Christian Löffler - Like Water

Christian Löffler – Das elektronische Blätterrauschen

Christian Löffler ist seit seinem Debütalbum A Forest (2012) eine feste Nummer im deutschen Housebereich. Seine Kunst, elektronische Housebeats unter anderem mit fragilen Gesangparts zu versehen, zeichnet die präzise Arbeitsweise des in Rostock lebenden Produzenten aus und stellt eine Landkarte der Erinnerungen dar. Mit seinem nun veröffentlichten, dritten Album Graal (Prologue) und den tiefen Beats, lässt uns Löffler an einem Ort zurück, der von Wind, Wärme, Erinnerung und Kraft geprägt ist. Dabei ist vor allem die Single Like Water mit der Sängerin Mohna äußerst stark geworden und singt die Sängerin hier verspielt und verträumt die Textzeilen Let’s say the tide is right to change your mind and to go out there. Save that good advice. Then take your time and fade in there. Be a body, be like water, Be a wave, be like water, be aware. Mit einem gut gebuchten Veranstaltungsplan und den kommenden USA-Gigs, kann man hoffen, dass Deutschland nicht mehr all zu lange auf sich warten lässt. Bis dahin schmelzen wir zu Like Water hin und genießen den Song.

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The Slow Show @Silent Green Berlin. www.soundtrack-of-my-life.com

The Slow Show – Konzertkritik

Der Rahmen versprach Großartiges. Hatte sich die britische Band The Slow Show drei Jahre lang aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, kündigten die Manchester um Frontsänger Rob Goodwin mit Sharp Scratch den ersten Vorboten des kommenden Albums an. Dabei war es in der Vergangenheit beunruhigend ruhig um die Band gewesen. Hatten sie mit ihren 2015er und 2016er Alben White Water und Dream Darling doch in kürzester Zeit zwei Alben vorgelegt, die vor allem durch die Baritonstimme des Frontsängers Goodwin, zu absoluten Glückstreffern der britischen Musikszene avancierten. Dabei galt das Glück nicht etwa der Band, dadurch bekannt zu werden, sondern vielmehr uns Hörern, diese Atmosphäre erleben zu dürfen.

Lou Stone @Silent Green Berlin.    www.soundtrack-of-my-life.com

Als Ort für die Vorstellung der neuen Songs wurde die einzigartige Eventlocation Silent Green in Berlin ausgewählt. Hierbei handelt es sich um ein ehemaliges Krematorium, welches vor 110 Jahren im Stadtteil Wedding erbaut wurde und noch bis 2001 als solches genutzt wurde. In der ehemaligen Feierhalle – in der einst die Urnen der Verstorbenen aufgestellt wurden – befindet sich heute das Herzstück des gesamten Areals und finden in der 17 Mieter hohen, achteckigen Halle heute Veranstaltungen, wie Lesungen und Konzerte statt. Dabei steht die, mit einem deckenhohen Bühnenvorhang dekorierte, Erhöhung als Bühne zur Verfügung.

In diesem besonderen Umfeld eröffnete der Londoner Singer/Songwriter Lou Stone den Abend mit einer passenden Mischung aus Folk, Pop und Soul und überzeugte sogleich mit seiner warmen, einfühlsamen Stimme, welche die Aufmerksamkeit des Publikums schnell auf sich zog. Legt die Feierhalle jedes noch so kleine Geräusch an den Tag, war es das Berliner Publikum welches seinen Ruf alle Ehre machte und so still war, dass man die Saiten der Gitarre schwingen hören konnte. Mit seiner EP Fictions und so wunderbar romantischen Stücken wie Don’t UnderstandCarry Me HomeSally oder dem Titelstück Fictions war er der perfekte Opener für The Slow Show und stimmte das Publikum auf einen herzerwärmenden Abend ein.

