Wanda - Ciao Baby

Wanda – Tosender Abschied

Wer innerhalb von fünf Jahren vier Alben rausbringt, hat Einiges zu erzählen. Im Falle der österreichischen Band Wanda liegt das nicht nur an den Geschichten, sondern ebenso an der wahnsinnigen Spielwut und Liebe zur Musik, welche die Band hat. Mit den ersten drei Alben AmoreBussi und Niente hatten sie nicht nur ein Top-2 Platzierung, sondern auch zwei Nummer-1 Alben und wurden dabei alle jeweils mit Platin in ihrem Heimatland ausgezeichnet. Auch in Deutschland sind Wanda ein Garant für eine gute Party. Stehen ihre Gassenhauer BolognaBussi Baby und Columbo doch auf den meisten Playlists und werden textsicher mitgesungen. Dabei haben sich die Fünf immer auf ihren Stil besonnen und das gemacht, wass sie sicher beherrschen. Hier gibt es keine Neuerfindung die den Fans eine Umgewöhnung abringt, sondern viel mehr die Verlässlichkeit, sich mit den Songs von Wanda wohlzufühlen. Nun haben die Jungs um Frontsänger Marco Michael Wanda ihr viertes Studioalbum Ciao für den 6. September angekündigt und gleichzeitig die Leadsingle Ciao Baby veröffentlicht. Spielt man sich von Bologna über Bussi Baby bis zu Ciao Baby wäre es eine Miniserie, die mit einer Dramaturgie vom Verlieben über die Phase, mit jemanden die Welt zu erobern, bis hin zur Trennung, wunderbar die Höhen und Tiefen einer intensiven Beziehung beschreiben könnte. Wanda lassen uns gut fühlen, erreichen das mitgröllende Partyvolk ebenso, wie die alternative Homeparty und sind dabei immer sympathisch und authentisch.

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Snow Patrol – Don’t Give In

Seit nunmehr 25 Jahre ist die Nord-Irische Band Snow Patrol zusammen unterwegs. Lange Zeit nur in Irland erfolgreich, schafften sie 2006 mit Chasing Cars den Durchbruch und landeten in den Top-10 der internationalen Charts. Dass sie dies mit einem Song aus ihrem vierten Studioalbum Eyes Open (2006) schafften, war die Beute langer Arbeit. Denn bereits mit den Alben Songs For Polarbears (1998), When It’s All Over We Still Have to Clear Up (2001) und Final Straw (2003) hatten auf den britischen Inseln Erfolge zu vermelden und stießen 2003 sogar auf Platz 1 der irischen und Platz 3 der britischen Albumcharts vor. Seit ihrem Erfolg durch Chasing Cars prasselten die Gold- und Platinschallplatten nur so über die Jungs ein und in der Folge lieferten Snow Patrol, um Sänger Gary Lightbody, mit A Hundred Million Suns (2008) und Fallen Empires (2011) zwei weitere, gefeierte Alben ab. Doch auf einem der Höhepunkte ihrer Karriere wurde es plötzlich still um die Band. Lange sieben Jahre sollte es dauern, bis die Fans der nordirischen Band neues Material zu hören bekamen. Dabei war der Grund nicht etwa eine kreative Auszeit – wie Lightbody im BBC Radio 2 Interview mit Jo Whiley erklärte. Vielmehr war es die Mischung aus der Unzufriedenheit des Songmaterials und einer Phase, durch die Lightbody gehen musste, um wieder voll da zu sein. Dabei zog sich das Texten der Songs am längsten hin und bedeutete die schwierigste Phase. Denn hier musste für Lightbody eine Veränderung in seinem Leben her. Hatte er sich in seiner Kindheit mit einem Alkoholiker als Vater auseinanderzusetzen, zerfraß ihn das über die Jahre immer mehr, wie er im Interview äußerte. Dies ging schließlich so weit, dass er Anfang der 2010er schließlich am eigenen Tiefpunkt angekommen war und sich bewusst wurde, dass es tiefer nicht mehr gehen darf. Über diese Phase singt Lightbody nun auf dem kommenden Album Wildness, welches am 25. Mai erscheinen wird. Darauf enthalten ist die nun veröffentlichte Single Don’t Give In, auf der er den Ausbruch aus diesem Tiefpunkt beschreibt. So musste er aus dieser Phase rauskommen, um darüber schreiben zu können und kann nun damit deutlich positiver umgehen, was man auch in Don’t Give In hören soll. Dabei klingt Don’t Give In fast, als würde es ein Nachruf auf die dunkle Vergangenheit sein. Ein Abschluss eines Kapitels, welches nicht mehr Teil des Lebens sein soll. Dabei ist der elektronische Sound der letzten beiden Alben, einem rauen und puren Akustiksound gewichen. Hier singt Lightbody mit gebrochener Stimme und wird von der Band in einem hallenden Chor durch den Refrain begleitet. Damit läuten Snow Patrol eine neue Zeit in ihrer musikalischen Laufbahn ein und packen uns mit einem emotionaleren Sound. Mit Don’t Give In hat Gary Lightbody dem Alkohol abgeschworen und uns eine ganz neue Seite Snow Patrols gezeigt, der wir Wort für Wort folgen.