The Best Of 2020 Vol.: 07

The Best Of 2020 Vol.: 07

01. Aquilo – Sober (zum Artikel)

02. Ten Kills The Pack – Barcelona (zum Artikel)

03. Spoon And The Forkestra – Mosquitoes (zum Artikel)

04. Girl In Red – Midnight Love (zum Artikel)

05. Lie Ning – Tonight (zum Artikel)

06. Jónsi – Exhale (zum Artikel)

07. Howling – Bind (zum Artikel)

08. Woodkid – Goliath (zum Artikel)

09. Clueso – Tanzen (zum Artikel)

10. Washed Out – Too Late (zum Artikel)

11. Sébastien Tellier – Domestic Tasks (zum Artikel)

12. Duke Dumont & Say Lou Lou – Nightcrawler (zum Artikel)

13. Alfie Templeman – Happiness In Liquid Form (zum Artikel)

14. Angels & Airwaves – All That’s Left Is Love (zum Artikel)

15. Everything Everything – In Birdsong (zum Artikel)

16. Sea Girls – Ready For More

17. Florence + The Machine – Light Of Love (zum Artikel)

18. Sultans Court – Good Enough (zum Artikel)

19. The Streets & Tame Impala – Call My Phone Thinking I’m Doing Nothing Better (zum Artikel)

20. Armand van Helden – My My My

Ten Kills the Pack (Vanessa Heins)

Ten Kills The Pack – Musik für den Moment am Fenster

Es ist eine durchdringende Stimme, die uns auf dem Song Barcelona entgegenspringt. Dahinter steckt der Singer/Songwriter Sean Sroka der als Ten Kills The Pack am 15. Mai seine Debüt-EP Force Majeure veröffentlichen wird. Bereits in der Vergangenheit hat der Kanadier in verschiedenen Bands gespielt und unterschiedlichste Genres bedient. Auf Force Majeure hat sich Sroka nun für ruhigere Musik entschieden und beschreibt er selbst seine Songs als City-Folk. Dabei bilden sich nach den ersten Tönen des Songs Barcelona bereits Bilder im Kopf. So passt der Song, so sehr zu einem Moment des innehaltens am eigenen Fenster. Hinausschauend auf die halberstarrte Welt, die trotzdem in Autolawinen die Straßen belebt. Mit letzten Regentropfen, die von der Fensterscheibe runterrollen und der zurückgekommenen Sonne Platz machen, lässt uns Ten Kills The Pack mit Barcelona kurzzeitig zu uns selbst finden und wehmütig an all die Momente denken, die uns Freude, Schmerz, Trauer oder Liebe fühlen gelassen haben und trotz allem dabei für ein warmes Gefühl in der Brust sorgen. Mit Barcelona erinnert Ten Kills The Pack musikalisch und stimmlich stark an J.S. Ondara – aber auch Fans von City And Colour und José González kommen hier ganz auf ihre Kosten. In einem Interview mit dem Toronto Guardian sagte der Musiker einmal, dass er das Format Album dem einer EP vorziehe. Nun steht zwar die erste EP bereit zur Veröffentlichung, doch stehen die Zeichen damit ebenso gut, dass wir uns in nicht all zu ferner Zukunft auch auf ein Ten Kills The Pack Album freuen dürfen.

Reyko - Lose Myself

Reyko – Wenn hauchend, dann vibrierend!

