London Grammar - Lose Your Head

London Grammar – Rauschen des Meeres

Es ist bereits die dritte Singleauskopplung, aus ihrem, sehnlichst erwarteten, dritten Studioalbum Californian Soil. Nach Baby It’s You und dem Titelsong Californian Soil haben London Grammar nun mit Lose Your Head die dritte Single ausgekoppelt und vermischen sich mit den Sounds ihrer letzten beiden Alben und den Tiefen ihrer ganz persönlichen Erfahrungen. So haben die drei Musiker auf kalifornischen Boden an dem neuen Album gearbeitet und sehr viel Selbstreflexion betrieben. Herausgekommen ist bei Hannah Reid die Erkenntnis, dass sie und ihre Bandkollegen etwas unglaublich großes und emotional wertvolles erschaffen, allerdings das Gefühl haben, teilweise fremdbestimmt zu sein. Im Tonstudio mit Produzent George FitzGerald hat die Band nun daran gearbeitet, diese Vielschichtigkeit und die Zweifel herauszuarbeiten und gleichwohl auch den Wachstum der Band musikalisch wiederzugeben. Herausgekommen sind Songs, die unwirklich schön und ungewohnt elektronisch sind. Auf Lose Your Head hören wir einen Pulsschal aus Beats, der sich um Reids Stimme legt und mit ihr zu einem Schwall aus Emotionen heranwächst.

London Grammar
London Grammar

Schließlich geht das Anschwellen in eine, von Trompeten, Streichern und Perkussions geprägte Auflösung über und lässt den Song durch seine Opulenz scheinen. Hinter dem Song steckt der Gedanke, die Energie und Kontrolle in einer Beziehung zu beschreiben. Trotz des dunklen Songtextes wollte das britische Trio den Song in einer Upbeat-Version haben und arbeiteten schließlich all diese kräftigen Feinheiten des Songs heraus. London Grammar lassen uns als Hörer immer wieder den Moment des sich-verlierens erleben und steuern mit ihrer Musik und Hannah Reids Gesang einen enormen Teil dazu bei, sich immer wieder aufs Neue in die Band und ihre Songs zu verlieben. Mit der Veröffentlichung von Lose Your Head haben London Grammar nun mitteilen müssen, dass sie Californian Soil, das ursprünglich am 13. Februar erscheinen sollte, um zwei Monate nach hinten schieben müssen und nun am 9. April erscheinen wird. Mit den bereits bekannten Songs lässt sich aber immer deutlicher feststellen, dass das neue Album eine Richtungsänderung vornimmt, die Lust auf mehr macht.

CamelPhat feat. Lowes - Easier

CamelPhat feat. LOWES – Erreichen die Ziellinie

Sie haben uns lange darauf warten lassen, doch nun ist es da – das Debütalbum des britischen Elektroduos CamelPhat. Sie waren schon da und remixten Songs, wie Lola’s Theme von den Shapeshifters oder die 2004er Version von Depeche Modes Enjoy The Silence als diese zum Originalzeitpunkt veröffentlicht wurden. Doch erst mit der Single Cola (2017) erreichten sie den Ruhm, den ihre über 100 Remixe nicht erreichen konnten. Denn seit der Zusammenarbeit mit dem, ebenfalls aus Großbritannien kommenden Elderbrook, stehen sie ganz oben auf den Playlisten der Britischen Insel und mittlerweile auch weltweit. Was folgte, waren Songreleases, die allesamt nicht eine schwache Produktion hervorbrachten. So kam es zu der Zusammenarbeit mit der spanischen Sängerin Au/Ra auf Panic Room (2018), der Britin Jem Cooke auf Rabbit Hole (2019) und auf Breathe zusammen mit Christoph (2018) und Rabbit Hole (2019 und hier ohne Christoph) oder auch den bereits bekannten Namen, wie Jake Bugg auf Be Someone (2019) oder Foals-Frontsänger Yannis Philippakis auf Hypercolour (2020). Was auffällt; CamelPhat suchen sich immer wieder Künstlerinnen und Künstler aus, die nicht vorrangig im Elektro zu Hause, sondern zumeist sogar weit entfernt davon sind und bekannt durch ihre Wurzeln im Indie sind.

CamelPhat - Dark Matter
CamelPhat – Dark Matter

Heute ist mit Dark Matter das Debütalbum der beiden Liverpooler erschienen, das nur so mit Superlativen aufwartet. Denn weder kann man von vielen Acts behaupten, satte 16 Jahre zu benötigen, um ihr Debütalbum zu veröffentlichen, noch kommen die meisten Künstler auch nur annähernd an die Trackanzahl von satten 21 Songs oder die Spiellänge von 90 Minuten heran. Gleichzeitig vereinen Dave Whelan und Mike Di Scala auf Dark Matter satte 14 unterschiedliche Featuring-Acts. Neben den bereits bekannten sind auch Noel Gallagher und die Band LOWES dabei. Letztere sind ein Trio aus Lancaster, nördlich von Manchester. Doch das ist noch nicht alles. Auf dem heute veröffentlichten Song Easier ist neben LOWES auch Florence Welch von Florence + The Machine als Songwriterin angegeben. Und plötzlich fällt auf, dass eine der Stimmen auf Easier der von Florence Welch in vielen Passagen extrem ähnlich ist und nicht ganz unbegründet die Frage aufkommen lässt, ob sich Florence Welch hier mit LOWES zusammengetan hat. Mit Easier halten CamelPhat auf jeden Fall den größten Hit bereit, um ihr Debütalbum bestmöglich zu promoten. Dass dies bei so einer Hitdichte gar nicht wirklich notwendig ist, dürfte dann aber doch keinen wundern. CamelPhat haben das Album der Stunde produziert und begeistern mit einer vielschichtigen Produktion und vielen Einflüssen aus dem britischen Indie.

