Moonlight Breakfast - Dance Moves

Moonlight Breakfast – Den Beat im Blut

Ihr drittes Album Affection ist ein reinster Erfolg. Mit den darauf enthaltenen Songs – wie Summer oder Look Up – hat das rumänische Trio Moonlight Breakfast innerhalb der letzten 12 Monate weltweit die Herzen der Indiefans erobert. Durch verspielte Beats, mystische Arrangements und einem Gesang der Frontsängerin Christie, der mal hauchend, mal mit Kopfstimme und dann wieder ganz geerdet klingt, haben sich Moonlight Breakfast diesen Erfolg auch redlich verdient. Nun haben sie mit Dance Moves eine weitere Single aus Affection veröffentlicht und folgen damit dem aktuellen Trend der James-Bond Erzählweise. Im 80er Jahre Stil mit Bauhaus-Optik und ganz viel Farbe spielt sich die Band durch die Geschehnisse bei einer Sommerparty. Dabei erinnert der Grundbeat von Dance Moves an Michael Jacksons Thriller und klingt gleichzeitig verboten süß. Zeitgleich erscheint mit der Veröffentlichung des Songs eine gleichnamige EP mit weiteren Remixen von Bazooka über Adam Stacks, bis hin zu Happy Gutenberg. Moonlight Breakfast hat den Sound, den wir alle gerade so dringend brauchen. Den Sommer noch in den Knochen fühlend bereiten wir uns auf die kalte Jahreszeit vor und blicken wehmütig auf die Zeit unter freiem Himmel und bei lauschigen Temperaturen zurück.

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George Ezra – Holprig ins Paradis

Vor knapp sieben Monaten stellte ich Euch die erste neue Single des Briten George Ezras vor. Don’t Matter Now sollte dabei das zweite Album Ezras ankündigen und genau dieses blieb er und bis heute dann schuldig. Bis heute – denn nun ist Ezra mit einer neuen Single zurück und verspricht nun das Nachfolgealbum des 2014 veröffentlichten Wanted On Voyage am 23. März zu veröffentlichen. Es wird Staying at Tamara’s heißen und auch die nun veröffentlichte Single Paradise enthalten. Darauf geht Ezra mit seinem Folk-Rock und bluesigen Sound wieder richtig nach vorne. So beginnt Ezra gleich mit einer so tiefen Stimme, dass man den Whiskey gleich als Werbung vermutet. Mit einsetzen des Refrains wechselt Ezra dann fast schon in die Kopfstimme, nur um anschließend zwischen beiden hin und her zu springen. Immer dabei, die Gitarre und eine ordentliche Portion Rock. Jetzt kann Ezra eigentlich nichts mehr im Weg stehen und passt Paradise wunderbar zum bevorstehenden Frühling.

SCHWARZ – Konzertkritik

Einen Abend unter Freunden und natürlich ließ sich keiner hierbei bitten. Denn zur Record Release Party lud kein geringerer ein als SCHWARZ – alias Roland Meyer de Voltaire. Bereits vor 15 Jahren ist er musikalisch im Geschäft und hat mit seiner Band Voltaire zwei Alben herausgebracht. Seine letzte Veröffentlichung als Voltaire war hierbei die 2010er Single So Still. Doch mit der Zeit keimte in Meyer de Voltaire der Wunsch auf, auszubrechen und einen anderen Stil auszuprobieren. Sechs Jahre später ist er unter dem Namen SCHWARZ zurück und begeistert mit einem frischen Mix aus Elektro, Jazz und Singer/Songwriting. Am Freitag kam nun seine erste EP In Your Eyes auf den Markt, die er am Samstagabend im Berliner Acud Club, vor geladenem Publikum, präsentierte.

Laina

Hierbei gab es vom Berliner Duo Laina Unterstützung, die vor SCHWARZ‘ Auftritt mit einem sanften, teilweise introvertierten, teilweise lockeren Sound für sehr viel Gefühl sorgten. Mit ihrer handgemachten Musik und dem reduzierten Klang erinnern sie ein wenig an das australische Geschwister-Duo Angus & Julia Stone – auch wenn die Stones für positiv, schwelgerischen Sound stehen und Laina eher zum Lagerfeuergefühl passen, konnte man hier viele Übereinstimmungen wiederfinden.