Mit ihrer Debütsingle Spinning Over You (2017) und der EP Midnight Sunshine (2018) hat in London lebende Duo Reyko in den vergangenen 24 Monaten ein paar verheißungsvolle Songs veröffentlicht. Das die Sängerin Soleil und der Produzent Igor – übrigens beide aus Spanien kommend – zusammengekommen sind, ist dem Auftritt eines gemeinsamen Freundes zu verdanken. Denn während der Freund auftrat, kamen die beiden ins Gespräch und formten die Grundlage der heutigen Band. Zum damaligen Zeitpunkt studierte Igor noch Musikproduktion an der University of West London und Soleil arbeitete als Osteopathin. Dass sich daraus so spannende Musik, wie auf ihrer neuen Single Lose Myself entwickelt, hatte wohl keine gedacht. Mit diesem, nun veröffentlichten, Song kommen die verschiedenen Ansätze und Einflüsse der beiden hervor und werden durch die sanft hauchende Stimme Soleils und den massiven Basslines Igors kaum greifbar. So fungiert Lose Myself als Dreampop, Housetrack und zeigt in seiner Struktur typische Anleihen von Popmusik. Spannend, knisternd, brechend – Reyko springen zwischen den Genres und lassen auf mehr hoffen.

SYML - Break Free

SYML – Geht rabiat ins Ohr

Brian Fennell ist seit gut zwei Jahren ein gern gesehener Gast bei SOML. Mit seiner Band Barcelona ebenso, wie als Solokünstler unter dem Pseudonym SYML. Mit Songs wie Where’s My Love und The Bird zeigte er in der Vergangenheit eindrucksvoll, wie vielseitig seine Musik sein kann. Nun ist SYML mit Break Free zurück, bei dem er das Thema der Misogynie verarbeitet. So entwickelte sich ein Gespräch mit einem, SYML nahestehenden Musikers, plötzlich in eine Richtung, in der Frauen als minderwertig und abschätzig thematisiert wurden. Über seine eigene Verwunderung hinweg, entstand eine Wut, die SYML in diesen Song gepackt hat. Von dieser Wut angetrieben, klingt Break Free nach genau solch einen Moment, in dem man sich selber wach rütteln und für seine Werte einstehen muss. Break Free ist dabei – nach The Bird – abermals sehr rockig und geht mit seinem Refrain direkt ins Ohr. Seit dem 3. Mai ist das selbstbetitelte Debütalbum SYML auch in Deutschland erhältlich, weist eine hohe Schlagzahl an Hits auf und kann daher nur bestens empfohlen werden!

Roosevelt – Zwischen Verschollenem und Leben retten

Heute überraschte uns der Kölner Sänger und Produzent Roosevelt mit einer Veröffentlichung, die viele noch aus den Anfangstagen des Musikers kennen dürften. Denn mit Falling Back hat Roosevelt einen, vormals unter dem Namen Cape Cod bekannten, Song veröffentlicht, der bereits vor nunmehr fast acht Jahren auf Roosevelts Setlisten zu finden war. Nun hat er Falling Back im W Hotels Worldwide in Barcelona neu aufgenommen. Dabei bietet die Hotelkette eigens, um Musiker anzusprechen, Tonstudios und diverses Equipment an, um hierbei als vollwertiges Aufnahmestudio mit Übernachtungsmöglichkeit zu fungieren. Gleichzeitig werden alle Erlöse des Songs aus Streaming- und Downloadeinnahmen an SOS Mediterranee gespendet und damit das Leben von, in Seenot befindlichen Menschen, gerettet. Dass Roosevelt einen seiner ganz frühen Songs nun digital veröffentlicht, überrascht in sofern, da er in den letzten Jahren zumeist nur noch Songs seiner beiden Alben und der Elliot EP spielte und Songs wie Soleil oder eben Cape Cod gar nicht mehr in seinen Setlisten auftauchten. Falling Back klingt dann auch nach einer Mischung der Songs aus den Jahren 2012 & 2013, sowie aus dem heutigen Sound Roosevelts, der von treibenden, epischen Beats geprägt ist und eine volle Ladung Sommer, Freiheit und Freude vermittelt.

