The Coronas - Find The Water

The Coronas – Mit großartiger Hymne zum neuen Album?

Gesund gewachsen – diese Aussage passt auf The Coronas aus Irland am besten, sollte man einmal dazu kommen, ihren stetigen Aufstieg zu beschreiben. Haben die Jungs aus Dublin doch mit ihren bisherigen fünf Alben einen so gesunden Wachstum erlebt, sind sie mittlerweile mit ihrem letzten Album Trust The Wire (2017) erstmals auf Platz 1 der irischen Albumcharts gelandet. Dieser Erfolg wird nicht etwa von großen Plattenfirmen und ausufernden Marketingstrategien geleitet, sondern resultiert aus ständigen Gigs und harter Arbeit. So ist es zur Tradition geworden, dass The Coronas jedes Jahr im Dezember an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen das Dubliner Olympia Theatre bespielen und damit eine Gewohnheit geschaffen haben, die für das Dubliner Publikum zu einer Art Homecoming-Event geworden ist. Auf ihrer nun veröffentlichten Single Find The Water zeigen sich The Coronas jedoch plötzlich überraschend zurückhaltend. Standen alle vorherigen Leadsingles immer im Zeichen von wilden Indiesounds, ist Find The Water eine verträumt, melancholische Alternative-Ballade, die eine gewissen Getriebenheit ausstrahlt. Mit einem schnellen Mittelteil wird der Song zu einer Wolke aus Schmerz, Leid, Aufbruch und Vertrauen. The Coronas zeigen damit einen ungewöhnlich klingenden Sound, der zu Recht auf ein bald kommendes Album hoffen lässt.

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Flecks – Ein irischer Traum von Musik

Die Karriere des irischen Duos Flecks liesst sich ganz entspannt. 2012 zusammengefunden, schreiben Freya Monks und Scott Halliday seitdem zusammen Musik und basteln an einem Sound, der inspiriert von den 80er Jahren, großen Blockbustern und dunklen Pophymnen ist. Dabei hören sich Flecks so authentisch an, dass man fast keinen Zweifel daran lässt, diese Band müsse es seit den 80er Jahren geben. Vier Jahre später – wir schreiben den Sommer 2016 – veröffentlichte das Dubliner Duo mit Girl ihre erste EP. Hierbei konnten sie mit dem Song Objects Of Desire gleich einen kleinen Coup landen und wurden in der irischen Dramaserie Striking Out gespielt. Könnte es für die Band nicht besser laufen, folgte unerwartet ein Bruch, der ein zweijähriges Pausieren der Band zur Folge hatte. Nun ist Flecks seit wenigen Monaten wieder zurück und hat gleich mit der ersten Single Samurai einen wahren Schatz veröffentlicht. Denn Samurai verbindet all das, wofür Flecks stehen. Große Synthies mit dunklen Beats, Freyas schwelgerischer Gesang und eine Weite, welche die Nacht zum großen Spielplatz für Schlaflose macht – das alles verbindet Samurai in knapp vier Minuten. Samurai ist nur einer von vier Songs, die Flecks in den kommenden Monaten veröffentlichen werden und mit dem zweiten Song Doubles bereits fortgeführt haben. Spannend, großartig und viel zu gut, um ihn unkommentiert zu lassen, bekommt ihr hier die Chance Samurai für Euch zu entdecken.

Dermot Kennedy – Irische Power

Bereits im Frühjahr konntet Ihr hier auf SOML über den irischen Singer/Songwriter Dermot Kennedy und seiner Single Young & Free lesen. Seitdem hat der Dubliner keine Gelegenheit ausgelassen, durch die Hallen Europas zu touren und seine Songs und erdrückend emotionale Stimme zu präsentieren. Dabei überrascht Kennedy immer wieder aufs Neue mit intensiven und kräftigen Songs. Nun ist Kennedy mit Power Over Me zurück und zeigt uns einmal mehr, was für eine starke Wirkung seine Musik entfacht. Dabei besingt er das Gefühl, in jemanden so sehr verliebt zu sein, dass derjenige die Kontrolle über einen hat. Dieses Gefühl von enormer Liebe drückt Kennedy in einer Art aus, bei der er Singer/Songwriting, Folk und Rock mischt und dadurch eine musikalische Explosion erzeugt. In den nächsten Wochen und Monaten wird Kennedy auf Tour sein und im kommenden Frühling auch wieder in Deutschland spielen. Dass diese Konzerte schnell ausverkauft sein werden, verwundert nicht – also beeilt Euch, wenn Ihr dabei sein möchtet.

