellen sollte.

Róisín Murphy – Dancefloor-Queen auf ewig

Seit nunmehr 24 Jahren ist die irische Sängerin Róisín Murphy bereits im Musikbusiness zu Hause. Gründete sie zusammen mit Mark Brydon 1994 die Band Moloko, folgte damit ein unaufhaltsamer Siegeszug in den Olymp der britischen House-Musik. So wurden Songs, wie Sing It BackThe Time Is NowFamiliar Feeling oder Forever More zu großen Hymnen der Millenium-Jahre. Dabei ist es erstaunlich, dass es die Band Moloko nur neun Jahren gab und Murphy als Solokünstlerin auf mittlerweile 15 Jahre zurückblicken kann. Aber auch hier stand Murphy immer im Zeichen von Acid-House, Disco und großen Dancefloorkrachern. Hier kann Murphy bereits auf vier Studioalben zurückblicken und ist trotzdem nie müde, auch zwischendurch Songs zu veröffentlichen. Schaut man sich ihre Diskografie in diesem Jahr einmal an, steht diese ganz im Zeichen neuer Musik, welche die irische Sängerin ganz ohne Albumkorsett veröffentlichte. The Rumble ist dabei die achte Songauskopplung in 2018 und beschließt das Jahr mit einer fulminant, ekstatischen Clubhymne, die polternd anfängt, nur, um dann zu einem unglaublich tanzbaren Dancesong zu mutieren ohne die Geschwindigkeit abebben zu lassen. Murphy ist eine Expertin in ihrem Genre und zeigt seit fast einem Vierteljahrhundert, wie Clubmusik funktioniert und ist dabei nie scheu, neue Wege auszuprobieren. The Rumble gehört daher ganz sicher auf jede Silvesterplaylist.

Giant Rooks – Groß, Größer, Riesig

Ihr Output an neuer Musik ist atemberaubend. 2014 gegründet, veröffentlichte die Nordrhein-Westfälische Band Giant Rooks bereits ein Jahr später mit The Times Are Bursting the Lines EP die erste Musik. Wiederum nur knapp 13 Monate später folgte mit der New Estate EP der Durchbruch. Songs wie New EstateBright Lies und Mia & Keira (Days To Come) wurden über 2017 bis ins Jahr 2018 zu Publikums- und Kritikerlieblingen. Ist doch der kompromisslose Indie, den die Band um Frontsänger Frederik Rabe präsentiert, ein regelrechter Aufschrei nach guter und international klingender Musik dieses Genres. Stand das ablaufende Jahr 2018 ganz im Zeichen der großen Konzerte, mit einer ausverkauften Headlinertour durch die DACH-Region und Großbritannien, haben es die Jungs nicht ohne neue Musik zu veröffentlichen ausgehalten. Und so kommt kurz vor Torschluss 2018 mit Wild Stare tatsächlich die Überraschung. Ist die Single nicht nur abermals ein großartiges Ausrufezeichen, präsentieren sie uns für 2019 die nächste Tournee mit 22 Konzerten in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Belgien, den Niederlanden und Großbritannien. Steht das Quintett beim Berliner Musiklabel IRRSINN Tonträger – bei dem auch AnnenMayKantereit, Faber und die Leoniden beheimatet sind – unter Vertrag, dürfte es wohl nicht mehr lange dauern, bis wir das Debütalbum angekündigt bekommen. Mit Wild Stare haben Giant Rooks eine große Indie-Nummer produziert, die durch Rabes kratzig, markante Stimme und griffigen Gitarrenriffs so gut funktioniert, dass man sich nach dem nächsten Indie-Club umsehen und sofort auf die Tanzfläche springen möchte.

Janet Jackson – Wie einst zu Together Again

Ihre Hochzeiten schienen längst vorbei – Janet Jackson hatte von Mitte der 80er Jahre bis 2001 einen Nummer-1 Hit nach dem anderen. So gehen in dieser Zeit 10 Pole-Positions und weitere 12 Top-5 Hits auf ihr Konto. Doch seit 2002 schaffte es die US-Amerikanische Sängerin kein einziges Mal mehr in die Top-10. Sicherlich auch ein Zeichen ihrer Kehrtwende, hin zu mehr Ambivalenz und dem nachlassen ihrer eigenen Note. Nun allerdings, hat sich die 52 jährige Sängerin mit dem Raggaeton-Superstar Daddy Yankee zusammengetan und mit der Single Made For Now einen Sommerhit veröffentlicht, den man so von Jackson nicht erwartet hätte. Mit sommerlichen Vibes, einer sanft singenden Jackson und dem Gedanken, einen Song über Liebe und Verbundenheit zu schreiben, kamen Jackson und der britische Produzent Harmony Samuels – der bereits für Ariana Grande, Maroon 5 oder Janelle Monáe Songs produzierte – zusammen. Bereits im Produktionsprozess orientierten sich beide an lateinamerikanischer Musik, mit einem Hauch von Afro-Kultur – so beschreiben es Samuels und Jackson. Hört man sich den gesamten Song an, bekommt man diese Absicht in jeder Sekunde zu spüren und lenkt diese ein wenig davon ab, dass Jackson selbst eher wenig Text zu singen hat. Am Ende ist Made For Now allerdings seit Together Again einer von Jacksons stärksten Songs, hebt sich deutlich von dem aktuellen Sound-Einheitsbrei – der in den USA herrscht – ab und ist darüberhinaus eine satter Sommerhit.

The Slow Show – All der Schmerz in einer Stimme

Es ist ein wenig wie in einer Rückblende. Man hat diese Erinnerungen an längst vergessene Zeiten, die voll von Emotionen sind und kann sie nicht recht verarbeiten. So in etwa klingt auch die Musik der, aus Manchester kommenden, Band The Slow Show. Besonders die Stimme Rob Goodwins, seines Zeichens Sänger der Band, ist so fantastisch tief und rau. Dazu kommt, dass die Jungs um Goodwin einen Sound kreieren, der episch und brüchig zugleich klingt, sich aber dennoch um die Stimme des Sängers schmiegt wie eine warme, weiche Decke.
Bereits 2011 wurde die BBC mit ihrem Introducing Gigs auf die fünfköpfige Band aufmerksam und unterstützte sie in ihrem weiteren Verlauf immer wieder. So tourten The Slow Show bis heute durch viele europäische Länder. Nun gelang es ihnen mit dem deutschen Plattenlabel Haldern Pop Recordings ihr erstes Album in Großbritannien zu veröffentlichen. Ebenfalls wurde gerade das Video zur aktuellen Single Bloodline online gestellt. Eine Single wie aus einen Coming-of-age Film bei dem hiermit die Rückblenden untermalt werden. So winkt The Slow Show mit etwas Glück bald der große Erfolg. Die Songs sind zumindest vielversprechend.