Giant Rooks - 100 mg

Giant Rooks – EP Nummer 3

Die Giant Rooks haben sich in den letzten drei Jahren kontinuierlich nach oben gearbeitet. Mit einer stetigen Veröffentlichung von neuen Songs und Konzerten, die immer mehr europäische Länder umfasste, haben es Frontsänger Frederik Rabe und seine Band geschafft, sich eine Fangemeinde aufzubauen, die mittlerweile eine beachtliche Zahl erreicht hat. So hat ihre – gerade mit einem Musikvideo versehene – neue Single 100 mg binnen drei Tage geschafft, was noch vor zwei Jahren mehrere Monate gedauert hätte – 65.000 Klicks zu erzielen. Dabei ist 100 mg die perfekte Weiterentwicklung des Giant-Rooks-Indiesounds, der sich bereits auf New EstateBright Lies oder Mia & Keira (Days To Come) zeigte und nun durch Wild Stare fortgeführt wird. Hier steht nicht die große Soundveränderung im Vordergrund, sondern viel mehr die Ausarbeitung der Stärken der Band. Diese liegen zweifellos in schnellen Gitarrensounds, aufregenden Schlagzeugen und der einprägsamen Stimme Rabes. Am vergangenen Freitag wurde daher nun mit der Wild Stare EP die dritte Extended Play veröffentlicht und bietet einmal mehr den großartigen Indiesound der Band für zu Hause. Mit 100 mg haben die Giant Rooks eine wunderbar große Nummer geschrieben, die an die Hochzeit Mando Diaos erinnert und den frischen Sound der 2019er grandios mit der Indiehochzeit Mitte der 2000er verknüpft. Wer jetzt aber denkt, dass man das alles schon mal gehört hat, sollte sich die EP anhören und sich der Energie der Band hingeben. Denn nichts steht mehr für Aufbruch, als der Sound des Quintetts aus Hamm in Nordrhein-Westfalen.

Balthazar – Vom Fieber der Zukunft

Maarten Devoldere hat musikalisch schon einiges durchgemacht. Gründete er mit vier Freunden 2004 die Band, folgte ein Aufstieg, der verheißungsvoll war. Mit den ersten beiden Alben Applause (2010) und Rats (2012) erarbeitete sich das Quintett eine Hörerschaft, welche die Band schließlich bis nach Südafrika und in die USA brachte. Doch hatte dieser enorme Erfolg auch seine dunklen Seiten. Denn bereits 3 Jahre zuvor verabschiedeten sich zwei der fünf Gründungsmitglieder von der Band und wurden durch andere ersetzt. 2015 konntet Ihr bereits hier auf SOML über die Single Bunker lesen, doch 2018 folgte – nach 14 Jahren Bandzugehörigkeit – mit Patricia Vanneste die weibliche Stimme der Band. Bereits in den beiden Jahren zuvor, hatte sich Balthazar in eine kreative Pause verabschiedet, in der drei der fünf Bandmitglieder Soloplatten veröffentlichten. Nun ist die neu erstarkten Band mit frischem Material zurück und veröffentlicht am 25. Januar mit Fever ihr viertes Studioalbum. Die gleichnamige Single ist dabei eine starke, treibende Nummer, die zwischen Indie und Alternative changiert und in einem fast schon hypnotisierenden Soundgerüst aufgeht. Dabei klingt Devolderes Stimme entspannt aber auch immer etwas bedrängend. Fever ist außergewöhnlich – in vielerlei Hinsicht – und bedeutet eine Zäsur in der bisherigen Bandgeschichte der Belgier. Denn das, was mit dem neuen Album kommen mag, scheint deutlich größer zu werden, als das bisher Bekannte.

