Black Coffee & Diplo feat. Elderbrook - Never Gonna Forget

Black Coffee & Diplo feat. Elderbrook – Wie drei Dance Produzenten so verträumt klingen können

Allesamt sind sie in der elektronischen Musik zu Hause. Mal ist es mehr Soul und R&B, mal sind es fette Beats oder wiederum auch nur der ruhige chillige House-Sound, welche die drei Produzenten und DJs voneinander unterscheiden. Als Hauptact des Songs Never Gonna Forget zeichnet sich der Südafrikanische Produzent Black Coffee verantwortlich, der erst vor wenigen Wochen mit seinem Song Ready For You und der Zusammenarbeit mit der britischen Soulsängerin Celeste durch die Decke ging. Bei der Entstehung des neuen Songs Never Gonna Forget erzählt sich die Entstehungsgeschichte allerdings anders. Denn hier war es der US-Amerikanische Star-Produzent Diplo und der britische Newcomer Elderbrook, die diesen Song zusammen geschrieben hatten. War Diplo allerdings schon seit längerem von Black Coffees Arbeit begeistert, wollte er unbedingt mit ihm zusammenarbeiten. So schickte er dem Südafrikaner den Song und ließ Black Coffee die Freiheit den Sound darunterzulegen. Schließlich fügte Diplo noch einige seiner Nuancen hinzu. So kam ein äußerst entspannter EDM-Song heraus, der sich, wie zuvor schon Ready For You in einer ungemein ruhigen Atmosphäre präsentiert.

Black Coffee, Elderbrook, Diplo
Black Coffee, Elderbrook, Diplo

Dabei haben Black Coffee und Diplo den Gesang des britischen Produzenten und Sängers Elderbrook so wunderbar herausgearbeitet, dass man von den einzelnen Lyrics förmlich eingesogen wird. Elderbrook, der erst letzten Herbst mit Why Do We Shake In The Cold? sein Debütalbum veröffentlichte, zeigt dabei einmal mehr eine Anpassung seiner Stimme an die verschiedenen Tempi im Song. Damit ist mit Never Gonna Forget ein so wunderschön verträumter Housetrack erschienen, der drei absolute Superstars zusammenbringt, die Awards, wie den Grammy oder BET-Award, gewonnen haben oder dafür nominiert wurden. Never Gonna Forget ist hierbei bereits die siebte Singleauskopplung aus dem, am 5. Februar erscheinenden Album Subconsciously, welches neben Celeste, Diplo und Elderbrook auch Kollaborationen mit Pharrell Williams, RY X, David Guetta, Usher oder Cassie enthält. Alle Songs eint der unaufgeregt, entspannte House-Sound, der deutlicher zur Stimmung einer Strandbar passt, als auf die Tanzflächen der großen Clubs. Black Coffee berührt, lädt zum Träumen ein und hat ein wahnsinniges Gespür für die richtigen Stimmen.

Oliver Heldens & Party Pupils feat. Max - Set Me Free

Oliver Heldens & Party Pupils feat. MAX – Es ist Zeit für die Tanzfläche

Der niederländische Produzent und DJ lebt den Traum eines international, gefeierten DJs. Mit seinen 25 Jahren ist er bereits seit sieben Jahren im Musikgeschäft, aktuell auf Platz 8 der Top 100 DJs laut DJ Magazine und unterschrieb mit gerade einmal 18 Jahren beim bekannten Elektro-Label Spinnin‘ Records einen Vertrag. Ob Avicii, Tiësto, Calvin Harris, Moby, Felix Jaehn, Eric Prydz, Duke Dumont, Möwe oder Odesza – alle waren oder sind bei dem niederländischen Label unter Vertrag. Mit einer geschickten Marketingabteilung lanciert das Label immer wieder neue Songs und Künstler, indem sie als erstes nur den Song veröffentlichen, den Künstler dazu aber nicht benennen. So entsteht ein Hype um den Song, der oftmals schließlich in hohen Chartpositionen endet. Mit Oliver Heldens unter dem Dach von Spinnin‘ folgte nach nur einem Jahr mit Gecko (Overdrive) der erste Nummer-1 Hit in Großbritannien. Hier konnte man gleichzeitig auch die damalige Newcomerin Becky Hill hören. Mit Last All Night (Koala) – das er zusammen KStewart veröffentlichte – konnte Heldens noch im selben Jahr einen weiteren Top-5 Hit in Großbritannien einstreichen.