Schließlich kamen um Punkt 20 Uhr Sänger Rob Goodwin, Keyboarder Frederik ‚t Kindt, Bassist Joel Byrne-McCullough und Schlagzeuger Chris Hough auf die Bühne und starteten in einen Abend, der versprach einmalig zu werden. Mit Songs aus den ersten beiden Alben und einigen Stücken aus dem kommenden – für später in 2019 angekündigtem – dritten Album führte Goodwin das Publikum mit warmen Worten durch den Abend und ließ dabei nur äußerst selten seine Augen von der Menge. Immer wieder streifte der Blick des britischen Sängers durch die Menge, suchte ganz bewusst den Blickkontakt mit Einzelnen und verschaffte seiner Musik damit eine weitaus eindringlichere Wirkung.

Mit Songs wie Dresden, Ordinary LivesFlowers To Burn oder dem alles überragenden Bloodline beflügelte die Band das Publikum immer wieder mit dem Gefühl des kollektiven Schwelgens. Bei Bloodline welches die Band auf eine 7-minütige Version ausdehnte, in der das Publikum einen Teil des Refrains selbst sang und damit in der Halle eine Atmosphäre entstand, die ein überborderndes Wir-Gefühl ausstrahlte, wuchs die Dankbarkeit in Goodwin sichtlich ins unermessliche. Dass die Band glücklich ist, dieses Leben, leben zu dürfen und mit so vielen Menschen Emotionen teilen zu können, zeigt sich in der fast schon schmerzhaft dankbaren Haltung des Sängers. Dabei wirkte er zu keinem Zeitpunkt unauthentisch und zeigte eher bei jedem Song eine fast schon gebrochen, mitfühlende Haltung – als fühle er die Emotionen, die ihm beim Schreiben der Songtexte antrieben, nochmals nach.

Gleichwohl kamen mit – unter anderem – Sharp ScratchSt. Louis und Places You Go auch einige neue Songs vor, die sich wunderbar in die heimelige Stimmung einfügten. Mit ihrem Hang zu ruhig beginnenden Songs, die in einer opulent instrumentierten Version aufgehen, haben The Slow Show den perfekten Soundtrack für die Untermalung von Emotionen geschaffen. Immer wieder kam man sich an diesem Abend vor, als wäre man in einem Spielfilm, bei dem tiefe, emotionale Momente musikalisch untermalt würden, nur, um anschließend in einer ergreifenden Auflösung zu enden.

Zum Ende hin überraschte Goodwin schließlich noch mit einer Rede auf Deutsch, in der er sich für die Geduld des Publikums bedankte und dafür, dass man die Band nicht vergessen habe. Gleichwohl kündigte er für später im Jahr weitere neue Musik an und war dankbar über einen Abend in so einer Location, mit solch einem Publikum und der Tatsache, dass das Publikum der Band die Nervosität, neue Songs zu spielen, mit solche einer Wärme genommen hatte und ihnen so zeigte, die richtige Richtung gegangen zu sein.

The Slow Show @Silent Green Berlin. www.soundtrack-of-my-life.com

The Slow Show kann man nicht vergessen. Nicht die Stimme, nicht den Sound, nicht die Emotionen, die diese Band verkörpert. Und so zeigte sich am Ende auch das Publikum dankbar und war glücklich, diesen Abend miterlebt zu haben.

