Hollow Coves - Evermore

Hollow Coves – Wenn der Moment die Musik schreibt

Es ist eine Liebeserklärung an all die wundervollen Gefühle, die man entwickelt, wenn man auf eine Person trifft, die in uns das Herz zum Pochen bringt. Oder diese Gefühle, die unsere Brust vor Stolz und Liebe fast bersten lassen. Ein Moment, der von so viel Herzlichkeit getragen wird, dass man fast schon eine Träne die Wange runterrollen fühlt. Das australische Duo Hollow Coves zieht uns immer wieder mit Songs, wie CoastlineWhen We Were YoungBorderlines oder Anew in diesen Strudel aus Emotionen und starken Gefühlen. Nun haben Ryan Henderson und Matt Carins mit Evermore eine erste Single nach ihrem gefeierten Debütalbum Moments – das im Oktober 2019 erschien – veröffentlicht und schlagen direkt wieder in unser Herz ein. Als Idee hinter dem Song hatten die beiden Jungs den Moment, jemanden zu finden, mit dem man den Rest seines Lebens zusammen verbringen möchte. Dabei zeigt vor allem das dazugehörige Musikvideo, wie dies aussehen kann. Modern und für das Smartphone gerecht im Hochformat gefilmt, begleiten wir ein Paar von ihrer ersten Begegnung, ihren Reisen, unvergessliche Momente und Ausschnitte, die Zuneigung, Wärme und Liebe transportieren. Musikalisch bleiben Henderson und Carins dabei bei ihrem sanften Folksound und singen zu leichten Gitarren. Dass dieser Song nicht nur für den Hörer etwas ganz besonderes sein soll, zeigt die Geschichte hinter dem Track. Wurde Evermore doch geschrieben, um den Moment hervorzuheben, bei dem Carins Schwester auf ihrer Hochzeit auf den Traualtar zuläuft. Dieser Moment, an dem alle Beteiligten nur eines im Kopf haben, dieses Gefühl für immer in Erinnerung halten zu können. Evermore könnte dafür nicht besser passen und erreicht genau diese Wärme, welche die Band beabsichtigt hat. Ob Evermore auch gleichzeitig der Vorbote für ein neues Album sein könnte, dürfte – nachdem das Debütalbum gerade einmal 8 Monate alt ist – eher unwahrscheinlich sein. Doch auch über einzelne Veröffentlichungen freuen wir uns immer wieder und kommen bei Evermore sofort wieder ins Schwelgen.

Freyr - I'm Sorry (EP)

Freyr – Deine Geschichten in seiner Musik

Es beginnt mit einem simplen Hi, wenn man auf auf die Seite des isländisch/schwedischen Sängers Freyr Flodgren geht. Ein Hi und einem tiefen, sympathischen Gesicht mit stahlblauen Augen. Unter diesem Hi fängt Flodgren an, seine Geschichte zu erzählen. Eine Geschichte, die sich von seinem sechsten Lebensjahr an mit Musik beschäftigt. Vom Erlernen des ersten Musikinstrumentes – einer Flöte, über den Besuch der Umeå Music Classes, die als Schulform den normalen Schulbetrieb plus einem ausgeprägten musikalischen Gewicht besitzt. Hier lernen die Schülern vom Songwriting über das Spielen von Instrumenten, bis hin zum Vernetzung mit anderen Musikern alles, um sich kreativ komplett ausleben zu können. Flodgren lebte, bis zu seinem 16. Geburtstag, mit seinen Eltern in Umeå – einer Stadt im Norden Schwedens, in der es im Sommer nur dreieinhalb Stunden der Dämmerung verfällt und im Winter nur viereinhalb Stunden Sonnenlicht gibt.

