Querbeat – Große Beats und laute Trompeten

Mehr Freaks braucht das Land! So tönt es aus allen Lautsprechern des Rheinlandes. Auch wenn es noch nicht ganz so ist, könnte die 13-köpfige Band Querbeat aus Bonn bald so etwas wie ein lokaler Hitgarant werden, der es auch fernab des Rheinlandes zur ganz großen Nummer schafft. Denn mit ihrer nun veröffentlichten Single Freaks, die aus dem gerade veröffentlichten dritten Album Randale Und Hurra stammt, reißt die Band förmlich die Decke ein. Die auf Brasspop festgelegte Band hat dabei so viele Einflüsse, wie es Brasspop nur haben kann. Mit elektronischen Beats, Trompeten, Pop-Gesängen und Hip-Hop-Rhymes mischen sie alles zu einer hoch explosiven Soundmischungen zusammen, die in jeder Sekunde zum Ausrasten anregt. Brasspop ist dabei in den letzten Jahren einer angesagtesten Musikrichtungen geworden. Bands wie Querbeat, LaBrassBanda und MEUTE tragen dazu bei, dass Brasspop an die Oberfläche und im Mainstream angekommen ist. Mit der Interpretation des Flume Remixes von Disclosures You & Me hatten gerade die Hamburger von MEUTE einen viralen Hit gelandet. Querbeat hingegen schreiben ihre eigenen Songs und haben dadurch deutlich größeren Einfluss an Soundgerüst ihrer Songs. Querbeat liegt irgendwo zwischen Seeed und Fettes Brot und hat mir Freak einen satten Hit abgeliefert, der keinen stillstehen lässt.

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Sam Spiegel – und die Crème de la Crème

Ob für die Yeah Yeah Yeahs, Donavon Frankenreiter, die Swollen Members oder Crystal Castles – Sam Spiegel ist ein Produzentenallrounder. Denn er produziert nicht nur für Musiker, sondern auch für Werbeclips oder Filme. Damit ist er in den letzten Jahren zu einem der erfolgreichsten Produzenten aufgestiegen. Das alles, ohne wirklich im Mainstream bekannt zu werden. Dies wird sich wohl in Zukunft ändern. Denn Spiegel hat entschieden, selbst in den Vordergrund zu treten. Seine Arbeiten in den letzten Jahren haben dann auch in der Musikszene für Aufmerksamkeit gesorgt und so musste Spiegel nicht lange bitten, um auf seiner Single To Whom It May Concern herausragende Künstler, wie Theophilus London, Alex Ebert und Cee-Lo Green zu vereinen. Herausgekommen ist eine Disconummer, die an fetten Beats und smarten Rhymes nicht zu überbieten ist. Mit dem immer wiederkehrenden Trompeten und einem eingängigen Refrain ist To Whom It May Concern auf dem direkten Weg, der Soundtrack zu den Hundstagen zu werden. Also dreht die Lautsprecher auf, setzt den Bass höher und genießt Sam Spiegels To Whom It May Concern!

Marteria & Casper – Hip-Hop mit ganz viel Hip

Jahrelang dürfte sich Casper anhören, seine Musik sei nicht Hip-Hop genug, zu Indie, zu viel Skinny-Jeans und zu wenig Arschloch. Das letztere versucht er auch heute nicht zu sein, dafür hat er nun mit Marteria einen absoluten Coup gelandet. Denn beide arbeiten derzeit an einem gemeinsamen Album, welches sie am 31. August veröffentlichen werden. Mit der ersten Singleauskopplung Champion Sound klingen die beiden dabei gleich einmal unverschämt Südstaaten-Amerikanisch. Hier drücken sich Marterias und Caspers unverwechselbare Stimmen gegenseitig die Rhymes zu und bleiben dabei immer dicht am Sprung zum Pop. Dass die beiden mehr gemeinsam haben, als man sich zu erst hätte denken können, zeigt ein Blick auf ihre Vergangenheit. Beide sind Wahlberliner, haben mit nur zweimonatigem Abstand 2015/2016 geheiratet und sind im Jahr 1982 geboren. Und so heißt dann auch ihr gemeinsames Album 1982 und dürfte noch so einiges ans Überraschungen beinhalten. Wir vergnügen uns nun erst einmal mit Champion Sound und gehen mit den Jungs ab!

