Haim - Summer Girl

Haim – Chill so hart Du kannst

Die Haim-Schwestern sind für ihren poppigen Indiesound bekannt. Mit ihren beiden bisher veröffentlichten Alben Days Are Gone (2013) und Something To Tell You (2017) hatten sie einen Einfluss auf die aktuelle Poplandschaft geltend gemacht, der in dem Begriff der Haim-Schwestern als eigenständiges Subgenre mündete. Nun haben die Schwestern, zwei Jahre nach ihrem letzten Album, mit Summer Girl eine erste, neue Single veröffentlicht, die wohl das Warten auf ihr drittes Album verkürzen soll. Dabei kommt Summer Girl so unglaublich lässig und relaxt rüber und hat doch einen ganz ernsten Hintergrund, denn im Schreibprozess des Songs erfuhr Danielle Haim, dass ihr Freund an Krebs erkrankt sei. Dass der Song dennoch so fröhlich klingt, ist dem Willen Danielles zu verdanken, die für Ihren Freund stets eine positive Insel sein und ihm in der Zeit mit Freude und Geborgenheit zur Seite stehen wollte. Mit einer enorm starken Referenz an Lou Reeds Walk On The Wild Side lässt sich Summer Girl wunderbar in chillige Momente integrieren und funktioniert durch die Stimme der Schwestern einfach perfekt. Dass Summer Girl eine verträumte Sommerballade ist, zeigen uns Haim in keinem Moment. Doch ist Summer Girl, obwohl er sich so entspannt präsentiert, eine wahre Streicheleinheit für die Seele und zeigt, dass die Haim-Schwestern wieder da sind.

RY X – Vom Wind der Wüste

Stetig und warm – wie der Wind in der Wüste, so klingt RY X‘ neue Single YaYaYa. Mit sanfter Gitarre, eine dunklen und sphärischen Piano im Hintergrund und der warmen, brechenden Stimme RY X‘ klingt die mittlerweile dritte Singleauskopplung, aus dem am 15. Februar 2019 erscheinenden neuen, zweiten Album unfurl, sanft und schwer zugleich. Nach seinem 2016er Debütalbum Dawn umspannt RY X nun auf unfurl einen voluminöseren Sound, der eine Art aufblühen zu neuen Richtungen beinhaltet, ohne dabei die Herkunft seiner Musik zu vergessen. Nach den Singles Untold und Bound zeigt sich auch auf YaYaYa, dass die musikalische Intimität durch die Verletzbarkeit des Sängers entsteht und uns zeigt, wie reich und emotional Musik sein kann. Damit macht sich RY X nun auch auf Welttournee und spielt unter anderem in den USA, Australien und Europa in – wohl schnell – ausverkauften Locations.

Mumford & Sons – Folk für die ganz große Bühne

Mit ihrem dritten Album Wilder Mind hatte das Londoner Folk-Quartett eine neue Ära eingeläutet. Mit einem Sound, der deutlich elektronischer war, eckte die Band 2015 zuerst bei den Fans der ersten Stunde an. Wurden sie doch wegen ihres herzlichen Folk-Rocks geliebt und hatten somit auf Wilder Mind eine ganze Menge ihrer Identität verändert. Doch, dass dies ihre bandinternen Laufbahn voran brachte, indem sich die Band aus ihrer Komfortzone entfernt hatte, zeigte der Zuspruch, der auf die Veröffentlichung des Albums folgte und der sich in einer ausverkauften Tour widerspiegelte. Nur ein Jahr später folgte mit der Johannesburg EP ein weiterer Schritt zur Öffnung des Sounds. Hier spielten sie zusammen mit Baaba Maal und Beatenberg Songs ein, die das afrikanische Gefühl präsentierten. Nun sind sie mit der neuen Single Guiding Light zurück und kündigen mit dieser Single auch ihr viertes Studioalbum Delta für Mitte November an. Dabei kehren Mumford & Sons etwas mehr zu ihren Wurzeln zurück und klingen wieder nach mehr Folk. Die elektronische Begleitung dabei nicht außen vor gelassen, benutzen sie diese – nur stark reduziert – im Hintergrund. Typisch für die vier Jungs hat auch Guiding Light die euphorische Wirkung eines Mumford & Sons Songs, jedoch wird dies hier ungewohnt hinausgezögert und setzt erst nach etwas mehr als zwei Minuten ein. Guiding Light bietet die perfekte Brücke zwischen all den Klangausflügen des letzten Albums, sowie der letzten EP und verbindet nicht nur ihre Musik, sondern auch wieder tausende von Menschen.

Tash Sultana – She did it!

Sie hat es getan, nach einem unglaublichen Erfolg all ihrer Songs und ausverkauften Konzerten weltweit, hat die australische Sängerin und Multiinstrumentalistin Nash Sultana nun endlich ihr Debütalbum angekündigt. Am 31. August soll Flow State schließlich erscheinen und neben der nun veröffentlichten Single Salvation auch die beiden Songs Murder To The Mind und Mystik enthalten. Salvation reiht sich dabei als dritte Single aus dem Album ein, in die wunderbar, treibenden Songs aus 2017. Hier beweist sich Sultana einmal mehr durch Lo-Fi und Alternative und hat das wunderschöne, in die Ferne schweifende Gitarrenspiel dabei. Sultanas Songs klingen immer, als wäre man irgendwo zwischen Halbschlaf-Trance und erotischer Momente zu zweit. Dabei verfolgt Sultana stetig ihr Ziel – unabhängig zu bleiben – und veröffentlicht das Album direkt auf ihrem selbst gegründetem Plattenlabel Lonely Lands Records, das zu Sony Music gehört. Mit diesem starken Hintergrund kann sich Sultana alle kreative Zeit der Welt nehmen, um weitere Songs zu veröffentlichen. Mit Salvation hat sie wieder einen Song veröffentlicht, der Sehnsucht, Zärtlichkeit, Erotik und Abschottung vereint und dabei so groß klingt, dass ihre Musik einfach nicht an dem großen Durchbruch vorbeigehen kann und darf.

