pluko & Panama - Higher

pluko & Panama – Frischer Sound mit großartiger Stimme

Mit 19 Jahren bereits Interviews zu geben und an einem Tisch mit Vertretern von Capital Records und dem Indie-Duo Cassette Tapes aus San Francisco zu sitzen kann ganz schon aufregend sein. Gerade, wenn man aus einer Kleinstadt wie Hollidaysburg in Pennsylvania, USA kommt, die gerade einmal knapp 6.000 Einwohner zählt. Davon lässt sich Sam Martinsen allerdings nicht beeindrucken und produziert einen Song nach dem anderen. Darüber hinaus steht er mit Remixen für Bands, wie Tycho, Hayden James, ODESZA und Mansionair äußerst hoch im Kurs und kann auf mehr als 50 Mio. Streams zurückblicken. Schon mit 16 galt für den US-Amerikaner, dass die Kreativität – auch oder viel mehr vor allem in einer Kleinstadt – ausgelebt werden sollte. 2018 veröffentlichte er bereits sein Debütalbum Sixteen über ODESZAs Label Foreign Family Collective. Mit einem modernen und frischen EDM-Sound, der sich an dem Sound von Petit Biscuit, Satin Jackets aber natürlich auch an ODESZA oder zuletzt Bag Raiders orientiert, hat Martinsen unter dem Namen pluko für einige großartige Songs gesorgt. Nun stellt der Produzent sich auf eine Stufe mit den eben erwähnten Künstlern und veröffentlicht eine Single mit dem Australier Panama. Hierbei scheint gerade auch Panama einmal mehr als absolute Konstante für einen hervorragenden, treibenden und ästhetischen Sound zu wirken. Denn im Prinzip ist es egal, was Jarrah McCleary musikalisch veröffentlicht, immer gibt es ein hohes Maß an Ausgeglichenheit, Frische und voluminösen Sound. Auch auf Higher ist dieser satte House-Sound zu hören, der sich mit flirrenden Beats und einem euphorischen Aufbau zu einem großartigen Song entwickelt. Mit Higher zeigt sich pluko – der all seine Songs in seinem Schlafzimmer produziert – als große Hoffnung im EDM-Bereich und mischt seine Musik mit Acts wie Panama zu einem weiterführenden Sound zusammen. Für später in 2020 ist hierbei sogar mit einem neuen Album zu rechnen. Bis dahin überschlagen sich aber schon die Ereignisse und hat pluko mit Higher bereits innerhalb von wenigen Tagen über 50.000 Streams erreicht – und das, völlig verdient.

Khruangbin feat. Leon Bridges - Texas Sun

Khruangbin feat. Leon Bridges – Thai-Funk oder Südstaaten-Rock?

Es ist eine interessante Mischung, die das US-Amerikanische Trio Khruangbin in seiner Musik vereint. Kommen die Songs zumeist instrumental daher, verbinden Laura Lee, Mark Speer und Donald Johnson hauptsächlich Funk, Soul und Rock und hören sich dabei auch immer authentisch nach Südstaaten-Rock an. Erstaunlich ist hier wiederum, dass die Band, bis auf wenige Ausnahmen wie Leon Bridges, durchweg als Support von elektronischen Künstlern, wie Bonobo, Massive Attack oder Tycho gebucht wird und damit ein weitaus größeres und moderneres Publikum anspricht, als es ihr eher traditioneller Sound vermuten lässt. Nach ihrem dritten Album Hasta el cielo dass im Sommer 2019 erschien, haben sie nun für diesen Freitag die neue EP Texas Sun angekündigt. Diese ist eine Kollaboration mit dem US-Amerikanischen Soulsänger Leon Bridges, den sie 2018 auf seiner Tour supporten dürften. Dabei wird deutlich, wie sehr ihr instrumentaler Rock nach einer Stimme zu greifen scheint, denn auf der Single Texas Sun zeigt sich, wie sich Bridges‘ Gesang an die Harmonien anschmiegt und die feinen Nuancen von Schlagzeug und Gitarren deutlich werden. Die Kollaboration von Khruangbin und Leon Bridges ist eine der unerwartetsten aber gleichzeitig auch spannendsten und zeigt, dass sich unterschiedliche Musikstile wunderbar zu einem großartigen Sound zusammenfinden können.

The Best Of 2019 Vol.: 06

The Best Of 2019 Vol.: 06

01. Seeed – Ticket

02. Audien & Echosmith – Favorite Sound

03. Giant Rooks – 100 mg

04. Mark Ronson feat. Lykke Li – Late Night Feelings

05. Parov Stelar – Gringo

06. Moonlight Breakfast – Summer

07. Tycho – Easy

08. Bodi Bill – What If

09. Jeremias – Alles

10. Sticky Fingers – Sunsick Moon

11. SOMA – Don’t Believe Them

12. Maya Lavelle – Dancing With A Bottle

13. Das Moped – Wenn Du ehrlich bist

14. Juli – Fahrrad

15. Lizzo – Juice

16. HÆLOS – End Of World Party

17. Lupid – Lieb Mich Jetzt

18. Talisco – Closer

19. Badger – You Move

20. Christian Löffler feat. Mohna – Like Water

21. Dope Lemon – Hey You

22. Editors – Barricades (The Blanck Mass Session)
Tycho - Easy

Tycho – Brücke in die Zukunft

Manche Bands gehen an einem jahrelang vorbei und tauchen in einem Moment auf, der so zufällig wie überraschend ist. Bei Tycho ist es der aktuelle Song Easy der eine Zäsur in Scott Hansens musikalischem Leben darstellt. Denn hat er das Projekt Tycho bereits vor 17 Jahren – im Jahr 2002 – gegründet und seitdem, mit Past Is PrologueDiveAwake und Epoche, vier Alben veröffentlicht, konnte der Kalifornier für das letzte Album sogar eine GRAMMY-Nominierung einsammeln. Mit Easy zeigt sich Tycho jedoch reflektierter und gibt sich selbst eine Auszeit von der Arbeit. Mit einer sanften Frauenstimme besetzt, wirkt Easy beruhigend, sphärisch, elektronisch und wie der Hauch eines warmen Atems am Ohr. Der Sound klingt cineastisch und passt zu Filmszenen mit dunklen, verregneten Straßenzügen durch die ein einsamer Charakter läuft. Easy ist dabei der Vorbote für ein neues Album und stimmt uns nicht nur wunderbar auf das Wochenende ein, sondern ist gleich noch eine perfekte Untermalung für den nahenden Sommer.