E^ST – Wenn uns ein Song zum lächeln bringt

Es ist der Sound eines Moments, den die – in Südafrika geborenen und – in Australien lebende Sängerin Melisa Bester unter ihrem Künstlernamen E^ST mit Flight Path veröffentlicht hat. Denn hierbei hat die 22-jährige Sängerin einen euphorischen Moment nach dem anderen und nimmt uns dabei mit, ihre Welt so locker und luftig zu sehen, wie sie es tut. Dabei ist die Hookline so eingängig und einprägsam, dass man gar nicht anders kann, als anzufangen gute Laune zu bekommen und zu lächeln. Hatte die Australierin in den vergangenen Jahren mit Old Age (2014), The Alley (2015), Get Money! (2016) und Life Ain’t Always Roses (2018) bereits vier EP’s veröffentlicht, ist nun für den 12. June dieses Jahres ihr Debütalbum I’m Doing It angekündigt. Hierauf enthalten ist neben Flight Path auch die vorab veröffentlichte Single Talk Deep. Auf Flight Path singt sich Bester nun durch eine Liebesbeziehung, die vom ganz großen Aufeinandertreffen und emotional völlig ineinander aufgehen, zur absoluten Distanz und Fremde führt. Hierbei bedient sich die Sängerin aber eben nicht dem bekannten Muster einer Liebesballaden, sondern macht daraus vielmehr eine stampfend, positive Dancehymne. In ihrem Heimatland bereits als Australische Robyn gehandelt, ist Flight Path eine euphorische Popnummer, die uns mit ihrem elektronischen Soundbett einfach nur zum tanzen bringen kann.

 

Migthy Oaks - All Things Go

Mighty Oaks – Sind zurück um loszulassen

Nach der Driftwood Seat EP Anfang des Jahres, haben die Mighty Oaks nun mit All Things Go einen ersten Vorgeschmack auf das kommende, dritte Studioalbum des multiinternationalen Berliner Musiktrios veröffentlicht. Wie so oft beschäftigt sich Frontsänger Ian Hopper gleichwohl mit der Liebe, wie mit dem Tod. Und im Falle von All Things Go hat er sich der Liebesbeziehung seiner Eltern angenommen. So singt er mit den Worten; Back in Mullingar. We spent our days in Canton Caseys bar. We spent our summers there. And we drank up the Irish air. And I can see you smile. Still, today when I close my eyes. And I still feel your hands. Holding mine back von dem Verlust, den sein Vater durch den Krebstot Ians Mutter erleben musste. Und von den Momenten, wie es ist, zurückzublicken, ein sanftes Lächeln ins Gesicht zu bekommen und gleichzeitig eine Träne der Trauer, die Wange runterrollen zu spüren. Einmal mehr zeigen die Mighty Oaks, wie großartig ihre Musik, tiefe Gefühle trägt und Hoppers Gesang die richtigen Worte und Zäsuren findet, so, dass wir bereitwillig dieses Gefühl teilen möchten.

Alex The Astronaut – Sympathisch und ernst

Mit ihrem Happy Song war Alex The Astronaut in den letzten Monaten fast überall zu hören – ob im Radio, in Fashionstores oder auf Festivals. Nun schlägt die Sängerin mit dem Song I Like To Dance eine etwas andere Richtung ein. Denn für I Like To Dance hat sich Alex einer Geschichte angenommen, die doch deutlich häufiger hinter verschlossenen Türen stattfindet, als man es auch nur ahnen kann. So beschreibt Alex mit dem Songtext die Evolution einer Liebesbeziehung, in der über die Jahre plötzlich Gewalt Einzug hält. So singt die Australierin, dass es nach fünf Jahren glücklicher Beziehung plötzlich ein Schlag auf das Handy war, welches ihr aggressiv aus der Hand geworfen wurde. Im weiteren Verlauf der Beziehung folgten Wutausbrüche, die dazu führten, dass die Frau in Alex‘ Geschichte verprügelt wurde und dennoch zu ihrem Freund hielt. Diese Situation beschreibt die Sängerin im Songtext neutral und möchte gleichzeitig wachrütteln, dass unsere Gesellschaft diese Gewalt nicht tolerieren soll. Dabei kommen, neben einer Gitarre ein spärlich eingesetztes Klavier und eine Geige vor, die I Like To Dance eher akustisch klingen lassen. Wie schon auf den anderen Songs ihrer Diskografie zeigt Alex The Astronaut mit I Like To Dance einmal mehr, wie sehr sie auf den Input der Menschen um sie herum angewiesen ist und gleichzeitig so viel Liebe und Energie an alle Menschen um sie herum zurück gibt.

