BENEE feat. Gus Dapperton - Superlonely

BENEE – Wenn Sound und Text differieren

Internetphänomene wie TikTok gab es auch schon mit SnapChat, Instagram, Facebook und MySpace. Alle Plattformen haben bzw. hatten zu ihrer Zeit einen regen Zulauf und sorgten für eine Veränderung unserer Art zu kommunizieren und uns zu präsentieren. Aktuell ist TikTok die am schnellsten wachsende Social Media Plattform und sorgt regelmäßig für neue Hypes. Gewinner dieser Hypes sind auch einzelne Musik-Acts, die bei angesagten Videos oder Challenges im Hintergrund laufen.

So auch bei der Neuseeländerin BENEE, die mit ihrem Song Superlonely gerade für einen Lip-Sync-Hype sorgt und die dazugehörige Karaoke-Dance Challenge mehr als vier Millionen Videos zählt. Von Elton John als nächster weltweiter Hit betitelt und von Jennifer Lopez und Familie viral bekannter gemacht ist Superlonely ein bittersüßer Popsong, der vom Sound nicht abwegiger klingen könnte – hört man sich einmal die Lyrics genauer an. Diesen Unterschied macht sich die 20-jährige Sängerin ganz bewusst zu Nutzen und passt damit perfekt in den Sound der Generation Z – der durch Acts wie Halsey und Billie Eilish gerade äußerst erfolgreich ist und das Genre Bedroom Pop hervorgebracht hat. Dabei klingt Superloney unglaublich locker, abgeklärt und spielt mit funkigen Gitarren und verspielt, geloopten Soundelementen.

Vom People Magazine bereits als Kiwi Queen betitelt holte sich Stella Rose Bennett – wie BENEE bürgerlich heißt – Unterstützung vom US-Amerikanischen Singer/Songwriter und ebenfalls dem Bedroom Pop zugerechneten Musiker Gus Dapperton. Herausgekommen ist eine großartige Popnummer, die sich in unseren Kopf bohrt um darin die nächsten Wochen für einen Dauerohrwurm zu sorgen.

Classixx feat. Roosevelt - One More Song

Classixx feat. Roosevelt – Dancehymne mit Funk

Sie hört sich an, wie ein unbeschwerter Sommertag auf dem Rad zum See hinaus fahrend – die neue Single One More Song vom US-Amerikanischen Dance-Duo Classixx. Hinter dem Duo verbergen sich Michael David und Tyler Blake, die von Los Angeles aus seit 2008 als Classixx zusammen Musik machen. Kennen sich beide schon seit ihrer Kindheit, war schnell klar, in welche Richtung es musikalisch gehen sollte. Mit einem Soundmix aus Disco, Funk und House haben sich Classixx innerhalb kürzester Zeit zu renommierten Produzenten gemausert und Remixe für Bands und Acts, wie Major Lazer, Groove Armada, Ladyhawke, Kid Cudi und Friendly Fires gemacht. Auf ihren beiden bisher veröffentlichten Alben Hanging Gardens (2013) und Faraway Reach (2016) versammelten sie Künstler, wie Jeppe von Junior Senior, Passion Pit, How To Dress Well, T-Pain oder Panama. Liegt das letzte Album damit aber bereits vier Jahre zurück, mehren sich die Fanrufe bezüglich eines neuen Albums zunehmends. Mit der, im Herbst letzten Jahres veröffentlichten, Single Love Me No More nährten sie Gerüchte um ein baldiges, drittes Studioalbum. Mit der nun veröffentlichten Single One More Song geben sie uns einmal mehr die Hoffnung, auch bald wieder einen Langspieler in den Händen halten zu können. Dieses Mal mit dabei ist der deutsche Produzent und Soundtüftler Roosevelt, der bereits mit seinen beiden Alben Roosevelt (2016) und Young Romance (2018) für enorm tanzbare Musik sorgte. Dabei hatten Classixx schon eine ganze Weile vor, mit Marius Lauber alias Roosevelt zusammenzuarbeiten – sind sie doch mindestens ebenso lange Fans seiner Musik. So kam es dazu, dass Classixx eine Demoversion des Songs an Roosevelt schickten und dieser seine Lyrics und den Gesang aufnahm. Zurück an das Duo geschickt, bauten Classixx hier einen komplett neuen Song herum. Wie sich das Endergebnis anhört, können wir nun auf One More Song bestaunen. Wartet dieser Song doch mit einem modernen, in Retro gehaltenen Funk-Dancesound auf, der sich hier und da natürlich an die Wegbereiter des modernen Funk-Dance-Sounds – Daft Punk – orientiert, allerdings auch deutlich nach Roosevelts und Classixx‘ Handschrift klingt. One More Song ist eine satte Dance/Funk/Popnummer, die das positive Lebensgefühl hochhält und zum Genießen einlädt. So ist der See auf dem Rad schon längst erreicht und wird der Song auch auf dem Tretboot in der prallen Sonne genoßen. One More Song ist eine Lebensgefühl, welches Classixx und Roosevelt wunderbar eingefangen haben.

