Ed Sheeran feat. Yebba - Best Part Of Me

Ed Sheeran – Er kann es noch – intim und verletzlich

Was seinen Erfolg angeht, kann dem Briten Ed Sheeran aktuell keiner das Wasser reichen. Als momentan erfolgreichster Künstler weltweit wird jede seiner Veröffentlichungen zum Hit. Doch hat sich der Stil des Sängers in den letzten Jahren drastisch verändert. Vom Debütalbum + das aus Folksongs bestand, zum heutigen Elektropop und R&B hat Sheeran fast alle populären Genres einmal durch. Nun  – mit seinem vierten Album No.6 Collaborations Project setzt Sheeran noch einen drauf und arbeitet sich durch die Hip-Hop Szene der USA. Darauf enthalten sind Songs mit Künstlern wie Cardi B, Camila Cabello, Chance The Rapper, Eminem, 50 Cent, Skrillex oder Justin Bieber. Doch ein Song sticht besonders hervor und ist mit der Grammy-Award-Gewinnerin Yebba produziert – die in den letzten 12 Monaten durch ihre Zusammenarbeit mit Rudimental und Mark Ronson bereits ins Rampenlicht trat und bis dahin vorrangig als Songschreiberin tätig war. Nun hat sie zusammen mit Sheeran den Song Best Part Of Me veröffentlicht, der sich an der Musik des Debütalbums + orientiert und mit Folk und Akustik begeistert, wie wir sie seit der Single The A Team nicht mehr von dem Briten hörten. Bei dem unglaublichen Erfolg des Sängers ist es schön zu sehen, dass er nach wie vor mit allen Genres spielt und mit solche wunderbaren Songs wie Best Part Of Me überrascht.

Bear's Den - So That You Might Hear Me

Bear’s Den – Berührend hoch 3

Nun ist es endlich soweit, nach drei Jahren ist heute das dritte Studioalbum So That You Might Hear Me von Bear’s Den erschienen. Damit präsentieren sich die Briten nach dem monumentalen Red Earth & Pouring Rain abwechslungsreicher denn je. Mit dem elektronischen Fuel On The Fire, den ruhigen Folksongs Laurel Wreath und Blankets Of Sorrow oder dem epischen Fossils haben sich Bear’s Den deutlich breiter aufgestellt, als noch auf Islands und Red Earth & Pouring Rain. Bei der aktuellen Single Crow haben Andrew Davie und Kevin Jones dann auch eine stripped-down Ballade auf dem Album, die so zurückhaltend ist, dass man sich voll und ganz darin verlieren kann. Für das Musikvideo haben die Jungs dann auch ihre Fans in den Städten São Paulo, Nashville, London und Brüssel zu einem First-Listening eingeladen und wurde mit den Fans ein Video erstellt, bei dem es darum ging familiäre Beziehungen zu präsentieren. Zusammengekommen, sind die verschiedensten Menschen mit ihren Liebsten oder auch Menschen, die nur ein Foto bei sich trugen, auf dem eine verstorbene Liebe gezeigt wird. Musikalisch geht Crow dabei in die einfühlsame Richtung und lässt viel Raum für Gefühle. Dabei zeichnet sich Crow durch das Zusammenspiel all dieser Einflüsse episch und monumental aus. Mit großem Pathos und einer gleichzeitigen Sensibilität lädt Crow unverkennbar ein, das neue Album zu hören und sich im Bear’s-Den-Sound zu verlieren – denn das schaffen die Briten wieder einmal hervorragend mit ihren neuen Songs.

Dean Lewis – Wird sich der Erfolg wiederholen?

Mit Be Alright hatte der Australier Dean Lewis 2018 einen satten Welthit hingelegt. Konntet Ihr bereits im Herbst 2017 und im Winter 2018 hier bei SOML über Lewis und seine Songs etwas lesen, ist er mit Be Alright mittlerweile in 26 Ländern in die Charts eingestiegen und in 14 davon bis in die Top-10 gelangt. Nach diesem Erfolg wird es für jede Single danach schwer, den Erfolg zu wiederholen. Mit Stay Awake sieht dies allerdings völlig anders aus. Noch nicht ganz den Erfolg der vorherigen Single verdaut, steigt Stay Awake kontinuierlich die Charts hinauf. Dabei ist der folkige Song des Singer/Songwriters treibend, euphorisch und klingt anders, als es der Songtext aussagt. Denn während sich der Song selbst recht fröhlich und nach Guter-Laune anhört, besingt Lewis darin, wie er versucht an einer Person die er liebt festzuhalten, die im Begriff ist ihn zu verlassen. Dabei mischt er abermals ein Erfolgsrezept zusammen und lässt einen weiteren Hit auf die Welt los. Gelungen ist Lewis dies mit Stay Awake auf alle Fälle.

