Haim - Summer Girl

Haim – Chill so hart Du kannst

Die Haim-Schwestern sind für ihren poppigen Indiesound bekannt. Mit ihren beiden bisher veröffentlichten Alben Days Are Gone (2013) und Something To Tell You (2017) hatten sie einen Einfluss auf die aktuelle Poplandschaft geltend gemacht, der in dem Begriff der Haim-Schwestern als eigenständiges Subgenre mündete. Nun haben die Schwestern, zwei Jahre nach ihrem letzten Album, mit Summer Girl eine erste, neue Single veröffentlicht, die wohl das Warten auf ihr drittes Album verkürzen soll. Dabei kommt Summer Girl so unglaublich lässig und relaxt rüber und hat doch einen ganz ernsten Hintergrund, denn im Schreibprozess des Songs erfuhr Danielle Haim, dass ihr Freund an Krebs erkrankt sei. Dass der Song dennoch so fröhlich klingt, ist dem Willen Danielles zu verdanken, die für Ihren Freund stets eine positive Insel sein und ihm in der Zeit mit Freude und Geborgenheit zur Seite stehen wollte. Mit einer enorm starken Referenz an Lou Reeds Walk On The Wild Side lässt sich Summer Girl wunderbar in chillige Momente integrieren und funktioniert durch die Stimme der Schwestern einfach perfekt. Dass Summer Girl eine verträumte Sommerballade ist, zeigen uns Haim in keinem Moment. Doch ist Summer Girl, obwohl er sich so entspannt präsentiert, eine wahre Streicheleinheit für die Seele und zeigt, dass die Haim-Schwestern wieder da sind.

Werbeanzeigen

Benjamin Francis Leftwich – Wie das Leben spielt

Benjamin Francis Leftwich hat in den letzten Jahren so einiges an Material veröffentlicht. Stehen ganz vorne seine beiden Alben Last Smoke Before The Snowstorm (2011) und Before The Rain (2016). Gesellen sich fünf EP’s mit zu seiner Diskografie. Dabei fällt vor allem die letzte EP I Am With You (2018) auf, hat der britische Singer/Songwriter doch hier sein gewohntes Genre des Folks verlassen und sich zu mehr Ambient und einem elektronisch untermalten Sound weiterentwickelt. Die Beweggründe beschreibt der 29-jährige Leftwich als eine Art Katharsis bei der er mehr zu sich selbst gefunden hatte und seitdem nicht müde wird, sich weiterzuentwickeln. Dabei kommt ihm die neue Single Look Ma! zur Hilfe, die nicht nur einen weiteren Schritt in Richtung elektronische Musik geht, sondern auch Leftwichs drittes Album Graditute ankündigt, welches am 15. März veröffentlicht wird. Look Ma! ist dabei eine Mischung aus fernöstlichen Eindrücken, Leftwichs warmer Stimme, einem relaxten Beat mit Synthies und einem weiten Sound. Mit Look Ma! hat Leftwich neues Terrain betreten, welches zu ihm genauso gut passt, wie sein vormaliger Folksound.

Goldfrapp feat. Dave Gahan – eine Kollaboration die es in sich hat

Es ist wohl eine Kollaboration, die man nie für möglich gehalten hätte. Und doch passen sie zusammen, als hätten sie bereits seit ihrer Schulzeit zusammen Musik gemacht. Die Rede ist vom britischen Duo Goldfrapp und dem Synthiekönig Dave Gahan von Depeche Mode. Steht Gahan seit jeher für dunkle Synthie- und New-Wave Musik, haben Goldfrapp zwischen relaxtem Dancepop und derben Housebeats eine deutlich größere Bandbreite. Nun veröffentlichen Goldfrapp, zum Re-Release des 2017er Albums Silver Eye – als Deluxe Edition – den vormals als Promosingle veröffentlichten Song Ocean. Darauf treffen sich Goldfrapp und Gahan musikalisch und bilden eine Symbiose aus treibenden, düsteren Synthiebeats und sphärisch, wabernden Bässen. Gesanglich drängeln sich beide nicht wirklich in den Vordergrund, bleiben aber jederzeit präsent. Ocean klingt wie der Soundtrack einer heranwachsenden Science Fiction Metropole, bei der man die Entstehung vom ersten Sandkrümel bis zu den letzten 2.000 Meter hohen Wolkenkratzern in einem Zeitraffer zu sehen bekommt.