Yaeji - Waking Up Down

Yaeji – Hypnotisierender Chill-Sound

Er klingt, als würden wir uns auf einer kosmischen Wolke – durch die Galaxien reitend – befinden. Dies allerdings auf unserer heimischen Couch sitzend und als Trip bezeichnend. Dass Drogen gar nicht notwendig sind, zeigt uns die New Yorker Heldin Yaeji mit ihrer neuen Single Waking Up Down. Denn diese Single begeistert einmal mehr mit einem entspannten Elektrosound. Mit ihrem bisher erfolgreichsten Song Raingurl und dem Nachfolger One More zeigte sich Yaeji bereits fest verankert auf allen hippen Homepartys. Mit ihrem Remix des Robyn Songs Beach 2k20 wurde sie schließlich noch einmal deutlich populärer und konnte mit Hilfe von Robyn tausende neue Hörer erreichen. Mit Waking Up Down schließt der Song an die Vorgänger an und begeistert durch ein Zusammenspiel aus modernen aber relaxten Elektrobeats und einer Mischung aus englischen und koreanischen Lyrics. Dabei ist Waking Up Down der wahrgewordene Hypnosesong, der uns in neue Sphären hebt. Die entspannte Produktion, die High-End Riffs und der Fabriksound lassen Yaejis neuesten Streich so nahtlos an die Produktionen der US-Amerikanerin anschließen, dass sich der Hype um die 26-Jährige damit einmal mehr verstärken wird. Beobachten können wir dies auch an den Konzerthallen, die in Deutschland gebucht werden. War es im Sommer 2018 noch das Prince Charles in Berlin-Kreuzberg, wird für das im November geplante Konzert nun bereits das Astra bespielt. Mit der kommenden Veröffentlichung ihres neuesten Mixtapes What We Drew – das am 2. April veröffentlicht wird – werde mit Sicherheit weitere Fans dazustoßen. Bis dahin genießen wir mir ihrer Laid-Back-Veröffentlichung Waking Up Down die neugewonnenen Freiheit, auf unserer Couch zu entspannen.

Elderbrook - Numb

Elderbrook – Fragiler Elektrosound

Auf dem Song Cola war Elderbrook noch der Featuring-Act und wurde durch den unerwarteten Erfolg des Songs mit einem Schlag einem größeren Publikum bekannt – immerhin verkaufte sich die Single in Großbritannien über 600.000 Mal. Auf Something About You – das letzten Sommer veröffentlicht wurde – war es bereits Elderbrook selbst, der als Lead-Act genannt wurde. Hier wurde Alexander Kotz – wie Elderbrook bürgerlich heißt – durch das ebenfalls aus Großbritannien kommende Elektro-Duo Gorgon City unterstützen. Nun ist der Sänger mit dem neuen Song Numb zurück und dürfte damit wieder einmal die Hoffnung auf ein Debütalbum befeuern – immerhin hat der britische Sänger mit Simmer Down (2015), Travel Slow (2015), Talking (2017) und Old Friend (2018) bereits vier EP’s veröffentlicht. Und tatsächlich, hat seine Plattenfirma Warner Music nun verlauten lassen, dass das langersehnte Debütalbum noch 2020 erscheinen wird und von Cola über Old Friend bis zu Something About You alle Hits beinhalten wird. Auf Numb geht Elderbrook das Thema der Einsamkeit an, welches gerade jetzt – in Zeiten von Social Distancing – präsenter denn je ist. Eigentlich geschrieben, aus dem Tour-Alltag, in dem sich Elderbrook oftmals einsam fühlt, setzt der Brite im dazugehörigen Musikvideo einmal mehr auf Tanzperformances. Dabei sehen wir zwei Tänzerinnen, die auf den Straßen Londons eine Art Streetdance performen, bei der eine Person die Bewegungen der Anderen imitiert. Passend dazu klingt Numb fragil, modern und werden die Lyrics vom Beat förmlich getrieben.