Oliver Heldens
Oliver Heldens

2019 machte sich der, aus Rotterdam kommende, DJ schließlich an eine Coverversion, die einen noch viel größeren Erfolg für ihn bedeuten sollte. Denn auf Turn Me On verarbeitete Heldens zusammen mit dem britischen DJ Riton und der Sängerin Vula den 80er Jahre Yazoo-Klassiker Don’t Go und nutzten zusätzlich Lyrics des First Choice Hits Doctor Love den sie 1977 veröffentlichten. Oliver Heldens schaffte es mit Turn Me On in 21 Ländern in die Charts und verkaufte den Song über 1 Million Mal. Auf seinem neuen Song Set Me Free verbindet der Niederländer nun Disco, French House und modernen EDM zu einem grandiosen Dancehit. Heldens hat diesen zusammen mit dem US-Amerikanischen Elektro-Duo Party Pupils produziert, das aus Ryan Siegel und Max Schneider besteht. Letzterer ist zusätzlich auch noch as MAX aufgeführt und singt die Lyrics. Veröffentlicht wird die ungewöhnlich poppige Nummer unter Heldens neuem Sublabel OH2, das über sein Hauptlabel Heldeep erscheint. Dieses hat er extra für die poppigeren Dancetracks geschaffen und zeigt damit, wie vielseitig seine Musik und Sounds sind. Set Me Free ist ein absoluter Banger, der gerade erst so richtig durchstartet.

Sam Fender - Winter Song

Sam Fender – Die ewige Überraschung

Wir sehen und hören alle die Statistiken und Zahlen und finden sie schlimm, doch wir sehen die Menschen dahinter nicht. Das ist einer der Sätze, mit denen der britische Rocksänger Sam Fender seine neueste Single präsentiert. Dabei ist alles, was der Brite hinzufügt, eine weitere Überraschung. Denn entgegen der großartigen und gesellschaftskritischen Songs, wie Start Again, Play God, Dead Boys und Poundshop Kardashians, handelt es sich bei Fenders neuer Single um einen Weihnachtssong und eine Coverversion. Doch hört man sich Sam Fenders Version von Winter Song an, den die aus Newcastle kommende Band Lindisfarne auf ihrem 1972er Debütalbum Nicely Out Of Tune veröffentlichten, wird klar, dass auch dieser Song eine Message vermittelt, die einmal mehr wachrütteln soll. Denn während Fender schon immer einen Weihnachtssong veröffentlichen wollte, doch alle bisherigen Songs immer zu kitschig und stereotypisch fand, entdeckte er bei einer seiner Lieblingsbands Winter Song. Wenn du dir den Song einmal genau anhörst und auf die Lyrics achtest, ist er sehr ergreifend und bedeutsam für unsere aktuelle Situation, so Fender. Denn es ist ein Weihnachtsgruß, der mehr Empathie für die Menschen verlangt, denen es deutlich schlechter geht als uns.

