The Japanese House – Neuer Song mit mutigem Video-Projekt

In der Entstehung eines Songs steht für denjenigen, der den Text schreibt, meist eine persönliche Erfahrung im Vordergrund. Erinnerungen, Gefühle und Überraschungen stehen hierbei oft an erster Stelle. So werden viele Liebeslieder aus dem Gefühl und der Erinnerung an – zumeist – vergangene Beziehungen geschrieben. So sieht es auch bei Lilo – dem neuen The Japanese House Song aus, den die britische Sängerin nun veröffentlicht hat. Dabei steht Amber Bains Liebesbeziehung zu ihrer Ex-Freundin Marika Hackman im Fokus. Hier gibt sie die Gefühle frei, die sie fühlte, als sie Hackman zum ersten Mal sah, als sie sich zum ersten Mal berührten. Die Herausforderung hierbei war für Bain, dass sie Hackman fragte, ob sie auch in ihrem Musikvideo mitmachen würde. Verbindet die beiden heute eine enge und feste Freundschaft, kam für Bain nur die Person in Frage, um die sich das Lied auch dreht. Und so machte Hackman sofort mit. Dabei ist die im Video festgehaltene Nähe keinesfalls gespielt, sondern von Gefühlen der tiefen Zuneigung und Vertrauen geprägt, die man in jedem Moment sehen kann. Lilo ist darüber hinaus eine feine Ballade, mit viel Wärme und Geborgenheit und besticht einmal mehr durch Bains Vocoder unterstützten Gesang. So ist Lilo eine Seelenkur und überzeugt durch viel Gefühl und einem aufrichtigen Text.

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Kiesza & Chris Malinchak – Zwei, die wissen was sie tun

Man möchte fast sagen, dass es eine ungewöhnliche Zusammenarbeit war – wäre da nicht bereits die Single Mother, die den New Yorker DJ Chris Malinchak und die kanadische Sängerin Kiesza Anfang des Jahres veröffentlichten. Dabei entstand eine berufliche Freundschaft, bei der es nicht nur bei einem Song bleiben sollte. Nun haben die beiden gestern Abend ihr Versprechen eingelöst und mit Weird Kid die zweite Zusammenarbeit veröffentlicht. Hier zeigt sich Kiesza mit einer glasklaren Stimme und passt wunderbar zum Tropical-House Sound Malinchaks. Darüber hinaus gibt der Song durch den hallenden Gesang Kieszas eine gewisse Melancholie preis, die zu den letzten warmen Sonnenstrahlen des verabschiedenden Sommers passt. Weird Kid ist eine angenehme Popnummer, die einen nicht fordert aber dafür deutlich im Kopf festsetzen wird.

AnnenMayKantereit – Konventionslos ehrlich

AnnenMayKantereit sind schon eine außergewöhnliche Band. Hat die Band ganz Deutschland im Jahr 2014 im Sturm erobert, basiert ihr Erfolg einzig und allein darauf, dass sie sich ins Zeug legen, Straßengigs – und später in Konzerthallen – spielten und stets und ständig präsent waren. Ihre Spielwut schien schier unerschöpflich. So wurden die Songs Barfuß am Klavier, Oft Gefragt und Pocahontas zu Hymnen einer noch jungen Generation. Das alles liegt erst 3/4 Jahre zurück und doch haben AnnenMayKantereit es geschafft, sich im kollektiven Bewusstsein derart festzusetzen, das sie wohl auch ein Werbeprospekt singen könnten und es würde ihnen Ansehen bringen. Tun sie aber nicht – statt sich endlos lang auf den Songs des zweiten Albums Alles nix Konkretes auszuruhen, haben die Kölner Jungs an ihrem Nachfolgealbum Schlagschatten gearbeitet. Mit der ersten Singleauskopplung Marie präsentieren sie einmal mehr, dass ihre Musik geprägt ist, vom live spielen. Denn hier kommt das Gefühl aus der Performance und allen Facetten, die AnnenMayKantereit so einwandfrei beherrschen. Wenn andere Künstler zu erst ins Studio gehen, einen Song aufnehmen und dann an einer Live-Spielbarkeit arbeiten, haben AnnenMayKantereit schon längst alle begeistert. Marie ist eine Abrechnung mit so viele Themen, die den jungen Sänger Henning May beschäftigen. Von dem Verlust eines Freundes, dem frühen Tod seiner Mutter und dem Gefühl (un-?)glücklich verliebt zu sein. Dabei spielen sie ihre Instrumente gewohnt entspannt und lassen der rauen Stimme Hennings viel Raum zum wirken. So klingt Marie direkter und hat keine polierte Soundästhetik, sondern lädt mit einem Sound für eine Momentaufnahme zum verlieben ein.

