AnnenMayKantereit - Ausgehen

AnnenMayKantereit – Sehnsuchtsvoller Liebesbeweis

AnnenMayKantereit bleiben im Gespräch. Ihre kontinuierlichen Releases halten die Jungs aus Köln auch abseits von Albumveröffentlichungen im Gespräch. War es im Herbst 2019 die Single Ozean – die berührend und aufwühlend war – kam kurz vor Weihnachten die Coverversion des 2001er Hits Can’t Get You Out Of My Head von Kylie Minogue raus. Dieses Lied spielten die Jungs um Henning May zusammen mit der australischen, und mittlerweile in Berlin lebenden, Band Parcels ein und sorgten so für einen funkig, frischen Sound. Nun haben AnnenMayKantereit mit Ausgehen eine neue Single veröffentlicht, auf dem May von einem verirrten Aufflammen von Verliebtheit singt und um die Aufmerksamkeit der Person buhlt. Mit einem ruhigen – fast schon gesetzten – Gesang zählt May die Gründe auf, die ihn an der Person beeindrucken und stellt immer wieder die gleiche Frage Würdest Du heute mit mir ausgehen. Begleitet von Banjo und Bassgitarren ist Ausgehen eine wunderbare Ballade, mit einem begeisternd puren Text, für den AnnenMayKantereit seit jeher stehen.

Mando Diao – Schritt für Schritt zum neuen Hit

Mando Diao – Shake

Seit nunmehr 15 Jahren beschenken uns Mando Diao mit einer Extraportion Schweden-Indie und ehe man sich versieht, wird Album Nummer acht veröffentlicht und damit wieder einmal eine neue Musikrichtung vorgegeben. Wo sind die Jungs hin, die mit ihrem Schrammel-Indie die Tanzflächen einer jeden Indiedisco füllten?! Spätestens mit dem Album Give Me Fire und dem Überhit Dance With Somebody hatten sie ihren Durchbruch auch im Mainstream-Radio und schafften es bis auf Platz 2 der Deutschen Singlecharts. Dies schreckte viele alten Fans ab und zog gleichzeitig neue Fans an. Wer sich allerdings die sieben bisher veröffentlichten Alben einmal genau anhört, wird feststellen, dass Mando Diao sich schon seit Beginn ihrer Karriere mit Veränderungen auseinandersetzten. Da gab es auf den ersten vier Alben eine stetige Veränderung – weg vom harten Indie – hin zu mehr Melodie und ruhigeren Songs. Mit Give Me Fire kam dann schließlich ein, auf kommerziellen Erfolg, produziertes fünftes Album, ehe sie mit dem gänzlich auf Schwedisch eingesungenen Album Infruset, den internationalen Markt fast komplett außen vor ließen. Ælita, als siebtes Album, war hier mit seinem 80er-Jahre Synthie-Rock einmal mehr der Beweis, dass die Band sich nicht auf einen Stil beschränken möchte. Da kommt das im Mai erscheinende, achte Album Good Times gerade richtig, zeichnet es doch eine Band, die sich von drögen Erwartungen freispielt, und mit dem ersten Song Shake einen Mix aus allen vorherigen Sounds veröffentlicht. Shake erinnert deutlich an Dance With Somebody und hat zugleich einen Groove, der garantiert im Club zum Tanzen anregt. Hier sind nicht mehr die harten Gitarren im Vordergrund, sondern ein eingängiger Beat aus Bassgitarre, Synthies und Schlagzeug. Und natürlich fehlt auch Björn Dixgårds rauchig, kräftige Stimme nicht und macht Shake schlußendlich doch noch zum typischen Mandio Diao Hit. Ob sie an ihren Erfolg von 2009 anknüpfen können ist ungewiss. Ob sie es überhaupt wollen ist hier die viel interessantere Frage. So steht Shake und das kommende Album wohl für sich und zeigt eine, zum Quartett geschrumpfte Band in Bestform.

Alice Merton – Wenn Berlin die Lösung liefert

Alice Merton - No Roots

Alice Merton – No Roots

Alice Merton ist mit 23 Jahren bereits ziemlich weit rumgekommen. Lebte die gebürtige Kanadierin doch schon in den USA und Großbritannien hat Deutschland und Berlin ihr erst den entscheidenden Anstoß gegeben. Hier fand sie das, was sie so lange suchte – Kreativität, ein Netzwerk und schließlich einen Produzenten, der ihr auch mal Kontra gibt. Im November 2016 hatte sie den Acoustic Pop Award des Jugend kulturell Förderpreises der HypoVereinsbank gewonnen und veröffentlicht nun mit No Roots ihre erste Single. Diese erinnert an den Sound KT Tunstalls und wird durch einen frischen Sound und Bassgitarre begleitet. Dabei wird die prägnante Hookline so sehr zum Ohrwurm, dass Merton hier wohl nicht mehr all zu lange unbekannt bleiben wird.