Go Go Berlin - Love Me

Go Go Berlin – Mystisch und Groß

Mit brachialem Einfühlungsvermögen beeindruckt uns die dänische Band Go Go Berlin nun auf ihrer neuesten Single Love Me. Denn hier lassen sie nicht nur einem ganz starken Gefühl viel Raum, sondern bringen genau dieses Gefühl – nach einer gescheiterten Liebesbeziehung in einer Art Vakuum zu leben – in ein Soundgerüst unter. Dabei haben sich Go Go Berlin in den letzten Jahren eher weniger laut gezeigt, denn nach einer exzessiven Tour rund um die Welt im Jahr 2015 brach ein Gefühl in der Band aus, welches von Leere und Unsicherheit geprägt war – worauf sich die Band eine Pause verordnete. Diese währte drei Jahre und führte schließlich dazu, dass die Jungs um Frontsänger Christian Vium ihre Blockade lösten und in Spiellust umwandeln konnten. So gingen sie für das kommende, dritte Album, welches am 16. August 2019 erscheinen wird, nach Los Angeles und produzierten ein paar Songs, die von der Weite Kaliforniens geprägt sind. Auf Love Me kann man sich davon am besten überzeugen. Denn beginnt der Song mit einem hypnotisierenden Bassbeat und Viums melodischem Gesang, bricht er kurze Zeit später regelrecht auseinander und lässt den Song in eine großartige Rocknummer wechseln, dessen Sound und Gesang nun an Bands wie Muse oder den großartigen Chris Cornell erinnern. Schließlich geht Love Me nach circa drei Minuten Gitarrenfeuerwerk in eine hypnotisch, wabernde Soundwolke über, die mystisch, dunkel und schmerzerfüllt klingt. Go Go Berlin haben damit einen Song geschrieben, der schon jetzt das Zeug zum Klassiker hat.

The Japanese House – Neuer Song mit mutigem Video-Projekt

In der Entstehung eines Songs steht für denjenigen, der den Text schreibt, meist eine persönliche Erfahrung im Vordergrund. Erinnerungen, Gefühle und Überraschungen stehen hierbei oft an erster Stelle. So werden viele Liebeslieder aus dem Gefühl und der Erinnerung an – zumeist – vergangene Beziehungen geschrieben. So sieht es auch bei Lilo – dem neuen The Japanese House Song aus, den die britische Sängerin nun veröffentlicht hat. Dabei steht Amber Bains Liebesbeziehung zu ihrer Ex-Freundin Marika Hackman im Fokus. Hier gibt sie die Gefühle frei, die sie fühlte, als sie Hackman zum ersten Mal sah, als sie sich zum ersten Mal berührten. Die Herausforderung hierbei war für Bain, dass sie Hackman fragte, ob sie auch in ihrem Musikvideo mitmachen würde. Verbindet die beiden heute eine enge und feste Freundschaft, kam für Bain nur die Person in Frage, um die sich das Lied auch dreht. Und so machte Hackman sofort mit. Dabei ist die im Video festgehaltene Nähe keinesfalls gespielt, sondern von Gefühlen der tiefen Zuneigung und Vertrauen geprägt, die man in jedem Moment sehen kann. Lilo ist darüber hinaus eine feine Ballade, mit viel Wärme und Geborgenheit und besticht einmal mehr durch Bains Vocoder unterstützten Gesang. So ist Lilo eine Seelenkur und überzeugt durch viel Gefühl und einem aufrichtigen Text.