Juli - Fahrrad

Juli – Fünf Jahre auf dem Rad durch die Nacht

Seit ihrem Debütalbum Es Ist Juli sind mittlerweile 15 Jahre vergangen. Kam das zweite Album Ein Neuer Tag nur zwei Jahre nach dem Debüt raus, folgten bei den weiteren Veröffentlichungen lange Pausen zwischen den Alben. So hatte die in Gießen gegründete Band für ihr drittes und viertes Album In Love (2010) und Insel (2014) jeweils vier Jahre gebraucht. Nun stehen sie davor, ihr fünftes Album zu veröffentlichen und beenden mit der Single Fahrrad eine fünf Jahre währende Bandpause. Würde diese lange Auszeit bei anderen Bands als Comeback gezählt werden, ist es bei der – mittlerweile überwiegend in Berlin lebenden – Band fast schon gängig. Nach Jahren des privaten Austobens oder Entschleunigens ist es Juli gelungen, mit Fahrrad einen wunderbaren Popsong zu schreiben, der an die eingängigen und kräftigen Songs der Band anknüpft. Hier geht es um Freiheit, zu jedem Zeitpunkt machen zu können, was man möchte. So ist es eine große Leidenschaft der Frontsängerin Eva Briegel, nachts mit dem Rad durch die leeren Straßen der Hauptstadt zu fahren. Juli haben nach fünf Jahren mit Fahrrad eine Single veröffentlicht, die so sehr ins Ohr geht, dass man sich fast vorkommt, als wäre die Band nie weg gewesen.

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Schiller feat. Schwarz – Eine Lawine ohne Halt

Nach und nach veröffentlicht Christopher von Deylen als Schiller immer mehr Songs seines, am kommenden Freitag erscheinenden Albums Morgenstund und gibt damit auch immer mehr Einblick in den Sound, der sich bereits mit der Single Morgenstund aus dem gleichnamigen Album andeutete. An den Sound seiner ersten Alben erinnert, ist der geschätzte Musiker und Produzent mit viel Epos, welches von Freiheit, Weite, Liebe, Wärme und Antrieb erzählt, mit einem frischen und doch bekannten Sound zurück. Dabei passt Schwarz‘ Stimme so unglaublich gut zum produzierten Sound, dass man sich fast wünscht, diesen Song einmal in einem emotionsgeladenen Werbeclip zu sehen, der auch schon Bag Riders, Jonah oder Empire Of The Sun zu der verdienten Aufmerksamkeit verhalf. Dass Schiller diese Aufmerksamkeit gar nicht nötig hat, zeigen die – wiederholt – auf Platz 1 der Albumcharts gelandeten Alben. Allerdings konnten die Singles nicht mehr den Erfolg wiederholen, den er noch Mitte der 2000er erzielen konnte. Schwarz ist dabei der perfekte Featuring-Act, der dem Song einen ganz eigenen Drive gibt und mit seiner hohen Stimme fast schon zu einer Dream-Pop Nummer werden lässt. Für Schwarz dürfte es rund um seine, aktuell mehr als umtriebige, Arbeit an neuer Musik sehr passend sein, dass er auf der Schiller Single Avalanche mit Synthies in Berührung kommt – ist er doch selbst in einem voluminösen Elektrosound aus Synthies und Beats zu Hause. Auf Avalanche bilden Schiller und Schwarz eine Symbiose und klingen dabei so organisch, dass man eine langjährige Zusammenarbeit fest vermutet hat und dann doch überrascht wird, dass es der erste Song der beiden Musiker ist. Somit werden die letzten Tage vor der Albumveröffentlichung von Morgenstund gefühlt nochmal verkürzt und bildet der Song eine wunderbare Klangwolke aus Kreativität und Kraft.

Roosevelt – Zwischen Verschollenem und Leben retten

Heute überraschte uns der Kölner Sänger und Produzent Roosevelt mit einer Veröffentlichung, die viele noch aus den Anfangstagen des Musikers kennen dürften. Denn mit Falling Back hat Roosevelt einen, vormals unter dem Namen Cape Cod bekannten, Song veröffentlicht, der bereits vor nunmehr fast acht Jahren auf Roosevelts Setlisten zu finden war. Nun hat er Falling Back im W Hotels Worldwide in Barcelona neu aufgenommen. Dabei bietet die Hotelkette eigens, um Musiker anzusprechen, Tonstudios und diverses Equipment an, um hierbei als vollwertiges Aufnahmestudio mit Übernachtungsmöglichkeit zu fungieren. Gleichzeitig werden alle Erlöse des Songs aus Streaming- und Downloadeinnahmen an SOS Mediterranee gespendet und damit das Leben von, in Seenot befindlichen Menschen, gerettet. Dass Roosevelt einen seiner ganz frühen Songs nun digital veröffentlicht, überrascht in sofern, da er in den letzten Jahren zumeist nur noch Songs seiner beiden Alben und der Elliot EP spielte und Songs wie Soleil oder eben Cape Cod gar nicht mehr in seinen Setlisten auftauchten. Falling Back klingt dann auch nach einer Mischung der Songs aus den Jahren 2012 & 2013, sowie aus dem heutigen Sound Roosevelts, der von treibenden, epischen Beats geprägt ist und eine volle Ladung Sommer, Freiheit und Freude vermittelt.

