DJ Regard – Mit Sample nach ganz oben

Es wird abwechslungsreicher – vor allem bei der elektronischen Musik. Waren hier früher die Briten federführend, sind es nun DJs und Produzenten aus Frankreich, dem Baltikum oder Südosteuropa. Aus letzterer Gegend kommt Dardan Alu, der als DJ Regard gerade mit seinem Songs Ride It durch die Decke geht. Dabei hat sich der Kosovare eines elf Jahre alten R&B-Songs bedient und den Briten Jay Sean damit noch einmal einen zweiten Frühling verschafft. Denn DJ Regards Version hat den 2008er Erfolg mit Platz 11 in den britischen Singlecharts längst eingeholt und befindet sich seit gestern auf Platz 2 in Großbritannien. Dabei geht der Song bereits seit ein paar Wochen durch die Clubs der Welt und wird zunehmend auch in den USA zum Hit, worauf DJ Regard lange gewartet hat. Mixt er doch seit fast zehn Jahren Musik zusammen und legt fast ebenso lange auf – kam der nötige Erfolg erst vor knapp zwei Jahren. Von seinem – größtenteils – Deep House und House ist Ride It überraschend weit weg und zeigt die Bandbreite des Produzenten. Ride It ist ein perfekter Song für die großen Partys mit Freunden, sowie für die Momente alleine zu Hause, an denen wir die Lautsprecher ganz weit aufdrehen und uns zu den chilligen Beats von DJ Regard bewegen.

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Duke Dumont feat. Zak Abel - The Power

Duke Dumont feat. Zak Abel – Voller Energie auf die Tanzfläche

Duke Dumont ist mittlerweile ein Garant für euphorische Clubsounds. Mit Songs wie Won’t Look Back oder The Giver (Reprise) hat sich der Brite in den letzten Jahren eine sehr ansehnliche Fangemeinde erspielt. Auf seinem neuesten Track The Power hat Dumont den Shootingstar Zak Abel mit dabei. Dieser macht zwar schon seit einigen Jahren Musik, doch so richtig gezündet hat es für den marokkanisch-stämmigen Musiker bisher noch nicht. Und das, obwohl er in den vergangenen Jahren vor allem durch Kollaborationen mit erfolgreichen Acts, wie Avicii, Jonas Blue, Gorgon City und Tom Misch zusammengearbeitet hatte. Nun ist er auf Duke Dumonts Song The Power zu hören und bedienen beide Acts hier ihre Paraderollen. Duke Dumont mit seinem Deep-House Sound, lässt uns auf der Tanzfläche garantiert nicht stehen. Mit euphorischen Synthies und dumpfen Bässen zeigt der DJ und Produzent, wie mit Highs und Lows gespielt werden kann. Abel hingegen setzt mit seinem Gesang auf volle Emotionen. Dabei wird seine Stimme mal hallend, mal vibrierend in Szene gesetzt und bleibt immer präsent. Als ob das nicht schon reichen würde, um einen Hit zu landen, hat sich das Liverpooler Duo CamelPhat des Songs angenommen und ist sowohl für die Produktion, als auch für das Songwriting verantwortlich. Bei dieser Kombination aus Talenten und gestandenen Größen der britischen Houseszene kann am Ende nur ein Hit herauskommen.

Bobby Love feat. Olive B - Why

Bobby Love – Es schmilzt

…denn der kanadische Produzent Bobby Brown hat mit seiner neuesten Veröffentlichung Why einen so starken Deep-House Song veröffentlicht, dass die heißen Tage nochmal so richtig zuschlagen können. Dabei arbeitete der aus Toronto kommende Produzent abermals mit der Singer/Songwriterin Olive B zuammen, mit der er im Frühjahr dieses Jahres bereits New Love veröffentlichte. Brown ist bei seiner Arbeit wichtig, dass der Sound organisch wächst und das, obwohl das bei elektronischer Musik nicht unbedingt leicht ist. Doch auf Why zeigt er uns eindrucksvoll, wie so eine Mischung klingen kann und lässt uns damit regelrecht wegschmelzen. Stand Why bereits auf Platz 1 der Blogerhitliste von Hype Machine, tritt Brown mittlerweile bei Acts wie Klingande, Wankelmut oder Bakermat als Support auf. Um auf den Headliner-Platz zu kommen, fehlt oft nur ein zündender Klick von einem bekannten Blogger, um den großen Durchbruch zu feiern. Bobby Love hat musikalisch zumindest alles für diesen Moment parat.