Als sich seine Eltern entschieden, nach London zu ziehen, blieb Flodgren. Die Eltern vermieteten ihr Haus an ihren Sohn und weitere Studenten, aus dem schließlich ein Kollektiv entstand. Im Kopf einen Schritt weiterzugehen und das Elternhaus – mit all seinen Erinnerungen – nun mit anderen, jungen Menschen zu teilen, bedeutet auch viele der ganz persönlichen Erinnerungen mit Neuen vermischen zu sehen. Oftmals geht damit eine melancholisch, motivierende Stimmung einher, die sich nun in Flodgrens Debüt-EP I’m Sorry wiederfindet. So beschreibt Flodgren seine sanfte, warme und melancholische Musik mit den Worten Ich habe eine Leidenschaft für Musik die atmet – die unabhängig vom Genre ist – und bevorzuge akustische Musik, die von erfahrenen Musikern auf echten Instrumenten gespielt wird. Ich mag es, wenn meine Musik den Hörer nachhaltig beeinflusst und nicht nur ein Ohrwurm ist. Entweder indem man ein Gefühl für die Harmonien hervorruft, eine Atmosphäre mit den Texten schafft oder versucht, dem Publikum eine Reflexion über die Dinge zu vermitteln, die im Leben wichtig sind. Ich schreibe Musik für andere. Über seine Debüt-EP sagte er noch Musik soll einfach, unterhaltsam und zugänglich sein. Es geht nicht darum, einen Charakter zu spielen. Es geht darum, einfach nur man selbst zu sein und sich über seine Gefühle bewusst zu werden. Das versuche ich zu tun. Das gelingt dem Musiker so wunderbar, dass mit den ersten Harmonien der EP ein Gefühl, von Intimität, Gefühl und Wärme aufkommt, die einem sofort in eine Art sicheren Raum einschließt, aus dem Emotionen ungeniert erwachen können.

Es sind die verschiedenen Instrumente – im Zusammenspiel mit Flodgrens Stimme (die an Künstler, wie José González oder Ben Howard erinnert) – die den einzelnen Songs Over My HeadI’m SorryNeighbour Boy, Ride The Stream und I’m Here diese ganz besondere Stimmung verleihen. Irgendwo zwischen einer verletzten Seele – die selbst schon das dunkelste Licht gesehen hat – bis zu einem friedlich, harmonischen Lagerfeuer Moment, besitzt die EP eine großartige Weite an Emotionen und erzeugt ganz von selbst Geschichten, die unser ganz persönliches Leben bereits geschrieben hat und wir nun daraus erzählen können. Zurück auf Freyr Flodgrens Homepage – der seine Musik einfach unter dem Namen Freyr veröffentlicht – schauen uns diese blauen Augen und das warme Gesicht eindringlich an und bedeuten mit einem simplen Hi so viel mehr, als nur das Oberflächliche. Freyr macht Musik, die berührt und beruhigt und eine enorme Wärme schafft. Seine Debüt-EP I’m Sorry erscheint am 3. Juli.

Jeremias - Keine Liebe

Jeremias – Innere Zerrissenheit

Sie waren eine der wenigen Bands, die bereits zu Beginn des Jahres mit ihrer Clubtour für ausverkaufte Hallen sorgten und gleichzeitig für einen der letzten Momente sorgten, Musik live auf der Bühne gespielt zu erleben – bevor die Pandemie alles zum erliegen brachte. Mit ihrem Tourfinale im Berliner Club Musik & Frieden am 29. Februar sorgten sie ein letztes Mal für eine fulminante Show, die das Publikum zum feiern brachte. Die anschließende Aftershow-Party in der Baumhausbar gleich oben drüber, ließ die Stimmung schließlich noch bis in die Nacht weiter steigen. Mit der – im Herbst veröffentlichten – EP Du Musst An Den Frühling Glauben gab es bereits einen ersten großen Release. Nun steht mit der neuen EP alma eine neue Platte kurz vor der Veröffentlichung und bietet nicht mehr nur den funkigen Indie-Gitarrensound der Vorgänger-EP, sondern wird durch das Element des Singer/Songwritings ergänzt. Hier kommen energiegeladene Songs gleich nach ruhigen Balladen, lassen aber den Kern der Band nach großen Funk-Indie-Songs erneut aufleuchten. Nach der großen Popnummer Schon Okay folgte in mitten in der Pandemie und Lockdown-Phase mir Mit Mir eine wunderschöne Klavierballade, welche das Quartett via Cardinal Sessions von zu Hause aus aufgenommen hatten. Nun haben wir mit Keine Liebe eine hochemotionale Veröffentlichung, in der sich eine innere Zerrissenheit mit dem Gefühl von Vertrauen und Geborgenheit in einer freundschaftlichen Beziehung auseinandersetzt. Es ist der Moment, in dem man nicht mehr weiss, wie man seine eigenen Gefühle deuten soll. Kommt die Wärme, die in einem aufsteigt, wenn man der anderen Person gegenübersteht von einer tiefen freundschaftlichen Vertrautheit oder etwa doch, vom Aufkeimen eines viel tieferen Gefühls? Verbunden mit dem treibenden Funk in ihrem Sound, lassen Jeremias Keine Liebe zu einem Soundtrack der Selbstfindung werden und mischen dies mit einem lockeren Gitarrenspiel und der Kopfstimme von Jeremias Heimbach, die bereits auf Schon Okay hervorragend funktionierte. Die Band selbst beschreibt den Song als etwas brauchen und nicht-haben, wollen und nicht kriegen. Gleichzeitig sagen sie aber auch, dass sich die ganze EP um das Thema Liebe und Kummer drehen wird. Somit dürfen wir eine funkige zweite EP erwarten, die uns – trotz der emotionalen Topics – abermals zum tanzen bringen wird.