Friendly Fires - Silhouettes

Friendly Fires – Nun ist es raus!

Das britische Trio Friendly Fires hat es endlich getan und heute ihr drittes Studioalbum veröffentlicht. Das Album hört auf den Namen Inflorescent und ist seit heute überall verfügbar. Mit den bereits veröffentlichten Singles Love Like Waves und Heaven Let Me In – letzterer Song wurde zusammen mit Disclosure produziert – haben die Jungs aus St. Albans in Südengland nun mit Silhouettes eine weitere Single veröffentlicht, die sich nahtlos an den frischen Indie-Dance Sound der vorangegangenen Singles orientiert. Im Vorfeld hatten Friendly Fires bereits einige Gigs in kleineren Clubs in England gespielt und ganz bewusst das Konzept des Clubs gesucht – wollten sie doch eine Partystimmung erzeugen und weg vom normalen Konzertauftritt. Mit viel Energie und Spaß entschieden sie schließlich, sich auch auf dem Album deutlich stärker an der Clubzeit Ende der 1990er und frühen 2000er zu orientieren. Herausgekommen sind unglaublich tanzbare Songs, die einem regelrecht mit Tanzwut fluten und zum Bewegen animieren.

Crooked Colours - Never Dance Alone

Crooked Colours feat. Ladyhawke – Australiens Antwort auf The XX

Nun ist es draußen – das neue Album Langata von Crooked Colours. Anfang April konntet Ihr hier bereit mit Hold On einen Vorgeschmack hören. Nun haben die Australier mit Never Dance Alone eine weitere Single veröffentlicht, bei der man sich in vielerlei Hinsicht an das britischen Trio The XX erinnert fühlt. Mit einem außergewöhnlichen Elektrobeat, sphärischen Klängen, der unverkennbarer Stimme des Featuring-Acts Ladyhawke und der markanten Tonlage des Crooked Colours Frontsängers Philip Slabbers – die selbst hier an Oliver Sim von The XX erinnert – lässt uns die Band an ihrer Skizze einer durchfeiernden Clubnacht teilhaben. Hier trifft sich der Sound von The XX und Rüfüs Du Sol, doch bleibt die Band darüber hinaus individuell und frisch. Mit Never Dance Alone haben die Crooked Colours nicht nur einen weiteren Anreiz – das Album zu kaufen – veröffentlicht, sondern gleichzeitig auch noch eine Art Modelprojekt ihrer Musik vorgestellt. Nach dem 2017er Debütalbum Vera wurde nun am vergangenen Freitag das zweite Album Langata veröffentlicht und ist angereichert mit dunklen Elektrobeats, melancholischer Stimmung und tanzbaren Songs.

Palace – Wenn der Schmerz die Heilung bringt

Bereits vor zwei Jahren kamen die Single Break The Silence und das Debütalbum So Long Forever des britischen Trios Palace auf den Markt. Dieses beinhaltete dunkle Indie-Songs, die von Schmerz und Weite getragen wurden. Nun sind Frontsänger Leo Wyndham, Matt Hodges und Rupert Turnersie nach zweijährigem Touren und Song-schreibens zurück und bieten uns mit No Other eine würdevolle neue Single als Nachfolger des Sounds ihres Debütalbums. Dabei ist No Other thematisch der Übergang ihres 2016er Albums, welches sich um Schicksalsschläge und eine dunkle Vergangenheit drehte. Denn hier besingt Wyndham den spannenden Moment, als in seinen dunkelsten Momenten plötzlich eine Person in sein Leben trat, die ihn aus der ausweglosen Situation holte, in der Wyndham keine Hoffnung mehr hatte und sich beinahe verloren hätte. Diese Person entfachte in ihm eine neue Leidenschaft und das wunderbare Gefühl der Liebe. Musikalisch äußert sich dies in einem epischen Indie-Song, der sich oft zu verlieren scheint, nur um sich dann wieder selbst aufzufangen. Hier kommen die ganz großen Gefühle zum Ausdruck und zeigen die Band in all ihrer Kraft.

Friendly Fires – In das neue Jahr voller Energie

Als erstes wünsche ich Euch allen natürlich ein frohes neues Jahr und viele großartige, musikalische Neuentdeckungen.

Seit acht Jahren hat das britische Indie-Trio Friendly Fires bereits keine neue Musik mehr veröffentlicht. Mit ihrem schnellen Gitarrenspiel und Ed Macfarlanes markanter Stimme wurden sie Ende der 2010er Jahre zu einer festen Größe am Indiehimmel. Legten sie von 2014 bis 2017 eine kreative Pause ein, hielt sich Macfarlane mit Bemerkungen wie; Egal welche Songs wir schreiben, ob psychedelisch, 8-Minuten Tracks oder total abgefahrene Tracks, werden wir sie wenn dann unter dem Namen Friendly Fires veröffentlichen immer eine Rückkehr offen. Diesem kommen sie nun nach und veröffentlichen nach Love Like Waves im April 2018 nun mit Heaven Let Me In einen weiteren Song, der sich deutlich von ihren früheren Produktionen absetzt. Spielen sie doch mit deutlich mehr elektronischen Elementen und kommen damit in die Richtung von den Bag Raiders, Shapeshifters und Dax Riders und damit der Kategorie French-House ziemlich nahe. Die Friendly Fires werden mit ihrem dritten Album eine neue Richtung einschlagen und sind damit aktuell auf dem besten Weg ihr erfolgreichstes Album zu produzieren.