Gerry Read – DJ Koze legt Hand an

DJ Koze hat mit seinem letztjährig veröffentlichten Album Knock Knock ein wahres Meisterwerk herausgebracht. Dabei ist die Zusammenstellung aus House, Deep-House und Disco eines der ganz großen Markenzeichen des Flensburger DJs. Auf dem Album bündelt er instrumentale Songs mit denen, die von Größen wie Róisín Murphy gesungen werden und schaffte es erstmals, mit einem Album in die Top-10 der deutschen Albumcharts zu gelangen. Gleichzeitig tauchte Knock Knock auf allen wichtigen Jahreslisten auf und überzeugte die Kritiker von NME, Rolling Stone, Billboard, Resident Advisor und Pitchfork. Nun hat sich Stefan Kozalla – wie Koze mit vollständigem Namen heißt – wieder an das Remixen gemacht und dabei einen Song des britischen Produzenten Gerry Read – der bei Kozes Plattenlabel Pampa Records unter Vertrag steht – geremixt. Dabei hat sich Koze auf den Refrain des Originals beschränkt und mit It’ll All Be Over einen Song produziert, der nahtlos and sein letztes Album anknüpft. Mit wilden Trommeln, treibenden Beats, dem typischen Koze Disco-House und einem leichten Schall ist It’ll All Be Over ein satter Sommertrack, zu dem es sich ekstatisch tanzen lässt und bei dem man selbst in Endlosschleife nicht genug bekommen kann.

Hugh - Sense To You

Hugh – Steht der große Sprung bevor?

Das Quartett Hugh hat uns 2017 mit den wunderbaren Songs This Is How It Starts und Go so richtig verzaubert. War es doch dieser verträumt, frickelige Sound auf This Is How It Starts und die wunderbar warmen Gesänge, sowie der Deep House Beat und 80er Jahre Vibe auf Go mit dem sich die Londoner Band präsentierte und in das wir uns verliebten. Nun sind Izzy Brooks, Andy Highmore, Joshua Idehen und Tino Kolarides mit neuem Material zurück und haben nach der, im April veröffentlichten, Single Sober nun mit Sense To You einen wunderbaren Sound produziert, der sich irgendwo zwischen Hot Chip, fernöstlichen Einflüssen und sattem 80er-Jahre-Computerspiel anhört und in Zusammenarbeit mit dem kanadischen Produzentenduo Bonjay entstanden ist. Dabei klingt Idehens Stimme leicht nach Autotune und bleibt dennoch warm und entspannt. Schließlich setzt Brooks mit einem hallenden Gesang ein, der Sense To You erhaben klingen lässt. Idehens Gefühl hinter dem Song beschreibt der Sänger als etwas, dass Dir bekannt vorkommt. Du gehst abends mit Freunden etwas trinken, bist auf nichts bestimmtes aus und plötzlich treffen sich die Blicke mit einer Person, die Dich fasziniert. Deine Worte werden plötzlich zur Nebensache und Du vergisst Dich halb, dafür zählt aber der Moment. Und ehe Du Dich umsiehst, stolperst Du die Tür hinaus und verabschiedest Dich von Deinen Freunden. Dieser warme Sound, den Hugh dabei produzieren, wirkt vertraut und umgibt einen förmlich wie ein warmer Hauch. Also lassen wir uns darauf ein und genießen die musikalische Liebkosung.

Cosby – Bekannter Song in neuem Gewand

Cosby sind gern gesehene Gäste auf SOML. Hier konnten Ihr bereits im Herbst 2014 von einer ihrer ersten Songs Boon & Bane lesen. Natürlich habe ich Cosby auch in den Folgejahren mit Songs, wie Yeah und Get Up immer wieder mit dabei gehabt. Dabei stellte Get Up die Weichen für Album Nummer zwei, welches als Milestone vor nunmehr einem Jahr veröffentlicht wurde. Die gleichnamige Single begeisterte dann auch mit einem warmen und wichtigen Musikvideo. Dass das Potential des Albums und der Single allerdings noch lange nicht ausgeschöpft waren, zeigt die nun veröffentlichte Remix-Version des Kölner DJs und Produzenten Michael Müller – alias Charming Horses. Denn dieser hat sich die Single Milestone noch einmal vorgenommen und einen Deep-House Track daraus gebastelt, der in einer Reihe mit Robin Schulz und Felix Jaehn ugenannt werden kann. Denn hier klingt Milestone nochmal eine ganze Spur größer und schafft den ohnehin angesagten Indiesound der Band noch einmal zu steigern. Milestone im Charming Horses Remix ist damit ein strahlender Stern am aktuellen Elektro- und Indiehimmel

Disclosure – Läuten den Sommer ein

Pünktlich zur warmen Jahreszeit und pünktlich zur ersten Hitzewelle 2018 hauen die Brüder Guy und Howard Lawrence alias Disclosure ihre erste Single aus dem kommenden, dritten Album raus. Dabei haben sich die Briten die malische Sängerin und Schauspielerin Fatoumata Diawara dazugehört und brechen damit aus ihrem bisherigen Muster aus, in dem sie zumeist auf große und bekannte Namen gesetzt hatten. Ultimatum ist gewohnt tanzbar, zeigt aber auch, dass Ihr Deep-House wunderbar mit Weltmusik kombinierbar ist und diese in die Clubs der westlichen Welt trägt. Wann wir mit dem dritten Album rechnen können, steht indes noch nicht fest, haben sich die Jungs doch 2017 für eine mindestens einjährige Pause für Auftritte entschieden, um an gerade diesem Album zu arbeiten. Sollte sich der Musikstil auch auf anderen Songs zeigen, dürfen wir uns auf ein abwechslungsreiches Clubalbum freuen.