SYML – Der Tanz der Wagnis

Es bleibt spannend bei SYML. Mit den Singles Where’s My Love und Clean Eyes hatte Brian Fennell unter seinem Soloprojekt SYML im Sommer 2017 und Herbst 2018 zwei so konträrer Songs veröffentlicht, dass man sich nur schwerlich eine Genrelinie ausmalen konnte. Nun hat Fennell mit The Bird eine weitere Single veröffentlicht, die abermals in ein ganz anderes Genre schlägt. War Where’s My Love ein so wunderbar ruhiger Folksong, preschte Clean Eyes volle Kanne in die Indie-Sphären vor. Mit The Bird wird nun aus einem anfangs ruhigen Singer/Songwriter-Song, im Verlauf eine elektronische und wabernde Traumsequenz. Dabei beschreibt Fennell selbst den Song wie folgt; Es ist nicht leicht, Jemanden mit all seinen schönen Fehlern und Feinheiten zu lieben oder sogar zu verstehen, während wir mit unseren Eigenen zurechtkommen. Es ist so zart und kalt wie stolz und kriegerisch. „The Bird“ repräsentiert diesen surrealen Tanz. Wenn wir es nicht fest genug halten, könnte es entkommen. Aber wenn wir es wiederum zu fest halten, könnten wir es ersticken. Damit beschreibt Fennell vollumfänglich den Verlauf des Songs, der zu erst sensibel und fragil erscheint, um sich um Verlauf zu einem wabernd, drängenden und dunkel wirkenden Song zu transformieren. SYML ist ein Chamäleon und zeigt damit, dass Genres für den in Seattle lebenden Musiker keine Grenzen bedeuten. So erwarten wir mit Spannung sein, für den 3. Mai angekündigtes, selbstbetiteltes Debütalbum SYML.

First Aid Kit – Mit Chorgesang und Folk zum Erfolg

Es ist dieser Chorgesang, der uns bei First Aid Kit so fasziniert. Ist ihre Mischung aus Folk und Country gerade in Europa doch nicht all zu weit verbreitet, klingen die beiden schwedischen Schwestern Klara und Johanna Söderberg gleichzeitig jedoch nicht nach dem Country der amerikanischen Südstaaten, sondern kommen dem Pop sehr entgegen. Mit My Silver Lining wurde das Duo in den letzten drei Jahren zu einer der absolut gehyptesten Bands im Folk. Was schließlich in einer ausgedehnten Welttournee und anschließend ganz viel Zeit abseits der Medien endete. Des ganzen Rummels etwas überdrüssig brauchten First Aid Kit lange vier Jahre, um nun im Januar 2018 ihr viertes Album Ruins zu veröffentlichen. Mit der ersten Singleauskopplung It’s A Shame haben First Aid Kit gleich mal mit den Befürchtungen aufgeräumt, ihr neues Album könnte sich noch mehr dem Pop annähern. It’s A Shame ist so viel Country, wie Folk, so viel Pop, wie 80er-Jahre-Synthie. Tatsächlich spielen die Söderberg-Schwestern mit den verschiedensten Instrumenten und verbinden alle zu einem so passenden Folksong, dass man gar nicht anders kann, als sich auf die Rückkehr des Duos zu freuen. Musikalisch sind sie mit It’s A Shame zumindest nie besser gewesen.

Alex The Astronaut – Ein Underdog plötzlich ganz groß

Ein Multitalent par excellence. Sie ist nicht nur haarscharf an einer Profi-Fussballkarierre vorbeigeschrammt, sondern studiert auch noch Mathematik und Physik in New York. Dabei kommt Alex Lynn eigentlich aus Australien und ist vor einer kleinen Ewigkeit mit ihrer Familie nach Großbritannien gezogen. Hier inspirierte sie der Britpop-Sound und die vielen Gitarren in Songs so sehr, dass sie selbst anfing, Songs zu schreiben. Schon früh griff sie zur Gitarre und ließ ihren Folk-Pop entstehen. Doch Musik ist aktuell gar nicht mal im Vordergrund – obwohl sie zur Zeit deutlich mehr im Kopf behalten muss. Allerdings kann sich Alex unter ihrem Pseudonym Alex The Astronaut durchaus vorstellen, in einigen Monaten eine EP und nächstes Jahr ein Album zu veröffentlichen. In der Zwischenzeit tanzen wir zu ihrem Indie-Hit Not Worth Hiding. Dieser ist vor einigen Wochen zum absoluten Hit in Australien geworden. Konnten die Australier damals über die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare entscheiden, wurde Not Worth Hiding zur Hymne dieser Wahl. Gleichzeitig sang Alex The Astronaut in die Welt hinaus, wie viel mehr es wert ist, sich selbst zu vertrauen, sich zu trauen zu seinen Gefühlen zu stehen und keine Angst davor zu haben, sich als homosexuell zu outen. Dass dies als Künstlerin nicht einfach ist, ist verständlich, hat doch speziell die Stimme eines Künstlers immer auch eine höhere Gewichtung und kann so schnell missverstanden werden. Im Falle von Alex The Astronaut ging allerdings alles gut und ihre Single startete voll durch. Dies ist abgesehen vom Thema auch der sympathischen Art zuzuschreiben, wie Alex The Astronaut singt. Es ist vielmehr ein frecher Sprechgesang, der an die ganz frühen Songs der französischen Sängerin SoKo oder Kate Nash erinnert. Folk trifft auf Pop und lässt die Gitarren klingen. Wir wollen schleunigst mehr davon!

Lollapalooza Berlin 2017 Tag 1

Lollapalooza Berlin Festival 2017

Ein Festival, das auch im dritten Jahr keine Konstante entwickelt hat – wo fängt man da an? Es war bereits am Sonntagmorgen viel über den ersten Tag des Lollapalooza Festivals zu lesen – eigentlich nicht über den Tag selbst, sondern eher über die Nacht zum Sonntag. Denn an diesem, versuchten Tausende Besucher des Festivals durch einen eingleisigen S-Bahnhof wieder in die Innenstadt und somit nach Hause zu kommen.

Anfangs geht es an dieser Stelle allerdings um das Festivalgelände, die Acts und das Lebensgefühl – denn davon gab es reichlich.

Betrat man am Samstag das Festivalgelände, stand man in Mitten eines riesigen weiterlesen