Sam Fender
Sam Fender

Auf Winter Song hat sich Fender mit der britischen Organisation People of the Streets zusammengetan, die sich für obdachlose Menschen einsetzt. Zusammen haben sie den Song veröffentlicht, dessen Einnahmen an Obdachlosenhilfen gespendet werden. Für das Musikvideo hat sich Fender dann auch eine ganz besondere, wie eindrucksvolle Idee ausgedacht. Denn hier sehen wir Fotos- und Videoaufnahmen, die allesamt von Obdachlosen aus Manchester, London, Nottingham, Padova (IT) und Tel Aviv gemacht wurden und damit die Zahlen und Statistiken sichtbar machen. Denn hier sehen wir aus der Sicht eines Obdachlosen und, was ihn wichtig erscheint, um es fotografieren zu wollen. Gleichzeitig singt Fender den Song so erhaben und unprätentiös, das der Fokus voll und ganz auf den Bildern liegt. Hört man den Song ohne das Musikvideo zu sehen, ist es eine stilistisch typische 70er Jahre Rockballade, bei der sich Fender nicht verstecken muss. Sam Fender bleibt mit seinem Gespür für großartige Songs, eindrucksvolle Texte und einer eindringlichen Stimme, weiterhin einer der wichtigsten Künstler der aktuellen britischen Rock- und Indieszene und zeigt auch, dass ihn ein Weihnachtssong so unglaublich gut stehen kann.

filous & Nina Chuba - Trying Not To Think About You

filous feat. Nina Chuba – Luftig lockerer Indiepop

Vor genau zwei Jahren konntet Ihr hier auf SOML einen Artikel über den österreichischen Produzenten filous lesen. Damals hatte er zusammen mit der Sängerin klei den Song Bicycle veröffentlicht und für ein kollektives Raunen in der Hipsterszene gesorgt. Seitdem ist Bicycle zu einem modernen Klassiker geworden und darf in so gut wie keiner Instagram-Story als musikalische Untermalung fehlen, postet man etwas, das mit einer Radtour zu tun hat. Die lockere und unbeschwerte Art, mit der filous hier ans Werk ging, war beeindruckend und mitreißend zugleich. Im August dieses Jahres hatte Matthias Oldofredi – wie filous bürgerlich heißt – mit Hey Love keine Geringeren, als die britischen Indiehelden von The Kooks für seinen neuen Song dazugeholt und einmal mehr gezeigt, dass seine leichten Elektrosounds und lockeren Lyrics die perfekte Mischung für einen Hit sind. Nun hat sich der Produzent die Hamburger Schauspielerin Nina Kaiser für seinen neuesten Song mit ins Boot geholt.

filous & Nina Chuba - Trying Not To Think About You (Musikvideo)
filous & Nina Chuba – Trying Not To Think About You (Musikvideo)

Diese ist einem größeren Publikum in den vergangenen Jahren vor allem durch ihre Rollen bei den Pfefferkörnern, Das Traumschiff, Letzte Spur Berlin oder Notruf Hafenkante aufgefallen. Seit 2016 macht die Schauspielerin auch Musik und veröffentlichte bereits mehrere Songs. Hier nennt sie sich Nina Chuba und hat auf filous neuer Single Trying Not To Think About You den Gesangspart übernommen. Mit leichten Gitarren, einem lockeren, sommerlichen Beat und dem sanften Gesang Chubas ist Trying Not To Think About You ein weiterer Song, der mit einer sommerlichen Unbeschwertheit begeistert und sich erstaunlich entspannt zeigt. Denn inhaltlich singt sich Nina Chuba hier durch eine gerade beendete Beziehung und stellt immer wieder fest, dass es gar nicht so einfach ist, den Ex-Partner aus dem Kopf zu bekommen. Dieser Einsicht gibt sie eine besonders unterhaltsame Bedeutung, in dem sie hinter jeder Feststellung ein Fuck setzt. Trying Not To Think About You ist der perfekte Chill-Song, der einmal mehr zeigt, wie locker filous Produktionen sind und gleichzeitig absolut Spaß machen.