Gorillaz – Überraschend schnell

Gerade einmal ein Jahr ist es her, dass die Gorillaz um Damon Albarn ihr fünftes Album Humanz veröffentlichten – da stehen sie plötzlich schon wieder mit einem neuen Album, mit dem Namen The Now Now, vor der Tür. Sickerten die ersten Berichte über ein neues Album erst vor drei Tagen durch, haben die Gorillaz gestern Nachmittag mit Humility die erste Single daraus veröffentlicht. Ebenso geben sie uns mit Lake Zurich eine weitere Kostprobe des kommenden Sounds. Es geht zurück zum Pop und orientieren sich die Singles an Elementen aus Funk und Disco und lassen dabei nie die Identität der Gorillaz in den Hintergrund geraten. Humility geht ins Ohr, bleibt dort und lässt jeden Gorillaz-Fan auf seine Kosten kommen. Im Video mit dabei, spielt Jack Black mit einer Gitarre die funkigen Parts und sorgt dafür, dass Humility so wunderbar relaxt und poppig klingt. Nach diesen zwei Veröffentlichungen können wir gar nicht abwarten, das neue Album The Now Now Ende Juni in die Finger zu bekommen. Bis dahin heizen uns Humility und Lake Zurich.

Lane 8 – Elektromusik als Weiterentwicklung

Lane 8 hat sich etwas zur Aufgabe gesetzt. Musik nicht als Imbiss zu betrachten. Selbst, wenn es die allgegenwärtigen Popsongs kaum noch anders darstellen. Ungleich schwieriger wird es, wenn man Elektrokünstler ist – liegt es leider zu oft am Genre selbst, schnelllebig und unpersönlich zu klingen. Daniel Goldstein – alias Lane 8 – hat hier seine ganz eigene Art gefunden, darauf zu reagieren. Bereits zu seinem ersten Album gab er allen – so sehr an Downloadsongs gewöhnten – Medienvertretern, die Interesse an seiner Musik hatten, zu verstehen, dass ein Album eine ganz eigene Sprache spricht – unabhängig des Genres. Nun kommt diesen Freitag sein zweites Album Little By Little raus und passend dazu auch die neue Single Stir Me Up die dabei als Brücke des Albums dient. So nutzt er Stir Me Up als Bruch im Album, um von einem Gefühl, zu einem anderen zu wechseln und dabei den Übergang so sanft wie möglich zu gestalten. Hier trifft Deep House auf einen relaxten Gesang und einem schwebenden Sound. Stir Me Up ist dabei gleichzeitig intim und zeigt Verletzbarkeit auf. Hier hat es Lane 8 geschafft, dem schnelllebigen und unpersönlichen Genre das Gefühl von Geborgenheit zu geben. Lane 8’s Album Little By Little wird dabei zu einem der spannendsten Alben 2018.

George Ezra – Die Leichtigkeit eines Briten

George Ezra – Don’t Matter Now

Es brauchte nicht lange und die Zeilen My house in Budapest, my hidden treasure chest, golden grand piano, my beautiful Castillo waren in aller Köpfe. Der damals zwanzig jährige George Ezra hatte damit einen der Hits 2014 gelandet. Ezra sang sich so mit einer bezaubernden Leichtigkeit in die Herzen der Fans, dass auch die anschließende Tour im Handumdrehen ausverkauft war. Nach zwei Stillen Jahren des Song-schreibens und -produzierens ist Ezra nun mit einer neuen Single zurück. Don’t Matter Now kündigt damit auch das zweite Studioalbum des Briten an. Dabei hat sich Ezra nicht all zu weit vom Sound seines Debütalbums entfernt. Denn Don’t Matter Now bleibt bei der entspannt, fröhlichen Haltung Ezras. Dabei singt sich der 24-Jährige, der mit seiner dunklen – fast schon angetrunken klingenden – Stimme ein starkes Wiedererkennungswert besitzt, wieder in die Herzen der Fans. Was in den 2000ern Jack Johnson so wunderbar zelebrierte, liegt in den 2010ern bei Ezra – die Kunst des relaxten Sounds.