Gorillaz – Überraschend schnell

Gerade einmal ein Jahr ist es her, dass die Gorillaz um Damon Albarn ihr fünftes Album Humanz veröffentlichten – da stehen sie plötzlich schon wieder mit einem neuen Album, mit dem Namen The Now Now, vor der Tür. Sickerten die ersten Berichte über ein neues Album erst vor drei Tagen durch, haben die Gorillaz gestern Nachmittag mit Humility die erste Single daraus veröffentlicht. Ebenso geben sie uns mit Lake Zurich eine weitere Kostprobe des kommenden Sounds. Es geht zurück zum Pop und orientieren sich die Singles an Elementen aus Funk und Disco und lassen dabei nie die Identität der Gorillaz in den Hintergrund geraten. Humility geht ins Ohr, bleibt dort und lässt jeden Gorillaz-Fan auf seine Kosten kommen. Im Video mit dabei, spielt Jack Black mit einer Gitarre die funkigen Parts und sorgt dafür, dass Humility so wunderbar relaxt und poppig klingt. Nach diesen zwei Veröffentlichungen können wir gar nicht abwarten, das neue Album The Now Now Ende Juni in die Finger zu bekommen. Bis dahin heizen uns Humility und Lake Zurich.

Florence + The Machine – Ein Himmel voller Songs

Florence Welch ist seit jeher einer der freigeistigsten Köpfe der britischen Musiklandschaft. Von ihrem Indie-Debüt Lungs (2008), über das poppige Ceremonials (2011), bis zum erhabenen How Big, How Blue, How Beautiful (2015) bewies Florence Welch zusammen mit Isabella Summers – alias The Machine, dass sie immer Ideen hat und diese auch nur all zu gerne umsetzt. Dabei scheut Welch auch nicht, dass sie vielleicht aus dem Mainstream herausfallen und somit weniger erfolgreich sein könnte. Genau diese Haltung aber, beschert Florence + The Machine eine enorme Fanbase und zeigt, dass die Fans gewillt sind, zu warten. Denn gestern schließlich, haben Florence + The Machine ihre neue Single Sky Full Of Song veröffentlicht. Als Beschreibung gibt Florence Welch ein Gefühl an, welches sie immer wieder erlebt, wenn sie Konzerte gibt. Diese Sehnsucht, nach jemanden, der einen erdet. Also wieder runter holt, wenn man nach einem Konzert so aufgeputscht ist, dass man denkt, man könne fliegen, nur um dann doch auf dem Boden der Tatsachen zurückzukommen und das Gefühl zu haben, alleine zu sein. Dabei klingt Sky Full Of Song roh und wird sehr zurückhaltend von Instrumenten begleitet. Allgegenwärtig ist hier eher das Zupfen der tiefen Saiten einer Gitarre und der choralen Begleitung im Hintergrund des klaren Gesangs von Florence Welch. Sky Full Of Song klingt nicht wie eine Leadsingle und klingt auch nicht, wie eine Ankündigung. Vielmehr ist der Song plötzlich da und lässt uns daran erinnern, wie großartig Florence + The Machine sind.

Chopstick & Johnjon – Die Strippenzieher hinterm Berlin-Sound?

Es gibt ihn, jeder kennt mindestens einen Song, viele tanzen gezielt zu ihnen und doch besitzen sie kein offizielles Genre – der Berlin-Sound. Doch nicht zuletzt Künstler wie die Kalkbrenner Brüder, allen voran Fritz Kalkbrenner, Wankelmut oder Alle Farben haben dieses besondere Etwas in ihren Tracks, der so unmissverständlich erklärt Ich bin der Track und ich komme aus Berlin. Die Berliner Elektroszene hat weltweit einen Ruf der für Innovationen und Veränderung steht, wie die Stadt selbst, und so ist es auch nicht verwunderlich, dass immer mehr DJ’s, Produzenten und Elektrolabels nach Berlin ziehen. Chopstick & Johnjon sind so ein Produzentenduo. Haben sie sich in Hamburg kennengelernt, ging es bald nach Berlin um hier günstig Leben zu können und den Fokus somit mehr auf der Musik haben zu können. Dass sie sich in Berlin allerdings ein eigenes Label und eine ganze Künstlercommunity ranziehen würden, hätte wohl keiner von Beiden selbst gedacht. Und so kam es dazu, dass sie das Talent von Fritz Kalkbrenner erkannten und maßgeblich am Soundtrack vom Genrehit Berlin Calling beteiligt waren. Nun wollten die Beiden aber nicht mehr länger nur im Hintergrund agieren und haben sich dafür entschieden, ein eigenes Album zu veröffentlichen. Und so kommt es, dass Chopstick & Johnjon den Track Erase These Images als erste Auskopplung auf uns loslassen. Wie sollte es anders sein ist es ein wunderbar entspannter Sound mit leichtem Hintergrundgesang und tiefen Basshighlights – eben ein typischer Berlinsound.