Flecks – Ein irischer Traum von Musik

Die Karriere des irischen Duos Flecks liesst sich ganz entspannt. 2012 zusammengefunden, schreiben Freya Monks und Scott Halliday seitdem zusammen Musik und basteln an einem Sound, der inspiriert von den 80er Jahren, großen Blockbustern und dunklen Pophymnen ist. Dabei hören sich Flecks so authentisch an, dass man fast keinen Zweifel daran lässt, diese Band müsse es seit den 80er Jahren geben. Vier Jahre später – wir schreiben den Sommer 2016 – veröffentlichte das Dubliner Duo mit Girl ihre erste EP. Hierbei konnten sie mit dem Song Objects Of Desire gleich einen kleinen Coup landen und wurden in der irischen Dramaserie Striking Out gespielt. Könnte es für die Band nicht besser laufen, folgte unerwartet ein Bruch, der ein zweijähriges Pausieren der Band zur Folge hatte. Nun ist Flecks seit wenigen Monaten wieder zurück und hat gleich mit der ersten Single Samurai einen wahren Schatz veröffentlicht. Denn Samurai verbindet all das, wofür Flecks stehen. Große Synthies mit dunklen Beats, Freyas schwelgerischer Gesang und eine Weite, welche die Nacht zum großen Spielplatz für Schlaflose macht – das alles verbindet Samurai in knapp vier Minuten. Samurai ist nur einer von vier Songs, die Flecks in den kommenden Monaten veröffentlichen werden und mit dem zweiten Song Doubles bereits fortgeführt haben. Spannend, großartig und viel zu gut, um ihn unkommentiert zu lassen, bekommt ihr hier die Chance Samurai für Euch zu entdecken.

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Benjamin Francis Leftwich – Wie das Leben spielt

Benjamin Francis Leftwich hat in den letzten Jahren so einiges an Material veröffentlicht. Stehen ganz vorne seine beiden Alben Last Smoke Before The Snowstorm (2011) und Before The Rain (2016). Gesellen sich fünf EP’s mit zu seiner Diskografie. Dabei fällt vor allem die letzte EP I Am With You (2018) auf, hat der britische Singer/Songwriter doch hier sein gewohntes Genre des Folks verlassen und sich zu mehr Ambient und einem elektronisch untermalten Sound weiterentwickelt. Die Beweggründe beschreibt der 29-jährige Leftwich als eine Art Katharsis bei der er mehr zu sich selbst gefunden hatte und seitdem nicht müde wird, sich weiterzuentwickeln. Dabei kommt ihm die neue Single Look Ma! zur Hilfe, die nicht nur einen weiteren Schritt in Richtung elektronische Musik geht, sondern auch Leftwichs drittes Album Graditute ankündigt, welches am 15. März veröffentlicht wird. Look Ma! ist dabei eine Mischung aus fernöstlichen Eindrücken, Leftwichs warmer Stimme, einem relaxten Beat mit Synthies und einem weiten Sound. Mit Look Ma! hat Leftwich neues Terrain betreten, welches zu ihm genauso gut passt, wie sein vormaliger Folksound.

Friendly Fires – In das neue Jahr voller Energie

Als erstes wünsche ich Euch allen natürlich ein frohes neues Jahr und viele großartige, musikalische Neuentdeckungen.

Seit acht Jahren hat das britische Indie-Trio Friendly Fires bereits keine neue Musik mehr veröffentlicht. Mit ihrem schnellen Gitarrenspiel und Ed Macfarlanes markanter Stimme wurden sie Ende der 2010er Jahre zu einer festen Größe am Indiehimmel. Legten sie von 2014 bis 2017 eine kreative Pause ein, hielt sich Macfarlane mit Bemerkungen wie; Egal welche Songs wir schreiben, ob psychedelisch, 8-Minuten Tracks oder total abgefahrene Tracks, werden wir sie wenn dann unter dem Namen Friendly Fires veröffentlichen immer eine Rückkehr offen. Diesem kommen sie nun nach und veröffentlichen nach Love Like Waves im April 2018 nun mit Heaven Let Me In einen weiteren Song, der sich deutlich von ihren früheren Produktionen absetzt. Spielen sie doch mit deutlich mehr elektronischen Elementen und kommen damit in die Richtung von den Bag Raiders, Shapeshifters und Dax Riders und damit der Kategorie French-House ziemlich nahe. Die Friendly Fires werden mit ihrem dritten Album eine neue Richtung einschlagen und sind damit aktuell auf dem besten Weg ihr erfolgreichstes Album zu produzieren.

