Foster The People – Mit Ohrwurm in den Winter

Es braucht nicht immer nur einen Hit, um nach ganz oben zu kommen. Foster The People hatten 2010 mit Pumped Up Kicks alles richtig gemacht. War der Song ein so wunderbarer Ohrwurm, sprangen die Radiostationen weltweit schnell auf und sorgten dafür, dass uns die Textzeilen All the other kids with the pumped up kicks. You’d better run, better run, out run my gun. All the other kids with the pumped up kicks- You’d better run, better run, faster than my bullet bis in das Jahr 2011 begleiteten. Nicht zuletzt auch wegen des brisanten Themas der immer wieder aufkeimenden Waffengewalt an Schulen und von Schülern, wurde Pumped Up Kicks zu einem Symbolsong. Ihr dazugehöriges Debütalbum Torches verkaufte sich dann, ob der Präsenz von Pumped Up Kicks, 2011 millionenfach. Mit ihrem Nachfolgealbum Supermodel schafften sie es schließlich, in vielen bedeutenden Musikmärkten, weltweit sogar nich höhere Positionen zu erreichen. Doch ein Hit wie Pumped Up Kicks blieb seitdem aus. Bis heute haben die vier Kalifornier mit den Verkaufszahlen nicht wieder an die der Debütsingle anknüpfen können und dennoch einen Ohrwurm nach dem anderen veröffentlicht. Dass sie sich auf ihrem Ruhm ausruhen, kann man – guckt man sich die aktuelle Veröffentlichungsgeschwindigkeit an – nicht behaupten. Haben sie vor 15 Monaten ihr drittes Album Sacred Hearts Club veröffentlicht, folgt nun mit der Single Worst Night bereits ein Song, der nicht mehr auf dem Album zu finden ist. Ist dies vielleicht ein Indiz auf ein nahendes, viertes Studioalbum oder doch nur eine Möglichkeit, eine limitierte Extended Albumversion zu Weihnachten zu veröffentlichen? Wie auch immer, Worst Night ist ein schmissiger Ohrwurm, ganz in Foster The People Manier, der mit Chorgesang und Mark Fosters markanter Stimme allemal zu einem neuen Radiohit taugt. Nun liegt es an den Stationen, diese Nummer aufzugreifen.

Advertisements

Miya Folick – Musik im Einklang

Hinter jedem Künstler und jedem Musiker steht eine Geschichte. Eine Geschichte, die demjenigen, der sich vor ein Publikum stellt, Material gibt, worüber es zu sprechen gilt. Bei der amerikanischen Sängerin Miya Folick gilt dies in vielerlei Hinsicht. Halb Japanisch, halb Russisch, wuchs die Sängerin in Kalifornien auf und zeigt sich in ihren Interessen so nerdig wie vielseitig. Da gibt es zum einen das Interesse an Infinitesimalrechnungen – das daher rührt, dass sie im Schulalter stets vom Ehrgeiz angetrieben, besser sein wollte, als alle Jungs ihres Jahrgangs. Zum anderen kam sie bereits früh mit klassischer Musik in Verbindung und sieht ihre Stimme daher primär als ihr Instrument an. Für ihr, am Freitag erscheinendes, Debütalbum Premonitions hat die buddhistisch erzogene Sängerin einen Mix aus Pop, Indie, flotten Dancetunes und klaren Balladen aufgenommen und nun mit Thingamajig eine Single veröffentlicht, die so reduziert und pur klingt, dass man fast das knistern der Gefühle zu hören vermag. Hierbei dreht sich alles um das Irren und sich dafür zu entschuldigen und Kontrolle abzugeben, so Folick. Dass die Ballade entgegen der vielen anderen Songs auf ihrem Debütalbum stripped-down klingt, zeigt ihr lockerer und frecher Sound er anderen Songs, der klingt, wie es einst Lilly Allen oder Kate Nash auf ihren Debüts schafften. Miya Folick könnte es so womöglich – völlig geerdet – an die Spitze der Charts schaffen.

Half•Alive – Indie mit Wow-Video

Josh Taylor kommt uns ungewohnt bekannt vor. Vielleicht liegt es am Gesicht. Oder vielleicht an der Stimme. Aber vielleicht ist er auch einfach in seiner Gesamtheit diese Art von Künstler, den wir uns insgeheim vorstellen – der sympathische junge Mann von nebenan, frisch, tolle Stimme und mit einem Hit im Gepäck. Und das mit dem Hit im doppelten Sinne – denn Josh Taylor ist der Sänger des kalifornischen Elektro-Indie-Trios Half•Alice, welches gerade mit dem Song Still Feel für einen Wow-Moment sorgt. Denn nicht nur der Song ist eingängig und hat das Potential zum Hit, sondern auch das Video hat es in sich. Wurde das Video doch im sogenannten One-Take-Modus gedreht. Was bedeutet, dass der Dreh genauso lange gedauert hat, wie das Musikvideo dauert und kein Schnitt existiert. Einmal angesehen, finden wir dann allerdings doch recht schnell Schnitte – jedoch bleibt die Sprache des Videos die eines One-Take-Videos gleich und überzeugt mit einem regelrechten Augenschmaus. Dabei ist Still Feel auch musikalisch großartig und schlägt in die Kerbe von Foster The People, nur deutlich elektronischer. Half•Alive haben 2017 ihre Debüt-EP 3 veröffentlicht und gehen nun mit der Single Still Feel den nächsten Schritt auf ihrem Weg zum Debütalbum.

