Mumford & Sons – Mit If I Say gehört das Stadion ihnen

Und sie schaffen es immer und immer wieder. Mumford & Sons haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Hatte sich ihr unverkennbarer Folk Ende der 00er Jahre zu einem großen Phänomen entwickelt, ging ihr letztes Album Wilder Mind mit elektronischeren Rocksounds in eine deutlich größere Richtung. Nun haben sie nach Guiding Light mit If I Say die zweite Single ihres vierten Studioalbums Delta – das für Mitte November angekündigt ist – veröffentlicht und zeigen, dass sie diesen Weg konsequent fortführen. Hier kommt zum ersten Mal in der Geschichte der Londoner Band ein Stimmverzerrer zum Einsatz und fügt so, im Intro, Marcus Mumfords Gesang eine ganz besondere Note der Verletzbarkeit hinzu. Darauf folgend setzen immer häufiger Streicher ein und geben dem ganzen eine Opulenz, die im letzten Drittel auszubrechen scheint und doch nach tiefen Emotionen klingt. Zum Schluß fügen sich alle Elemente zusammen – und so wird If I Say zu einem Bombastsong, der zeigt, dass Stillstand ein Wort ist, welches die Band nicht zu kennen scheint. Damit begeistern Mumford & Sons abermals mit einem Song, der den epischen Moment – in einem Stadion aufgeführt zu werden – der Gesamtheit beinhaltet und damit so intim wird und jeden anspricht und doch immer auch die große Weite einfängt.

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Tash Sultana – Stripped down

Tash Sultana ist ein Phänomen. Mit ihren Songs berührt sie rund um den Globus Fans und sorgt für ausverkaufte Hallen – lange bevor sie überhaupt einen Plattenvertrag unterschrieben hatte. Nun hat Sultana mit Harvest Love einen ganz untypischen Song veröffentlicht, der sie ohne Looping-Machine zeigt und auf dem sie vollkommen akustisch auf ihrer Gitarre spielt und dabei ganz intim aber unglaublich kräftig Zeilen wie Put your love in the sand as it makes no demands I believe singt. Mit ihrer starken Stimme, ihrer Spielwut auf der Gitarre und dem Hang zum tragischen klingt Sultana so großartig und fast schon legendär, dass man vermuten möchte, sie sei bereits ein alter Hase. Der Weg für ihren Durchbruch ist geebnet – nun fehlt nur noch das, in knapp zwei Monaten erscheinende Debütalbum.

Lollapalooza Berlin 2017 Tag 1

Lollapalooza Berlin Festival 2017

Ein Festival, das auch im dritten Jahr keine Konstante entwickelt hat – wo fängt man da an? Es war bereits am Sonntagmorgen viel über den ersten Tag des Lollapalooza Festivals zu lesen – eigentlich nicht über den Tag selbst, sondern eher über die Nacht zum Sonntag. Denn an diesem, versuchten Tausende Besucher des Festivals durch einen eingleisigen S-Bahnhof wieder in die Innenstadt und somit nach Hause zu kommen.

Anfangs geht es an dieser Stelle allerdings um das Festivalgelände, die Acts und das Lebensgefühl – denn davon gab es reichlich.

Betrat man am Samstag das Festivalgelände, stand man in Mitten eines riesigen weiterlesen

Romano – Zurück mit Kurzfilm und derben Beat

Romano – Copyshop

Vom Berliner Romano ist man seit 2015 schon einiges gewohnt. Dass nun allerdings auch ganz offiziell die Marketingabteilung der Stadt Berlin – visitBerlin auf den Köpenicker abfährt, zeigt sich durch das gesponserte Übermut Projects – welches auch mit Hamburg Marketing zusammen finanziert wird. Hier werden, um die verschiedenen Kulturen der Städte zu präsentieren, Künstler zwischen Berlin/Hamburg und Hongkong ausgetauscht. Spannend dabei ist, dass Romano dazu gleich noch ein Kollektiv aus einem Regisseur, Musikproduzenten, einer Produzentin und einem Kameramann um sich vereint hat, um einen fast elf Minuten langen Kurzfilm Copyshop aufzunehmen. Daraus entstanden ist ein derber Elektro-Rap Song mit typischen Romano Rhymes. Von der Produktion schon sehr an amerikanischen Vorstadt-Hip-Hop erinnernd, springt der Beat flippig rum – wie Romano in seinen Videos. Copyshop als Kurzfilm kann dabei in drei Sequenzen aufgeteilt werden. Während der erste und letzte Teil den eigentlichen Song Copyshop präsentiert und nur durch – auf Interview gehaltene – Gesprächsfetzen setzt, wird im Mittelteil ein düsterer, mystischer und experimenteller Sound gespielt, zu dem Romano auf seine ganz eigene Art performt um darauf zu warten, dass im dritten Teil der kantonesische Rapper MastaMic auf kantonesisch rappt. Somit hat sich das Übermut Projects gleich doppelt verdient gemacht, den Austausch der kulturellen Vielfalt zu präsentieren. Romano ist dabei schon lange kein, rein auf Berlin begrenztes, Phänomen mehr und zeigt gleichzeitig auch einen großen Schritt zur Professionalisierung seines einzigartigen Sounds.

Gromee feat. Mahan Moin – Eurodance im Jahr 2017

Gromee feat. Mahan Moin – Runaway

Am Ostersonntag konnte man in der Welt am Sonntag eine ganze Seite über das Phänomen der Bravo Hits Compilation finden. Hier sprach der Journalist vom Hype der Eurodance-Bewegung und beschrieb die Entstehung einer Institution im Jahrzehnt der wohl schlechtesten Musik. Dass es diese Institution auch heute noch gibt, verdankt man Künstlern wie Gromee. Allerdings nicht, weil die Musik so schlecht ist, sondern weil es seit den 90ern nicht arm an Eurodance Songs wurde. Der polnische DJ und Produzent Gromee, der bürgerlich Andrzej Gromala heißt und 1978 in Krakau geboren wurde fing mit einem Remix des Nelly Furtado Songs Night Is Young 2010 an. Es folgten Remixe für Depeche Mode und Giorgio Moroder, sowie erste eigene Songs. Mit einem modernen Housesound, stets einem Featuring-Act und eingängigen Beats baute er sich so eine immer größer werdende Fangemeinde in Polen auf. Mittlerweile in ganz Europa bekannt, tritt er auf dem Spring Break, auf Ibiza oder in Barcelona auf. Als Gastsängerin ist bei Gromees nun veröffentlichter Single Runaway die schwedische Sängerin Mahan Moin zu hören, die mit iranischen Wurzeln sogar schon bei der iranischen Version Pop Idol’s aufgetreten ist und so weltweit vor mehr als 50 Millionen Zuschauern gesungen hat. Mit ihrer tiefen Stimme, dem einprägsamen Housesound und einem hypnotisierenden Refrain ist Runaway der absolute Sommerhit und wird uns auch über die letzten kalten Tage helfen. Nur um dann bei strahlendem Sonnenschein und warmen Temperaturen zu Runaway zu tanzen.