Clueso - Aber Ohne Dich

Clueso – Packende Lyrics zu frischen Beats

Mit seinen letzten Veröffentlichungen Sag Mir Was Du Willst, Tanzen und Flugmodus überraschte der Erfurter Singer/Songwriter mit ungewohnt beatlastigen Sounds. War es auf Sag Mir Was Du Willst die musikalische Referenz an den Hip-Hop-Sound seiner Anfangstage, ertönten auf Tanzen orientalisch anmutende Flötenspiele, ehe mit Flugmodus ein satter Sommerhit veröffentlicht wurde. Nun hat Clueso mit Aber Ohne Dich die vierte Single in diesem Jahr veröffentlicht und geht dieses Mal in die Tiefe. Denn mit Aber Ohne Dich behandelt Clueso das Thema der Trennung. In dem Stadium befindend, zwischen dem Beziehungsende und dem Moment, noch kein glücklicher Single zu sein, beschreibt Clueso in dem Song diese Zwischenwelt, die geprägt von Gefühlsstürmen ist. Mal ganz zuversichtlich und stark in die Zukunft blickend, mal ein emotionales Wrack seiend – all diese Momente kennen wir nur zu gut und verlieren uns hier und da auch mal gerne im Selbstmitleid. Geschrieben hat Clueso den Text zu Aber Ohne Dich zusammen mit Baris Aladag, der auch schon am großartigen Song Gewinner beteiligt war. Gleichzeitig ist Aladag auch ein guter Freund Cluesos und zeichnet sich neben den Lyrics zu Aber Ohne Dich in seiner eigentlichen Tätigkeit als Regisseur für die Musikvideos Gewinner, Freidrehen, Wenn Du Liebst und Du und Ich aus.

Clueso
Clueso

Produziert wurde Aber Ohne Dich von Alexis Troy, der vor allem als Produzent für Gangsta-Rap bekannt ist. Hier hatte sich Clueso ganz unkonventionell im Januar 2019 an den Produzenten gewandt und gefragt, ob er Bock habe, mit dem Thüringer zusammenzuarbeiten. Hatte er – wie wir nun hören können. Aber Ohne Dich ist eine soulige Ballade, die mit einem entspannten aber schnellen Beat im Kontrast zum Gefühl des Songs steht. Dieser wirkt, als würde er sich in einer Blase abspielen, in der man drinnen nicht hört, was draussen passiert. Genau dieses Gefühl eben, welches wir haben, wenn wir uns in der Zwischenwelt nach einem Beziehungsende und vor dem glücklichen Single sein befinden. Auffällig ist, dass – bis auf Sag Mir Was Du Willst, der 3:03 Minuten geht – alle Songs unter 3 Minuten lang sind und sich somit vermutlich am Trend des Streamingmarktes orientieren, der besagt, dass Songs immer kürzer sein müssen, um Erfolg zu haben. Aber Ohne Dich hätte es gut gestanden, auch noch eine Minute länger zu gehen und lässt weiter hoffen, dass auch wieder längere Songs des Sängers veröffentlicht werden. Mit der neuen Single ist gleichzeitig auch die 4-Track EP Aber Ohne Dich erschienen, die alle vier nun veröffentlichte Songs enthält. 2020 war ein reges Jahr für Clueso, wir sind gespannt, was der Musiker 2021 für uns bereithält.

Beck - Wow

Beck – 4-jähriger Boomerang

Da war er wieder – der Moment, in dem man einen Song zum ersten mal hört und nach Stunden des Shazamens und Googelns rausbekommt, dass es den Song bereits seit 4 Jahren gibt. Mindestens einmal hat das wohl jeder schon Mal erlebt. Auch wenn der Künstler des heutigen Songs seit über 35 Jahren Musik macht, ist er nie als der große Popstar in Erscheinung getreten. Nur, um letztendlich doch einer der größten Popstars zu sein. Mit Beck Hansen – kurz Beck – haben wir einen Künstler der genresprengend und probierfreudig ist, wie kaum ein anderer Künstler. Denn in seiner Musiklaufbahn hat der US-Amerikanische Singe/Songwriter und Produzent bereits Tracks produziert, die in die Sparten Folk, Singer/Songwriter, Alternative, Elektro, Hip-Hop, Country, Soul oder Funk fallen. Damit ist er einer der kreativsten und gleichzeitig selten greifbaren Musiker unserer Zeit. Hat Beck zuletzt Ende 2019 mit Hyperspace sein 14. Studioalbum veröffentlicht, welches er zusammen mit Pharrell Williams und Paul Epworth produzierte, sorgt gerade ein Song aus seinem 13. Album Colors für ordentlich Furore. Denn mit der zweiten Singleauskopplung Wow – die bereits ein Jahr früher als das Album Colors veröffentlicht wurde – wird gerade ordentlich die Werbetrommel für eine elektrische Zahnbürste gerührt. Dabei ist der futuristisch anmutende Song in einem guten Umfeld.