Nick Mulvey - Begin Again

Nick Mulvey – Die tiefe Verbindung eines Songs

Es ist eine treibende Akustikgitarre – die Nick Mulvey verwendet – um in uns allen das Gefühl von Reflexion und Besinnung aufkommen zu lassen. Dass der Brite mit seiner handgemachten Musik für ganz besondere Momente verantwortlich ist, zeigte sich bereits durch die Songs Mountain To Move und In Your Hands, auf denen er durch Perkussions und in sich verlierenden Gesangsparts zum Träumen anregte. Nun hat der 35-jährige Sänger mit Begin Again eine erste neue Single – nach seinen beiden Alben First Mind (2014) und Wake Up Now (2017) – veröffentlicht und bezieht sich dabei auf die aktuelle Situation der Pandemie. So stellt der Sänger die Frage, wie wir als Gesellschaft danach wieder beginnen können zu leben. Dabei ist ihm eines unglaublich wichtig – die Rückbesinnung auf die eigenen Wurzeln und die eigene Familie in diesen Zeiten. Denn wenn wir nicht wissen, was vor uns liegt, ist die Liebe und Wärme der Familie eine Stütze für uns. Ihn selbst hat auf Begin Again die Suche nach der Persönlichkeit hinter seiner Großmutter – die bereits vor Mulveys Geburt gestorben war – angetrieben. Mit Fragen, wie Wer war diese Frau, die meine Familie bis heute so geprägt hat? durchforstete er alte Schriftstücke und fragte in seiner Familie rum. Dabei bildete sich zwischen Mulvey und seiner verstorbenen Großmutter Marie eine Verbindung, die der Sänger auf Begin Again zu transportieren versucht. Die Ehrfurcht vor den aufrichtigen Lehren und Botschaften dieser Frau lässt sich auch auf unsere heutige Situation und das Chaos vor unserer Tür anwenden und uns wieder zu uns selbst finden. Mit viel Liebe in den Worten zeigt sich die aufkommende und reine Liebe zu einer Person zu erkennen, die so ergreifend, wie wunderschön ist. Mary Ethel Roderick, 1912 to ’72. Though we never met in flesh, here I remember you. Were a woman, you were gentle, you were modest, you were kind. A mother, wife and gran, you were a woman of your time. (Mary Ethel Roderick, 1912 bis ’72. Obwohl wir uns nie in echt getroffen haben, erinnere ich mich an dich. Warst eine Frau, du warst sanft, du warst bescheiden, du warst freundlich. Eine Mutter, Frau und Großmutter, du warst eine Frau deiner Zeit.). Nich Mulvey schafft es mit seiner Musik, direkt ins Herz zu treffen und die schönsten und wärmsten Emotionen auszulösen. Begin Again ist dabei der erste Vorbote der gleichnamigen EP Begin Again und wird in den kommenden Wochen noch weitere Songveröffentlichungen seiner wunderschönen Mischung aus Singer/Songwriter und Folk bereithalten, ehe sie am 5. Juni erscheint.