Als schließlich SCHWARZ auf die Bühne trat, begann der Teil des Abends, der nach vorne ging. Mit einem ergreifenden Sound, der zwischen cineastischen Szenen, epischen Momenten und intimen Gefühlen pendelte, ließ SCHWARZ keinen Zweifel daran, dass er mit seiner Zukunft sehr bewusst umgeht und Erfolg kein Zufall sein kann. Jeder Song auf der EP klingt schwer und weit, groß und treiben zugleich – kurz: SCHWARZ klingt grandios! Ein weiteres, starkes Ausrufezeichen setzt Meyer de Voltaire mit seiner Stimme, die gemein haben, dass Meyer de Voltaire mit seiner Kopfstimme einen ergreifenden Ton anschlägt, der sich in großen Momenten widerspiegelt und in eben diesem treibenden Elektro übergeht, der es erlaubt, auch im Radio gespielt zu werden. Ein Song sticht hierbei besonders hervor – guckt man sich die Diskografie einmal an, ist SCHWARZ mit Home, In Your Eyes und Shine eher introvertiert und sucht den großen Rahmen, doch klingt Cold Sunlight so satt und elektronisch, dass hier der Zwang zu tanzen so stark wird, dass schließlich auch das geladene Publikum die Gläser in die Höhe streckte und hedonistisch anfing zu tanzen. Hätte der Abend eine Zeitlupe hergeben, wäre diese in diesem Moment bestplatziert gewesen. Hinzu kam, dass Meyer de Voltaire sich erhaben bewegte und damit eine bestimmte Eloquenz an den Tag legte, die sich auch in der Präsentation seine Songs zeigte.

Gleichzeitig auch als Single, am Freitag veröffentlicht, ist Cold Sunlight der perfekte Song, um SCHWARZ die Türen zum Erfolg zu öffnen. Ist die EP eine Volltreffer, freuen wir uns schon jetzt auf neue Musik und ein, hoffentlich bald folgendes Debütalbum.

SCHWARZ – In Your Eyes EP bei iTunes

W O L F – Die Unsichtbaren

W O L F – COM-Plete

Was schreibt man über einen Künstler oder eine Band, über den/die man nichts im Netz findet, außer einen Soundcloud-Account und Verlinkungen zu Downloadshops? Man reduziert den Post auf das, was der Song hergibt. Denn W O L F hat mit dem neuen Song Com – Plete einen so wunderbaren Tropical-House Hit veröffentlicht, dass man ihn nicht unterschlagen darf. Beginnt der Song noch recht verschwommen, setzt ab Sekunde 0:40 ein starker und tanzbarer Beat ein und eine passende Kopfstimme sorgt für das passende Sommerfeeling. Eine Mischung aus Disclosure und Duke Dumont ist hier nicht von der Hand zu weisen. Mit gerade einmal 2.160 Klicks steht der Song noch ganz am Anfang einer aussichtsreichen Karriere und wird seinen Weg ins Radio sicher noch diesen Sommer finden – der Sound dafür stimmt zumindest. W O L F selbst ist rege am Kommentieren und Liken von Songs auf Soundcloud und hat mit COM – Plete eine kleine Perle produziert, die es heißt zu genießen. Also dreht den Sound auf und tanzt Euch warm für das nächste Wochenende. COM – Plete wird dann sicher auch bei Euch auf Repeat laufen.