Razorlight – Mit Paukenschlag zurück

Es könnte das Comeback des Jahres sein. Die seit 2008 in der Versenkung verschwundenen Indie-Rocker von Razorlight sind zurück! Und das nicht etwa marktgerecht mit einer neuen Single, sondern gleich mit vier neuen Songs. Dazu auch immer das passende Musikvideo, bilden die vier Songs ein wunderbares Farbmuster. Dabei war es Frontsänger Johnny Borrell wichtig, den Fans – die so lange warten mussten – mehr zurückzugeben, als nur eine Single. Ist außer Borrell kein Mitglied der Ursprungsband mehr vorhanden, behalten Razorlight die Attitüde, eine waschechte Indie-Rock Band zu sein. So war es auch Borrells Intention, ein Album zu machen, dass die Hochzeit des britischen Indies der 2000er feiert und vor allem der Band viel Spaß machen sollte. Hört man sich die Singles Sorry?JapanrockGot To Let The Good Times Back Into Your Life und Olympus Sleeping an, erkennt man dies in jeder Sekunde. Dabei zeugen die Songs von einer Aufarbeitung und gleichzeitig auch Abrechnung der letzten Jahre. Mit viel Gitarre, enthusiastischem Gesang Bordells und der typischen Chucks-Tanzmusik sind Razorlight mit so viel Wucht zurück, dass man sich fast nicht vorstellen kann, ein ganzes Jahrzehnt sei vorbeigegangen. Da holen wir gleich die Chucks aus dem Schrank und melden uns für die nächste Indiedisco an. Entscheidet selbst, welches der vier Songs Euch am besten gefällt.

Felix Räuber – Cineastischer Sound

Man kommt nicht herum, den Dresdener Sänger Felix Räuber mit einem Teil seiner Vergangenheit in Verbindung zu bringen. Hierbei ist allerdings vielmehr die Frage des – wie lange noch. Denn Räuber war bereits vor zehn Jahren in einer Band, die es bis auf Platz 1 der Singlecharts schaffte. Mit Polarkreis 18, hatte Räuber von 2004 bis  2012 als Frontsänger in ausverkauften Hallen gespielt. Dann kam der Bruch – die Band brach auf zu neuen Ufern und wandten sich die einzelnen Bandmitglieder anderen Projekten zu. Räuber bestritt seitdem seine Karriere als Solist. Nun kündigt er eine erste EP an, auf der die Single Wall enthalten. Diese ist eine cineastische Untermalung großer Gefühle. Während es mit einem melancholischen Pianospiel beginnt, hebt sich Räubers Stimme über das Instrument und beginnt einen Gefühlstanz zwischen Traum und Realität. Mit einem stetigen Ansteigen der Intensität und Ausbrüchen in ein moderneres Soundkostüm, lässt Wall das Eis schmelzen und uns den Sänger hervorbringen, den wir seit dem Wegfall von Polarkreis 18 lange vermisst haben. Episch zwischen Melancholie und Aufbruch schafft Räuber etwas, das fesselt – den alten Sound seiner Synthie-Pop-Band in einen modernen, individuellen und neuen Körper zu stecken und damit sprachlos zu machen.