Provinz – Wenn pure Emotionen auf uns niederprasseln

Aktuell gibt es eine Reihe von jungen deutschen Bands, die außergewöhnliche und herausragende Musik machen. Diese trifft sich ob der unterschiedlichen Genres doch immer wieder durch gemeinsame Nenner. So ist es zum einen der Sound, der Bands wie RAZZ, Giant Rooks oder Lea Porcelain so anders und international klingen lassen. Zum Anderen sind es die Lyrics, die Bands wie Jeremias, AnnenMayKantereit und Provinz so deutlich hervorheben. Zählen AnnenMayKantereit hier schon fast zum alten Eisen, stehen Provinz noch komplett am Anfang. Umso erstaunlicher ist, dass die 2017 gegründete Band mit Frontsänger und Songwriter Vincent Waizenegger für Texte steht, die so durchdringend sind, dass man sich immer wieder, bis aufs Fleisch ertappt fühlt, genau diese Gefühle auch schon gehabt zu haben. Gleichzeitig ist es die rauchig, kratzige Stimme Waizeneggers, die ihm eine Reife gibt, die nach einem Mittvierzig-Jährigen klingt, der in einer Nacht im Alkoholrausch erkennt, dass es so nicht weitergehen kann. Dabei steht nicht die Unzulänglichkeit des Alkoholikers im Vordergrund, sondern ist der Wechsel von Resignation in die Motivation das Bemerkenswerte. Hierbei zieht Waizenegger musikalisch blank und stellt die eigene Zerbrechlichkeit hinter die Darstellung eines Gefühls, welches ein Jeder schon einmal gespürt hat. Provinz singen, wie auf Wenn die Party vorbei ist, von Selbstaufgabe, Unvernunft, dem Streben nach Glück und von Tiefpunkten im Leben und treffen damit mitten ins Herz. Auf ihrer nun veröffentlichten Doppelsingle Nur Freunde und Verlier Dich hat sich Waizenegger mit der Situation befasst, die ihm selbst einmal beschäftigte. Wenn aus einer langen – schon im Teenageralter zusammengewachsenen – Freundschaft auf einem Liebe wird, was ist es dann?! Kann man diesen Gefühlen trauen? Sollte man diesen Gefühlen trauen? Wenn ja, was wird dann aus der Freundschaft? Zumindest letztere Frage wird schließlich mit Verlier Dich beantwortet und zeigt, wie sich Waizenegger mit Hilfe seiner Freunde Abhilfe verschafft. Provinz bringen es auf den Punkt und singen – als Band, in der alle Mitglieder um die 20 Jahre alt sind – über Themen, die so nah an der Realität sind, dass wir und am Ende selber fragen müssen, wo wir jetzt mit unserem Gefühlswirrwarr stehen. Alle Songs werden auf ihrem, am 14. August erscheinenden, Debütalbum Wir Bauten Uns Amerika enthalten sein, welche sie uns im Mai und Juni auf Festivals und im September und Oktober bei ihren – bisher noch nicht abgesagten – Liveauftritte präsentieren werden.

OFFAIAH - Soldier

OFFAIAH – Wie Phönix aus der Asche

OFFAIAH – das ist der britische DJ und Produzent Michael Woods, der bereits seit 20 Jahren an den Turntables mitmischt. Unter verschiedenen Pseudonymen agierend, hat er sich nun für sein neuestes Projekt den Namen OFFAIAH ausgesucht. Mit diesem Projekt veröffentlichte der Londoner Produzent zuletzt den Song Cheddar. Nun ist er mit einem psychedelischen Wirbelsturm als Housetrack zurück und zeigt sich damit stärker und fokussierter denn je. Denn vor knapp zwei Jahren hatte sich der Brite nach einem ernsten Unfall während eines Hubschrauberfluges lange Zeit kurieren müssen. Nun ist er mit Soldier zurück und präsentiert uns damit seine Version von treibenden Housetracks, die immer daran orientiert sind, in eben diesen Locations vollends aufzugehen. Mit spärlichen Lyrics haut uns OFFAIAH die Worte I got the flames running through my veins. I got the flames running through my. ‚Cause I’m a soldier for you um die Ohren und sorgt dafür, dass wir auch ganz sicher einen Ohrwurm bekommen, der uns zusätzlich, zu seinen pumpenden Beats tanzen lässt. Was im Sommer auf den Partyinseln veröffentlicht wird, schafft regelmäßig zur Winterzeit seinen Weg in die Clubs. So haben wir nun die heiße Zeit der ganz großen Housetracks des Jahres und mit OFFAIAHs Soldier einen absoluten Überhit in den Startlöchern.