Asaf Avidan - Lost Horse

Asaf Avidan – Der schwere Weg zurück ins Leben

Er bleibt ein absolutes Ausnahmetalent – der israelische Sänger Asaf Avidan. Vor 8 Jahren wurde er – durch einen Remix des Berliner Produzenten Wankelmut – schlagartig weltweit bekannt. Was folgte, war für den damals 32-jährige Sänger eine wahnsinniger Aufstieg, der es ihm ermöglichte, seine Musik über Israel hinaus in die Welt zu tragen. Seitdem hat der Sänger – der mit seiner markanten Stimme so unglaublich viel Dramatik vermittelt – mit Different Pulses (2012), Gold Shadow (2015) und The Study on Falling (2017) drei Alben veröffentlicht, die sich in einigen europäischen Ländern in den Charts platzieren konnten. Nun hat Avidan mit Lost Horse einen neuen Song veröffentlicht, der so kaum möglich schien. Denn im vergangenen Jahr hatte Avidan etwas durchlebt, dass ihn beinahe das Leben kostete. Auf seinem Anwesen in der Toskana legte sich der Sänger Ende 2018 einen Wolfshund zu und zog diesen dort auf. Was dann passierte, kann man sich kaum vorstellen – denn mit aller Willenskraft schaffte es Avidan, einen Angriff dieses Tieres standzuhalten und zu überleben. In einem Interview mit der israelischen Tageszeitung Jedi’ot Acharonot erzählt der Sänger so erschreckend detailliert über den Moment des Angriffs und seine Verletzungen, dass sich einem alles im Bauch zusammenzieht. Nach mehrmonatigen Reha-Aufenthalten und der Angst, nie wieder als Musiker arbeiten zu können, beschloss er sich zurück in die Toskana zu begeben. Hier verbrachte er viel Zeit mit seinem Pferd, welches auch gleichzeitig eine Art Therapie für ihn bedeutete. Als dieses aber aus Panik vor einem Angriff von Wölfen davonrannte, stürzte es einen Abhang hinunter und überlebte diesen Sturz nicht. Auf Lost Horse greift Avidan dieses Gefühl auf, eine Seele verloren zu haben, die ihm in äußerst schweren Zeiten so viel Stärke und Wärme entgegengebracht hatte. Avidan hat die Ballade dann auch mit so viel Gefühl intoniert, dass wir uns förmlich in den Lyrics verlieren können. Hört man Avidans Stimme, ist es, als würde man in ein Gesicht voller purer Emotionen blicken. Keine Mimik verzieht sich und lenkt von dem Gefühl ab, welches die Augen ausdrücken. Asaf Avidans Gesang, ist ein tiefer Einblick in eine berührte Seele und zeigt uns, wie großartige es sein kann, wenn man seinen Gefühlen Raum gibt.

Native - It's Been A While

Native – Das langsam wachsende Bild eines stillen Musikers

Vor etwas mehr als einem Jahr hatte der Musiker Native mit seinem Song The Night Is Still Young eine so wunderbare Popballade veröffentlicht, dass man sich ihr nur hingeben konnte. Ein regelrechtes Umschmeicheln durch musikalische Sounds fand da statt und ließ auf mehr vom Singer/Songwriter hoffen. Nun – ein Jahr später – wissen wir etwas mehr über den Sänger, der seine Persönlichkeit gerne aussen vor lässt und seine Musik für sich sprechen lassen möchte. Gebürtiger Schweizer mit wechselnden Wohnorten in Berlin, London und Zurück, sowie Los Angeles ergeben viel Raum, sich musikalisch inspirieren zu lassen. Mit der Tristesse eines Berliner Winters, den regnerischen Herbsttagen in London, dem ewig währenden Sommer in Los Angeles oder dem von den Frühlingswiesen der Alpen umgebenen Zürich hat sich der Sänger für seine Songs das passende Surrounding geschaffen. Auf seiner kommenden EP I See You In The Distance – die an diesem Freitag erscheinen wird – finden wir auch die aktuelle Songauskopplung It’s Been A While. Diese klingt nach einer Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn. Die Kälte auf der anderen Seite der Fensterscheibe, wir in einer durch warmes, gelbliches Licht erhellten Kabine auf der Anderen, rauscht die satte Natur an uns vorbei und lässt den Blick in die Ferne schweifen. Immer wieder unterbrochen durch einzelnen Landmarken, wie Tiere, Berge oder Städte lässt It’s Been A While die Eindrücke tief in uns wirken. Dabei spielen pianohafte Synthies, ein ruhiger Drumbeat und die Gitarre neben Natives – nach Geborgenheit zehrender – warmer Stimme so wunderbar zusammen, dass wir uns am Ende des Songs – nach dem Weg vom Bahnhof – vor der Tür unseres Hauses wiederfinden und wissen, dass auf der anderen Seite Geborgenheit, Liebe und Wärme auf uns wartet. It’s Been A While ist nicht weniger, als ein starker Song eines Singer/Songwriters, der seine Musik vor alles stellt, was davon ablenken könnte und überlässt die Interpretation seiner Songs immer dem Hörer.