Schiller feat. Schwarz – Eine Lawine ohne Halt

Nach und nach veröffentlicht Christopher von Deylen als Schiller immer mehr Songs seines, am kommenden Freitag erscheinenden Albums Morgenstund und gibt damit auch immer mehr Einblick in den Sound, der sich bereits mit der Single Morgenstund aus dem gleichnamigen Album andeutete. An den Sound seiner ersten Alben erinnert, ist der geschätzte Musiker und Produzent mit viel Epos, welches von Freiheit, Weite, Liebe, Wärme und Antrieb erzählt, mit einem frischen und doch bekannten Sound zurück. Dabei passt Schwarz‘ Stimme so unglaublich gut zum produzierten Sound, dass man sich fast wünscht, diesen Song einmal in einem emotionsgeladenen Werbeclip zu sehen, der auch schon Bag Riders, Jonah oder Empire Of The Sun zu der verdienten Aufmerksamkeit verhalf. Dass Schiller diese Aufmerksamkeit gar nicht nötig hat, zeigen die – wiederholt – auf Platz 1 der Albumcharts gelandeten Alben. Allerdings konnten die Singles nicht mehr den Erfolg wiederholen, den er noch Mitte der 2000er erzielen konnte. Schwarz ist dabei der perfekte Featuring-Act, der dem Song einen ganz eigenen Drive gibt und mit seiner hohen Stimme fast schon zu einer Dream-Pop Nummer werden lässt. Für Schwarz dürfte es rund um seine, aktuell mehr als umtriebige, Arbeit an neuer Musik sehr passend sein, dass er auf der Schiller Single Avalanche mit Synthies in Berührung kommt – ist er doch selbst in einem voluminösen Elektrosound aus Synthies und Beats zu Hause. Auf Avalanche bilden Schiller und Schwarz eine Symbiose und klingen dabei so organisch, dass man eine langjährige Zusammenarbeit fest vermutet hat und dann doch überrascht wird, dass es der erste Song der beiden Musiker ist. Somit werden die letzten Tage vor der Albumveröffentlichung von Morgenstund gefühlt nochmal verkürzt und bildet der Song eine wunderbare Klangwolke aus Kreativität und Kraft.

Apparat – Zurückgezogene Zugänglichkeit

Er kommt aus dem Bereich des Technos und hat in den vergangenen 23 Jahren massgeblich dazu beigetragen, dass Deutschland international als eines der führenden Länder der, vor allem im Ambientbereich befindlichen, Elektroszene wahrgenommen wird. Mit seiner Vielfalt an musikalischer Ausdrucksweise hat sich Sascha Ring in den vergangen zwei Jahrzehnten einen festen Namen erarbeitet, der durch das Projekt Moderat, welches er zusammen mit Modeselektor zwischen 2002 und 2017 aufrecht erhielt, und sich durch seinen Wechsel – hin zu einem deutlicheren Ambient-Sound, der mittlerweile auch den Begriff IDM – Intelegent Dance Music – auszeichnet. Ist Apparats letztes Album The Devil’s Walk bereits acht Jahre her, hatte der in Quedlinburg geborene Produzent, Ende 2017 vor allem durch den von ihm beigesteuerten Theme-Song zur deutschen Netflix-Serie Dark zusätzlich weltweit Aufmerksamkeit erhalten. Nun hat Apparat mit Dawan einen neuen Song veröffentlicht und damit sein fünftes Album LP5 angekündigt. Dabei klingt Dawan zugänglicher, bleibt aber einem dunklen Sound treu. Mit schnellem Hintergrundbeat, vertrackteten Sound und dem fragilen Gesang baut sich Dawan immer weiter auf und mündet in einer verträumten Vorstellung von einer Soundwolke aus Wärme, Zufriedenheit und Zuneigung. Gibt es eine stetig wachsende Auswahl an neuen Genrekreationen, ist IDM wahrlich die zutreffendste Genrebezeichnung, die es für Apparats Musik geben kann.