Wild Youth – Pop, so klebrig süß

Sie haben alles, was Newcomer benötigen, um ganz groß rauszukommen. Gitarren, eine äußerst markante Stimme, sympathische Bandmitglieder und bereits ein paar respektable Hits auf Spotify und im irischen Radio. Damit hat die vierköpfige Band Wild Youth aus Dublin die besten Voraussetzungen um den ganz großen Durchbruch zu feiern. Mit ihrer aktuellen Single Can’t Move On zeigen sie, wie klebrig süße Popsongs klingen müssen. So haben Callum McAdam, Ed Porter, David Whelan und Conor O’Donohoe mit Can’t Move On eine kräftige Indiepopnummer veröffentlicht, die bereits seit dem frühen Sommer durch die Blogs und Radiostationen geistert. Dabei bekamen sie prominente Unterstützung – haben den Song doch die beiden Musiker Mark Sheehan und Danny O’Donoghue von The Script produziert. Bereits im Vorfeld der Singleveröffentlichung konnten sie als Support-Act für Künstler wie Zara Larsson, Niall Horan und eben auch The Script spielen. Dies bracht ihnen im Anschluss zwei ausverkaufte Gigs in Dublin und London ein. Nun stehen sie kurz davor, auch im restlichen Europa groß rauszukommen und begeistern mit der Single Can’t Move On bestimmt schon bald auch hierzulande die Massen.

Hozier – Mit voller Kraft voraus!

Für den irischen Sänger Hozier hatte sich vor fünf Jahren schlagartig alles verändert. Sein damaliger Durchbruch mit dem düsteren Song Take Me To Church hatte gleichermaßen begeistert wie ergriffen. Seitdem ist viel Zeit vergangen. Ein halbes Jahrzehnt bereits und auch wenn Hozier nie wirklich weg war, war er doch eine Zeit lang zumindest nicht mehr im Rampenlicht. Dies hat sich nun geändert, denn der – südlich von Dublin geborene – Sänger hat letzte Woche mit Nina Cried Power nicht nur eine Single, sondern gleich eine ganze EP veröffentlicht. Dabei wurde die gleichnamige Leadsingle von keiner geringeren, als Marvis Staples unterstützt – und damit einer der größten Soullegenden der USA. Dabei klingt Nina Cried Power nach einem Post-Sturm Song. Abermals treibt Hozier seine Stimme zu neuer Höchstform und lässt damit seine ganz eigene Art von Protest-Song entstehen. Denn dieses Gefühl wollte der Sänger auf Nina Cried Power übertragen und hat dabei nichts geringeres, als all seine Energie gebündelt und eine Macht von einen Song veröffentlicht.

Krystal Klear – Irland auf dem Weg in den Disco-Olymp

Es ist dieser Beat, der uns zum Ausrasten bringt. Wie einst Pop Muzik von M oder Inspector Norse von Todd Terje, hat auch der irische Produzent und DJ Krystal Klear nun einen Song produziert, der seit geraumer Zeit durch die Clubs Europas geistert. Mit Neutron Dance entfacht der in Dublin lebende DJ Dec Lennon, wie er bürgerlich heißt, ein wahres Klangfeuerwerk und besitzt dabei eine Geschwindigkeit, die zum Durchdrehen animiert. Als Liebhaber von Boogie, Funk und House stellt sich Neutron Dance als genau dieser Hybrid heraus, der die verschiedenen Einflüsse aus den 70ern mitnimmt und so arrangiert, damit auch 40 Jahre später der Club noch kocht.

Dermot Kennedy – Beängstigend kräftig

Es braucht keine 60 Sekunden, bis uns der Songs Young & Free packt und einen betroffenen Schauder über den Rücken laufen lässt. So emotional, so kräftig und drückend singt der irische Singer/Songwriter Dermot Kennedy seinen gerade veröffentlichten Song. Dabei begeistert Kennedy durch eine rauchig, raue Stimmefärbung und einen emotionalen Songtexte. Mit Vorbildern wie David Gray und Glen Hansard wuchs Kennedy auf und traf letzteren sogar bei Hansards alljährlichen Heiligabend-Streetgigs in Dublin. Dabei spielt Kennedy zusammen mit Hansard ein paar Minuten und schaffte es ein paar Jahre später sogar für einen Song auf die Bühne eines Hansard-Konzertes. Dass dieser Eindruck prägend sein sollte, hört man nun auf seiner neuen Single Young & Free, die so emotional und ruhig ist und letzte Woche veröffentlicht wurde. Dermot Kennedy ist damit ein Künstler den wir verfolgen und 2018 wohl noch so einiges zu hören bekommen werden.

