Go Go Berlin - Love Me

Go Go Berlin – Mystisch und Groß

Mit brachialem Einfühlungsvermögen beeindruckt uns die dänische Band Go Go Berlin nun auf ihrer neuesten Single Love Me. Denn hier lassen sie nicht nur einem ganz starken Gefühl viel Raum, sondern bringen genau dieses Gefühl – nach einer gescheiterten Liebesbeziehung in einer Art Vakuum zu leben – in ein Soundgerüst unter. Dabei haben sich Go Go Berlin in den letzten Jahren eher weniger laut gezeigt, denn nach einer exzessiven Tour rund um die Welt im Jahr 2015 brach ein Gefühl in der Band aus, welches von Leere und Unsicherheit geprägt war – worauf sich die Band eine Pause verordnete. Diese währte drei Jahre und führte schließlich dazu, dass die Jungs um Frontsänger Christian Vium ihre Blockade lösten und in Spiellust umwandeln konnten. So gingen sie für das kommende, dritte Album, welches am 16. August 2019 erscheinen wird, nach Los Angeles und produzierten ein paar Songs, die von der Weite Kaliforniens geprägt sind. Auf Love Me kann man sich davon am besten überzeugen. Denn beginnt der Song mit einem hypnotisierenden Bassbeat und Viums melodischem Gesang, bricht er kurze Zeit später regelrecht auseinander und lässt den Song in eine großartige Rocknummer wechseln, dessen Sound und Gesang nun an Bands wie Muse oder den großartigen Chris Cornell erinnern. Schließlich geht Love Me nach circa drei Minuten Gitarrenfeuerwerk in eine hypnotisch, wabernde Soundwolke über, die mystisch, dunkel und schmerzerfüllt klingt. Go Go Berlin haben damit einen Song geschrieben, der schon jetzt das Zeug zum Klassiker hat.

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Jeremias - Alles

Jeremias – Funky, Jung, Hannoveraner

Mindestens eines der drei Merkmale passt nicht wirklich so richtig zu den anderen. Kennt man von Bands wie Two Door Cinema Club oder den Parcels einen funkig, frischen Indiesound, war dies zumeist nur aus dem Ausland und auf Englisch zu hören. Nun brechen Jeremias damit, mischen internationalen Sound mit deutschem Texten und überraschen damit nicht nur ihre Heimatstadt, sondern stoßen damit gleichzeitig deutschlandweit auf offene Ohren. Dabei haben sie nicht weniger vor, als die Welt zu erobern. Mit einem Alter zwischen 18 und 21 Jahren bleibt den Bandmitgliedern zumindest noch ausreichend Zeit, dies zu schaffen. Gleichzeitig wirkt ihre jugendliche Leichtigkeit ansteckend und unglaublich frisch. Mit ihrer Debütsingle Alles zeigen die vier Hannoveraner dann auch gleich einmal, dass sie sich hinter Bands wie TDCC oder den Parcels nicht verstecken müssen, sondern musikalisch vollkommen auf Augenhöhe liegen. Alles verbindet Funk, Disco, Indie und eine enorme Menge Spielfreude, die Jeremias in jeder Sekunde ausstrahlen. Hinzu kommt, dass die Band mit einer enormen Energie dafür sorgt, dass ihr grandioser Start in das Musikbusiness im Gedächtnis bleibt und nach mehr ruft.