William Fitzsimmons – Aufrichtiger Ruf nach Geborgenheit

William Fitzsimmons‘ aktuelles Album Mission Bell stellt eine Zäsur dar. Davon konntet Ihr Euch bereits durch seine Single Angela überzeugen. Nun hat Fitzsimmons dem Gefühl allerdings mit seiner neuen Auskopplung Wait For Me nochmal eine größere Bedeutung zu teil werden lassen. So besingt der US-Amerikaner mit gewohnt hauchend, beruhigender Stimme, wie es ist, plötzlich von seiner Ehefrau getrennt zu sein und nicht zu wissen wie es weitergeht. Dabei verliert sich Fitzsimmons darin, zu hoffen, dass jemand ihn braucht und er somit gewollt ist oder aber – wie im Falle des Sängers – sich aus dieser Gefühlslage zu befreien und loszureißen. Fitzsimmons hat auf Mission Bell sein Innerstes nach außen gekrempelt und geht so roh und aufrichtig mit seinen Gefühlen um, wie es nur der Pittsburgher Sänger kann. Bei Fitzsimmons ist Melancholie das Lebenselixier, auch wenn es immer nahe am Abgrund entlang geht. Dabei klingt Wait For Me drängender und hat an Tempo zugelegt, ohne hektisch zu wirken. Fast könnte man meinen, Fitzsimmons neben sich im Arm zu haben und seinem gebrochenen Herzen zuzuhören. Damit schafft der Sänger immer wieder eine Geborgenheit zu entwickeln, die reich an Emotionen und Wärme ist und dabei melodisch und authentisch klingt.

Ex:Re – Wenn Daughters Stimme zum Soloprojekt wird

Hört man die ersten Sekunden des Songs Romance, fühlt man sich unweigerlich an das britische Indie-Trio Daughter erinnert – ist die Stimme der Sängerin, hinter dem kryptischen Namen Ex:Re doch genauso zart und ruhig. Und natürlich kommt dieser Vergleich nicht von ungefähr, denn wer ein Fan Daughters und von Frontsängerin Elena Tonra ist, wird wissen, dass Ex:Re ihr neues Soloprojekt ist. Hier zeigt sich Tonra nochmals deutlich introvertierter, als bei Daughter. Dabei ist die Single zum selbst betitelten Debütalbum Ex:Re eine Offenbarung an den Moment eines Beziehungsendes. Die daraus entstandene Leere ist noch nicht gefüllt oder gekittet und lässt die Gefühle in einer Art Lethargie zurück. Mit den Worten Romance is dead and done. And it hits between the eyes on this side. The grass is dead and barren. And it hurts between my thighs on this side durch den Refrain führend, erzählt Tonra auf fast sieben Minuten Musik, ihre Geschichte von einer Trennung, die immer noch zu spüren ist. Dabei klingt sie so zerbrechlich, traurig aber auch wunderschön und lässt uns an diesem Gefühl teilhaben und ebenfalls Leere, Wärme und Schmerz empfinden. Gab es bisher nur einen Liveauftritt als Ex:Re in London, dürfen wir auf weitere Termine im neuen Jahr hoffen. Bis dahin wird das Album wohl so einige Male auf Repeat gespielt.

Elton John – Das ultimative Weihnachtsgefühl

Im Herbst 1970 veröffentlicht, hat Your Song von Elton John nunmehr fast 50 Jahre hinter sich. Dabei stellt er eine Art Evergreen dar, der durch die Popgeschichte wandert und immer wieder einer Neuinterpretation anderer Künstler dient. Als größte Erfolge sind hierbei die Versionen von Rod Stewart (1992), Ellie Goulding (2010) und Lady Gaga (2018) zu nennen, die sich allesamt in den Charts verschiedener Länder platzieren konnten. Dabei übertraf vor allem die Version Ellie Gouldings den Erfolg des Originals um das Doppelte im Heimatland Johns. Dies hatte allerdings nicht allein etwas mit Gouldings fantastischer Interpretation zu tun, sondern lag vor allem daran, dass die britische Warenhauskette John Lewis für seinen jährlichen Weihnachtsclip Gouldings Version auswählte. In dieser Tradition werden immer wieder äußerst bekannte Originale von Künstlern gecovert und als Balladen in der dazugehörigen Weihnachtswerbung des Kaufhauses verwendet. Dieses Jahr bricht die Warenhauskette allerdings mit dieser Regel und lässt – den zum britischen Kulturgut gehörenden – John selbst seinen 48 Jahre alten Song in der Werbung erklingen. Dabei mimt John ebenfalls sich selbst und sehen wir seinen Werdegang und die herausragenden Momente des Songs rückwärts abspielen, bis zu dem Punkt, an dem der vier- oder fünfjährige John Anfang der 50er Jahre zu Weihnachten ein Klavier geschenkt bekommt. Diese Minuten der Retrospektive und der Abfolge von emotionalen Erinnerungen münden in einem so warmen Gesichtsausdruck Johns, der einem in nur zwei Sekunden die Geschichte eines Lebens erzählt. Mit diesem Weihnachtsclip hat die Warenhauskette einmal mehr geschafft, was viele immer wieder zur Weihnachtszeit suchen. Herzlichkeit, Wärme und Zufriedenheit auszustrahlen und das mit einem Song, der diese Gefühle seit fast 50 Jahren ebenso transportiert.