She & Him – Alle Jahre Wieder

Sie sind frech, sie sind humorvoll und sie nehmen sich nicht zu ernst – doch dabei klingen sie verdammt gut. Auf ihrem 2016 veröffentlichten Weihnachtsalbum Christmas Party verstecken sich so manchen, grandiose Klassiker im neuen Gewand. Zu Heiligabend 2016 könntet Ihr bereits mit Winter Wonderland und dem dazugehörigen Musikvideo mit weihnachtlichen Möpsen in Stimmung kommen. Dieses Jahr ist es Let It Snow, das von Zooey Deschanel und Matt Ward in ein Art präsentiert wird, bei der man sich mit den beiden Musikern unter den Weihnachtsbaum wünscht. Mit einer ordentlichen Portion Folk interpretiert das Duo den 72 Jahre alten Song, der im Original 1945 von Sammy Cahn und Jule Styne, aus Kalifornien, komponiert und produziert wurden. Unendliche Male gecovert und von Größen, wie Ella Fitzgerald, Rod Stewart, Michael Bublé oder seit diesem Jahr auch von Lindsey Stirling neu interpretiert, reihen sich She & Him hier ein und erwecken mit ihrem Stil ein ganz neues und modernes Weihnachtsgefühl.

Childish Gambino – Soul aus der Ferne

Childish Gambino – Redbone

Childish Gambino nennt sich der aus Kalifornien kommende Donald McKinley Glover und macht mit seinem Soul gerade alle verrückt. Macht Glover erst seit 2011 Musik, ist er bereits seit über 15 Jahren als Schauspieler, Comedian und Drehbuchautor tätig. Hört man sich seine, von Soul und R&B der 70er-Jahre geprägte, Musik an, wundert es fast, dass Glover unter dem Pseudonym Childish Gambino noch nicht durch die Decke gegangen ist. Dies verdankt er wohl dem entspannten, groovigen Sound, den ihr für sein Musikprojekt gewählt hat. Wie entspannt dieser ist, können wir bei dem Song Redbone sehen. So wird dieser bereits in den USA als „Sleeper Hit“ betitelt und beschreibt damit einen Song, der zu seiner Veröffentlichung selbst keinen nennenswerten Erfolg vorweisen konnte, allerdings über die kommenden Wochen und Monate durch Mundpropaganda zum Hit avanciert. Und so kam es dann auch, dass Redbone sieben Monate nach seiner Veröffentlichung als Neueinsteiger die Top-20 der Billboard-Charts knackte und bis auf Platz 14 kletterte. Hinzu kam hier, dass die Netflix-Serie Dear White People den Titel in der zweiten Episode spielte und damit nochmals die Nachfrage anfachte. Dabei hat Redbone dieses Pushen gar nicht nötig, ist der Song doch unglaublich entspannt und lässt Glovers gratziger Gesang an Macy Gray erinnern. Redbone ist ein UFO in der heutigen R&B-Szene und zeigt einen Künstler völlig losgelöst vom aktuellen Trend.

Haim – Die Schwestern sind zurück

Haim – Right Now

Geschwister die zusammen Musik machen, gibt es seitdem es Musik gibt. Da waren poppige Bands wie Hansons in den 90er Jahren oder Oasis mit den Brüdern Noel & Liam Gallagher oder – um es absolut auf die Spitze zu treiben – Caleb, Nathan und Jared Followill von den Kings Of Leon. Geschwister in er Musikszene sind gang und gäbe. Allerdings sucht man dies im weiblichen Bereich vergebens. Hier sind es die Haim Schwestern – Este, Danielle und Alana – die aufhorchen lassen. Noch dazu, da sie genau zum richtigen Zeitpunkt die perfekte Musik ablieferten. Da wurde der Pop-Rock durch Songs wie Falling, Don’t Save Me und The Wire zur Begleitern einer heranwachsenden Generation, die im Winter ohne Socken und mit zu kurzen Hosen auf die Straße geht und sich desinteressiert zeigt, auch wenn sie Interesse haben. Diesen Trend haben Haim 2013 mit an vorderster Front angeführt und sind gleichzeitig in den amerikanischen Pophimmel aufgestiegen. Nun haben sie mit Right Now die Leadsingle ihres zweiten Albums veröffentlicht, das Something to Tell You heißen wird und diesen Sommer erscheint. Mit Klavier und R&B-lastigem Gesang führen sie durch den balladenhaften Song und stimmen eine fast schon mystische Erzählsprache an. Right Now hat sie zurück, die tollen Haim-Stimmen, die so unterschiedlich eingesetzt werden. Und am Ende kommt – fast schon unerwartet – kommt doch noch ein Schlagzeug-Ausbruch zustande. Und wir alle so… hach.. wie schön.