AJR – Wenn alles zusammenkommt

AJR – Weak

Wenn eine Band Simon & Garfunkel, Vampire Weekend, Kanye West und Fun als Einfluss für ihren Sound nennt und als Vorband von Demi Lovato, Fifth Harmony, Lindsey Stirling, Train und American Authors auftritt, sollte man von einem Durchbruch sprechen oder gar die Band kennen. Und wenn man dann noch hinzufügt, dass es die Band bereits seit 12 Jahren gibt, wundert es einen umso mehr, dass man von AJR noch nie etwas gehört hat. Dabei ist die Konstellation der Band gerade das Must-have. Besteht sie doch aus den drei Brüdern Adam, Jack und Ryan Met, welche – wenig überraschend – die Anfangsbuchstaben ihrer Vornamen zum Bandnamen kürten. Jack 19, Ryan 23 und Adam 25 spielen so bereits seit 2005 zusammen Musik und traten zu Beginn noch als Straßenmusiker auf. Nun endlich scheint der Durchbruch zu kommen. Denn mit ihrer Single Weak, die stark an Bands wie Fun oder Foster The People erinnert, schlagen sie genau in die Kerbe von Musik, mit der sich sowohl junge Teenager identifizieren, als auch Erwachsene zum Takt bewegen. Weak hat diesen Sound, den man nebenher hören kann und dabei gar nicht mitbekommt, wie er sich im Kopf festsetzt. Mit Kopfstimme, Ohrwurm-Refrain und stampfenden Pop-Beats bauscht sich Weak zu einem sauberen Hit auf und lässt uns wohl die kommenden Monate nicht mehr los.

Bon Iver - 22, A Million

Bon Iver – Eines dieser Wunderkinder

Justin Vernon, wie Bon Iver bürgerlich heißt, kann in einer Reihe mit Musikern wie Ben Howard, Damien Rice, oder selbst Jamie XX genannt werden. Warum? Alle samt sind Musiker, die ihrer Musik so viel Intimität und Zerbrechlichkeit verleihen, dass es gar nicht mal so sehr auf das Genre ankommt, um Gefühle zu erzeugen. Der Amerikaner Bon Iver hat bereits mit seinen ersten beiden Alben For Emma, Forever Ago (2007) und Bon Iver, Bon Iver (2011) für viele positive Kritik gesorgt und war in den letzten Jahren immer wieder Vorbild für viele Bands und Musiker. Nun ist Bon Iver überraschend mit dem neuen Album 22, A Million zurückgekehrt und verblüfft gleich doppelt – hört man sich erst einmal die Songs genauer an. So klingen die Songs zwar immer noch nach dem typischen Bon Iver Sound, gepaart mit Kopf- und Bruststimme, doch ist bei der Produktion deutlich mehr Wert auf eine passende, elektronische Untermalung gelegt worden. Da ist die aktuelle Single 33″GOD“ das beste Beispiel. Fängt der Song mit einem Klaviersolo an, gesellt sich schnell Bon Ivers Stimme hinzu, um nach ca. 1:20 Minute plötzlich in einen düsteren Bass überzugehen, der 33″GOD“ verstörend wirken lässt. Da klingt der Song plötzlich chaotisch, gar bedrohlich. Nur, um dann wieder in eine ruhige Phase überzugehen. Diesen Wechsel vollzieht Bon Iver noch ein paar mal und steigert so die Intensität des Songs. Mit 33″GOD“ zeigt Bon Iver, dass sein Einfluss auf die Popkultur nie weg war und seine Songs fast schon als Kunstwerke gesehen werden können.

Gallant – klassischer R&B und doch so modern

Gallant - Bourbon

Gallant – Bourbon

Gallant startet seine Musikkarriere gerade erst und ist doch schon mit so vielen Referenzen behaftet. So hat der, in Los Angeles lebende Musiker, bereits mit Künstlern wie ZHU, Jhene Aiko und auf SG Lewis‘ Song Holding Back mitgesungen, über den Ihr hier vor kurzem lesen konntet. Seit nunmehr einem Jahr gilt er als einer der heißesten Anwärter auf den Durchbruch und werden seine Veröffentlichungen Weight In Gold und Talking In Your Sleep überall gehypt. Währenddessen hat Christopher Gallant, wie er bürgerlich heißt, gerade eine neue Single veröffentlicht, die so warm und entspannt klingt und auf der Gallant mit seiner, man könnte fast schon Markenzeichen sagen, seiner Kopfstimme begeistert. Der zurückhaltende Rhythmus und der an Usher’s beste Jahre erinnernde Gesang lassen Gallant in den nächsten Monaten sicherlich viele Möglichkeiten aufkommen, sich vor größerem Publikum zu präsentieren.