The Blaze – Gewaltiges Glück, gewaltiger Schmerz

Die Bildsprache, der Sound, die Geschichten – das alles im Zusammenspiel präsentieren die beiden Cousins Jonathan und Guillaume Alric mit ihrer Band The Blaze. Dabei lassen sie Eindrücke und Gefühle entstehen, die von Wärme, Zuneigung, Trauer, Herzlichkeit, Aggression und Liebe handeln. Ihre kräftige Bildsprache erzählt kleine Kurzgeschichten, wie die in Territory. Hier geht es um einen Migranten, der aus Frankreich in seine Heimat – Algerien – zurückkehrt. Bei Virile erzählen die beiden Pariser die Geschichte einer männlichen Freundschaft, die durch Gemeinsamkeiten und Lebensfreude mehr als nur zwei Freunde darstellt. Auf Queen wiederum, dreht sich alles um die innige Freundschaft unter zwei jungen Frauen, die in einem Trailerpark leben und mit einer stets aggressiven Grundstimmung ihre Freundschaft bemessen. Das Gefühl – mit der besten Freundin – die Welt zu erobern, stärker als der Rest Dieser zu sein oder sich auch ganz einfach beweisen zu müssen, ist für den Ein oder Anderen sicherlich nicht unbekannt. Auf Queen wird jedoch die Zerbrechlichkeit dieser Beziehung deutlich und die Bedeutung derer in eindrucksvolle Bilder gepackt. Dabei klingt die Musik von The Blaze emotional, nostalgisch, ist aber immer auch tanzbar – und damit das Ziel der Band erreicht. Mit tiefem, gepitchten Gesang, treibenden French-House-Beats und einer Popanleihe verknüpfen The Blaze verschiedene Elemente zu einem hypnotisierenden Dancesound und erreichen uns damit auf verschiedenen Ebenen. Ihr Debütalbum Dancehall ist bereits im September erschienen und wird im kommenden März mit Konzerten in München (05. März 2019) und Berlin (18. März 2019) auch live zu erleben sein.