Beck - Wow (Musikvideo)
Beck – Wow (Musikvideo)

Mit der dazugehörigen TV- und Internetwerbung hat sich die Marke BRAUN einen ikonischen Werbeclip gegönnt, der fernab von einer normalen Promotion eines Hygieneartikels ist. Hier wird ein ganz neues Gefühl transportiert, dass an Werbeclips von Apple erinnert. Beck als musikalische Untermalung vervollständigt den Clip und gibt dem Song damit nochmal einen neuen Push. Mit einem ikonischen Flötenintro, pulsierenden Basslines und dem euphorischen Gesang Becks ist Wow ein wahnsinniger Ohrwurm, der nicht nur schon 2016 wirkte, sondern auch 2020 noch genauso stark klingt und einen zeitlos, frischen Sound besitzt. Die Vorzüge eines Beck-Songs liegen damit auf der Hand – seine zeitlose Arbeit mit genreübergreifenden Elementen schafft es, auch Jahre später noch top-aktuell zu klingen. Und während wir uns dessen bewusst werden, kommt Beck mit seinen euphorischen Lyrics um die Ecke und wir alle stimmen ein, zu Bored of these limits, let me get, let me get it like. Wooooow! It’s like right now. It’s like woooow!

John Summit - Deep End

John Summit – Es wäre der Ibiza Sommerhit

Wäre dieses Jahr die Partyszene wieder nach Ibiza gereist, würde sie um diese Zeit die heissesten Clubtracks mit im Gepäck haben und dafür sorgen, dass diese Songs überall in Europa in der Folge die Charts raufklettern würden. Dies ist mittlerweile seit Ende der 90er Jahre so und hat unter anderem schon Paul Johnsons Get Get Down (1999), Shapeshifers Lola’s Theme (2004), Eric Prydz Pjanoo (2009), Bakermats One Day (Vandaag) (2014) oder El Professors Bella Ciao (Hugel Remix) hervorgebracht und an die Spitzen der Charts gespült. Doch dieses Jahr fiel auch Ibiza aus und somit mussten sich die Dance-Acts ihren Weg über das Internet suchen. Wie das geht, zeigt der US-Amerikanische Produzent und DJ John Summit. Mit seinem Hit Deep End mischt der in Chicago lebende Produzent nämlich seit einigen Wochen die Dancecharts weltweit auf.

John Summit
John Summit

Mit seinem enorm treibenden Housebeat und dem wiederkehrenden Lyrics wird Deep End schnell zu einem enormen Ohrwurm, den man weder aus dem Kopf bekommt, noch aus dem Körper, schreit der doch regelrecht, dass er sich bewegen möchte. Hat Summit bereits mit den Tracks Summertime Chi und Forgotten One für Aufsehen gesorgt, ist es schließlich Deep End zu verdanken, dass er auf den Playlisten von Pete Tongs Essential New Tune und der BBC Radio1-Playlist von Annie Mac landete. Gleichzeitig wird er durch Acts, wie Fatboy Slim, Diplo oder MK gepushed und landet in deren Playlisten. So schaffte es Deep End schließlich auch in die Radioplaylisten in Deutschland und dürfte auf der ein oder anderen Party bereits angekommen sein. Mit Deep End hat John Summit ein Brett von einem Tech-House Song produziert, der noch lange nachhallen wird und die Messlatte ziemlich weit oben ansetzt.