Spoon And The Forkestra - Mosquitoes

Spoon And The Forkestra – Ein Kopf voller Bilder

Gleich zu Beginn des Songs Mosquitoes schafft es die Melodie, Bilder in unserem Kopf freizusetzen. Dabei ist das Duo Spoon And The Forkestra – mit seinem amüsanten Namen – am Anfang einer spannenden Phase. Denn mit Mosquitoes leiten sie die erste Veröffentlichung ein – der gleichzeitig noch drei weitere Songs in diesem Jahr folgen werden – ehe die Debüt-EP für Dezember angekündigt ist. Auf Mosquitoes streichelt uns ein warmes Gitarrenspiel, das durch den klaren Gesang der Hamburger Sängerin Emily-Mae Lewis getragen und nur mit zaghaften Brush-Drums von Timo Zell verziert wird. So schafft es Spoon And The Forkestra mit Mosquitoes unsere innersten Bedürfnisse anzuregen und uns entweder an einem kalten Winterabend, mit dem Partner auf der Couch liegend und in Selbstreflexion verfallend, die empfundene Wärme ganz genießen. Oder aber in einem in Zeitlupe ablaufendende Film so einschneidende Erlebnisse aus der Kindheit und der Jugend vor dem inneren Auge ablaufen zu sehen. Dabei mischt das Duo Folk mit Jazz und Soul und bleibt immer auch dem Singer/Songwriter-Genre nahe. Dass mit diesem Sound ein Konzert schon einer Seelenkur gleichkommt, dürfte daher nicht verwundern und ist gleichzeitig eine große Empfehlung, die beiden – sobald es wieder möglich ist – auch einmal live zu sehen. Solange lauschen wir zu den leisen Klängen von Mosquitoes und freuen uns auf die kommenden Songs, die hoffentlich nicht all zu lange auf sich warten lassen.

Garrett Kato feat. Julia Stone - Breathe It In

Garrett Kato feat. Julia Stone – Wenn ein Song einschlägt

Er ist so etwas, wie eine emotionale Explosion – der neue Song Breathe It In des US-Amerikaners Garrett Kato. Ist Kato vor einiger Zeit nach Australien gezogen, hat er sich für Breathe It In mit Julia Stone zusammengesetzt und einen Song geschrieben, der so tief und reich an emotionaler Interpretation ist, dass dieser sehr viele Menschen ansprechen wird. So universell, wie einzigartig, singt Kato mit einem Timbre, den man in Deutschland einmal Mitte der 2000 vom britischen Sänger Ben Hamilton zu hören bekam. Mit einer wunderbaren Tiefe und Wärme singen Kato und Stone darüber, wie es ist im Moment der Selbstfindung eine neue Person in sein Leben zu lassen. Diese Momente, die uns als unglaublich verletzlich und pur auszeichnen, sind oftmals der Beginn einer aufrichtigen Beziehung. Genau diese aufrichtige Ehrlichkeit ist es, die dem Song Breathe It In diese Tiefe gibt und in den letzten kalten Nächten des abziehenden Winters für Wärme sorgt. Breathe It In ist auf Katos neuester EP S. Hemisphere enthalten, die am 6. März veröffentlicht wird.