Dope Lemon - Hey You

Dope Lemon – Angus Stone auf Abwegen

Es schwingt immer mit – die Angst, Angus & Julia Stone würden keine Musik mehr zusammen machen. Hatten sie von 2010 bis 2014 davon gesprochen, nicht mehr zusammen musizieren zu wollen, folgte bei beiden mit Broken Brights (2012, Angus Stone) und By The Horns (2012, Julia Stone) ein Soloalbum. War 2014 die Welt, nach der Veröffentlichung von dem selbstbetitelten Album Angus & Julia Stone wieder in Ordnung, kam 2017 mit Snow das vierte Studioalbum raus. Nun hat Angus Stone jedoch sein Nebenprojekt Dope Lemon reaktiviert und streut damit abermals Angst bei den Angus & Julia Stone Fans. Dass dies völlig unbegründet ist, zeigt der Musikstil der neuen Dope Lemon Single Hey You. Diese ist nämlich, wie auch schon bei Angus & Julia Stone zu 100 Prozent im Folk beheimatet und besticht durch eine verträumte Folkrock-Nummer aus Bass, Gitarre und der Weite des Australischen Outbacks. Solche Musik könnte man keinem anderen besser abnehmen, als Angus Stone. Dabei singt er lässig zu den fließenden Beats und zeigt mit dem dazugehörigen Musikvideo, wer die Smooth Big Cat seines neuen Dope Lemon Albums sein soll. So ist die neue Veröffentlichung außerhalb des Angus & Julia Stone Universums nur ein Ableger des entspannten Sounds der Geschwister und veröffentlicht Dope Lemon mit Smooth Big Cats am 12. Juli sein zweites Album.

HAELOS - End Of World Party

HÆLOS – Mystisch und nostalgisch

In einer Woche ist es soweit – dann steht mit Any Random Kindness das zweite Album der Londoner Trip-Hop Band HÆLOS in den Regalen. Bereits mit Kyoto und Boy/Girl zeigte die Band Anfang des Jahres, wo es klanglich hingehen würde. Mit einem mystischen Elektrobeat zeigten HÆLOS bereits auf ihrem Debütalbum Full Circle und der Single Separate Lives vor drei Jahren, dass verschiedene Genres und Stile zusammen ein emotionales und einfühlsames Gemisch ergeben können. Auf ihrem neuen Album probieren sie Neues aus, bleiben aber auch ihrer mystischen Grundstimmung treu. So klingt ihre neueste Single End Of World Party genau so, wie es der Titel verspricht – mit dramatischen Breakbeats und einer auffälligen Zunahme der Gesangszeit ist End Of World Party eine Reaktion auf die heutigen Anzeichen, den Fokus auf das Wichtige zu verlieren und sich im Wahnsinn der Nachrichten aus aller Welt zu verlieren. Dabei beschreibt die Pressemitteilung End Of World Party kryptisch als ein satirischer Blick auf die Ablehnung der apokalyptischen Aspekte der Menschheit und die Konzentration auf das Jetzt. Kurzum, wollen HÆLOS, dass wir den Moment wieder für uns entdecken und einfach wieder einmal loslassen. Mit End Of World Party hat das Quartett eine große Trip-Hop Hymne produziert, die in einer Reihe mit Songs von Portishead und Massive Attack genannt werden kann.

Moonlight Breakfast - Summer

Moonlight Breakfast – Die volle Ladung Leben

Am 17. Mai ist es endlich soweit und das dritte Album Affection, der rumänischen Band Moonlight Breakfast kommt auf den Markt. Bereits im Januar konntet Ihr hier auf SOML die Single Look Up entdecken. Denn in den luftig, leichten Elektropop des Trios musste man sich einfach verlieben. Nun steht zur Veröffentlichung des Albums mit Summer noch eine neue Single in den Startlöchern und erinnert dabei an Songs, wie Lykke Lis Little Bit und begeistert mit einem catchy Indiepopbeat, der durch seinen eingängigen Sound zu einem großartigen Sommersong avanciert. Dabei haben sich Moonlight Breakfast an die Erlebnisse der letzten Jahre gewagt und nicht nur das Lebensgefühl des Erlebten in dem Song verarbeitet, sondern auch einzelne Filmsequenzen, die in den vergangenen drei Jahren überall auf der Welt aufgezeichnet wurden, zu einem Musikvideo zusammengeschnitten. Herausgekommen ist ein Song, der das Leben zelebriert und für gute Laune sorgt.