James Bay – Runderneuert

Ein Hut, eine Gitarre und langes Haar – das waren James Bays Markenzeichen, als er im Winter 2014 mit Hold Back The River seinen Durchbruch feierte. Leise, intensiv und berührend zeigte er sich dann auch auf Let It Go. Drei Jahre sind seitdem vergangen. Drei Jahre bei denen man sich um den Newcomer fast schon Sorgen gemacht hatte, dass er ein One-Hit-Wonder werden könnte. Doch das Warten hat sich gelohnt, denn nun ist der Brite mit der ersten Single seines 2018 erscheinenden, zweiten Albums zurück. Wild Love ist dabei anders – und nicht nur einfach anders, sondern weist vielmehr eine derartige Veränderung des Sounds auf, dass wir regelrecht von den Socken sind. Wild Love klingt von der Soundästhetik wie die männliche Form eines Jessie Ware Songs. Hier liegt viel Soul in der Luft, wird die E-Gitarre und ein satter Klang von Synthesizern übereinandergelegt und lässt Wild Love voll und intensiv klingen. James Bay hat damit wohl alle überrascht und klingt dabei so stimmig wie sensationell!

Little Hours – Folk trifft Remix

Über zwei Jahre begleitete SOML das irische Duo Little Hours und hatten uns vom ersten Song an in die handgemachte Musik der beiden Jungs verliebt. Zuletzt hatten sie im März 2017 mit Water, aus der Too Much Patience EP, einen so gefühlvollen Song veröffentlicht, dass die Gänsehaut vorprogrammiert war. Auf dieser EP enthalten, ist auch der Mitte November veröffentlichte Song Later On, der deutlich mehr nach vorne geht. Hier sorgt ein treibendes Gitarrenspiel und das, im Refrain im Vordergrund stehende, Schlagzeug für einen wunderbar vollen Sound. Um diese Zeit der Veröffentlichung herum, passierte allerdings mit dem Duo eine Menge. Persönliche Wünsche nach neuen Projekten führten schließlich dazu, dass sich das Duo im Herbst dazu entschloss, getrennte Wege zu gehen. Somit verließ Ryan McCloskey die Band im freundschaftlichen und macht John Doherty nunmehr als Solokünstler hinter Little Hours weiter. Klingt Little Hours auch weiterhin natürlich und roh, gab es anscheinend von Doherty den Wunsch, nach einer Zäsur. Diese sah so aus, dass – ihr noch gemeinsam geschriebener Song Later On – als Remix veröffentlicht werden sollte. Und so hat das österreichische Produzenten-Duo MÖWE den Song geremixt und dafür gesorgt, dass sich Later On dem Tropical House hin gibt, den MÖWE so gut beherrschen. Dabei haben sich MÖWE mit etwas Ehrfurcht an den Song gewagt – denn hier bleibt der treibende Sound und Gesang Dohertys klar im Vordergrund, wird allerdings von einem prägnanten House-Beat unterstützt. Wir dürfen gespannt sein, wie sich Doherty als Solokünstler mit Little Hours weiterentwickeln wird, sind uns aber sicher, dass uns der Singer/Songwriter Sound noch lange begleiten wird. Live sehen könnt Ihr Little Hours übrigens am 2. Februar im Berliner Privatclub und am 3. Februar im Hamburger Molotow als Support des Singer/Songwriter und Geschwister-Duo’s Hudson Taylor. Hier könnt Ihr jetzt beide Versionen hören und selbst entscheiden, welcher Euch besser gefällt.

Black Eyed Peas – Comeback mit Comeback

Sieben Jahre nach ihrem letzten Album The Beginning sind die Black Eyed Peas mit einem neuen Song zurück. Hatten sie 2016 bereits mit ihrem Re-Release des Songs Where Is The Love für Aufsehen gesorgt – immerhin wirkten bei dieser Version und im Musikvideo Künstler wie Usher, Jamie Foxx, Mary J. Blige, Diddy, Snoop Dogg und viele Weitere mit. Nun sorgen die Black Eyed Peas abermals für Aufsehen und drehen ihre musikalische Uhr – zumindest auf Street Livin‘ – zurück und lassen das Jahrzehnt der Dance-Pop-Songs vergessen scheinen. Mit sehr viel 70er Jahre Soul und einer Referenz an den frühen R&B-Sound der 80er klingt Street Livin‘, als hätte man ihn auf einer Kassette, irgendwo im Keller gefunden und einen Song für sich entdeckt. Ohne Fergie aber dennoch mit einer weiblichen Stimme, ist der Song damit eine Rückbesinnung auf ihre Anfangszeit. Denn hier Rappen Will.I.Am, Taboo und Apl.de.ap mit harten Rhymes zu einem harten Thema. So greifen sie die politischen Themen auf, welche die Amerikaner spalten – das Einwanderungsgesetz, die Polizeigewalt oder der hemmungslose Gebrauch von Schusswaffen. Die Black Eyed Peas haben mit Street Livin‘ einen Song veröffentlicht, der versöhnt und gleichzeitig aufrüttelt. Hier werden sicherlich so einige Fans der ersten Stunde wieder ihren Weg zurück finden. Dabei nutzen die Black Eyed Peas gleichzeitig ihre Bekanntheit um auszusprechen, was falsch läuft.

