Matt Corby & Tash Sultana - Talk It Out

Matt Corby & Tash Sultana – Zwei Genies treffen aufeinander

Es ist eine Kollaboration, die so viel Energie bündelt, dass man fast die Brust bersten fühlt, vor so viel Passion. Dass die beiden australischen Künstler Matt Corby und Tash Sultana jedoch einmal auf einem Song vereint sein würden, hat gute zwei Jahre gedauert. Denn genau so lange spielten die befreundeten Musiker bereits mit dem Gedanken einer Zusammenarbeit. Matt Corby hatte bereits mit seinem 2011er Brother einen absoluten Superhit veröffentlicht, der sich nicht nur sagenhafte 420.000 Mal in Australien verkaufte, sondern auch in Europa zu einer satten Indiehymne wurde. Tash Sultana wiederum hatte in den vergangenen vier Jahren einen Aufstieg hingelegt, der nicht vergleichbar ist. Mit nur einem Album und einer einzigartigen Soundstruktur gelang es Sultana Menschen auf der ganzen Welt zu begeistern und von einer ausverkauften Tour zur Anderen zu reisen. Nun haben Corby und Sultana mit dem Song Talk It Out eine Kollaboration veröffentlicht, die beide Künstler so zeigen, wie sie selbst sind. Würde man bei anderen Kollaborationen denken, dass das zu keinem guten Ergebnis führen würde, ist genau diese Eigenständigkeit der beiden Künstler das große Plus des Songs. Mit Sultanas markantem Gitarrenspiel und Corbys falsettartiger Stimme nehmen sich beide Künstler gegenseitig ab und schaffen damit eine wunderbar inspirierende Atmosphäre. Talk It Out ist treibend, entspannt und lässt uns einen Laid-Back-Moment haben, den wir nur durch Corby und Sultana bekommen können.

MØME – Mit neuem Song im Sommer angekommen

Sommerhits konnte MØME aus Frankreich ja schon immer richtig gut produzieren. Allein die 2016er Single Alive zeigte eindrucksvoll, wie toll der Sommervibe musikalisch funktioniert. Unpassend war allerdings die Zeit der Veröffentlichung, war diese doch Mitte November 2016 gewählt, fiel das warme Gefühl auf der Haut dementsprechend aus. Nun ist Souillart – der Kopf hinter MØME – mit seiner neuen Single When We Ride zurück und hat dieses Mal einen deutlich passenderen Zeitpunkt für die Veröffentlichung gewählt. Wenn dieser Sommer eines ganz sicher kann, dann ist es für unfassbar viele schwitzige Momente sorgen, die in Erinnerung bleiben. Für When We Ride hat sich Souillart dann auch Jo Loewenthal von der Australischen Band Tora dazugeholt. Mischt die Band Indie mit Synthies und produziert einen melancholischen Mix, der irgendwo zwischen treiben lassen und träumen umherwandert, hat MØME dafür einen klebrig, stampfenden R&B-Song produziert, der mit einem wirren Elektrobeat aufwartet.  Dabei verlieren sich Souillart und Loewenthal zur Mitte hin in einer Blase aus einem euphorischen Beat. When We Ride ist ein Sommerhit par excellence und bringt uns dazu, Eiswürfel in die Shirts der anderen zu stecken – nur, um das Gefühl von Freude und Wachsein zu genießen.

Alex The Astronaut – Ein Song, perfekt für einen Trip fernab des Alltags

Mit ihrer Coming-Out-Hymne Not Worth Hiding hatte die australische Sängerin Alex The Astronaut Ende 2017 den Soundtrack zur landesweiten Wahl für die Öffnung der Ehe für Gleichgeschlechtliche Paare begleitet. Nun ist sie mit der Single Waste Of Time zurück und veröffentlicht diese, nach ein paar umtriebigen Monaten in Europa, den Fans. Dabei singt Alexandra Lynn vom genießen verschwendeter Zeit. So zeigt sie sich als Fan des Nichtstuns – manchmal bewusst gesteuert und somit wiederum geplant. Dabei präsentiert sich Lynn mit so viel Drive, dass sie die perfekte Musik für einen Moment des Ausbrechens erzeugt. Mit schnellen Gitarren erinnert sie fast ein wenig an die britische Sängerin Amy MacDonald, die vor allem auf ihrem Debütalbum This Is The Life ähnliche Tempi zeigt. Waste Of Time klingt jugendlich und rebellisch und hat dabei die sympathische Haltung eines Hitzkopfes wie Alex The Astronaut sie besitzt.

Flight Facilities – Dem Traum entsprungen

Das australische Duo Flight Facilities dürfte den ein oder anderen aufhorchen lassen. Denn vor fast genau vier Jahren konntet Ihr hier über ihren Ohrwurm Stand Still lesen, auf dem Mickey Green so entzückend lieblich sang und die pfeifende Melodie im Ohr blieb. War Stand Still auf ihrem 2014er Debütalbum Down To Earth enthalten, ließen sich die beiden satte vier Jahre Zeit, um neues Material zu veröffentlichen und damit die Vermutung zu nähren, dass bald ein zweites Album folgen könnte. Mit All Your Love kommen Flight Facilities dann aber doch erfrischend voluminös zurück. Besteht der Song aus einem satten Elektrosound, hat sich das Duo als Stimme den, ebenfalls aus Australien kommenden, Sänger Dustin Tebbutt geschnappt, der gerade erst am Anfang seiner Karriere steht aber mit seinem melancholischen Gesang bereits Millionen Hörer erreicht hat. Diese Mischung aus modernen, nach vorne gehenden, Elektro und zurückgezogenem Gesang, lässt All Your Love zu einer kleinen Perle werden und schnappt Dich, um zu träumen.

Hayden James – Angekommen aber noch nicht fertig

Vor drei Jahren konntet Ihr hier über den australischen Newcomer Hayden James lesen, wie er es schaffte, mit seinem Song Something About You bis auf über 3 Millionen Klicks zu kommen. Mit einem Plattenvertrag im Gepäck gelang es ihm anschließend sogar, den Song auf über 68 Millionen Klicks zu bringen. Doch was bisher fehlt, ist ein Debütalbum. Zwar hat James mit Just A Lover (2016) und Numb (2017) noch zwei weitere Songs veröffentlicht, doch blieb er uns bis heute eines Albums schuldig. Mit der nun veröffentlichten Single Just Friends folgt James seinen Rhythmus, einmal im Jahr einen Song zu veröffentlichen. Dabei bekommt er Unterstützung vom britischen Singer/Songwriter Boy Matthews, der zu einem unglaublich tanzbaren Bass frech, sowie stilsicher gelangweilt davon singt, wie es ist, wenn aus einer Freundschaft plötzlich mehr wird. Die aufregende Zeit und das passende Gefühl wird durch den aufbauenden Beat wunderbar transportiert und lässt den Song zum Crush-On-You Anthem werden. Irgendwo zwischen clublastigem Rumgemache und jugendlicher Unerfahrenheit füllt Just Friends die Lücke aus und animiert zum tanzen. Und uns bleibt nur zu hoffen, dass nicht wieder ein Jahr vergehen muss, um neues Material zu hören.