Parov Stelar - Gringo

Parov Stelar – Mehr Beat, mehr Trompeten

Parov Stelar hat sich über die letzten 20 Jahren ein Denkmal gesetzt. Denn mit einem Mix aus elektronischen Beats, Trompeten, Balkansound und 20er Jahre Swing hat der Österreicher es geschafft ein komplett neues Genre zu kreieren. Man kann fast sagen, Stelar ist der Vater des Elektroswings. Mit unzähligen Alben und Songs wie All Night kann der 45-Jährige Produzent auf eine riesige Diskografie schauen und wird dennoch nicht müde, neues Material zu veröffentlichen. Denn gerade in den letzten Jahren ist sein Sound zunehmend populärer geworden und Stelar daher ein gefragter Act auf Festivals. Nun hat Stelar mit Gringo einen fast schon untypischen Song veröffentlicht, der seinen gewohnten Sound erst zur Mitte hin erkennen lässt. Mit derben Beats und einem Kinderchor beginnt Gringo fast schon wie ein elektronischer Hip-Hop-Track aus den USA. Doch wenn schließlich die Trompeten und das Klavier einsetzen ist klar, das ist Stelar. Die schnellen Trompeten prägen einmal mehr den Balkanbeat des Künstlers und lassen ein nahendes, neues Album erwarten, welches lose für den Sommer angekündigt ist. Gringo ist abermals ein satter Partyhit, der in Clubs genauso gut funktioniert, wie in Kneipen, Homepartys oder Open-Airs. Und dafür liebt die ganze Welt den Österreicher Stelar.

Maya Lavelle - Dancing With A Bottle

Maya Lavelle – Musical trifft Pop

Die niederländische Sängerin Maya Lavelle ist weit mehr als nur eine Sängerin. Sie ist gleichzeitig Produzentin und Komponistin und hat ihren ganz eigenen Kopf. Das kann man auf ihrer aktuellen Single Dancing With A Bottle eindrucksvoll hören. Mit klassischen Elementen, wie einem dramatischen Klavierspiel, Violinen und ganz viel Eleganz klingt Dancing With A Bottle nach der musikalischen Untermalung eines 1920er Jahre Stummfilms, um gleichzeitig auch wie aus einem großartigen Musical zu kommen. Dabei bricht Lavelle innerhalb des Songs immer wieder mit den Tempi und wechselt wieder und wieder die Gesangsart – nur, um eine Exzentrik darzustellen, die ein eigenes Musical regelrecht voraussetzt. Auf Dancing With A Bottle besingt sie schließlich den Exzess. Einfach mal loszulassen und alle Hemmungen fallen zu lassen um der Langeweile zu entfliehen. Maya Lavelle ist mit diesem Musikstil alleine auf weiter Flur und dennoch erfolgreich im Mainstream unterwegs. An Künstlerinnen, wie Lana Del Rey, Caro Emerald oder Kate Bush erinnernd spielt Lavelle in ihrer ganz eigenen Genreblase und pumpt diese immer weiter auf – solange, bis ihr die Welt zu Füssen liegt. Und das dürfte nicht mehr all zu lange dauern – spätestens, wenn ihr Debütalbum Hobo im Juni erscheinen wird.

Middle Kids - Real Thing

Middle Kids – Wenn die Teenage-Zeit ein Song wäre

Die Middle Kids sind ambitioniert – waren sie schon immer. Bereits im Alter von 12 Jahren hatten Frontsängerin Hannah Joy im Sydney Opera House gespielt. War es damals noch als Teil eines Gewinnspiels – stand sie nun, zusammen mit ihren Bandkollegen Tim Fitz und Harry Day wieder auf der Bühne des Sydney Opera House und spielte Musik ihrer eigenen Band. Dabei handeln die Songs der drei Australier vom Erwachsenwerden. Von den Gefühlen, was es bedeutet in der heutigen Welt jugendlich zu sein, aufzuwachsen und sich damit auseinanderzusetzen. So gab ihnen ihr 2018er Debütalbum Lost Friends die Möglichkeit weiter, an diesen Themen zu arbeiten und kontinuierlich Musik zu veröffentlichen. Denn steht bereits für Mai dieses Jahres mit New Songs For Old Problems ein neues Album – im Miniformat – an. Miniformat deshalb, weil New Songs For Old Problems aus sechs neuen Songs besteht. Einer davon ist Real Thing, den die Middle Kids gerade als Single veröffentlicht haben. Hierauf begeben sich Middle Kids auf die Suche nach Bedeutung – so, wie sie jeder Jugendliche mindestens einmal durchlebt und sich selbst hinterfragt. Dabei sind Middle Kids eine Coming-Of-Age-Band der modernsten Form und lassen mit ihrem gitarrengespickten Sound ihrer direkten Wirkung freien Lauf. Real Thing ist Hymne und Melancholie, Aufbäumen und Niedergeschlagenheit und immer auch ein wenig Chaos – aber nie gezwungen oder unglaubwürdig. Damit haben Middle Kids das Potential eine der besten Bands ihrer Zeit zu werden.