Sion Hill – Dublin, Hamburg, Berlin

Sion Hill – Elephant

Die Reise geht weiter – so könnte man Sion Hill’s (alias Nathan Johnstons) Aufstieg beschreiben. Denn stillstehen würde für den jungen Iren nie in Frage kommen. Spielte er noch vor 3 Jahren in seinem irischen Heimatort Mullingar, zog es ihn kurze Zeit später nach Dublin, wo er auf den Straßen Musik machte. Hier entdeckte ihn eine Plattenfirma und veröffentlichte seinen Song Nothing’s Wrong With Loving You. Wenig später zieht er, nach kurzem Aufenthalt in Hamburg, nach Berlin – in dem er seitdem lebt. Hier nimmt seine Karriere nochmals Fahrt auf und so kam vor zwei Wochen sein Debütalbum Elephants auf den Markt. Mit der gleichnamigen Single veröffentlicht und präsentiert Hill eine rockige Mischung aus Pop und Folk. Mit seiner tiefen und rauchigen Stimme lässt er eine Größe zu, die für einen 22-jährigen Newcomer erstaunt. Dazu passend ist das markante Gitarrenspiel im Refrain und die Frische im Sound. Hier brennt nichts an und Sion Hill stehen nicht still. Wir sind also auf den nächsten, großen Schritt gespannt.

State Lights – Große irische Vorbilder

State Lights – I Need Time

Ist es die Stimme Shobsy O’Briens oder das Gitarrenspiel? Oder gar der Stadionrock des Songs I Need Time, der uns an U2 erinnert? Was allerdings bei Bono und seiner Band für zunehmenden Überdruss bei Fans sorgt, lässt das Quartett gekonnt weg und macht Musik, die groß und euphorisch klingt – ohne dabei an Authentizität zu verlieren. State Lights kommen aus Dublin und haben sich 2015 gegründet. Über die letzten beiden Jahre haben sie mit The Disguise bereits eine EP und die Single Breakout veröffentlicht, doch mit I Need Time starten sie jetzt so richtig durch und reihen sich in die lange Liste der irischen Bands ein, die mit erstklassigem Sound Irland präsentieren. Mit markanter Gitarre und O’Briens hoher Stimme katapultiert sich I Need Time direkt in den Kopf um sich dort festzusetzen. Der sauberer Rock und die Portion Pathos, die I Need Time hat, werden State Lights ganz viele Türen öffnen. Well done lads!

James Vincent McMorrow – Leise aber ganz oben angekommen

James Vincent McMorrow – We Move

Über Jahre begleitet Soundtrack-Of-My-Life bereits den Dubliner Singer/Songwriter James Vincent McMorrow. Hatte er 2011 mit dem Song Higher Love für ein erstes Aufhorchen gesorgt, sollte es noch zwei weitere Jahre dauern, bis dieser Song auch in seinem Heimatland Irland chartet. Was folgte war, mit Post Tropical, ein weitaus erfolgreicheres, zweite Album und größere Hallen, als zu seinem Debütalbum Early In The Morning. Im Sommer 2016 veröffentlichte McMorrow schließlich sein drittes Album We Move, auf dem die Single Rising Water zu finden ist. Nun folgt eine weitere Single aus diesem Album und lässt Herzen höher schlagen. Mit One Thousand Time singt McMorrow über die Schwierigkeit der Aufs und Abs in einer Beziehung oder vielmehr einer On und Off Geschichte. Von diversen, widersprüchlichen Gefühlen geprägt, fragt er ins Mikro, was er machen soll. Dazu hat er ein Video veröffentlicht, dass sinnbildlich für die aktuelle Unsicherheit in der Gesellschaften steht. Getreu dem Motto The Show Must Go On wird hier das schwierige ignoriert, um so lange wie möglich ein gutes Gefühl zu haben. One Thousand Times ist still und intim und sagt dabei so viel aus. James Vincent McMorrow zeigt durch Vielschichtigkeit, dass er bei den ganz großen mitspielt.