Native – Wenn die ersten Sekunden zählen

Man hört die ersten Sekunden eines Songs und FLASHBACK, jagen einem Erinnerungen durch den Kopf. Mit der Single The Night Is Still Young des jungen Musikers Native, bekommt man den in der Form, dass die ersten zehn Sekunden so stark an Coldplays Anfang von The Scientist erinnern, dass man die Stimme von Native genauso einfühlsam empfindet, wie es Coldplay-Frontsänger Chris Martins Stimme ist. Eine Interpretation des neuen Songs lässt sich hierbei als einzige Information über den Sänger verwenden – findet man doch weder seinen richtigen Namen, noch, aus welchem Land er kommt und ist die Googlebarkeit bei einem Künstlernamen wie Native doch schon äußerst schwierig. Dafür ist die Single The Night Is Still Young eine umso stärkere Nummer, die von omnipräsenten Beats und clever eingesetzten Soundteilen, sowie Natives weiche Stimme geziert wird. Hierbei tritt Native so gefühlvoll, wie erzählerisch auf und lässt uns an der Situation teilhaben, als Feigling, Hals über Kopf in eine Person verliebt zu sein, es aber nicht anzusprechen. The Night Is Still Young ist eine wunderschöne Popballade, die Heimeligkeit ausdrückt und  wunderbar entspannt rüberkommt.

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Excort – Zurück in die 70er!

Zugegeben – wenn man bei Google die Schlagwörter Escort und Josephine eingibt, bekommt man alles – sogar unmoralische Angebote – nur sehr schwer etwas über die Single des New Yorker Trios Eugene Cho, JKriv, und Adeline angezeigt. Dabei hat die 2006 gegründete Band mit Josephine einen ganz hervorragenden Discotrack veröffentlicht. Ganz im Zeichen der großen Josephine Baker haben sich die Partygaranten an einen satten 70er Jahre Sound gewagt, der selbst für Escort noch einen oben drauf setzt. Mit Adeline als Sängerin steht auch die Stimme ganz im Zeichen der großen Studio-54-Hymnen. Heute spielt sich die elektronische Musik vornehmlich in dunklen Clubs ab – fernab der Masse. Das wollten Escort bewusst mit ihrer Musik ändern und haben sich deshalb am populären Sound der Disco orientiert. Sind Escorts bisher veröffentlichten Alben Escort (2011) und Animal Nature (2015) bereits ein paar Jahre draußen, gibt es nun seit Ende letzten Jahres mit Slide und eben Josephine ein neues Lebenszeichen. Mit Josephine haben Escort der großen Josephine Baker ein Denkmal gesetzt, um das selbst Baker noch herumtanzen würde, wenn sie könnte.

Someone – Namenswechsel und musikalische Neuausrichtung

Someone – The Deep

Sie hat den Rundumschlag gewagt. Tessa Rose Jackson aus den Niederlanden hatte 2012 für einen Überraschungshit gesorgt. Wurden ihre Songs Change Time (2012) und Now I See (2013) für internationale Werbespots verwendet, hatte Jackson vorher bereits in London die renommierte The London School for Performing Arts & Technology besucht – auf der auch Adele, Kate Nash, Katie Melua oder Imogen Heap studierten. Zurück in Amsterdam veröffentlichte sie erste Songs und traf damit schließlich genau ins Schwarze. Das war zwischen 2012 – 2014. Dann wurde es still um Jackson. Bis ihre Facebookseite Mitte Mai 2017 schließlich einen Neuanfang verkündete. Mit den Worte …Die Welt hat sich verändert. Ich habe mich verändert. Ihr habt euch vielleicht auch verändert. Meine Musik hat sich verändert und dadurch auch mein Name. Dass die Namensgebung mutig ist, zeigt ein klick auf Google – findet man unter ihrem neuen Namen Someone so ziemlich alles, nur keine Musik. Fügt man das Wort Musik hinzu, wird Google hier schon konkreter. Doch auch dann bleibt die Trefferquote gering. So bleibt zu hoffen, dass Someones Debütsingle The Deep viele Fans finden und von den Radiostationen in die Playlisten aufgenommen wird. Denn für The Deep wäre es zu schade, einem größeren Publikum verborgen zu bliebe. The Deep erinnert an Bands wie Portishead und beginnt mit dunklen Synthies und einem rauen Schlagzeug, bis schließlich Jacksons Stimme weich und lieblich einsetzt. Dabei hat sich Jackson vom Indie-Pop ihrer früheren Veröffentlichungen losgelöst und zeigt sich fast schon mystisch und introvertiert. The Deep ist ein Traum und passt perfekt zu einer emotionalen Serienszene. Tessa Rose Jackson hat sich neu erfunden und das steht ihr äußerst gut.