Hayden James – Angekommen aber noch nicht fertig

Vor drei Jahren konntet Ihr hier über den australischen Newcomer Hayden James lesen, wie er es schaffte, mit seinem Song Something About You bis auf über 3 Millionen Klicks zu kommen. Mit einem Plattenvertrag im Gepäck gelang es ihm anschließend sogar, den Song auf über 68 Millionen Klicks zu bringen. Doch was bisher fehlt, ist ein Debütalbum. Zwar hat James mit Just A Lover (2016) und Numb (2017) noch zwei weitere Songs veröffentlicht, doch blieb er uns bis heute eines Albums schuldig. Mit der nun veröffentlichten Single Just Friends folgt James seinen Rhythmus, einmal im Jahr einen Song zu veröffentlichen. Dabei bekommt er Unterstützung vom britischen Singer/Songwriter Boy Matthews, der zu einem unglaublich tanzbaren Bass frech, sowie stilsicher gelangweilt davon singt, wie es ist, wenn aus einer Freundschaft plötzlich mehr wird. Die aufregende Zeit und das passende Gefühl wird durch den aufbauenden Beat wunderbar transportiert und lässt den Song zum Crush-On-You Anthem werden. Irgendwo zwischen clublastigem Rumgemache und jugendlicher Unerfahrenheit füllt Just Friends die Lücke aus und animiert zum tanzen. Und uns bleibt nur zu hoffen, dass nicht wieder ein Jahr vergehen muss, um neues Material zu hören.

Pink – What About Us als melancholische Hymne

Was haben Robin Schulz, Ed Sheeran, Calvin Harris und Pink gemeinsam? Im ersten Moment würde wohl nur das Genre Pop als Gemeinsamkeit passen. Doch all diese Popstars haben Songs produziert bekommen von ein und demselben britischen Künstler – Steve Mac. Dieser ist in den letzten Jahren für so einige Hits verantwortlich gewesen und hat mit der neuen Single What About Us von Pink nochmal ein Ausrufezeichen gesetzt. Dazu überrascht, dass Pink ihr nunmehr siebtes Album Beautiful Trauma nicht mehr durch einen Spaßsong ankündigt, sondern mit What About Us eine große, von Melancholie durchtränkte Pop-Hymne veröffentlicht. Mit einem großen Elektrosound aus Perkussion und Synthies wirft uns Pink förmlich die Frage entgegen, die in so vielen Lebenslagen gestellt wird – What About Us – Was ist mit uns. Diese Frage ist allgegenwärtig – ob in der Kindheit über eine ganz enge Freundschaft zueinander, einem Paar, das vor einer entscheidenden Phase steht oder einem Ende, das einen neuen Anfang bringt – immer wieder kommt die Frage nach dem Was nun, Was ist mit uns – what about us auf. Pink hat es mit dem Song geschafft viele Fragen zu stellen und in offene Herzen zu rennen. Dabei kommt What About Us stark an Katy Perrys Pophymnen heran und beweist, dass Pink auch nach fünf Jahren des langen Wartens auf ein neues Album immer noch am Puls der Zeit ist und ihre Songs ankommen.