Bonobo & Totally Enormous Extinct Dinosaurs - Heartbreak

Bonobo feat. Totally Enormous Extinct Dinosaurs – Rufen zum 90s-Rave auf!

Anfang des vergangenen Jahres erst hatte der britische Soundtüftler Bonobo mit seinem DJ Mixtape fabric presents Bonobo neues Material veröffentlicht. Darauf enthalten war mit Ibrik der erste neue Song seit 2017. Doch bereits im Juli 2019 sollte mit Linked eine Singleveröffentlichung erfolgen, die bisher noch auf keiner Platte zu finden ist. Nun hat Bonobo – alias Simon Green – mit Heartbreak eine weitere neue Single veröffentlicht und nährt Gerüchte um ein baldiges, siebtes Studioalbum. Dabei zeigt sich der Musiker auf Heartbreak hörbar vom 90er-Jahre Rave inspiriert und sorgt mit zappelden Housebeats und feiernden Loop-Vocals für eine satte Clubatmosphäre. Mit dabei ist mit Totally Enormous Extinct Dinosaurs (kurz TEED) ein weiterer britischer Soundtüftler, der mittlerweile in Los Angeles lebt. Dabei zeigt sich TEED in den vergangenen Jahren äußerst umtriebig und kollaborierte bereits mit SG Lewis – auf Again – und mit Amtrac – auf Radical. Doch auch solo brachte Orlando Tobias Edward Higginbottom mit Leave A Light On wieder neues und ungewohnt ruhiges Material raus.

Bonobo & Totally Enormous Extinct Dinosaurs
Bonobo & Totally Enormous Extinct Dinosaurs

Nun haben sich Bonobo und TEED – die bereits seit längerem befreundet sind – auf Heartbreak dem Club zugewandt und, passend zum Strobolicht, die schnellen Beats ihrer Musikstile zusammengefügt. Ganz im Stile des Loveparade-Raves klingt Heartbreak nach großer Ekstase, nach Hedonismus und ausufernden Nächten. Mit diesem ungewöhnlich, nach vorne gehenden Song läutet Bonobo nun auch eine neue Zeit ein und veröffentlicht Heartbreak nicht nur als Einzeltrack, sondern gleichzeitig als Leadsingle seiner Doppelvinyl, die am 13. November erscheinen wird. Als zweiten Track wird die Vinyl den Song 6.000 ft enthalten und erstmals auf Bonobos eigenem Label OUTLIER veröffentlicht. Wem die Vocals auf Heartbreak bekannt vorkommen, dürfte sich im 70er und 80er Jahre Discosound bewegt haben. Sind die Lyrics doch ein Sample des ’78er Discoklassikers Weekend vom New Yorker Musikprojekt Class Action. Zusammengefügt mit TEEDS Produktion haben die beiden Produzenten einen waren Clubbanger veröffentlicht, der sich ideal zu langen Nächten in den angesagtesten Clubs der Welt eignet. Auch wenn diese Clubs aktuell alle geschlossen sind, entfaltet Heartbreak seine treibende Kraft und sorgt auch zu Hause für einen perfekten Moment der Ekstase.

Tensnake - Make You Mine

Tensnake – Geht den nächsten Schritt

Mit Coma Cat hatte der deutsche DJ und Produzent Marco Niemerski – der unter seinem Künstlernamen Tensnake auftritt – vor zehn Jahren seinen Durchbruch gefeiert. Basierend auf dem 1986er Song What I Like von der US-Amerikanischen Gruppe Anthony and the Camp schaffte es Tensnakes Version deutlich mehr nach vorne zu gehen und sich in den britischen Charts zu platzieren. Während 2014 mit Glow das Debütalbum von Tensnake veröffentlicht wurde und die Zusammenarbeit mit Nile Rodgers und Fiora auf dem Song Love Sublime – einen weiteren Clubhit – beinhaltet, folgt nun, sechs Jahre später, das zweite Album L.A. – welches der Hamburger Produzent am 16. Oktober veröffentlichen wird. Dieses Jahr erschienen mit Automatic, Somebody Else und Strange Without You bereits drei Singles aus diesem Album. Nun hat Tensnake mit What I Like die vierte Single ausgekoppelt und zeigt, wie frisch sein Sound nach all den Jahren klingen kann.