Giant Rooks – Groß, Größer, Riesig

Ihr Output an neuer Musik ist atemberaubend. 2014 gegründet, veröffentlichte die Nordrhein-Westfälische Band Giant Rooks bereits ein Jahr später mit The Times Are Bursting the Lines EP die erste Musik. Wiederum nur knapp 13 Monate später folgte mit der New Estate EP der Durchbruch. Songs wie New EstateBright Lies und Mia & Keira (Days To Come) wurden über 2017 bis ins Jahr 2018 zu Publikums- und Kritikerlieblingen. Ist doch der kompromisslose Indie, den die Band um Frontsänger Frederik Rabe präsentiert, ein regelrechter Aufschrei nach guter und international klingender Musik dieses Genres. Stand das ablaufende Jahr 2018 ganz im Zeichen der großen Konzerte, mit einer ausverkauften Headlinertour durch die DACH-Region und Großbritannien, haben es die Jungs nicht ohne neue Musik zu veröffentlichen ausgehalten. Und so kommt kurz vor Torschluss 2018 mit Wild Stare tatsächlich die Überraschung. Ist die Single nicht nur abermals ein großartiges Ausrufezeichen, präsentieren sie uns für 2019 die nächste Tournee mit 22 Konzerten in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Belgien, den Niederlanden und Großbritannien. Steht das Quintett beim Berliner Musiklabel IRRSINN Tonträger – bei dem auch AnnenMayKantereit, Faber und die Leoniden beheimatet sind – unter Vertrag, dürfte es wohl nicht mehr lange dauern, bis wir das Debütalbum angekündigt bekommen. Mit Wild Stare haben Giant Rooks eine große Indie-Nummer produziert, die durch Rabes kratzig, markante Stimme und griffigen Gitarrenriffs so gut funktioniert, dass man sich nach dem nächsten Indie-Club umsehen und sofort auf die Tanzfläche springen möchte.

Shout Out Louds – Frisch wie eh und je

Sie haben sich etwas Zeit gelassen. 4,5 Jahre nach der Veröffentlichung ihres vierten Albums Optica haben die Schweden um Adam Olenius nun mit Ease My Mind ihr neues Album veröffentlicht und zeigen mit der aktuellen Single Porcelain warum es die Schweden auch nach 16 Jahren Bandgeschichte noch braucht. Mit ihrem unverwechselbarem Indie-Pop, der mitreißend und treibend ist, hat sich das Quintett in den letzten Jahren eine große Fangemeinde aufgebaut. Ihre aktuelle Single Porcelain ist dabei in alter Manier geschrieben und zeigt die Band in Höchstform. Mit eingängigem Takt, vollen Gitarrensound und einem nachhallenden Gesang Olenius‘ macht Porcelain Lust auf einen Abend im Indie-Club und lädt zum Tanzen ein. Sie selbst bezeichnen Ease My Mind als bestes Album, dass sie je gemacht haben und zeigen sich auf ihrer Facebookseite überwältigt vom positiven Echo. Dabei bräuchten sie gar nicht so bescheiden sein – haben sie doch mit Songs wie Porcelain die besten Songs ihrer bisherigen Laufbahn veröffentlicht.

Shout Out Louds – Oh Oh mit Ansage

Shout Out Louds – Oh Oh

****** We’re back!!! ****** Was sich so einfach liest, stellt für die Schweden von Shout Out Louds einen stolzen Moment da. Hatte sich das Quintett nach dem letzten Album Optica 2013 eine mehrjährige Auszeit genommen, prangen diese zwei Worte nun auf ihrer Homepage-Startseite und kündigen damit ein neues Album und die erste Single daraus Oh Oh an. Große Indie-Hymnen können die Schweden von Shout Out Louds. Ob mit Please Please Please, Walls oder Fall Hard – welcher sich sogar auf Platz 70 der Deutschen Singlecharts platzieren konnte – das schwedische Quintett weiß, was die Indiefans lieben und liefert mit Oh Oh einmal mehr das ab, was man von der Band erwartet. Mit einem euphorisierenden Sound aus Gitarren und einem hymnenhaften Gesang Adam Olenius‘ ist Oh Oh der perfekte Song zum ungenierten loslassen um den Moment zu genießen. Bei Oh Oh entstehen Bilder von wild tanzenden Menschen, die von Kopf bis Fuß glücklich aussehen – ganz so, wie man es von den Schweden gewohnt ist. Damit ist Oh Oh der erste Vorbote für ein grandioses, fünftes Album. Und wäre diese Nachricht nicht schon großartig genug, zeigen die Shout Out Louds mit einem kleinen Satz am Ende ihrer Startseite, wie sehr sie sich darüber freuen, ihre Fans wiederzusehen und schreiben schlicht; More to come. 4-ever yours