Adelphi Music Factory – Der Soundtrack der Silvesternacht

In solchen Momenten ist es schwierig überhaupt einen Text zu einem Act zu verfassen. Gibt es doch im Netz außer die immer gleichen Infos kaum bis gar nichts über den Act zu finden. Im Falle von Adelphi Music Factory musste man schon etwas tiefer in die Producer-Struktur schauen, um rauszufinden, dass die Vocals auf Javelin (Calling Out Your Name) ein Sample der amerikanischen Gospel-Sängerin LaShun Pace sind, die den Song It’s Me Oh Lord (Acapella Praise) bereits auf ihrem 2011er Album Reborn veröffentlichte. Recherchiert man weiter, wird bei dem Namen Mark Summers schnell klar, dass hier ein ganz großer Produzent Hand angelegt hat. Denn Summers steht wie kaum ein anderer Produzent für euphorische Party-Dancehits der letzten 20 Jahre. So hat er unter anderem für Kylie Minogue, Aphex Twin und Jocelyn Brown Songs produziert und steht mit seinem Label Scorccia Records für eine Musik, die Diskomusik der 70er, Hip-Hop der 80er und 90er House mischt und daraus eine unverwechselbar, tanzbare Musik schafft. Dies zeigt sich nun auch auf Javelin (Calling Out Your Name), bei dem Summers mit weiteren Produzenten unter dem Pseudonym Adelphi Music Factory auftritt und mit den Worten Die Welt ist in Aufruhr. Der Hass wächst, doch der Widerstand auch. Adelphi Music Factory, ein industrielles Kollektiv aus dem Norden, schmiedet mit Javelin eine mit Liebe erfüllte Gospelbombe. The Black Madonna, Denis Sulta, Skream, Artwork und Annie Mac tragen dazu bei, die Botschaft von Schwesternschaft, Brüderlichkeit, Freiheit und Frieden auf den Tanzflächen auf der ganzen Welt zu verbreiten. Dass dies wichtiger denn je ist, zeigt ein Rückblick auf das endende Jahr 2018. Also lasst es uns Adelphi Music Factory gleich tun und feiert mit Javelin (Calling Out Your Name) in das neue Jahr 2019. Ich wünsche Euch einen guten Rutsch und ein gesundes, liebevolles und erfolgreiches 2019! Stay tuned!

Kovacs – Mit mehr Groove durch das zweite Album

Mit ihrem Debütalbum Shades Of Black gelang es der niederländischen Sängerin Kovacs 2014 direkt auf Platz 1 der niederländischen und Platz 8 der deutschen Albumcharts einzusteigen. Ihre Mischung aus rauchig, kratziger Stimme, dem Auftreten einer zierlichen Frau und dem James Bond’schen Klang der Singles My Love und 50 Shades Of Black brachte ihr vor vier Jahren von Berlin bis Amsterdam viel Aufmerksamkeit ein. Ihr zweites Album jedoch ließ länger auf sich warten als geplant. Hatte sie das Debütalbum mit dem Produzenten Oscar Holleman realisiert – der sich für Produktionen für Within Temptation, Ayreon und Krezip verantwortlich zeichnet – zog der sich mitten im Prozess des zweiten Albums plötzlich zurück und nahm die Band, die Kovacs seit dem Debüt begleitete mit. Mit diesem Gefühl, wieder komplett alleine dazustehen und von vorne beginnen zu müssen, wandte sich Kovacs an den britischen Produzenten Liam Howe, der nicht nur bereits mit Adele, Lana Del Rey und FKA Twigs zusammengearbeitete hat, sondern Kovacs auch die Freiheit gab, sich wieder selbst zu finden, um den Sound zu realisieren, den sie nun auf ihrer neuen Single Black Spider präsentiert. Dabei ist das Gefühl, einen James Bond-Soundtrack zu hören verschwunden – hin zu einem deutlich poppigeren und groovigeren Sound, der sich unweigerlich im Körper festsetzt. Schneller und mit vielen peripheren Instrumenten, wie Saxophon, Trompeten und Geigen klingt Black Spider ungewöhnlich offen und befreiend. Kovacs scheint sich in ihrem neuen Sound wohlzufühlen und begeistert mit sehr viel Frische.