Sapphire Road – Der nächste Schritt ist getan

Sapphire Road - Sunbeam

Sapphire Road – Sunbeam

Vor einem Jahr konntet Ihr hier über die kalifornische Band Sapphire Road lesen und den grandiosen Song Runaway Child anhören. Nun sind die Vier zurück und stellen mit Sunbeam nicht nur eine neue Single vor, sondern veröffentlichen an Valentinstag auch ein neues Album. Die Intention Sunbeam zu schreiben, erklärt Frontsängerin Olivia Rohdes damit, zu zeigen, wie sie selber ihren Weg sieht. Wie man Momente erlebt, die man sonst nur aus einem Kinofilm kennt, die einfach zu unglaublich sind. Dabei haben Sapphire Road wieder diesen entspannten Surf-Rock-Sound aufgelegt und klingt Rohdes, ohnehin schon starke, Stimme noch dringlicher. Sunbeam geht deutlich mehr nach vorne und lässt die Weite ihrer kalifornischen Heimatstadt San Juan erleben und ist die erste Single aus ihrem, kommende Woche erscheinenden, Album Is This Cinema.

Fitz And The Tantrums – Immer Spaß mit Indie

Fitz And The Tantrums - HandClap

Fitz And The Tantrums – HandClap

Es ist schon wieder zweieinhalb Jahre her, dass die kalifornische Band Fitz And The Tantrums mit ihrem Ohrwurm The Walker in den Radios zu hören waren. Nun ist das sonnenverwöhnte Sextett mit seinem dritten Album zurück, dass es schlicht Fitz And The Tantrums genannt hat. Darauf enthalten ist wieder ein Ohrwurm, der dieses mal auf HandClap hört. Da geht es mit einem präsenten Saitenspiel los, eh Frontsänger Michael Fitzpatrick auf einen Bassrhythmus singt und sich forsch Gehör verschafft. Das ganze mündet in einem großen Refrain, der mit allem aufwartet, was man sich wünscht. Chaotische Instrumente, ohrwurmlastiger Gesang sowie durchdringender Sprechgesang, bis hin zu einem opulenten Finale, das in jeder Indie-Disco zum Durchdrehen anregt. Genau dafür stehen Fitz And The Tantrums – für Musik, die Spaß macht und zum Durchdrehen einlädt.

Blink-182 – Wenn die Musik spaltet

Blink-182 - Bored To Death

Blink-182 – Bored To Death

Sie waren in den 2000ern eine der erfolgreichsten Punk-Rock-Bands der Welt und verkauften über 35 Millionen Alben. Davon allein mit ‚Enema Of The State‘ und ‚Take Off Your Pants And Jacket‘ jeweils 15 Millionen Platten. 2003 folgte die letzte Platte ‚Blink182‘ bevor sie sich trennten und erst acht Jahre später – 2011 mit ‚Neighborhoods‘ zurückkehrten. Erreichte dieses Album noch weitestgehend hohe Chartsplatzierungen blieb der Band allerdings nur die Startwoche als Glanzwoche zu nennen.
Nun kommen die Jungs aus Kalifornien, abermals nach einer 5-jährigen Abstinenz, zurück und überraschen mit dem Weggang Tom DeLongs. War dieser als Gründungsmitglied der Band bis 2015 doch die zweite Stimme des Trios.
Nun sind sie mit dem Song ‚Bored To Death‘ und dem Neuzugang Matt Skiba zurück und stellen unter Beweis, dass sie auch die großen Punknummern noch immer beherrschen. So wirft uns ‚Bored To Death‘ zurück in unsere Jugend und lässt den Sommer 2003 wieder aufleben. Blink-182 machen auf ‚Bored To Death‘ das beste und sind als Band selten näher an ihrer Hochzeit gewesen als damit.

Travis Mills – Mit Druck ins Wochenende

Travis Mills - Don't Need Much

Travis Mills – Don’t Need Much

Typischer Rude Boy aus Kalifornien – mag man auf Travis Mills denken. Ist er doch deutlich sichtbar an Armen und Oberkörper tätowiert und kommt mit einer Mischung aus Smooth- und Coolness zurück ins Popbusiness. Zurück deshalb, weil er bereits 2010 sein Debütalbum über ein Independentlabel von Uprising Records veröffentlichte. Dieses hatte zwar keinen nennenswerten Erfolg doch war die Musik darauf so gut, dass sich die großen Plattenfirmen um einen Vertrag mit ihm rissen und sich selber überboten. Nun ist Mills bei Republic Records, einem Label bei Universal Music, unter Vertrag und bringt dieses Jahr sein zweites Album raus.
Die erste Single ‚Don’t Need Much‘ ist da wohl ein überzeugendes Beispiel für den Stil des noch unbetitelten Albums. Hier rappt sich Mills mit einer Mischung aus schlüpfrigen Textpassagen und schnellen Wortwechseln durch einen dunklen und präsenten House-Beat. So wird ‚Don’t Need Much‘ fast schon zur Droge und lässt die Füße unweigerlich tanzen.

Travis Mills - Don't Need Much

Travis Mills – Don’t Need Much