Lane 8 – Elektromusik als Weiterentwicklung

Lane 8 hat sich etwas zur Aufgabe gesetzt. Musik nicht als Imbiss zu betrachten. Selbst, wenn es die allgegenwärtigen Popsongs kaum noch anders darstellen. Ungleich schwieriger wird es, wenn man Elektrokünstler ist – liegt es leider zu oft am Genre selbst, schnelllebig und unpersönlich zu klingen. Daniel Goldstein – alias Lane 8 – hat hier seine ganz eigene Art gefunden, darauf zu reagieren. Bereits zu seinem ersten Album gab er allen – so sehr an Downloadsongs gewöhnten – Medienvertretern, die Interesse an seiner Musik hatten, zu verstehen, dass ein Album eine ganz eigene Sprache spricht – unabhängig des Genres. Nun kommt diesen Freitag sein zweites Album Little By Little raus und passend dazu auch die neue Single Stir Me Up die dabei als Brücke des Albums dient. So nutzt er Stir Me Up als Bruch im Album, um von einem Gefühl, zu einem anderen zu wechseln und dabei den Übergang so sanft wie möglich zu gestalten. Hier trifft Deep House auf einen relaxten Gesang und einem schwebenden Sound. Stir Me Up ist dabei gleichzeitig intim und zeigt Verletzbarkeit auf. Hier hat es Lane 8 geschafft, dem schnelllebigen und unpersönlichen Genre das Gefühl von Geborgenheit zu geben. Lane 8’s Album Little By Little wird dabei zu einem der spannendsten Alben 2018.

RY X – Von der Liebe und Sinnlichkeit

RY X – Beacon

Er macht stetig weiter. Der australische Sänger Ry Cuming alias RY X, der zwischenzeitlich in Berlin lebte und mittlerweile überall zu Hause zu sein scheint, kann nicht stillstehen. Da ist das Projekt Howling mit Frank Wiedemann vom Deep-House Duo Âme, mit dem er sphärischen Elektro produziert. Immer wieder arbeitet X auch mit anderen Künstlern zusammen und sorgt für einen stetigen Songoutput. Als Solokünstler RY X hat er allerdings die größte Aufmerksamkeit bisher erhalten und ist mit seinem Song Berlin 2013 sogar in die Französischen, Deutschen und Englischen Charts eingestiegen. Mit einzelnen Songveröffentlichtungen treibt X so immer wieder seine Diskografie voran und bleibt auf konstant hohem Niveau. Nun hat X mit Beacon einen neuen Song veröffentlicht, der auf seinem 2016er Album Dawn zu finden ist. Genaugenommen ist Dawn sogar RY X‘ Debütalbum unter diesem Namen, hat er sein 2010 veröffentlichtes Album noch unter seinem Geburtsnamen Ry Cuming herausgebracht und gänzlich andere Musik gemacht. Mit Beacon setzt X einmal mehr seine intime, verletzliche und zutiefst melancholische Musik fort. Da erstrecken sich zwölf Textzeilen auf ganze 5:38 Minuten und lassen offen, ob hiermit eine vergangene Liebe oder ein aufblühendes Leben besungen wird und bleibt damit dem Hörer selbst überlassen. Am Ende steht ein durch Streicher, Schlagzeug und Klavier gehaltener Song, der verstörend sensibel, reich und warm an Emotionen ist. RY X‘ Musik filtert fast alles heraus und lässt den rohen Moment der Melancholie zurück und bleibt somit genau das übrig, was die Seele zu reinigen scheint.

Burak Yeter – Stampfend in den Sommer

Burak Yeter feat. Danelle Sandoval – Tuesday

Mit einem absoluten Ohrwurm erobert der türkisch-stämmige DJ und Produzent Burak Yeter gerade Europa im Sturm. In Amsterdam lebend hat er seinen Song Tuesday bereits im Sommer 2016 veröffentlicht, doch erst in diesem Frühjahr zündete er so richtig. Basierend auf dem 2014er Tuesday von ILoveMakonnen feat. Drake hat Yeter einen Deep-House-Sound um die Lyrics gelegt und zusätzlich mit einem südosteuropäischen Beat für die passende Sommerstimmung gesorgt. Dabei kriecht Tuesday schwer vor sich hin und stampft uns den Sommer förmlich in den Körper. Bereits in 13 Ländern in den Top 10, ist er in jedem anderen europäischen Land zumindest in den Charts. Könnte das sogar ein früher Sommerhit für ganz Europa werden?! Das Feeling stimmt zumindest.