Clueso – Erinnerungen mit Tränen

Vor zwei Tagen hatte Clueso ein weiteres Heimspiel in der Erfurter Messehalle. 2017 war ein großes Jahr für den Thüringer, der sich in den letzten Jahren, wie kaum ein anderer Künstler, gehandelt, verändert und den Erfolg dafür erhalten hat. Begonnen mit Hip-Hop und Rap, ging es für Clueso über die Jahre immer weiter rRichtung Pop. Angekommen ist er nun als Künstler, der sich 2016 von allem befreien musste und die Verantwortung, die mit seiner Kreativität zusammenhing, abschüttelte. Herausgekommen ist Clueso’s Nummer 1 Album Neuanfang. Im Oktober 2016 veröffentlicht, kommt nun mit Erinnerungen 14 Monate später nochmals eine Single raus, die gleichzeitig wie eine Verabschiedung klingt. Mit Melancholie, Rückblicken auf seine Karriere und den Höhepunkten der letzten Monate gespickt, ist das Musikvideo eine emotionale Untermalung zum fasst schon epischen Song. Hier kommt Gänsehaut auf und wer Clueso seit seinen ersten Alben begleitet hat, wird wehmütig zu diesem Song mitsingen. Aber war dieser Tenor nicht schon immer Clueso’s größter Trumpf?!

Clueso – Erinnerungen

Someone – Namenswechsel und musikalische Neuausrichtung

Someone – The Deep

Sie hat den Rundumschlag gewagt. Tessa Rose Jackson aus den Niederlanden hatte 2012 für einen Überraschungshit gesorgt. Wurden ihre Songs Change Time (2012) und Now I See (2013) für internationale Werbespots verwendet, hatte Jackson vorher bereits in London die renommierte The London School for Performing Arts & Technology besucht – auf der auch Adele, Kate Nash, Katie Melua oder Imogen Heap studierten. Zurück in Amsterdam veröffentlichte sie erste Songs und traf damit schließlich genau ins Schwarze. Das war zwischen 2012 – 2014. Dann wurde es still um Jackson. Bis ihre Facebookseite Mitte Mai 2017 schließlich einen Neuanfang verkündete. Mit den Worte …Die Welt hat sich verändert. Ich habe mich verändert. Ihr habt euch vielleicht auch verändert. Meine Musik hat sich verändert und dadurch auch mein Name. Dass die Namensgebung mutig ist, zeigt ein klick auf Google – findet man unter ihrem neuen Namen Someone so ziemlich alles, nur keine Musik. Fügt man das Wort Musik hinzu, wird Google hier schon konkreter. Doch auch dann bleibt die Trefferquote gering. So bleibt zu hoffen, dass Someones Debütsingle The Deep viele Fans finden und von den Radiostationen in die Playlisten aufgenommen wird. Denn für The Deep wäre es zu schade, einem größeren Publikum verborgen zu bliebe. The Deep erinnert an Bands wie Portishead und beginnt mit dunklen Synthies und einem rauen Schlagzeug, bis schließlich Jacksons Stimme weich und lieblich einsetzt. Dabei hat sich Jackson vom Indie-Pop ihrer früheren Veröffentlichungen losgelöst und zeigt sich fast schon mystisch und introvertiert. The Deep ist ein Traum und passt perfekt zu einer emotionalen Serienszene. Tessa Rose Jackson hat sich neu erfunden und das steht ihr äußerst gut.