No King. No Crown. – Die Blätter fallen hören

Sie sind so leise und intim, dass man meinen könnte, die Blätter eines rot strahlenden Laubbaumes fallen zu hören. Die gleichzeitig damit assoziierte Wärme wird nicht nur durch die Vorstellung des farbintensiven Herbstes getragen, sondern auch von der neuen Single des Dresdener Quartetts No King. No Crown.. Liegt ihrer Soundästhetik zwischen Folk, Indie, Kammerpop und Singer/Songwriter, hat die Band um Sänger René Ahlig eine Atmosphäre geschaffen, die von Ausgeglichenheit, Reife, Zurückhaltung und Nähe zeugt. Ahlig war hierbei federführend und hat No King. No Crown. bereits 2010 als Soloprojekt gegründet. Nach seinem ersten Album Heart To Escape (2012) und der EP Without Yesterday (2016) ist das Projekt nun, für das zweite Album Smoke Signals – welches am 01. Februar 2019 erscheinen wird – zu einer Band angewachsen. Dabei zehrt Ahlig von seinen Reisen und beschäftigt ihn auf der neuen Platte die verschwenderische Art und Weise der Menschen mit der Natur umzugehen. Strände voller Plastik, Wolken voller Abgase. Betonmauern statt Berge, Straßenlichter statt Sterne. Gleich zu Beginn der gleichnamigen ersten Singleauskopplung Smoke Signals stellt Ahlig die Frage Who we gonna blame, who we blame for. I feel badly ashamed, I feel badly ashamed for. Um im Refrain schließlich die Frage zu stellen Don’t you think we go to far. Dabei wirkt Smoke Signals nicht nach einer Anklage und Aktivismus  – wie den von Grund auf zwar sehr wichtigen Umweltorganisation, die aber leider oftmals mit zu radikalen Taten verschrecken – sondern, schleicht sich eher behutsam in das Bewusstsein. Durch die sanften aber konstant präsenten Banjoklänge, Ahligs warme Stimme und dem behutsamen Einsatz von elektronischen Beats wird man durch Smoke Signals dazu animiert seine eigene Lebensweise in Verbindung mit der Umwelt zu reflektieren und überdenken. Darüber hinaus funktioniert Smoke Signals auch in der kalten Jahreszeit wunderbar und klingt warm und authentisch. Somit gelingt No King. No Crown. ein starker Neustart als Band und wird in den kommenden Monaten sicherlich sein Publikum finden und das Publikum sie.

Live überzeugen könnt Ihr Euch im kommenden Frühjahr an folgenden Orten:

15.02.19 – Dresden – Scheune Dresden
16.02.19 – Zittau – EMIL
17.02.19 – Berlin – PRIVATCLUB Berlin
18.02.19 – Chemnitz – INSPIRE Chemnitz
19.02.19 – Bayreuth – Wohnzimmermucke_Bayreuth
21.02.19 – Hamburg – Astra Stube Musikkultur e.V.
22.02.19 – Köln – die wohngemeinschaft
24.02.19 – Pforzheim – Horch
25.02.19 – Mainz – Klein Aber Schick
26.02.19 – Wuppertal – Viertelbar Wuppertal
27.02.19 – Münster – Teilchen & Beschleuniger
28.02.19 – Leipzig – Noch Besser Leben
Sichert Euch die Tickets hier: https://goo.gl/o2jQgF

The Japanese House – Neuer Song mit mutigem Video-Projekt

In der Entstehung eines Songs steht für denjenigen, der den Text schreibt, meist eine persönliche Erfahrung im Vordergrund. Erinnerungen, Gefühle und Überraschungen stehen hierbei oft an erster Stelle. So werden viele Liebeslieder aus dem Gefühl und der Erinnerung an – zumeist – vergangene Beziehungen geschrieben. So sieht es auch bei Lilo – dem neuen The Japanese House Song aus, den die britische Sängerin nun veröffentlicht hat. Dabei steht Amber Bains Liebesbeziehung zu ihrer Ex-Freundin Marika Hackman im Fokus. Hier gibt sie die Gefühle frei, die sie fühlte, als sie Hackman zum ersten Mal sah, als sie sich zum ersten Mal berührten. Die Herausforderung hierbei war für Bain, dass sie Hackman fragte, ob sie auch in ihrem Musikvideo mitmachen würde. Verbindet die beiden heute eine enge und feste Freundschaft, kam für Bain nur die Person in Frage, um die sich das Lied auch dreht. Und so machte Hackman sofort mit. Dabei ist die im Video festgehaltene Nähe keinesfalls gespielt, sondern von Gefühlen der tiefen Zuneigung und Vertrauen geprägt, die man in jedem Moment sehen kann. Lilo ist darüber hinaus eine feine Ballade, mit viel Wärme und Geborgenheit und besticht einmal mehr durch Bains Vocoder unterstützten Gesang. So ist Lilo eine Seelenkur und überzeugt durch viel Gefühl und einem aufrichtigen Text.