Al Pride - Sober By Tomorrow

Al Pride – Melancholischer Optimismus

Es heißt, dass ihr viertes Studioalbum, welches für 2020 angekündigt ist, optimistischer sein soll und weniger melancholisch. Dabei hat die Schweizer Band Al Pride gerade in diesem Sektor eine grandiose Auswahl an großartigen Songs zu bieten. Um einen Eindruck von den neuen Songs zu erhalten, ohne auf das kommende Album warten zu müssen, haben uns Al Pride vor einigen Wochen mit einer Livesession einiger ihrer neuen Songs versorgt. Diese wurden dabei opulent eingespielt und glänzen durch nostalgische Gitarrenriffs, Trompeten und einem verträumt, traurigen Gesang. Mit dem Song Sober By Tomorrow haben sie all diese Elemente zusammengesetzt und einen wunderbar zum Winter passenden Song veröffentlicht, der von Heimeligkeit und Melancholie geprägt ist. Mit zarten Lyrics und einer behaglichen Produktion der Livesession zeigen uns Al Pride, was wir 2020 von ihnen erwarten können und freuen uns schon jetzt auf das neue Album.

Leftwing:Kody – Wenn jetzt Sommer wär‘

…dann würden wir alle zu diesem Track tanzen. Es ist der perfekte Sommer Open-Air Song, der mit einer satten 90er Jahre Stimmung und hypnotisierend, prägnanten Vocals auftrumpft. Dabei sind Leftwing & Kody zwei DJs, die sich 2012 zusammentaten, nachdem sie bereits seit Ende der 90er Jahre separat Musik produzierten. Mit ihren ersten Songs hatten sie eingeschlagen, wie eine Bombe und bekamen sowohl vom Publikum, als auch von anderen, großen DJs positives Feedback. Mit I Feel It haben sie nun einen Track veröffentlicht, der die Tanzfläche zum rasen und dabei die Energie der beiden DJs zum kochen bringt. Mit einer grandiosen Bassline und den Ohrwurmlyrics ist I Feel It eine der angesagtesten Housetracks aktuell und wird uns sicherlich auch noch den Herbst über begleiten.

Big Wild - City Of Sound

Big Wild – Let The Disco Heal Your Mood

Mit Maker hatte der US-Amerikanische Produzent Jackson Stell – alias Big Wild – bereits im Januar einen großartigen Song veröffentlicht. Nun hat Big Wild mit City Of Sound die nächste Single veröffentlicht und begeistert abermals mit einem treibenden Sound und geht dabei noch einen Schritt weiter – in Richtung Disco. Mit lässiger Gitarre beginnt der Song noch gänzlich unspektakulär, bis nur wenige Sekunden später ein füllender Dancebeat einsetzt, der sich an die French-House-Zeiten der späten 90er und frühen 2000er anlehnt. Stell selbst erklärt, dass der Song als Ermutigung gesehen werden soll und man bei so vielen Stimmen heutzutage, öfter auf seine eigene hören sollte. Diese Intention hat Stell so energievoll umgesetzt, dass man sich an die großen Discozeiten des Studio 54’s erinnert fühlt. Dabei hat sein Debütalbum Superdream, welches am 1. Februar 2019 erschien, eine Fülle an ähnlich großartigen Songs. Mit der frischen Mischung aus Dance, Instrumenten und mitreißenden Lyrics, lässt Big Wild keine Wünsche offen und ist der perfekte Sound zu den hochsommerlichen Temperaturen.

Julian Wassermann feat. Yates - Guard

Julian Wassermann feat. Yates – Ein Déyà-vu ohne Erlebnis

Eigentlich ist man geneigt, zu dem Song zu tanzen – hat doch der Münchener Produzent und DJ Julian Wassermann mit Guard einen Track veröffentlicht, der nicht nur die gesangliche Unterstützung des Berliners Yates hat, sondern sich auch in eine so unaufgeregte Art und Weise präsentiert, dass man sich fast schon meditativ um die Beats tänzeln sieht. Dabei baut sich Guard wunderbar geschmeidig auf und setzt mit einem Timelaps-Beat und den Lyrics zu einer Art Mahnung an. Wassermann selbst ist in den letzten Jahren zu einem neuen Bestandteil der deutschen Produzentenriege geworden. Dabei bekommt er von allen Seiten Lob für seinen melodischen House und Deep Techno, der energiereich und euphorisch auf das tanzende Publikum übergreift und sie so immer wieder zu ekstatischen Momenten führt. Guard jedoch ist eine Art Brücke – zeichnet sich der Song doch durch einen deutlich größeren Anteil an Popelementen aus und wird dadurch für ein größeres Publikum greifbar ohne, dass er die Grundbausteine der Harmonien und des Genres House antastet. Guard fühlt sich wie eine träge Erinnerung an ein Ereignis an, welches wir nie erlebt haben aber uns wünschten, Teil dessen gewesen zu sein.