SYML – Wildert im eigenen Repertoire

Vor etwas mehr als einem Jahr hatte Brian Fennell unter dem Synonym SYML mit der Single Where’s My Love für eine Überraschung gesorgt. Ist er als Frontsänger der US-Amerikanischen Band Barcelona doch eher in der Indie-Musik zuhause und war somit mit der leisen Folksingle in ein völlig neues Genre vorgedrungen. Nun überrascht uns Fennell abermals und liefert mit seiner neuesten Single Clean Eyes einen satten Indiesong ab, der an seine Band Barcelona erinnert. Dies steht gleichermaßen für SYML’s Spielfreude und der Neugier, sich durch Genres zu arbeiten. Gleichzeitig nährt es aber auch die Angst der Barcelona-Fans, dass eine Reunion in weiter Ferne rücken könnte. Dass Fennell hier mit der Aussage, der Song sei mit mehr Bandansatz geschrieben, nicht gerade dazu beiträgt, zu beruhigen, verwundert nicht. Clean Eyes klingt schnell, nach einer vollwertigen Band und großen Gesten. Dabei kommt eine latente Aggression mit Erleichterung zum Ausdruck und gibt dem Song einer größeren Bühne preis.

SYML - Where's My Love

SYML – Vom lauten Indie zum leisen Folk

Er scheint für die Musik zu leben. Brian Fennell ist nicht nur Kopf der amerikanischen Band Barcelona, sondern hat mit seinem nun begonnenen Projekt SYML genau das Gegenstück seiner Band-Songs einzuschlagen. Mit It’s About Time klangen Barcelona nämlich 2011 noch nach feinstem Indie. Doch hat die Band, die es seit 2005 gibt und bis heute bereits sieben Alben veröffentlicht hat, den ganz großen Erfolg noch nicht erleben dürfen. So hat sich Fennell abseits des Bandlebens einen zweiten musikalischen Weg gesucht und mit SYML als Soloprojekt gefunden. Damit ist der in Seattle wohnende Musiker nun überraschend sensibel zurück. Mit der Single Where’s My Love kehrt Fennell seine intimsten Gefühle nach außen. Mit leisem Klavier und Gitarren, sowie Chorgesängen ist Where’s My Love so intensiv, traurig und präsentiert eine Hoffnungslosigkeit, dass sich Fennell vor wenigen Tagen bei Twitter selbst erklären musste und in einem kurzen Satz schrieb „I’m not always sad … I’m happy to be playing my 1st show in London …“ – Ich bin nicht durchgehend traurig …. Ich freue mich meine erste Show im London zu spielen. Fennell zeigt so, dass in ihm nicht nur das Herz des Frontsängers einer Indierockband schlägt, sondern es auch auf die ruhigen Momente ankommt. Wunderbar leise und intim tanzt Where’s My Love so in unsere Ohren und setzt sich hier fest. Dabei kommt der Name SYML aus dem Walisischen und bedeutet in etwa simpel – doch würde hier eher reduziert passen. Brian Fennell hat mit Where’s My Love den perfekten Song für den kommenden Herbst veröffentlicht.

 

Teenage Mutants feat. Laura Welsh – von der Kinderstube um die Welt

Teenage Mutants feat. Laura Welsh - Falling For You

Teenage Mutants feat. Laura Welsh – Falling For You

So könnte man den Werdegang des Mainzer DJ’s Teenage Mutants beschreiben. Blieb der Name der Serie, aus seiner Kindheit, doch so lange in seinem Kopf, dass er sich schließlich nach den Teenage Mutant Ninja Turtles in Kurzform Teenage Mutants benannte. Mit seinem melodischen House hat er bereits an DJ-Pults in São Paulo, Berlin, Amsterdam, Miami, Belgrad oder Barcelona gestanden und durch die Nacht geführt. Nun hat er sich für den Track ‚Falling For You‘ die Britin Laura Welsh geangelt und einen fantastischen After Hour Song geschaffen. ‚Falling For You‘ besticht nicht nur durch die wunderbare Stimme Laura Welsh’s, sondern auch durch den tropisch klingenden Sound, den Teenage Mutants produziert hat.
So verlängert ‚Falling For You‘ die Sommererinnerung und lässt, trotz des Sturmes, des Regens und kalter Temperaturen, einen Moment lang 35°C auf der Haut spüren.