Aurora – Engel des Nordens

Sie ist wie eine Fee. Die norwegische Sängerin Aurora hatte mit einem ihrer ersten Songs Awakening (2013) und dem im Frühjahr 2016 veröffentlichten Debütalbum All My Demons Greeting Me as a Friend alle begeistert. Nicht zuletzt durch die beiden Singles Running with the Wolves und Half the World Away welche in Werbespots für Vodafone und John Lewis eingesetzt wurden – hatte sie europaweit große Aufmerksamkeit erlangt. Dabei ist die 21-jährige Sängerin genau das Gegenteil – ist sie doch in sich gekehrt und bereits mit kleinen Dingen zufrieden und versprüht auf Konzerten eine außergewöhnliche Aura von Glück, Frieden und unglaublich viel Freude. Hierzu bewegt sich Aurora so grazil – einer Fee gleich – über die Bühnen und verzaubert alle im Publikum mit ihrer bloßen Anwesenheit. Nun hat Aurora zur Ankündigung ihres zweiten Studioalbums die Single Queendom veröffentlicht, die durch einen schnellen Sound und elektronischen Beats begeistert. Dabei singt Aurora gewohnt klar und bildet so einen fantastischen Kontrapunkt. Queendom ist eine lebensbejahende Hymne für all diejenigen, die etwas fühlen wollen und sowohl Geborgenheit, als auch Freiheit suchen. All dies schüttet Aurora so lässig aus dem Ärmel, dass man sich ihr hingeben und einfach nur zuhören möchte.

Paul Kalkbrenner – This city is yours

Nicht viele Techno-Produzenten können Charterfolge ihr Eigen nennen. Anders sieht es beim Berliner DJ und Produzenten Paul Kalkbrenner aus. Denn sowohl sein 2011er Album Ecke Wieder, als auch Guten Tag (2012) und 7 (2015) haben es nicht nur in die Charts geschafft, sondern landeten – in Reihenfolge – sogar auf Platz 2, 5 und 1 der Albumcharts. Dass der Erfolg daher nicht mehr nur von den Lorbeeren des Berlin Calling Soundtracks stammen kann, sollte nun auch bis in die letzte Ecke des Clubs vorgedrungen sein. Vielmehr ist Kalkbrenner eine stetige Party- und Aufbruchstimmung zu entlocken, die er mit so viel Energie, Enthusiasmus und Freude zelebriert, dass selbst in den entlegensten Winkeln der Clublandschaft ein Grinsen im Gesicht entsteht – wird gerade ein Kalkbrenner Song gespielt. Mit viel Euphorie wagt sich der Berliner nun an sein neues Album Parts Of Life, welches Kalkbrenner als sein bisher persönlichstes Album beschreibt, und hat mit Part Eight einen Song veröffentlicht, der Rave neues Leben einhaucht. Mit schnellen und frickeligen Beats lässt Kalkbrenner dabei die Berlin Calling Zeit nicht aus und erschafft eine Soundästhetik, die wie geschaffen für das Gefühl der Loveparade ist. Dieses Moment, einen Tag in Berlin mit Millionen Anderen zu feiern, ungebremst Spaß zu haben und sich einfach einem Gefühl von Freiheit hinzugeben, deckt Part Eight vollends ab und erzeugt einfach nur gute Laune. Mit Part Eight veröffentlicht Paul Kalkbrenner bereits seine zweite Singleauskopplung aus dem bevorstehenden Album und wird dem Erfolg von damit in nichts nachstehen.

Giant Rooks – Schwebend in eine neue Welt

Wer kennt dieses Gefühl nicht, auf der Autobahn zu sein, Kilometer um Kilometer hinter sich zu lassen und einen Moment der Freiheit zu spüren. Getragen – wie so oft – durch einen Song, den man dazu passend im Kopf hat. Die Giant Rooks liefern nun mit Mia & Keira (Days To Come) genau so einen Song ab. Wie die Faust aufs Auge passt Mia & Keira (Days To Come) zu schnell an einem vorbeiziehende Leitpfosten am Straßenrand. Etwas melancholisch, etwas motivierend und fast schon schwebend schnell ist Mia & Keira (Days To Come) eine Wucht von einem Indie-Song. Mit New Estate, Bright Lies und nun auch Mia & Keira (Days To Come) bauen sich die Jungs um Frontsänger Frederik Rabe zu einem Phänomen der hiesigen Musiklandschaft auf und hauen uns mit voller, musikalischer Kraft um. Ihre Debüt-Ep hat nunmehr drei, der fünf Songs veröffentlicht. Was bedeutet, dass nun auf ein Album hingearbeitet werden kann.