Black Eyed Peas – Comeback mit Comeback

Sieben Jahre nach ihrem letzten Album The Beginning sind die Black Eyed Peas mit einem neuen Song zurück. Hatten sie 2016 bereits mit ihrem Re-Release des Songs Where Is The Love für Aufsehen gesorgt – immerhin wirkten bei dieser Version und im Musikvideo Künstler wie Usher, Jamie Foxx, Mary J. Blige, Diddy, Snoop Dogg und viele Weitere mit. Nun sorgen die Black Eyed Peas abermals für Aufsehen und drehen ihre musikalische Uhr – zumindest auf Street Livin‘ – zurück und lassen das Jahrzehnt der Dance-Pop-Songs vergessen scheinen. Mit sehr viel 70er Jahre Soul und einer Referenz an den frühen R&B-Sound der 80er klingt Street Livin‘, als hätte man ihn auf einer Kassette, irgendwo im Keller gefunden und einen Song für sich entdeckt. Ohne Fergie aber dennoch mit einer weiblichen Stimme, ist der Song damit eine Rückbesinnung auf ihre Anfangszeit. Denn hier Rappen Will.I.Am, Taboo und Apl.de.ap mit harten Rhymes zu einem harten Thema. So greifen sie die politischen Themen auf, welche die Amerikaner spalten – das Einwanderungsgesetz, die Polizeigewalt oder der hemmungslose Gebrauch von Schusswaffen. Die Black Eyed Peas haben mit Street Livin‘ einen Song veröffentlicht, der versöhnt und gleichzeitig aufrüttelt. Hier werden sicherlich so einige Fans der ersten Stunde wieder ihren Weg zurück finden. Dabei nutzen die Black Eyed Peas gleichzeitig ihre Bekanntheit um auszusprechen, was falsch läuft.

Romano – Zurück mit Kurzfilm und derben Beat

Romano – Copyshop

Vom Berliner Romano ist man seit 2015 schon einiges gewohnt. Dass nun allerdings auch ganz offiziell die Marketingabteilung der Stadt Berlin – visitBerlin auf den Köpenicker abfährt, zeigt sich durch das gesponserte Übermut Projects – welches auch mit Hamburg Marketing zusammen finanziert wird. Hier werden, um die verschiedenen Kulturen der Städte zu präsentieren, Künstler zwischen Berlin/Hamburg und Hongkong ausgetauscht. Spannend dabei ist, dass Romano dazu gleich noch ein Kollektiv aus einem Regisseur, Musikproduzenten, einer Produzentin und einem Kameramann um sich vereint hat, um einen fast elf Minuten langen Kurzfilm Copyshop aufzunehmen. Daraus entstanden ist ein derber Elektro-Rap Song mit typischen Romano Rhymes. Von der Produktion schon sehr an amerikanischen Vorstadt-Hip-Hop erinnernd, springt der Beat flippig rum – wie Romano in seinen Videos. Copyshop als Kurzfilm kann dabei in drei Sequenzen aufgeteilt werden. Während der erste und letzte Teil den eigentlichen Song Copyshop präsentiert und nur durch – auf Interview gehaltene – Gesprächsfetzen setzt, wird im Mittelteil ein düsterer, mystischer und experimenteller Sound gespielt, zu dem Romano auf seine ganz eigene Art performt um darauf zu warten, dass im dritten Teil der kantonesische Rapper MastaMic auf kantonesisch rappt. Somit hat sich das Übermut Projects gleich doppelt verdient gemacht, den Austausch der kulturellen Vielfalt zu präsentieren. Romano ist dabei schon lange kein, rein auf Berlin begrenztes, Phänomen mehr und zeigt gleichzeitig auch einen großen Schritt zur Professionalisierung seines einzigartigen Sounds.

Missy Elliott – Die Hip-Hop-Queen ist zurück!

Missy Elliott feat. Lamb - I'm Better

Missy Elliott feat. Lamb – I’m Better

Zeit rennt. Dies sieht man bei den Veröffentlichungen von Missy „Misdemeanor“ Elliotts am besten. Hatte sie vor zwölf Jahren, mit The Cookbook, ihr letztes Album veröffentlicht, folgten, bis auf ein paar (weniger erfolgreichen) Songs als Featuring-Act, nur noch 2008 eine eigene Singleveröffentlichung im Zuge eines Soundtracks. Doch gab es vor kurzem ein neues Lebenszeichen Elliotts. Hatte sie doch mit WTF (Where They From) nach langer Zeit wieder eine Single veröffentlicht. Nun folgt eine weitere Songveröffentlichung, die zeigt, dass WTF (Where They From) schon wieder 14 Monate zurückliegt. So kann von einer beständigen Rückkehr ins Musikbusiness noch keine Rede sein. Umso mehr erfreut es Fans der Hip-Hop-Queen, dass mit I’m Better ein weiterer Song der Amerikanerin veröffentlicht wurde. I’m Better baut dabei auf einem reduzierten Hip-Hop-Beat auf, der durch drehende Bässe in das typisch Elliottsche Soundschema findet und dabei keinesfalls angestaubt klingt. Elliotts Rhymes sind dabei bissig und zeigen, dass sie auch heute kein Deut an Relevanz verloren hat. Mit Ihr rappt Lamb, der damit gleichzeitig sein Rap-Debüt feiert und eigentlich als Produzent tätig ist. So hat er bereits Songs für Beyonce, Monica und Keyshia Cole produziert. Auf I’m Better findet jeder Basstakt seinen Weg in den Körper und bringt ihn zum tanzen. Bleibt nur zu hoffen, dass es keine weiteren 14 Monate dauern wird, bis ein neuer Song das Licht der Welt erblickt.