Tensnake - L.A.
Tensnake – L.A.

Mit hellen Percussions, einem Deep-House-Beat und bezaubernden Lyrics, lässt Tensnake den Sommer nicht mehr enden. Dabei kommen lockere Synthies genauso verspielt zum Einsatz, wie die typisch, nostalgische Stimmung, die momentan so gerne in elektronischen Songs eingesetzt wird. Tensnake selbst sagt über Make You Mine, dass es eine lustige und erhebende Liebeserklärung an den Dance-Pop der 90er Jahre ist, der meiner Meinung nach den dunkleren und lebhafteren Ansatz von „Strange Without You“ und „Automatic“ perfekt kontrastiert. Gut heraushören kann man dies, konzentriert man sich einmal auf den Sound im Hintergrund. Hier findet man Arrangements, die an Show Me Love von Robin S erinnern. Make You Mine ist eine mitreissende Dancehymne, die den Sommer in die Verlängerung schickt und uns ein Gefühl von warmen Partynächten beschert.

Flecks - Cinematic Heartbreak

Flecks – Von der Story zwischen Red Eyes und Big Lies

Es ist wie zu Weinachten, jede neue Veröffentlichung des irischen Duos Flecks ist, wie ein weiteres Geschenk, das man auspackt. Mit ihren großen Synthie-Songs haben Freya Monks und Scott Halliday in den letzten zwei Jahren so großartige Veröffentlichungen, wie SamuraiYou Bet I Would oder Hold On hervorgebracht, dass man immer wieder aufs neue ins Schwärmen kommt, wenn man über dieses Duo berichtet. Mit immer stärkeren Rotationen ihrer Songs auf irischen Radiosendern, dem Einsatz im irischen Fernsehen – wie RTÉs Striking Out – und der Wahrnehmung bei Musikmagazinen, wie Hotpress – dem wichtigsten Musikmagazin des Landes – stellt jede Single eine weitere Stufe für das Duo dar, die sie hinaufsteigen. Dabei haben sich Monks und Halliday bewusst aufs Land zurückgezogen und ihre Musik fernab des Großstadtdschungels geschrieben. Auf ihrer neuesten Veröffentlichung Cinematic Heartbreak geht es dem Duo darum von Liebe und Konflikten zu erzählen. Hier haben Flecks die beiden Charaktere Red Eyes und Big Lies kreiert und musikalisch von einem Leben aus Herzschmerz und Distanzierung zueinander erzählt. Gerade in der Phase des Lockdowns hatte auch das Duo damit zu kämpfen, wie sich Distanz anfühlt und musste sich gleichzeitig deutlich stärker auf den Partner fokussieren. Dabei war vieles um ihr Grundstück und Haus herum gar nicht mal so verändert, wie man es in den städtischen Gebieten mitbekommen hat, doch haben Flecks diese außergewöhnliche Zeit genutzt um neue Musik zu produzieren. Mit Cinematic Heartbreak strahlen die Iren noch deutlicher, als mit ihren vorherigen Singles und zeigen sich heller im Sound. Freya Monks‘ Stimme klingt – trotz der bedrückenden Lyrics – positiver und nimmt an Geschwindigkeit auf. Gleichzeitig bleibt Cinematic Heartbreak eine großartige Synthiehymne, die uns einmal mehr an die Kindheit aus den 80er Jahre erinnert – mit all seinen wunderbaren Facetten. Cinematic Heartbreak ist die fünfte Songveröffentlichung, zu der es weder eine EP, noch eine Albumankündigung gibt. Doch dürfte es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis wir von den Iren einen Longplayer erwarten können.