June Cocó - Heavy Heart

June Cocó – Das warme Herz einer Pianistin

Es beginnt mit warmen Tönen eines Pianos, die Töne kommen uns vertraut vor. Sie erinnern an Songs von Agnes Obel, die von so viel Wandlungsfähigkeit geprägt sind, dass man jedes Mal eine neue Gefühlswelt aufkommen spürt. Die Leipziger Sängerin und Pianistin June Cocó schafft dieses Gefühl auf ihrem neuen Song Heavy Heart so spielerisch zu erreichen, dass man sich bereits bei den ersten Tönen geborgen und herzlich empfangen fühlt. Dabei hört man in jeder Sekunde, wie sehr die klassisch ausgebildete Stimme Cocós mit dem Piano harmoniert. Überhaupt ist das Piano Cocós größte Liebe, denn dieses spielt sie seit ihrer Kindheit und gibt dem Instrument auf ihren Songs eine gleichwertige Bedeutung zu ihrer Stimme. Heavy Heart ist dabei das akustische Bild, welches sie daraus formt und lässt uns durch ein Fenster eines Hauses am Meer auf die unzähmbare See gucken. Während im Hintergrund das Holz im Kamin knistert peitscht draussen der Regen an die Scheiben und wird alle paar Sekunden vom nahen Leuchtturm zum funkeln gebracht. Diese Ruhe und Wärme und das bei einem selbst sein stellt den Gegenpol zum Chaos und zügigen Geschehen auf der anderen Seite des Fensters dar. June Cocó veröffentlicht Heavy Heart als Stand-Alone Song, der ihrem vielbeachteten, zweiten Album Fantasies & Fine Lines folgt und auf den kommenden Konzerten in Deutschland, Polen, Tschechien und Großbritannien einen weiteren Beitrag leisten wird, in sich selbst hineinzuhören und zur Ruhe zu kommen.

Meadows - Empty Windows

Meadows – Sanft, wie eine Gutenachtgeschichte

Am Anfang steht ein warmes Gitarrenspiel. Schließlich kommt eine ebenso warme Stimme hinzu, welche die Worte so beruhigend singt, dass man in jedem Wort das warme Feuer eines Kamins knistern hören kann. Hinter einem so imposanten Song verbirgt sich der Künstler Meadows, der bürgerlich Christoffer Wadensten heißt und aus der schwedischen Provinz kommt. Ob der Provinz scheint es gleichzeitig so reichhaltig an Eindrücken, die Emotionen auslösen, zu sein, dass Meadows hiermit besonders auffällt. Mit seiner tiefen Stimme, die an den wunderbaren Ben Hamilton erinnert, singt sich Meadows durch so wunderschöne Textzeilen, wie I know you never lie but this whole you and I. Who thought that this would fly? I turn my eyes down low and I see the stars below. I know I have to go. And break through the glass of empty windows. Hierbei ist es fast so, als würde er uns eine Gutenachtgeschichte erzählen, während uns – von der Wärme des Kamins – die Schläfrigkeit überkommt. Geprägt vom Lyriker Frank O’Hara, der die wunderbare Fähigkeit hatte, Gefühlszustände – die in Notfällen aufkommen – einzufangen, hat sich Meadows durch das neue Album The Emergency Album gearbeitet. Herausgekommen ist mit den ersten Veröffentlichungen Emergency Song und Empty Windows eine sympathisch heimelige Stimmung, die sich so vertraut und geborgen anfühlt, dass wir uns gar nicht die Frage stellen, dass dieser Musiker noch größtenteils unbekannt ist. Meadows schafft es mit seinen Songs eine Wärme um uns herum zu legen, die sich förmlich an uns anzuschmiegen scheint. Für alle, die diese Kaminfeuerakustik auch einmal live sehen wollen, gibt es ab Mitte Mai auf 13 Konzerte in Deutschland Gelegenheit dazu. Für alle anderen gibt es ab dem 27. März das Album The Emergency Album zu kaufen.