Ásgeir - Unbound

Ásgeir – der bessere Chet Faker?

Mit seinem fantastischen Song Nýfallið regn und der englischsprachigen Version Torrent hatte der isländische Sänger, Gitarrist und Songwriter 2014 ein Ausrufezeichen gesetzt, das mehr als bemerkenswert war. Hatte er doch bereits im Jahr zuvor sein Debütalbum Dýrð í dauðaþögn veröffentlicht und dieses 2014 schließlich nochmals in englischer Sprache eingesungen. Torrent war damals die Überschrift und so großartig und intensiv, wie brüchig und sentimental. Mit dieser Art ermöglichte er dem Genre Folktronica einen enormen Popularitätsschub. Kurzum ein Song, den man lieben muss. Nun ist Ásgeir, der bürgerlich Ásgeir Trausti Einarsson heißt und 1992 in Reykjavík geboren wurde, mit einer ersten Single aus dem zweiten Album Afterglow zurück. Auf Unbound hört man deutlich, dass sich sein Genre hin zu mehr Elektro gewandelt hat und an Künstler wie Chet Faker erinnert. Da ist der sensible und hohe Gesang, der rhythmusbrechende Sound und ein sattes Klangbett stilprägend. Ásgeir behält sich allerdings weiterhin, dass er sich selbst eher intim und zurückhaltend präsentiert. Mit Unbound hat er damit voll und ganz ins schwarze getroffen.

Goldfrapp – Mit Elektrogewallt zurück

Goldfrapp - Anymore

Goldfrapp – Anymore

Es ist fast schon unglaublich, doch das britische Duo Goldfrapp ist in seinem 18. Jahr. Damit nicht genug, ist Frontsängerin Alison Goldfrapp 2016 50 Jahre alt geworden und wirkt, klingt und sieht wie Anfang 30 aus. Vielleicht beginnt gerade jetzt die Zeit der alterslosen Stars. Finden sich im aktuellen Popgeschehen doch immer häufiger Musiker, die weitaus älter sind als ihr Wirken, Handeln und ihr Sound zu scheinen vermag. Goldfrapp hatte mit dem letzten Album Tales Of Us nach fünf durchaus erfolgreichen Alben eine Kehrtwende eingelegt und ein Album veröffentlicht, das mit der Genrebezeichnung Folktronica betitelt wurde. So gilt Tales Of Us als anspruchsvollstes, berührendstes und ruhigstes Album und setzte damit eine Zäsur in der Diskografie der Briten. Soweit der Stand 2013. Nun haben Goldfrapp gestern die erste Single ihres, Ende März erscheinenden, siebten Studioalbums Sylver Eye veröffentlicht und werfen damit alle Erwartungen über den Haufen. Klingt die erste Single daraus doch wie Goldfrapp zu Zeiten von Supernature und Black Cherry. Anymore ist vollgepackt mit Will Gregorys Synthesizern und einer sanften, wohl artikulierten Alison Goldfrapp. Anymore klingt wieder verspielt, als würde das Duo plötzlich die Lust auf den Club zurückerobert haben. So schließt sich der Kreis und Goldfrapp leben ihre Evolution vor allen Augen und Ohren aus.