Kraftklub – Schrecken mit Orchester

Kraftklub – Dein Lied

Kraftklub zeigen, was in Deutschland noch möglich ist. Stets mit einem Augenzwinkern machen die Jungs aus Chemnitz Musik, die sich zwischen totalem Ausrasten, süffisanter Ironie und Gesellschaftskritik bewegt. Da gab es schon mal, für die allseits beliebte Mutterstadt Berlin, Häme, als auch für die eigenen Fans. Kraftklub sind nicht nur durch Kollaborationen mit K.I.Z., MC Fitti und Deichkind, sondern auch durch ihr wunderbares, eigenes Kosmonaut Festival, omnipräsent und halten sich gleichzeitig weitestgehend aus der Öffentlichkeit zurück. So gibt es keine Klatschspaltenartikel oder Eskapaden der Jungs. Diese generieren Kraftklub ausschließlich durch ihre Musik. Und ist der Druck, nachdem sie mit ihrem Debütalbum Mit K und dem Nachfolgealbum In Schwarz direkt auf Platz 1 der Albumcharts eingestiegen sind, nicht schon genug, lässt sich das Quintett, für die Veröffentlichung des dritten Albums Keine Nacht Für Niemand, gleich mal wieder eine absolute Überraschung vom Stapel. So reicht es nicht nur, dass Kraftklub auf der neuen Single Dein Lied mit dem Jungen Sinfonieorchester Berlin aufwarten und vor einem übergroßen, brennenden K spielen. Nein, Felix Brummer und Co. wollten wohl noch einen draufsetzen und schrieben einen Text, der in anderen Ländern durch Beep-Töne zerstört worden wäre. Dazu kommt, dass Dein Lied kein Gitarrensong ist, sondern eher eine opulente Beleidigung darstellt. Doch Kraftklub beleidigen nicht etwa die Fans, sondern zeigen eben süffisant und ironisch, wie sehr die Band doch berechtigter Weise ihren Platz gefunden hat und immer wieder aufs neue überrascht.

Vessels feat. Anna Of The North – Ein Song für die Silvesternacht!

Vessels feat. Anna Of The North - Had A Love

Vessels feat. Anna Of The North – Had A Love

Wie stellt man sich einen Electroact vor, der aus fünf Bandmitgliedern besteht? Was sich schwer vorstellbar anhört, kann so gut klingen. Das zeigt Vessels – ein Quintett aus Leeds – das gerade mit dem Song Had A Love eine Kollaboration mit der Sängerin Anna Lotterud alias Anna Of The North veröffentlicht hat. Vessels sind dabei keine Unbekannten, haben sie doch, seit Ihrer Gründung 2005, bereits drei Alben veröffentlicht, ist Had A Love der Vorbote für ihr 2017 erscheinendes viertes Studioalbum. Dabei ist die Endfassung von Had A Love eher zufällig entstanden. Hatten die Jungs doch bereits den Non-Vocal Song fertig produziert, als sie auf die Idee kamen, die schwedische Sängerin Anna Of The North, die beim selben Plattenlabel unter Vertrag steht, zu fragen, ob Sie nicht dazu singen möchte. Das Resultat überraschte Vessels so sehr, dass das Bandmitglied Lee J. Malcom in einem späteren Interview sagte, dass er sich den Song gar nicht mehr ohne Lotteruds Gesang vorstellen kann. Had A Love klingt nach Sommer, schweren Bässen und gleichzeitig einer Leichtigkeit im Gesang, dass der Song einen vom Boden zu heben vermag. Had A Love ist die perfekte Einstimmung auf die Nacht der Nächte und dem Sprung ins neue Jahr. Denkt daran, alles ist möglich. Rutscht gut rein!