Dean Lewis – Wird sich der Erfolg wiederholen?

Mit Be Alright hatte der Australier Dean Lewis 2018 einen satten Welthit hingelegt. Konntet Ihr bereits im Herbst 2017 und im Winter 2018 hier bei SOML über Lewis und seine Songs etwas lesen, ist er mit Be Alright mittlerweile in 26 Ländern in die Charts eingestiegen und in 14 davon bis in die Top-10 gelangt. Nach diesem Erfolg wird es für jede Single danach schwer, den Erfolg zu wiederholen. Mit Stay Awake sieht dies allerdings völlig anders aus. Noch nicht ganz den Erfolg der vorherigen Single verdaut, steigt Stay Awake kontinuierlich die Charts hinauf. Dabei ist der folkige Song des Singer/Songwriters treibend, euphorisch und klingt anders, als es der Songtext aussagt. Denn während sich der Song selbst recht fröhlich und nach Guter-Laune anhört, besingt Lewis darin, wie er versucht an einer Person die er liebt festzuhalten, die im Begriff ist ihn zu verlassen. Dabei mischt er abermals ein Erfolgsrezept zusammen und lässt einen weiteren Hit auf die Welt los. Gelungen ist Lewis dies mit Stay Awake auf alle Fälle.

Lucy Spraggan – Das Singer/Songwriter-Herz aus Großbritannien

Lucy Spraggan hat eine aufregende Zeit hinter sich. Nahm sie 2012 an der Castingshow The X Factor teil und kam mit ihrem selbst geschriebenen Song Last Night (Bear Fear) prompt weiter, verließ sie die Show auf Grund von Erschöpfung und einem ausgebrannten Gefühl. In einem Interview, Jahre später, erzählte sie, dass die Teilnahme bei The X Factor ihr nicht gut tat und sie eine Zeit lang mit Burn-Out- und Depressionserscheinungen zu kämpfen hatte. Nichts desto trotz wollte sie weiter an ihrer Musikkarriere arbeiten und unterschrieb so – noch während der laufenden neunten Staffel von The X Factor, einen Plattenvertrag bei Columbia Records. Kurze Zeit später erreichte ihr Debütalbum, welches sie noch ohne Plattenvertrag veröffentlichte, Platz 22 der britischen Albumcharts. Drei Alben und acht Jahre später steht Spraggan nun mit Today Was A Good Day vor der Veröffentlichung ihres fünften Albums und hat mit Lucky Stars eine wunderbare erste Single veröffentlicht. Denn hier brilliert sie mit ihrem Singer/Songrwiter- sowie Indiesound und ihrem britischen Akzent und hat dabei eine wunderbar kräftige Pophymne geschrieben, die sympathisch wie natürlich rüberkommt. Dabei wollte Spraggan verdeutlichen, wie es ist, unterwegs zu sein und sich ängstlich zu fühlen, als sei man nicht von dieser Welt. Doch dann kommt man nach Hause und fühlt sich geborgen, sicher und wohl. Dabei ist einer ihrer Lucky Stars ihre Frau und ihre Familie. Spraggan wollte mit Lucky Stars ein fröhliches Musikvideo machen und mit dem Song einfach eine unbeschwerte und spaßige Zeit haben und diese an Ihre Fans weitergeben. Und das ist ihr vollends gelungen.